Hallo,
… ich möchte das Verhalten des Schülers nicht schönreden
(ich rege mich über so eine Einstellung selber auf), aber
solche Leute gibt es auch unter (gebürtig) deutschen Schülern.
Sicher, das gibt es. Aber für mich macht es schon einen Unterscheid, ob ich einen deutschen Staatsbürger vor mir habe oder jemanden, der hier nur geduldet ist. Sonst bräuchten wir bald keine Pässe mehr und könnten reisen, wohin es uns beliebt.
Und wenn wenn deine Aussage bei dem betroffenen Schüler heißt
‚ist faul, will nichts leisten, wird nicht arbeiten, liegt uns
später nur auf der Tasche - soll abgeschoben werden‘ - wie
lautet denn die Aussage bei Kindern deutscher Eltern, die den
gleichen „Elan“ ans Tageslicht bringen? Die kannste ja nicht
einfach so aus Deutschland verbannen!
Richtig. Nur darum geht es hier nicht, das lenkt vom konkreten Fall ab und würde zu endlosen Diskussionen über Sinn und Unisnn staatlicher Leistungen usw. führen. Tendenziell halte ich eine Chancengleichheit bei den Startchancen für sehr wichtig. Wer diese nicht nutzt, der darf später auch nicht mehl allzuviel Unterstützung erwarten.
[Ich bin erst seit sechs Jahren aus der Schule raus. Ich
finde, dass sich die Einstellung der Lehrer seitdem ziemlich
verändert hat. Wenn die Eltern nicht in der Lage sind, einem
Kind Werte zu vermitteln, ist die Schule die letzte Stelle,
die das vor dem Berufseinstig noch schaffen kann - wenn sie
denn wollen würde. Da Schüler einen ziemlich großen Teil des
Tages dort sind, hat die Schule schon einen gewissen
Erziehungsauftrag. Aber man hört immer wieder, dass Lehrer mit
schwierigen Schülern überfordert sind.
Die Schule hat nach dem Gesetz AUCH einen Erziehungsauftrag. Es gibt aber viele Arten, zu erziehen.
Und ich sage es ganz offen: Eine Erziehung in der Schule bewerkstelligen zu wollen, die im Elternhaus ganz offenbar konterkariert wird, dazu habe ich weder Zeit noch persönliche Kraft. Bei 200 Schülern, die ein Lehrer in dieser Schulart typischerweise kennt und unterrichtet ist es nicht möglich, intensiv auf derartige Einzelfälle einzugehen. Wer 18 ist, der ist volljährig und muss wissen, ob er in der Schule sein will oder nicht und ob er etwas leistet. Nur muss er dann auch die Konsequenzen daraus tragen. Der Schüler ist volljährig.
Anderes Beispiel: Klassenfahrt wird nicht wie zuvor geplant
durchgeführt, weil Lehrer sich aufregen, dass die
Abwesenheitszeit von zu Hause nicht als Arbeitszeit gilt -
Dies ist rechtlich nicht zulässig, da Klassenfahrten, zumindest Eintagesfahrten, zu den normalen Dienstpflichten des Lehrers gehören. Bei Mehrtagesfahrten kann es aufgrund der Arbeitsbelastung schon anders aussehen.
andererseits bekommen sie ab einer gewissen Unterrichtsstunden
eine Vollzeitstelle gezahlt - sie bereiten schließlich den
Unterricht nachmittags vor, kontrollieren Klassenarbeiten, …
Warum ist der Unterrichtsablauf bei vielen Lehrern über
Jahrzehnte gleich? Warum schreiben meine Geschwister Aufsätze
über das gleiche Thema?]
Frage bitte die betreffenden Lehrer. Hat aber mit dem Asylbewerber nichts mehr zu tun, oder?
Schön, wenn es Einzelfälle wären, mit denen man die Motivation
von Lehrern zeigen könnte - aber wenn man sich umhört, gibt es
überall Lehrer, über die sich Schüler / Eltern etc. aufregen,
weil jeder bestimmte Erwartungen hat, die nicht erfüllt
werden. Und mittlerweile hört man gelegentlich, dass es an den
Schülern läge, dass viele Lehrer ihren Beruf nicht mehr so
gerne ausüben würden wie früher.
Ja, wundert dich das? Vielleicht gehen die Lerher ja mit einer falschen Einstellung an ihre Schüler heran.
Und ich schätze mal, dass es diese Lehrer der alten Schule
sind, die richtig aufblühen, wenn es darum geht, Störfaktoren
aus dem Weg zu schaffen (ist nicht persönlich gemeint - wollte
es nur einmal drastisch darstellen).
Möchtest du damit sagen ich bin ein Lehrer alter Schule? Weit daneben …
Was mir als Schülerin damals aufgefallen ist: Lockere,
motivierte Lehrer schaffen es viel leichter, die Schüler zur
Mitarbeit zu bringen. Aber vielleicht ist es in so kleinen
Provinzen doch noch einfacher, wie in Großstädten.
Das ist Wunschdenken. Warum kommen denn solche Schüler ständig zu spät, während es andere aus dem gleichen Ort immer schaffen? Ich habe keine Lust mir ansehen zu müssen, dass diese Schüler sobald man das Internet nutzt auf türkischen Seiten rumsurfen. Dabei fällt mir übrigens ein, dass er meinte kein Türkisch sprechen zu können. Ist ja interessant.
Finde es halt schlimm, dass im konkreten Fall erschwerend
hinzukommt, dass er in Deutschland lediglich gedultet wird. Da
fällt es einem Lehrer sicherlich leichter eine
Entwicklungsprognose abzugeben. Schade! Warum steht man als
Lehrer nicht schützend wie ein Vater über den Kindern?
Also jetzt … wirklich. Ich werde in so eine Stellungnahme ganz bestimmt keine Unwahrheiten z. B. über die Leistungen der betreffenden Person schreiben, nur um ihm die Abschiebung zu ersparen. D. h. ich würde z. B. nie etwas beschönigen. Ich finde es war schon SEHR großzügig, dass die Schule überhaupt eine neutral-wohlwollende Stellungnahme dazu schrieb. Angesichts der Tatsache, dass der Schüler in dieser Schuule im wahrsten Sinne des Wortes seine Zeit absitzt und nicht mehr.
Letztlich werde ich mich als Beamter davor hüten, einer anderen Behörde etwas weiss zu machen, was nicht stimmt. Nur im mich schützend vor ihn zu stellen.
Und schließlich: D steht dem EU-Beitritt der Türkei postiv gegenüber, warum sollte er dann nicht in die Türkei zurückgehen?