Jeamand vond er Ausländerbehörde hier?

Angenommen folgender Sachverhalt liegt vor:

Kurdische Familie lebt seit 12 Jahren in D, hatte Asylantrag gestellt. Dieser wurde nun endgültig abgelehnt und die Familie soll in die Türkei abgeschoben werden. Kinder gehen hier zur Schule.

Zunächst: Kann es wirklich sein, dass man so lange als Asylant hier lebt? Ich dachte immer, dass man entweder irgendwann anerkannt ist und hier bleiben kann oder eben nicht?

Kann es sein, dass der Vater dieser Familie hier arbeitet? Dürfen Asylanten hier arbeiten? Gibt es da Ausnahmen?

Besteht für Kurden in der Türkei noch Gefahr? Welchen Grund können diese haben, nicht in die Türkei zurückzumüssen? Gibt es dort denn wirklich noch Verfolgung?

Angenommen die Schule eines Kindes äußert sich nun zur Abschiebung und schreibt, dass dies die weitere schulische Entwicklung negativ beinflussen würde. Hat so etwas eine Auswirkung auf die Abschiebung?

Was mich auch interessiert: Kann es sein, dass da noch mehr dahintersteckt und es Gründe für die Abschiebung gibt, z. B. Straftaten oder Betrug hier in D? Also außer der Tatsache, dass der antrag abgelehtn wurde? Mir erscheint die Sache nicht ganz sauber. Oder kann es wirklich sein, dass man sich da nichts zu Schulden hat kommen lassen und abgeschoben wird?

Ich habe die Stellungnahme der Schule geschrieben, bereue das aber inzwischen fast schon wieder, weil betreffender Schüler vermutlich keinen Schulabschluss ehalten wird. Fazit: Er wird wohl von Sozialhilfe leben. Ich habe nichts Positives zum Schüler geschrieben, aber auch nichts Negatives. Einfach nur, welcher Bildungsweg ihm offen steht und dass er diesen nicht weiterführen könnte.

Wäre schön, wenn hier jemand von der Ausländerbehörde ist und dazu etwas schreibt, gerne auch als PN.

Hallo Micahel,

ich bin nicht der große Ausländerrechtsfachmann, aber es ist tatsächlich so, dass es neben dem förmlichen Asylverfahren noch eine ganze Menge anderer Dinge gibt, die den Aufenthalt hier deutlich verlängern können und in der Praxis auch oft vorkommen. Alleine schon das Asylverfahren kann sich über mehrere Instanzen mit einstweiligem Rechtsschutz und vorläufigen Anordnungen zu zig Einzeldingen über Jahre hinziehen. Dann gibt es Duldungen, die gestatten trotz final abgelehntem Antrag aufgrund einer ggf. momentan unsicheren Lage im Ursprungsland hier zu bleiben. Dann wird zunächst nur zur Ausreise aufgefordert. Wann eine Abschiebung angeordnet wird, wenn die Betroffenen nicht freiwillig ausreisen, ist dann noch eine andere Sache. Diese Anordnung kann dann wieder außer Vollzug gesetzt werden, …

Dies alles führt dazu, dass sich leider vielfach Situationen ergeben, in denen die Betroffenen sich letztendlich über Jahre hier ohne klaren rechtlichen Status und ohne absehbare Perspektive hier aufhalten, gleichzeitig sich hier aber sozial vielfach oft besser einbinden als Ausländer mit sicherem Status. Das sind dann immer die Fälle, wo Freunde und Bekannte, Lehrer und Mitschüler, Kirchengemeinden und Vereine, … auf die Straße gehen, weil sie eben - genau wie Du - nicht verstehen können, dass Menschen, die hier längst eine Heimat gefunden haten, plötzlich dann doch noch (ohne bzw. aus nichtigem konkreten Anlass) nach Jahren abgeschoben werden.

Um in solchen Fällen eine Lösung zu finden, gibt es inzwischen in vielen Bundesländern Härtefallausschüsse, die sich dann mit solchen Fällen beschäftigen und ggf. abschließend eine Klärung des rechtlichen Status erreichen.

Meiner Meinung nach zeigt sich auch im Asylrecht mal wieder der dt. Hang zur Perfektionierung und zur absoluten Gerechtigkeit mehr als deutlich und schließt mal wieder massiv über das Ziel hinaus. Die langen Verfahrendauern und unzähligen Rechtsbehelfe nützen niemandem, denn sie kosten uns nur unnötig Geld, und der Betroffene sitzt oft für Jahre zwischen allen Stühlen. Wenn es dann aber schon zu Situationen wie der von dir beschriebenen gekommen ist, dann sollte man das Maß der sozialen Integration auf jeden Fall mit berücksichtigen, wenn es darum geht, ggf. den Betroffenen dann doch noch (unabhängig vom Asylgrund) ein dauerhaftes Bleiberecht zu geben. Angesichts einer leider zunehmenden Zahl von nicht integrationswilligen Ausländern und Spätaussiedlern, die keine Probleme mit ihrem Aufenthalt hier haben, sollten wir bei der geringen Zahl gut integrierter aber abgelehnter Asylbewerber etwas großzügiger sein.

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi
nit von der Behörde

Zunächst: Kann es wirklich sein, dass man so lange als Asylant
hier lebt? Ich dachte immer, dass man entweder irgendwann
anerkannt ist und hier bleiben kann oder eben nicht?

Asylant ist man erst wenn der Antrag durch ist. wenn er in der Schwebe ist, hat man nichts als Stauts ausser geduldet zu sein während des Asyl-Antrags-Verfahrens. Wenn er abgelenht wird, kann man uU rechliche Schritte gegen die Ablehnung einleiten, was die Frist etwas verlängert, aber Fakt ist. Asylanten waren sie nie, solange dem Antrag nicht stattgegeben wurde.

Kann es sein, dass der Vater dieser Familie hier arbeitet?
Dürfen Asylanten hier arbeiten? Gibt es da Ausnahmen?

Da sie keine Asylanten waren ist diue Frage hinfällig. Wer ne Arbeitsgenehmigung bekomt hat mit der asylfrage nix zu tun.

Meiner Meinung nach zeigt sich auch im Asylrecht mal wieder
der dt. Hang zur Perfektionierung und zur absoluten
Gerechtigkeit mehr als deutlich und schließt mal wieder massiv
über das Ziel hinaus.

dazu mein lieblingszitat der CSU:
Für viele Ausländer ist das deutsche Sozialsystem interessanter als das Grundgesetz

Die langen Verfahrendauern und
unzähligen Rechtsbehelfe nützen niemandem, denn sie kosten uns
nur unnötig Geld, und der Betroffene sitzt oft für Jahre
zwischen allen Stühlen.

nicht zwischen den Stühlen, bei uns auf der Tasche

Angesichts einer leider zunehmenden Zahl
von nicht integrationswilligen Ausländern und Spätaussiedlern,
die keine Probleme mit ihrem Aufenthalt hier haben, sollten
wir bei der geringen Zahl gut integrierter aber abgelehnter
Asylbewerber etwas großzügiger sein.

*off topic*
ich wäre ja auch langsam mal dafür, das wir Leute aus bestimmten Gebieten (aufgrund der sich mehrenden gewaltbereiten Minderheit)der Welt gar nicht mehr reinlassen,
wenn man sieht, das ein Iraner Kinder entführt hat, damit seine Frau nachkommen kann, in Grossstädten die Russen und Türken -„Mafia“ regiert…,
*ende*

solche Schmarotzer wie vom Autor das Ausgangspostings beschrieben, gibt es leider immer mehr,

eigentlich war das Asylgesetz dazu da, um politisch Verfolgte (Also Politiker,Diplomaten,Anwälte,Lehrer…) zu schützen, aber mittlerweile
hat es sich als Fahrkarte ins „goldene Deutsche Sozialsystem“ etabliert. Kein Landwirt oder sogar Berufsloser kann den Ämtern weissmachen, das er politisch verfolgt wird, und die wenigen,
die das Asylgesetz wirklich brauchen, müssen mit langen Bearbeitungszeiten rechnen.

Hi
nit von der Behörde

Zunächst: Kann es wirklich sein, dass man so lange als Asylant
hier lebt? Ich dachte immer, dass man entweder irgendwann
anerkannt ist und hier bleiben kann oder eben nicht?

Asylant ist man erst wenn der Antrag durch ist. wenn er in der
Schwebe ist, hat man nichts als Stauts ausser geduldet zu sein
während des Asyl-Antrags-Verfahrens. Wenn er abgelenht wird,
kann man uU rechliche Schritte gegen die Ablehnung einleiten,
was die Frist etwas verlängert, aber Fakt ist. Asylanten waren
sie nie, solange dem Antrag nicht stattgegeben wurde.

Wenn ich dich richtig versteh waren sie nie anerkannte Asylanten, sondern 13 Jahre lang geduldet? Darf ich das so verstehen? so ganz blicke ich da nicht durch, ich muss mich auch nur auf die mündlichen Aussagen der betreffenden Person stützen.
Angeblich bekamen sie alle 6 Monate eine Art Ausweisdokument, dass das erneuert wurde, vielleicht hilft das noch weiter.

Ich frage mich, warum sich so ein Verfahren 13 Jahre lang hinzieht? Jetzt hat man den Schlamassel, dass die Leute weder hier noch in der Türkei integriert sind.

Hallo Micahel,

ich bin nicht der große Ausländerrechtsfachmann, aber es ist
tatsächlich so, dass es neben dem förmlichen Asylverfahren
noch eine ganze Menge anderer Dinge gibt, die den Aufenthalt
hier deutlich verlängern können und in der Praxis auch oft
vorkommen. Alleine schon das Asylverfahren kann sich über
mehrere Instanzen mit einstweiligem Rechtsschutz und
vorläufigen Anordnungen zu zig Einzeldingen über Jahre
hinziehen. Dann gibt es Duldungen, die gestatten trotz final
abgelehntem Antrag aufgrund einer ggf. momentan unsicheren
Lage im Ursprungsland hier zu bleiben. Dann wird zunächst nur
zur Ausreise aufgefordert. Wann eine Abschiebung angeordnet
wird, wenn die Betroffenen nicht freiwillig ausreisen, ist
dann noch eine andere Sache. Diese Anordnung kann dann wieder
außer Vollzug gesetzt werden, …

Dies alles führt dazu, dass sich leider vielfach Situationen
ergeben, in denen die Betroffenen sich letztendlich über Jahre
hier ohne klaren rechtlichen Status und ohne absehbare
Perspektive hier aufhalten, gleichzeitig sich hier aber sozial
vielfach oft besser einbinden als Ausländer mit sicherem
Status. Das sind dann immer die Fälle, wo Freunde und
Bekannte, Lehrer und Mitschüler, Kirchengemeinden und Vereine,
… auf die Straße gehen, weil sie eben - genau wie Du - nicht
verstehen können, dass Menschen, die hier längst eine Heimat
gefunden haten, plötzlich dann doch noch (ohne bzw. aus
nichtigem konkreten Anlass) nach Jahren abgeschoben werden.

Hallo,

auch wenn ich nicht ganz auf dem Standpunkt von Herrn Kölbl (s. u.) stehe, so möchte ich doch sagen, dass in diesem Fall die betreffende Person meiner Meinung nach in D keine kurzfristige Perspektive hat. Der nächste Schulabschluss ist nicht in Sicht (Arbeitshaltung extrem schlecht) und somit ist unsere Schule eher Aufenthaltsort, als Weiterbildungseinrichtung für die Person. Über den Rest der Familie kann ich kein Urteil abgegen, da ich sie nicht kenne. Ich sehe nur, dass dieser Schüler vermutlich bald auf der Straße stehen wird, keine Ausbildungstelle bekommt, weil er sehr schlechte Noten hat und dann jahrelang von Sozialhilfe leben wird.

Die soziale Integration mag gegeben sein, mit der Klasse gibt es keine Probleme, dort ist er integriert, aber fachlich gesehen sehe ich schwarz.

dazu mein lieblingszitat der CSU:
Für viele Ausländer ist das deutsche Sozialsystem
interessanter als das Grundgesetz

Na was ich diese Sprüche doch liebe (und Leute die sie zitieren): Ehrlich gesagt, als Steuerzahler ist es mir vollkommen egal, ob meine lieben Steuergroschen in die Taschen von generationenaltem deutschen Sozialhilfeadel fließen, oder ob der Empfänger einen ausländischen Pass hat (solange er sich hier legal aufhält oder die Klärung seines Aufenthalts im Rahmen z.B. eines Asylverfahrens erst läuft.

*off topic*
ich wäre ja auch langsam mal dafür, das wir Leute aus
bestimmten Gebieten (aufgrund der sich mehrenden
gewaltbereiten Minderheit)der Welt gar nicht mehr reinlassen,
wenn man sieht, das ein Iraner Kinder entführt hat, damit
seine Frau nachkommen kann, in Grossstädten die Russen und
Türken -„Mafia“ regiert…,
*ende*

Aha, und weil es schon vorgekommen sein soll, dass Männer Frauen vergewaltigt haben, gibt es ab sofort ein Ausgangsverbot für alle Männer, oder wie soll man Deine dümmliche Verallgemeinerung verstehen? Ja, es gibt auch Kriminalität unter Ausländern, und ja, es gibt da auch bestimmte besonders problematische Strukturen, aber die haben weniger mit Leuten zu tun, die sich hier auf Dauer legal aufhalten. Zu Deinem Statement passt auch wunderbar eine Statistik, die diese Woche mal wieder durch diverse Zeitungen geisterte, mit der man mal wieder wunderschön belegen wollte, dass die Kriminalität bei unseren lieben türkischen Mitbürgern ach so vielfach höher als unter unseresgleichen wäre, und da ging es dann ja auch gleich wieder um ähnliche Vergleiche im Zusammenhang mit Sozialhilfebezug, … Tolles Kunststück, die Zahlen so mies aussehen zu lassen, wenn man einfach den Querschnitt der gesamten dt. Bevölkerung vom Penner bis zum Uni-Professor auf der einen Seite verwendet, und auf der anderen Seite eine Bevölkerungsgruppe, die wir uns hier damals für unqualifizierte Hilfsarbeiten herangeholt haben. Und selbst wenn man sich die Folgegenerationen ansieht ist da eben eine unglaubliche Diskrepanz. Wieviel dt. Akademiker haben eigentlich Eltern, die kaum lesen und schreiben können? Viel interessanter könnte allerdings mal ein Vergleich sein, wieviel insbesondere Türken aus dieser unterpriviligierten Bevölkerungsgruppe sich im Vergleich zu einem entsprechenden dt. Bevölkerungsquerschnitt selbständig gemacht und Arbeitsplätze geschaffen haben.

solche Schmarotzer wie vom Autor das Ausgangspostings
beschrieben, gibt es leider immer mehr,

Wo war da von einem Schmarotzer die Rede? Schulabgänger ohne ausreichende Perspektive sind noch lange keine Schmarotzer und kein ausschließlich Ausländer betreffendes Problem. Und es ist ein verdammt großes Problem. Und es ist garantiert nicht zielführend es sich hier so einfach zu machen. Z.B. betrifft das große Problem der mangelnden Sprachkompetenz inzwischen dt. Kinder ganz genau so.

eigentlich war das Asylgesetz dazu da, um politisch Verfolgte
(Also Politiker,Diplomaten,Anwälte,Lehrer…) zu schützen,
aber mittlerweile
hat es sich als Fahrkarte ins „goldene Deutsche Sozialsystem“
etabliert. Kein Landwirt oder sogar Berufsloser kann den
Ämtern weissmachen, das er politisch verfolgt wird, und die
wenigen,
die das Asylgesetz wirklich brauchen, müssen mit langen
Bearbeitungszeiten rechnen.

Wie gut, dass wir mal wieder jemand gefunden haben, der auf jedes noch so komplexe Problem eine einfache Antwort hat. Schon mal drüber nachgedacht, dass eine öffentliche politische Betätigung (als Berufspolitiker) in vielen Staaten überhaupt nicht außerhalb der Regime möglich ist? In vielen Staaten besteht die Opposition tatsächlich aus Leuten mit einem ganz einfachen sozialen Hintergrund. D.h. aber nicht, dass sie deshalb nicht von Verfolgung bedroht wären.

Kopfschüttelnder Gruß vom Wiz

4 „Gefällt mir“

Stimme Wiz zu !!!
Schade, dass ich nur einen Stern vergeben konnte.

Ich finde die Aussage, die die meisten hier getroffen haben einfach zu pauschal formuliert.

Dieser Schüler hat das Pech, dass er nicht gut in der Schule ist. Aber was sagt es über den Menschen aus?

Ist das die Ansicht des Lehrers?
Er ist Kind einer Familie, die sich scheinbar unrechtmäßig in Deutschland aufhält. Er ist schlecht in der Schule, wird einmal ein arbeitsfauler Kerl werden, der uns allen auf der Tasche liegen wird
-> weg mit ihm …

Ist das richtig?

Nein!

Er ist vielleicht 15/16 Jahre alt, oder? Waren wir in dem Alter alle super gute Schüler? Der eine vielleicht, der andere ist erst noch ein paar Jahre weiter zur Schule (BG, Handelsschule, …) gegangen und hat dort eventuell den Sinn des Lernens entdeckt. Andere arbeiten fleißig, … Wiederum andere sind arbeitsfaul, andere entdecken einfache Hilfsarbeiten für sich, einige schnorren sich überall durch - ja und ein paar andere sind und waren schon immer Musterschüler, studieren eventuell noch, …

So, nun haben wir einen jungen Herrn - scheinbar ein Kurde. Er ist irgendwie in unser tolles Land gekommen. Er war ein Kind. Lassen wir mal außen vor, warum er hier lebt.
Fakt ist: Er lebt jetzt hier. Er weiß sicherlich, dass die Familie eventuell in die Heimat zurück muss. Aber was ist seine Heimat? Kennt er das Land überhaupt noch?

Was geht in diesem Kind eigentlich vor?

Kann es nicht sein, dass er resigniert? Vielleicht fragt er sich wofür er arbeiten soll. Schließlich sieht er u.U. zu Hause, dass es ja auch anders geht. Und ich möchte seinen Eltern nichts Böses unterstellen. Viele Betroffene dürfen gar nicht arbeiten.

Was ich meine ist folgendes:

Wenn Leute schon so lange in Deutschland leben (egal, woher sie kommen, warum sie hier leben), dann sollte man ihnen die Möglichkeit geben, ihren Status zu ändern - dass sie arbeiten können um sich und ihre Familie zu ernähren und wenn das so wäre, dann sollen sie doch meinetwegen hier bleiben. Warum entzieht sich der Staat einer Verantwortung für Menschen, die 10/15/20 Jahre in einem so ungeklärten Status haben? Ich finde das nicht wirklich menschenwürdig.
Es wird doch ewig gestöhnt, dass wir junge Arbeitnehmer brauchen, damit der Generationenvertrag nicht irgendwann so aus dem Gleichgewicht gerät, dass es kaum noch Beitragszahler gibt. Außerdem gibt es in Deutschland so viele wirklich faule Menschen. Welcher Arbeitslose geht denn freiwillig Spargel stechen, Hühner rupfen, Salat, Erdbeeren, … ernten?
„Nein, so etwas mache ich nicht, ich bin Mechaniker/Bürokauffrau/Elektriker … - das ist unter meinem Wert.“

Warum hat er nicht die Möglichkeit - genauso wie es viele Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien konnten - eine Aufenthaltserlaubnis und Arbeitserlaubnis zu bekommen?

Er muss doch keine hochqualifizierte Arbeit machen. Warum denken mache Menschen, dass nur Berufe, die eine gewisse Bildung voraussetzen etwas Gutes sind?
Ist es unwürdig, wenn jemand Zeitungsverteiler, Toilettenaufsicht, Müllmann, Erntehelfer, Straßenkehrer, … ist?

*kopfschüttel*

Gruß
Molika
(Die einen Bekannten (geb. 1978) hat, der seit 1987 schon in Deutschland ist – und so gerne bleiben würde, weil er sich hier zu Hause fühlt und in meinen Augen auch hier zu Hause ist. Und er ist fleißig, auch wenn er kein guter Schüler war. Allerdings lässt ihn kein Betrieb eine Ausbildung machen, weil er jederzeit abgeschoben werden kann und eine Ausbildung demnach rausgeschmissenens Geld sein könnte. Und hätte ich keinen Freund, …)

Hi

Wenn ich dich richtig versteh waren sie nie anerkannte
Asylanten, sondern 13 Jahre lang geduldet? Darf ich das so
verstehen? so ganz blicke ich da nicht durch, ich muss mich
auch nur auf die mündlichen Aussagen der betreffenden Person
stützen.

jemand reist ein und stellt den Antrag auf Anerkennung als Asyl. Dann ist er in dem Moment AsylBEWERBER. Solange bis der Antrag entweder abgeleht wird oder ihm stattgegeben wird. im 2ten Fall wäre der Bewerber dann Asylant.

Angeblich bekamen sie alle 6 Monate eine Art Ausweisdokument,
dass das erneuert wurde, vielleicht hilft das noch weiter.

klar, irgendein Dokument müssen Sie bei sich tragen.

Ich frage mich, warum sich so ein Verfahren 13 Jahre lang
hinzieht? Jetzt hat man den Schlamassel, dass die Leute weder
hier noch in der Türkei integriert sind.

Das fragst du mich zuviel… :smile:

HH

Hallo Molika,

Schade, dass ich nur einen Stern vergeben konnte.

Ich finde die Aussage, die die meisten hier getroffen haben
einfach zu pauschal formuliert.

Dieser Schüler hat das Pech, dass er nicht gut in der Schule
ist. Aber was sagt es über den Menschen aus?

Sorry, aber da muss ich nun schon widersprechen, auch wenn ich immer noch nicht Herrn Kölbl Recht geben möchte.
Dieser Schüler hat nicht einfach „Das Pech“ schlecht in der Schule zu sein. Das wäre wirklich eine Verklärung der Situation. Ich kann diesen Schüler sehr gut fachlich einschätzen und auch die Kollegen können das. Dieser Schüler „glänzt“ durch absolutes Desinteresse. Um es mit dem Ausdruck der 80er Generationen zu sagen: Er hat „Null Bock“. Das beginnt mit lückenhafter Anwesenheit, geht über fehlende Mitarbeit bis zu fehlendem Unterrichtsmaterial. Es geht nicht darum, dass er nicht kann, es geht darum, dass er nichts tun WILL. Und das kann ma nals Lehrer sehr gut unterscheiden. Sorry, aber das musste ich schon mal klar stellen.

Ist das die Ansicht des Lehrers?
Er ist Kind einer Familie, die sich scheinbar unrechtmäßig in
Deutschland aufhält.

Das habe ich nie gesagt. Mir ist der Status aus seinen Äußerungen nicht klar geworden, da er das etwas wirr darstellte und ich mich mit Asylrecht nicht auskenne.

Er ist schlecht in der Schule, wird
einmal ein arbeitsfauler Kerl werden,

Richtig, wobei er bereits arbeitsfaul ist.

der uns allen auf der

Tasche liegen wird
-> weg mit ihm …

Ist das richtig?

Nein!

Er ist vielleicht 15/16 Jahre alt, oder?

Nein, er ist volljährig.

Waren wir in dem

Alter alle super gute Schüler? Der eine vielleicht, der andere
ist erst noch ein paar Jahre weiter zur Schule (BG,
Handelsschule, …) gegangen und hat dort eventuell den Sinn
des Lernens entdeckt. Andere arbeiten fleißig, … Wiederum
andere sind arbeitsfaul, andere entdecken einfache
Hilfsarbeiten für sich, einige schnorren sich überall durch -
ja und ein paar andere sind und waren schon immer
Musterschüler, studieren eventuell noch, …

Ich möchte nicht zu viel Details über den Fall hier posten, da er ja nicht als individueller Fall erkennbar sein soll. Ich kann nur sagen, das es sich hier gewiss nicht um eine „vorübergehende Lernstörung handelt“.

So, nun haben wir einen jungen Herrn - scheinbar ein Kurde. Er
ist irgendwie in unser tolles Land gekommen. Er war ein Kind.
Lassen wir mal außen vor, warum er hier lebt.
Fakt ist: Er lebt jetzt hier. Er weiß sicherlich, dass die
Familie eventuell in die Heimat zurück muss. Aber was ist
seine Heimat? Kennt er das Land überhaupt noch?

Nein, sicherlich nicht, da stimme ich dir natürlich zu.

Was geht in diesem Kind eigentlich vor?

Frag ihn :smile:

Kann es nicht sein, dass er resigniert? Vielleicht fragt er
sich wofür er arbeiten soll. Schließlich sieht er u.U. zu
Hause, dass es ja auch anders geht. Und ich möchte seinen
Eltern nichts Böses unterstellen. Viele Betroffene dürfen gar
nicht arbeiten.

Tja,d as ist die Mentalität unseres Sozialstaates, der leider an bestimmten Stellen geradezu zum Nichts-Tun erzieht.

Was ich meine ist folgendes:

Wenn Leute schon so lange in Deutschland leben (egal, woher
sie kommen, warum sie hier leben), dann sollte man ihnen die
Möglichkeit geben, ihren Status zu ändern - dass sie arbeiten
können um sich und ihre Familie zu ernähren und wenn das so
wäre, dann sollen sie doch meinetwegen hier bleiben. Warum
entzieht sich der Staat einer Verantwortung für Menschen, die
10/15/20 Jahre in einem so ungeklärten Status haben? Ich finde
das nicht wirklich menschenwürdig.
Es wird doch ewig gestöhnt, dass wir junge Arbeitnehmer
brauchen, damit der Generationenvertrag nicht irgendwann so
aus dem Gleichgewicht gerät, dass es kaum noch Beitragszahler
gibt.

Sorry, aber dieser Menscher wird sicherlich nicht so bald zu den Beitragszahlern gehören.

Außerdem gibt es in Deutschland so viele wirklich faule

Menschen. Welcher Arbeitslose geht denn freiwillig Spargel
stechen, Hühner rupfen, Salat, Erdbeeren, … ernten?
„Nein, so etwas mache ich nicht, ich bin
Mechaniker/Bürokauffrau/Elektriker … - das ist unter meinem
Wert.“

Warum hat er nicht die Möglichkeit - genauso wie es viele
Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien konnten

  • eine Aufenthaltserlaubnis und Arbeitserlaubnis zu bekommen?

Er muss doch keine hochqualifizierte Arbeit machen. Warum
denken mache Menschen, dass nur Berufe, die eine gewisse
Bildung voraussetzen etwas Gutes sind?
Ist es unwürdig, wenn jemand Zeitungsverteiler,
Toilettenaufsicht, Müllmann, Erntehelfer, Straßenkehrer, …
ist?

Das sage ich sicher nicht. Aber er hat bereits einen Schulabschluss, könnte also nach deinen Aussagen durchaus bereits arbeiten. Allerdings wird er ganz sicher keinen Ausbildungsplatz finden, denn das Zeugnis schreit es geradezu hervor „Ich hab keine Lust auf Arbeit“.

Gruß

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Aber …
… ich möchte das Verhalten des Schülers nicht schönreden (ich rege mich über so eine Einstellung selber auf), aber solche Leute gibt es auch unter (gebürtig) deutschen Schülern.
Und wenn wenn deine Aussage bei dem betroffenen Schüler heißt ‚ist faul, will nichts leisten, wird nicht arbeiten, liegt uns später nur auf der Tasche - soll abgeschoben werden‘ - wie lautet denn die Aussage bei Kindern deutscher Eltern, die den gleichen „Elan“ ans Tageslicht bringen? Die kannste ja nicht einfach so aus Deutschland verbannen!

[Ich bin erst seit sechs Jahren aus der Schule raus. Ich finde, dass sich die Einstellung der Lehrer seitdem ziemlich verändert hat. Wenn die Eltern nicht in der Lage sind, einem Kind Werte zu vermitteln, ist die Schule die letzte Stelle, die das vor dem Berufseinstig noch schaffen kann - wenn sie denn wollen würde. Da Schüler einen ziemlich großen Teil des Tages dort sind, hat die Schule schon einen gewissen Erziehungsauftrag. Aber man hört immer wieder, dass Lehrer mit schwierigen Schülern überfordert sind.
Und wie sieht es in der Praxis aus? A und B prügeln sich, bekommen die Aufgabe, eine Schilderung des Falles an nächsten Tag unterschrieben vorzulegen. Natürlich schreiben A und B verschiedene Texte, weil sie den Vorfall subjektiv schildern. Der Zettel wird am nächsten Tag vorgezeigt, der „Fall“ ist erledigt - und? Was haben A und B gelernt?

Anderes Beispiel: Klassenfahrt wird nicht wie zuvor geplant durchgeführt, weil Lehrer sich aufregen, dass die Abwesenheitszeit von zu Hause nicht als Arbeitszeit gilt - andererseits bekommen sie ab einer gewissen Unterrichtsstunden eine Vollzeitstelle gezahlt - sie bereiten schließlich den Unterricht nachmittags vor, kontrollieren Klassenarbeiten, … Warum ist der Unterrichtsablauf bei vielen Lehrern über Jahrzehnte gleich? Warum schreiben meine Geschwister Aufsätze über das gleiche Thema?]

Schön, wenn es Einzelfälle wären, mit denen man die Motivation von Lehrern zeigen könnte - aber wenn man sich umhört, gibt es überall Lehrer, über die sich Schüler / Eltern etc. aufregen, weil jeder bestimmte Erwartungen hat, die nicht erfüllt werden. Und mittlerweile hört man gelegentlich, dass es an den Schülern läge, dass viele Lehrer ihren Beruf nicht mehr so gerne ausüben würden wie früher.

Und ich schätze mal, dass es diese Lehrer der alten Schule sind, die richtig aufblühen, wenn es darum geht, Störfaktoren aus dem Weg zu schaffen (ist nicht persönlich gemeint - wollte es nur einmal drastisch darstellen).

Was mir als Schülerin damals aufgefallen ist: Lockere, motivierte Lehrer schaffen es viel leichter, die Schüler zur Mitarbeit zu bringen. Aber vielleicht ist es in so kleinen Provinzen doch noch einfacher, wie in Großstädten.

Finde es halt schlimm, dass im konkreten Fall erschwerend hinzukommt, dass er in Deutschland lediglich gedultet wird. Da fällt es einem Lehrer sicherlich leichter eine Entwicklungsprognose abzugeben. Schade! Warum steht man als Lehrer nicht schützend wie ein Vater über den Kindern?

Gruß
Molika

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Hallo,

… ich möchte das Verhalten des Schülers nicht schönreden
(ich rege mich über so eine Einstellung selber auf), aber
solche Leute gibt es auch unter (gebürtig) deutschen Schülern.

Sicher, das gibt es. Aber für mich macht es schon einen Unterscheid, ob ich einen deutschen Staatsbürger vor mir habe oder jemanden, der hier nur geduldet ist. Sonst bräuchten wir bald keine Pässe mehr und könnten reisen, wohin es uns beliebt.

Und wenn wenn deine Aussage bei dem betroffenen Schüler heißt
‚ist faul, will nichts leisten, wird nicht arbeiten, liegt uns
später nur auf der Tasche - soll abgeschoben werden‘ - wie
lautet denn die Aussage bei Kindern deutscher Eltern, die den
gleichen „Elan“ ans Tageslicht bringen? Die kannste ja nicht
einfach so aus Deutschland verbannen!

Richtig. Nur darum geht es hier nicht, das lenkt vom konkreten Fall ab und würde zu endlosen Diskussionen über Sinn und Unisnn staatlicher Leistungen usw. führen. Tendenziell halte ich eine Chancengleichheit bei den Startchancen für sehr wichtig. Wer diese nicht nutzt, der darf später auch nicht mehl allzuviel Unterstützung erwarten.

[Ich bin erst seit sechs Jahren aus der Schule raus. Ich
finde, dass sich die Einstellung der Lehrer seitdem ziemlich
verändert hat. Wenn die Eltern nicht in der Lage sind, einem
Kind Werte zu vermitteln, ist die Schule die letzte Stelle,
die das vor dem Berufseinstig noch schaffen kann - wenn sie
denn wollen würde. Da Schüler einen ziemlich großen Teil des
Tages dort sind, hat die Schule schon einen gewissen
Erziehungsauftrag. Aber man hört immer wieder, dass Lehrer mit
schwierigen Schülern überfordert sind.

Die Schule hat nach dem Gesetz AUCH einen Erziehungsauftrag. Es gibt aber viele Arten, zu erziehen.
Und ich sage es ganz offen: Eine Erziehung in der Schule bewerkstelligen zu wollen, die im Elternhaus ganz offenbar konterkariert wird, dazu habe ich weder Zeit noch persönliche Kraft. Bei 200 Schülern, die ein Lehrer in dieser Schulart typischerweise kennt und unterrichtet ist es nicht möglich, intensiv auf derartige Einzelfälle einzugehen. Wer 18 ist, der ist volljährig und muss wissen, ob er in der Schule sein will oder nicht und ob er etwas leistet. Nur muss er dann auch die Konsequenzen daraus tragen. Der Schüler ist volljährig.

Anderes Beispiel: Klassenfahrt wird nicht wie zuvor geplant
durchgeführt, weil Lehrer sich aufregen, dass die
Abwesenheitszeit von zu Hause nicht als Arbeitszeit gilt -

Dies ist rechtlich nicht zulässig, da Klassenfahrten, zumindest Eintagesfahrten, zu den normalen Dienstpflichten des Lehrers gehören. Bei Mehrtagesfahrten kann es aufgrund der Arbeitsbelastung schon anders aussehen.

andererseits bekommen sie ab einer gewissen Unterrichtsstunden
eine Vollzeitstelle gezahlt - sie bereiten schließlich den
Unterricht nachmittags vor, kontrollieren Klassenarbeiten, …
Warum ist der Unterrichtsablauf bei vielen Lehrern über
Jahrzehnte gleich? Warum schreiben meine Geschwister Aufsätze
über das gleiche Thema?]

Frage bitte die betreffenden Lehrer. Hat aber mit dem Asylbewerber nichts mehr zu tun, oder?

Schön, wenn es Einzelfälle wären, mit denen man die Motivation
von Lehrern zeigen könnte - aber wenn man sich umhört, gibt es
überall Lehrer, über die sich Schüler / Eltern etc. aufregen,
weil jeder bestimmte Erwartungen hat, die nicht erfüllt
werden. Und mittlerweile hört man gelegentlich, dass es an den
Schülern läge, dass viele Lehrer ihren Beruf nicht mehr so
gerne ausüben würden wie früher.

Ja, wundert dich das? Vielleicht gehen die Lerher ja mit einer falschen Einstellung an ihre Schüler heran.

Und ich schätze mal, dass es diese Lehrer der alten Schule
sind, die richtig aufblühen, wenn es darum geht, Störfaktoren
aus dem Weg zu schaffen (ist nicht persönlich gemeint - wollte
es nur einmal drastisch darstellen).

Möchtest du damit sagen ich bin ein Lehrer alter Schule? Weit daneben …

Was mir als Schülerin damals aufgefallen ist: Lockere,
motivierte Lehrer schaffen es viel leichter, die Schüler zur
Mitarbeit zu bringen. Aber vielleicht ist es in so kleinen
Provinzen doch noch einfacher, wie in Großstädten.

Das ist Wunschdenken. Warum kommen denn solche Schüler ständig zu spät, während es andere aus dem gleichen Ort immer schaffen? Ich habe keine Lust mir ansehen zu müssen, dass diese Schüler sobald man das Internet nutzt auf türkischen Seiten rumsurfen. Dabei fällt mir übrigens ein, dass er meinte kein Türkisch sprechen zu können. Ist ja interessant.

Finde es halt schlimm, dass im konkreten Fall erschwerend
hinzukommt, dass er in Deutschland lediglich gedultet wird. Da
fällt es einem Lehrer sicherlich leichter eine
Entwicklungsprognose abzugeben. Schade! Warum steht man als
Lehrer nicht schützend wie ein Vater über den Kindern?

Also jetzt … wirklich. Ich werde in so eine Stellungnahme ganz bestimmt keine Unwahrheiten z. B. über die Leistungen der betreffenden Person schreiben, nur um ihm die Abschiebung zu ersparen. D. h. ich würde z. B. nie etwas beschönigen. Ich finde es war schon SEHR großzügig, dass die Schule überhaupt eine neutral-wohlwollende Stellungnahme dazu schrieb. Angesichts der Tatsache, dass der Schüler in dieser Schuule im wahrsten Sinne des Wortes seine Zeit absitzt und nicht mehr.
Letztlich werde ich mich als Beamter davor hüten, einer anderen Behörde etwas weiss zu machen, was nicht stimmt. Nur im mich schützend vor ihn zu stellen.
Und schließlich: D steht dem EU-Beitritt der Türkei postiv gegenüber, warum sollte er dann nicht in die Türkei zurückgehen?

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