Jede Nacht Alpträume

Hallo zusammen,

ich habe seit ca. 2Wochen fast jede Nacht Alpträume. Ich kann bald nicht mehr. Bin total gerädert, immer müde und will endlich mal wieder richtig durchschlafen und morgens erfrischt aufwachen. Die Träume sind mal „nur“ leichte Angstträume in denen ich auf der Flucht bin und vor irgendwas Angst habe was hinter mir her ist. Oder ich verstecke mich, um mich rum ist Krieg und ich werde mit Waffen bedroht aber nie erschossen. Oder ich bin wie letzte Nacht an einem Krankenbett in dem jemand stirbt und ich kann nur beten und weinen, was ich dann meist auch tue. Die Träume sind immer sehr intensiv und ich habe immer große Angst.
Ich vermute das alles hat mit dem Tod meiner Mutter zu tun. Sie ist zwei Wochen lang gestorben und ich war Tag und Nacht bei Ihr in dieser Zeit. Das ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her.
Ich weiß nicht mehr weiter, bin unkonzentriert, ewig müde, leicht reizbar, breche manchmal einfach so in Tränen aus und schon kurz davor meine Arbeit hiunzuschmeißen…
Was kann ich tun damit es mir wieder besser geht? Damit ich wieder schlafen kann und das Leben wieder Spass macht?

Grüsse von Rala

hi rala,

wenn das ziemlich genau ein jahr her ist, gibt es vielleicht dinge, die dich an den tod deiner mutter und an deine schwere zeit erinnern, ohne, dass dir das gleich auffällt (z.b. der frühling?). wahrscheinlich arbeitest du dich fleissig durch die anforderungen des tages und dann ist die nacht die verarbeitungsbühne für das, was dir eben auch noch wichtig ist: trauer, erinnerung, verarbeitung.

nimm diese alpträumen als zeichen von deiner seele, dass du noch trauer verarbeiten musst. baue in den tag oder an abenden oder an sonntagsspaziergängen zeiten der trauer ein, hauptsache du spürst sie. erzähle freunden von deiner schweren zeit vor einem jahr, was das alles mit dir gemacht hat und wo die veränderungen heute liegen .

die inhalte deiner träume sind eher nicht so wichtig wie die inhalte deiner erfahrungen, die du real vo einem jahr gemacht hast. und sei wegen der träume nicht beunruhigt, das geht sicher vorbei.

Hi alpa,

ich dachte mir ja schon so was. Das ich die Trauer verarbeiten muß und so. Es ist ja auch nicht so, das ich nicht trauern würde. Ich denke sehr oft an meine Ma, an die schlimme Zeit aber auch an schönere Zeiten mit ihr. Sie fehlt mir sehr. Ich gehe mehrmals in der Woche auf den Friedhof und kümmere mich um das Grab, usw. Abends sitze ich oft weinend zu Hause rum. Auf der Arbeit funktioniere ich einfach nur.
Aber müsste es nicht irgendwann mal besser werden? Ich habe das Gefühl das es immer schlimmer wird. Und jetzt auch noch diese Träume.
Ich glaube langsam das ich Hilfe brauche, aber wo bekomme ich die?
Freunde habe ich keine, und Familie ist auch nicht…

LG, Rala

Hallo Rala,

Ich glaube langsam das ich Hilfe brauche, aber wo bekomme ich
die?

sog. professionelle Hilfe bekommst Du ggf. über Deinen Hausarzt: besprich´ mit ihm Deine Situation und Deine Verfassung. Dann könnt ihr besprechen, was Du tun kannst . . .

Freunde habe ich keine, und Familie ist auch nicht…

Das ist grundsätzlich nicht gut und in Deiner Situation besonders schlimm. Hast Du denn außer dem Gang zum Friedhof „geregelte“ Freizeitaktivitäten? Treibst Du regelmäßig Sport? Bist Du in irgendeinem Verein odgl. (aktiv)?

Auch wenn Du in Deiner momentanen Verfassung keine Möglichkeiten für neue Bekanntschaften siehst, musst Du das in Angriff nehmen, sobald es Dir besser geht. Ggf. Mal mit Arbeitskollegen ausgehen, suche (auch aus anderen gesundheitlichen Gründen) eine Sportart, die Du regelmäßig betreiben magst - dabei lernst Du weitere Leute kennen. Falls Du ganz sicher gehen willst, kannst Du per Zeitungsannonce natürlich auch Gleichgesinnte zum Gespräch suchen - übrigens gibt es im Internet auch Foren, in denen sich Hinterbliebene/Trauernde austauschen.

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sog. professionelle Hilfe bekommst Du ggf. über Deinen
Hausarzt: besprich´ mit ihm Deine Situation und Deine
Verfassung. Dann könnt ihr besprechen, was Du tun kannst . . .

Lass dich mit der Meinung nicht von „Patri500k“ erwischen (nichts für ungut :wink: der hat mir irgendwo weiter unten einen Vortrag gehalten warum man nicht zum Hausarzt gehen soll… Für mich war nach dem Neurologen (hatte aber auch ne andere Geschcihte) die erste Anlaufstelle der sozialpsychologische Dienst, mit denen kann man erst mal reden und die schauen einen auch nicht komisch an, wenn man kommt und sagt man hat Probleme. Das ist vor allem hilfreich, wenn man keinen Hausarzt hat dem man vertraut.

Freunde habe ich keine, und Familie ist auch nicht…

wirklich nicht? Schon mal versucht? Manchmal kommt nämlich Hilfe aus Ecken wo man sie gar nicht vermutet hätte!

Auch wenn Du in Deiner momentanen Verfassung keine
Möglichkeiten für neue Bekanntschaften siehst, musst Du das in
Angriff nehmen, sobald es Dir besser geht. Ggf. Mal mit
Arbeitskollegen ausgehen, suche (auch aus anderen
gesundheitlichen Gründen) eine Sportart, die Du regelmäßig
betreiben magst - dabei lernst Du weitere Leute kennen.

jep!

Falls Du ganz sicher gehen willst, kannst Du per Zeitungsannonce
natürlich auch Gleichgesinnte zum Gespräch suchen - übrigens
gibt es im Internet auch Foren, in denen sich
Hinterbliebene/Trauernde austauschen.

naja ne Zeitungsannonce finde ich jetzt ein wenig übertrieben :wink:, aber mal in so ein Forum würde ich schon schauen!

Vielen Dank für Eure Antworten.
Ich denke ich werde mich mal nach einem entsprechenden Forum umsehen.
Erst mal jedenfalls.
Sportvereine oder dergleichen ist im Moment tatsächlich noch nicht möglich für mich. Käme bestimmt nicht so gut im neuen Verein an, wenn die „Neue“ ständig rumheult… Hab ich auch gar keinen Kopf für im Moment.
Und wenn ich es gar nicht mehr aushalte gehe ich erst mal zu meiner Hausärztin. Auch wenn es mir bestimmt sehr schwer fallen wird mich da hinzusetzen, alles zu erzählen und dabei Rotz und Wasser zu heulen.

Ich danke Euch allen und wünsche noch einen schönen Tag.
Rala