Jehovas Zeugen-Blutfrage

Blutkonserven halten sich nicht lange. 21 Tage transportiert ein rotes Blutkörperchen Sauerstoff und nach den 21 Tagen wird es durch die Milz entsorgt. Das ist ein Kreislauf im Körper. Gleichzeitig werden laufend neue Blutkörperchen gebildet.

Das heisst, das in den Konserven sowohl neue als auch verbrauchte rote Blutkörperchen enthalten sind. Keine Konserve ist nie 100%.Also man kann nie genau feststellen wie alt die roten Blutkörperchen sind. Der gesunde HP-Wert liegt bei 15 und 16 (HP = Hämoglobinwert) den der Mensch haben sollte.

Es gibt alternative Behandlungsmethoden für den Fall, das ein Patient die Verwendung von Blut ablehnt.
Oftmals kann eine einfache Kochsalzlösung, die Laktat-Ringer-Lösung oder Dextran als Plasmavolumenexpander verwendet werden, und diese stehen in fast allen modernen Krankenhäusern zu Verfügung. Bei diesen Ersatzstoffen werden sogar die mit einer Bluttransfusion verbundenen Risiken vermieden.
Die Risiken der Bluttransfusion sind die Vorteile der Plasmaersatzmittel: die Vermeidung von Infektionen durch Bakterien oder Viren, von Transfusionsreaktionen und einer RH-Sensibilisierung.

Jehovas Zeugen haben aus religiöser Sicht nichts gegen die Verwendung blutloser Plasmaexpander einzuwenden. Ausserdem erhalten sie sogar eine bessere medizinische Behandlung, weil sie sich kein Blut geben lassen.

In einem Artikel für die Zeitschrift „American Journal of Obstetrics and Gynecology“(1.Juni 1968,S.395) gab ein Arzt zu:Wenn man sich in der Situation befindet, ohne Möglichkeit einer Transfusion operieren zu müssen, wird man dazu neigen, bessere Arbeit zu leisten. Man ist dann mehr darauf beachtet, jedes blutende Gefäß abzuklemmen.

Jeder chirugische Eingriff kann erfolgreich ohne Bluttransfusion durchgeführt werden. Das schließt Operationen am offenen Herzen, Hirnoperationen, die Amputation von Gliedermaßen sowie die totale Entfernung krebsbefallener Organe ein.
Im New York State Journal of Medicine (15.Oktober 1972,S.2527)schrieb Dr.Philip Roen: Wir haben nicht gezögert, trotz der verweigerten Blutersetzung jegliche notwendigen chirugischen Eingriffe vorzunehmen.
Dr.Denton Cooley vom Herzinstitut Texas sagte: Uns beeindruckten die Ergebnisse bei der Verwendung blutloser Plasmaexpander an Zeugen Jehovas so sehr, das wir begannen, das Verfahren bei all unseren Herzpatienten anzuwenden.(The San Diego Union, 27.Dezember 1970,S.A-10).
Die blutlose Chirugie am offenen Herzen, die ursprünglich für erwachsene Zeugen Jehovas entwickelt wurde, weil deren Religion Bluttransfusionen verbietet, ist jetzt erfolgreich bei schwierigen Herzoperationen an Säuglingen und Kindern angewandt worden.

Liebe Grüsse heiligeschrift

Hallo!

Der einzige VolumenEXPANDER, der derzeit noch wichtig ist, ist HAES (Hydroxyethylstärke).
Früher gab es noch weit verbreitet Infusionen auf Gelantinebasis (Gelafundin etc.) und Dextran. Beide waren stark allergiebehaftet, da Eiweiße. Für letztere (z.B. Macrodex) gab es sogar extra ein Mittel zum Vorspritzen, damit die Allergie nicht zu heftig wurde.
Dextran und Verwandte sind aber zum Glück seit vielen Jahren Geschichte.
All diese Volumenexpander wirken genau als solche: Sie substituieren ausgelaufene Flüssigkeit, also Blut.
Leider hat dieser Ersatzstoff nicht die Möglichkeit, Sauerstoff zu transportieren, da eben keine roten Blutkörperchen samt Hämoglobin drin sind. Somit kommt man ab einer gewissen Volumenmenge nicht um den Einsatz von Blutkonserven umher, ohne den Patienten zu schädigen.
Letztere sind:
1: Kein Volumen- bzw. Plasmaexpander, sie korrigieren lediglich den HB-Wert nach oben, ohne den das Gehirn Schaden durch Sauerstoffunterversorgung zu nehmen.
2: Nicht zum Großteil tote Blutkörperchen. Nach der Entnahme wird das Blut bakteriologisch und virologisch untersucht, dann gereinigt (aufkonzentriert), dann abgefüllt.
3: Bei geplanten Operationen auch als Eigenblutspende möglich.

Im Verbrennungsfall sind übrigens alle kolloidalen Infusionslösungen kontraindiziert, denn sie würden durch den osmotischen Effekt zerstörte Zellwände durchdringen und Wasser mit sich ziehen, das dann lokal schwere Ödeme auslösen kann. Verbrennungen werden daher nur mit kristallinen Lösungen wie Kochsalz etc. behandelt…und bei Bedarf müssen eben neue Blutkörperchen rein.

Liebe Grüße,

Marcus

Hallo Marcus!

Vielen Dank für deine Antwort. Dachte schon ich bekomm keine.
Und wie denkst du über „Eretropoitin“???

lg

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Vielen Dank für deine Antwort. Dachte schon ich bekomm keine.
Und wie denkst du über „Eretropoitin“???

Hallo!

Wenn es zu erwartenden Nebenwirkungen kommt, hilft nur noch Dauerbluttransfusion.
Ich hab Dir mal nen Artikel aus einer schweitzer Medizinzeitung angehängt.

Lieber Gruß,

Marcus

Mitteilung von Swissmedic betreffend Nebenwirkungen von EPO

Nachdem im Februar dieses Jahres von 13 Fällen schwerer Nebenwirkungen nach Behandlung mit rekombinantem Erythropoietin in der Fachzeitschrift. New England Journal of Medicine berichtet worden war, nimmt nun das Schweizer Heilmittelinstitut Swissmedic dazu Stellung. Einige Patienten haben während der Behandlung mit gentechnisch hergestelltem Erythropoietin Antikörper dagegen gebildet. Diese Antikörper hemmen Knochenmarkszellen an der Bildung von roten Blutkörperchen. Dadurch kann es zu einer Blutarmut (Pure Red Cell Aplasia) kommen, die ernsthafter ist als die behandelte renale Anämie. Die Konsequenz einer solcher Antikörperbildung könnte im schlimmsten Fall eine lebenslange Abhängigkeit von Bluttransfusionen sein
Die Fachinformationen wurden von den Firmen ergänzt und insofern geändert, als dass Präparate bei Niereninsuffizienz, wenn möglich intravenös und nicht subcutan gegeben werden sollen.

Es ist unbekannt, ob auch es bereits auch Erkrankungen von Sportlern gibt, die EPO zur unerlaubten Leistungssteigerung eingesetzt haben. EPO wird im Sport zur unerlaubten Leistungssteigerung vor allem in Ausdauersportarten eingesetzt. Es erhöht die Anzahl der roten Blutkörperchen und führt damit zu einem verbessertem Sauerstofftransport zur Muskulatur. Die Gefahr, dass auch im Sport diese Nebenwirkung auftritt, besteht durchaus, da die bisherigen Daten darauf hindeuten, dass die Bildung von Antikörpern eher auftritt, wenn das EPO subcutan gespritzt wird. Soweit bekannt ist, ist dies die häufigere Anwendungsart im Sportbereich, da die Wirkung länger anhält und weniger häufig gespritzt werden muss.