JELLY - bedenkenlos (wg Gelatine)?

Ich hab als Kind dieses schlabbrige Dessert doch geliebt. Doch diese Jelly’s bestehen ja zum Teil aus Gelatine. Kann man sowas in den Zeiten von BSE eigentlich noch ohne Bedenken geniessen?

Andere Frage: Wie lange bleibt ein angefertigtes Jelly im Kühlschrank aufbewahrt geniessbar?

danke!

Hi bailey,

Doch
diese Jelly’s bestehen ja zum Teil aus Gelatine. Kann man
sowas in den Zeiten von BSE eigentlich noch ohne Bedenken
geniessen?

ein bischen Risiko muß doch sein, sonst fehlt der Kick!

Im Ernst. Weißt Du in wie vielen Sachen Gelantine drin ist, schau Dir mal die Deklarationen an.
Zum anderen ist das Risiko durch Gelantine an BSE zu erkranken ziemlich gering (m.E. nur ein theoretisches) und bei einer vernünftigen Risikoabwägung dürftest Du dann nie wieder Auto fahren.

Gandalf

Hi Gandalf,

das mit der Risikoabwägung sehe ich anders. Die Risiken addieren sich doch! Heißt: Wenn ich dem einen Risiko nicht vollständig aus dem Weg gehen kann oder möchte, versuche ich doch wenigstens, ein anderes zu minimieren, bei dem mir das leichter fällt. Es sei denn, ich brauche wirklich den Kick.

Die Logik des Arguments, A sei gefährlich und B ebenfalls, daher sei es gleichgültig, ob ich außer A auch B anheimfalle, habe ich noch nie verstanden. Ich fange doch nicht mit dem Rauchen an, nur weil ich Auto fahre…

Gruß
Aia

Hi Aia,

das mit der Risikoabwägung sehe ich anders. Die Risiken
addieren sich doch! Heißt: Wenn ich dem einen Risiko nicht
vollständig aus dem Weg gehen kann oder möchte, versuche ich
doch wenigstens, ein anderes zu minimieren, bei dem mir das
leichter fällt. Es sei denn, ich brauche wirklich den Kick.

da hast Du insofern recht, das sich Risiken addieren, aber was mir auf die Nerven geht ist, das ‚übliche‘ Risiken wie Autofahren, Rauchen, Alkoholkonsum …, weil sie eben üblich sind als solche gar nicht mehr wahrgenommen werden aber über Sachen, deren Risiko (relativ und vor allem absolut) um Größenornungen niedriger ist, wird sich der Kopf gemacht.

Die Logik des Arguments, A sei gefährlich und B ebenfalls,
daher sei es gleichgültig, ob ich außer A auch B anheimfalle,
habe ich noch nie verstanden. Ich fange doch nicht mit dem
Rauchen an, nur weil ich Auto fahre…

Dann hast Du mich wohl falsch verstanden. Ich fordere niemanden auf, etwas zu tun, nur weil er etwas anderes auch tut. Wozu ich auffordere ist, daß man sich Gedanken macht, was wie gefährlich ist, bzw. daß man sich bewustmacht, wie gefährlich viele alltägliche Dinge im Vergleich zu (von der Presse hochgepuschten) anderen Dingen sind.
Meine Chance bei einem Autounfall zu sterben, oder wg. Rauchens an Lungenkrebs, ist ungleich höher, als die, jemals durch Gelantine zu Schaden zu kommen. Man sollte sich also lieber Gedanken machen wie ich sicherer durch den Verkehr komme als Gummibärchen oder andere gelantinehaltige zu meiden.

Gandalf

Chemiker - und somit sowieso gemeingefährlich

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Hi Bailey,

Ich hab als Kind dieses schlabbrige Dessert doch geliebt. Doch
diese Jelly’s bestehen ja zum Teil aus Gelatine. Kann man
sowas in den Zeiten von BSE eigentlich noch ohne Bedenken
geniessen?

1.: Es gibt Gelantine, die laut Hersteller nur aus Schwein hergestellt wird, z.B. in Naturkostläden.

2.: Wenn Du Dein Glibberzeugs selbst machst, kannst Du auf Agar-Agar oder Sago ausweichen. Beides muss nur lange genug gekocht werden, ist also aufwendiger und natürlich wird das Endprodukt ein klein wenig „trüber“ in der Optik.

Andere Frage: Wie lange bleibt ein angefertigtes Jelly im
Kühlschrank aufbewahrt geniessbar?

hm … bei uns schafft es den Rückweg nie. Ich mache allerdings auch nie mehr als 1/2l Flüssigkeit. Im Übrigen würde ich sagen: höchstens 2 Tage. Die Kombination aus Wasser + Gelantine + Zucker ist ein netter Nährboden für Keime aller Art. Denk mal an Petrischalen. Sei lieber vorsichtig.

viele Grüße
Angelika

Hi Angelika!

Danke für deine Antwort;

Kannst du mir sagen, wie man Jelly selber macht?

Was um Himmels willen sind denn Petrischalen :smile: ?

Liebe Grüsse, bailey

Hi Bailey,

Kannst du mir sagen, wie man Jelly selber macht?

Grundprinzip: 6 Blatt Gelantine machen 1/2 Liter Flüssigkeit schnittfest (mehr oder weniger). Bei Agar-Agar kommt es auf die Marke an, meist reicht ungefähr 1 Teelöffel für die gleiche Menge Flüssigkeit. Du musst das künftige Jelly aber mindestens 5 Minuten kochen. Sago braucht 30 Minuten und wird eher zäh als wirklich glibberig. „Fest“ wird alles erst über Nacht. (Kühlschrank, aber stell es erst ab Zimmertemperatur hinein)

Den „Geschmack“ des Jelly kannst Du Dir beim Selbstmachen aussuchen. Versuche es mal mit Fruchtsaft als Grundsubstanz + Zucker nach Geschmack. Bunt sind selbstgemachte Jellys nie, außer mit Zusatz von Lebensmittelfarbe, dann sollte der Ausgangs-Fruchtsaft möglichst hell sein.

Was um Himmels willen sind denn Petrischalen :smile: ?

nix Kulinarisches. Das sind die flachen Glasschalen, die Biologen mit Agar-Agar-Gelee füllen und mit Bazillen impfen. Kommt dann in den Brutschrank und darf wachsen, bis man den „Rasen“ auch mit bloßen Augen sehen kann.

viele Grüße
Angelika

Hallo,

da hast du einerseits Recht und andererseits doch nicht, denn man muss die Risiken natürlich gewichten. Und dann stimmt es zwar, dass das Gesamtrisiko mit jedem zusätzlichen Risiko steigt, sich diese aber höchst unterschiedlich auswirken. Soll heißen, das zusätzliche Risiko Rauchen ist ein dicker Brocken, Gelatine hingegen fällt als eher theoretisches Risiko nicht ins Gewicht und ich kann mir sogar unzählige weitere kleine Risiken leisten ohne meine Gesamtrisikosituation damit tatsächlich zu belasten, da diese durch die großen Risiken geprägt wird.

Und jetzt kommt ein ganz wichtiger Punkt zum Thema Lebensqualität dazu: Wieviel Lebensqualität verliere ich durch den Verzicht auf ein gewisses Risiko? Und da ist es eben oft so, dass die kleinsten Risiken den größsten Verzicht bedeuten. Auf eine mit hohem Risiko behaftete Extremsportart zu verzichten und sich statt dessen weniger gefährlcihen Dingen zuzuwenden ist kein großer Verlust von Lebensqualität, dafür reduziere ich aber meine Gesamtrisikobelastung dmait ganz ungemein. Das Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, etc. sehen ähnlich aus. Um es an einem krassen Beispiel festzumachen: Vollkommen betrunken mit einem nicht mehr verkehrssicheren Auto nachts auf einer unbeleuchteten schlecht ausgebauten aber stark frequentierten Straße zu fahren ist ein unglaublich hohes Risiko. Statt dessen eine Taxe für € 20,-- zu nehmen ist kein merklicher Verlust an Lebensqualität.

Auf der anderen Seite jetzt aber wegen des Minimalrisikos von Gelatineprodukten sich die Mühe zu machen alle Zutatenlisten abzugleichen und auf viele liebgewonnene Lebensmittel zu verzichten ist schon ein deutlicher Verlust von Lebensqualität und die Sache bringt so gut wie gar nichts. Und wenn ich mir da die Gesundheitsapostel anschaue, die mit aschfahlem Gesicht im Reformhaus Pseudo-Würste aus Hefeextrakt kaufen, die aussehen als seien sie schon mal gegessen worden, … Klar, wems schmeckt, der soll damit glücklich werden, aber gerade daran habe ich bei einigen dieser Leute echte Zweifel. Und wenn dies dann nur im Interesse der Gesundheit und eines möglichst langen Lebens steht (wofür eigentlich, wenn man es nicht genießt), dann würde ich mir wirklich andere Risiken zur potentiellen Verbesserung meiner Lebenserwartung aussuchen.

Gruß vom Wiz

Gruß vom Wiz

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Bedenken
Hi,
ich habe im Radio gehoert, dass vor ein paar Wochen in England ein junger Mann an der neuen Form der Creutzfeld Jakob Krankheit gestorben ist. Er war wohl fast sein ganzes Leben lang fast Vegetarier mit der Ausnahme, dass er so’n Zeug wie Gummibaerchen und andere Gelatinehaltige Sachen gefuttert hat.
Seine Eltern und sein Arzt sind davon ueberzeugt, dass er die Krankheit ueber die Gelatine bekommen hat.

Ich habe sofort meine Pille umgestellt, auf eine Gelatine freie.

Und wenn die Behoerden auch sagen, Gelatine sei ungefaehrlich, ich glaube denen gar nichts mehr.

vg jima

Hysterie?
Hallo jima!

Nur so zum drüber Nachdenken:
Mein Großvater war Fleischhacker und er hat davon erzählt, daß ihm BSE bei Kühen schon kurz nach dem Krieg und auch später immer wieder untergekommen ist. Die Kühe sind durchwegs ohne Tiermehl oder ähnlichem schädlichen Zeugs gefüttert worden, hauptsächlich mit Grünfutter/Heu. Trotzdem traten diese Erkrankungsfälle immer wieder auf.

Gruß vom Igel

Hallo Wiz,

da hast du einerseits Recht und andererseits doch nicht, denn
man muss die Risiken natürlich gewichten.

Wohl wahr. Mein Ansatz ist aber ein etwas anderer. Denn

  1. macht Kleinvieh auch Mist, und zwar in durchaus beachtlicher Menge. Das ist in etwa so wie bei der Gewichtszunahme, die man sich angeblich so gar nicht erklären kann. Von einer Tafel Schokolade nimmt kein Mensch nennenswert zu (wahrscheinlich nicht mal 100 Gramm). Aber täglich eine halbe macht durchaus etwas aus. Zumal sich das Naschen ja meist nicht nur auf Schokolade beschränkt. Ich glaube natürlich auch nicht, daß eine einzige gelatinehaltige Nachspeise zwingend den sofortigen Ausbruch von BSE (nein, dieser Krankheit, deren Schreibweise ich jetzt nicht nachschlagen möchte) bewirkt. Aber wenn ich regelmäßig gelatinehaltigen Fruchtjoghurt, Frischkäsezubereitung, Fertigpudding, dazu noch Aspik-Aufschnitt, Rinderhackfleisch etc. verzehre und mich in anderen Bereichen, in denen es ebenfalls um statistisch eher wenig relevante Risiken geht, genauso bedenkenlos verhalte, dann komme ich aus dem Kleinvieh-Bereich eben irgendwann doch heraus. Bei einem Nichtraucher, der wenig Auto fährt und dem Alkohol entsagt, wäre evtl. sogar vorstellbar, daß der dickste Risiko-Batzen gerade aus Kleinvieh besteht. Nun sag aber nicht, daß ein nichtrauchender, alkoholfreier Radfahrer ja sowieso nix vom Leben hat, denn damit kommen wir zu

Punkt 2.

Und jetzt kommt ein ganz wichtiger Punkt zum Thema
Lebensqualität dazu: Wieviel Lebensqualität verliere ich durch
den Verzicht auf ein gewisses Risiko?

Das, lieber Wiz, ist ausgerechnet der Punkt, der sich am allerwenigsten verallgemeinern läßt. Die Gewichtung der Risiken im Hinblick auf die Lebensqualität ist eine rein subjektive ANgelegenheit.

Auf eine mit hohem Risiko behaftete Extremsportart zu
verzichten und sich statt dessen weniger gefährlcihen Dingen
zuzuwenden ist kein großer Verlust von Lebensqualität,

Das sehe ich für mich selber auch so, aber da sind ja wohl alle Bunjee-(schreibt man das so?)Springer, Fallschirmspringer, Rennfahrer etc. etc. (ich kenne mich da nicht so aus) anderer Meinung. Die Raucher ja übrigens auch.

Vollkommen betrunken mit einem nicht mehr verkehrssicheren
Auto nachts auf einer unbeleuchteten schlecht ausgebauten aber
stark frequentierten Straße zu fahren ist ein unglaublich
hohes Risiko. Statt dessen eine Taxe für € 20,-- zu nehmen ist
kein merklicher Verlust an Lebensqualität.

Wer wollte das bestreiten.

Auf der anderen Seite jetzt aber wegen des Minimalrisikos von
Gelatineprodukten sich die Mühe zu machen alle Zutatenlisten
abzugleichen und auf viele liebgewonnene Lebensmittel zu
verzichten ist schon ein deutlicher Verlust von Lebensqualität

Na, so groß ist die Mühe nun wirklich nicht. Auf der Zutatenliste sieht man das mit einem Blick, und das meiste läßt sich ganz leicht ersetzen. Zum Glück steht in meiner Familie niemand auf Gummibärchen. Und daß ich statt Fruchtjoghurt Sorte A jetzt Sorte B kaufe oder gar Naturjoghurt selbst mit Fruchtkompott oder Marmelade anrühre, hat hier auch noch niemanden gestört.

da die Gesundheitsapostel anschaue, die mit aschfahlem Gesicht
im Reformhaus Pseudo-Würste aus Hefeextrakt kaufen, die
aussehen als seien sie schon mal gegessen worden, … Klar,
wems schmeckt, der soll damit glücklich werden, aber gerade
daran habe ich bei einigen dieser Leute echte Zweifel.

Da hab ich aber Glück gehabt, ich habe eine gesunde Gesichtsfarbe (kommt vom Fahrradfahren, *gg*!) und bin bekennende Müsli-Hasserin… Aber Deine Zweifel kann ich nicht teilen. Ich bewundere Leute, die so etwas konsequent für sich durchziehen. Ich glaube auch nicht, daß man Reformhausgängern die Genußfähigkeit absprechen sollte.

Und jetzt weiß ich nicht, wie man diese Smilies macht. Denk Dir eins, ja?

Gruß
Aia

Gelatine in D
Hallo,

1.: Es gibt Gelantine, die laut Hersteller nur aus Schwein
hergestellt wird, z.B. in Naturkostläden.

hierfür brauche ich nicht in Naturkostläden gehen. Nahezu alle Gelatine in Dutschland ist vom Schwein. Rindergelatine (auch im guten alten Haribo) kommt nur in der arabischen Welt vor.

Gruß Ivo

Hi,
keine Ahnung ob es BSE da ueberhaupt schon gab, oder ob dein Grossvater da was verwechselt.
Hysterisch finde ich mich nicht, einfach nur vorsichtig.
gruss, jima

Hej jima…

Er sprach von sich zersetzenden Gehirnen und verrückten Kühen.
Vielleicht verwechselt er was.
Aber ich denke, dass dies ein verdammt geringes Risiko ist und persönlich würde ich, wenn ich mir so große Sorgen um meine Gesundheit machen würde, die Pille sofort absetzen. Von der Pille kannst du Lebertumoren, Brustkrebs oder Thrombosen bekommen…

Igel
die sich gerade versichert hat: meine Pille enthält keine Gelatine :wink:

Hi jima,

wann warst Du das letzte mal tanken?
Wenn Dein Auto betankt wird, (auch wenn Deines ein Diesel ist) kriegst Du eine nicht unerhebliche Menge eines krebserzeugenden Lösemittels ab, daß sich Benzol nennt und im Benzin drin ist. Schau mal spaßeshalber auf eine Zapfsäule mit Ottokraftstoff, dort ist (meist dezent klein) ein Totenkopfemblem zu sehen.

Wenn Du also in Zukunft darauf verzichtest, Benzindämpfe zu inhalieren, sinkt Dein Risiko zu erkranken um mindestens(!) drei Größenornungen (= um das tausendfache) verglichen mit dem Verzicht auf Gelantine.

Wenn ich Berichte lese ála ‚hat nie Fleisch gegessen außer hastenichtgesehen‘ hinterfrage ich stets die Datenlage und bisher war selbige meist sehr(!) dürftig.

Es ist immer sehr auflagenträchtig solche Meldungen bringen zu können, daher sollte man so was sehr vorsichtig sehen.
Wenn ich zudem die wissenschaftliche, naturwissenschaftliche Bildung von Journalisten sehe, glaube ich erst mal gar nichts.
Dies stammt übrigens aus eigener Anschauung, weil ich regelmäßig mit Pressemenschen zu tun hab und erleben konnte, was die aus mienen Presseerklärungen gemacht haben. Da kann man manchmal nur bösen Willen oder völlige Abwesenheit von Intelligenz vermuten.

Gandalf

Hallo Wiz,

da hast du einerseits Recht und andererseits doch nicht, denn
man muss die Risiken natürlich gewichten.

Wohl wahr. Mein Ansatz ist aber ein etwas anderer. Denn

  1. macht Kleinvieh auch Mist, und zwar in durchaus
    beachtlicher Menge.

Na ja, da muss man sich dann aber einmal ganz genau die Dimensionen ansehen. Es geht hier oft um Unterschiede hoher Zehnerpotenzen, insbesondere wenn man nicht nur ein Erkrankungsrisiko an sich, sondern einen bestimmten Infektionsweg betrachtet.

Natürlich kann ich auch die DTAG aufkaufen, indem ich jeden Monat bei den momentanen Spottpreisen eine handvoll Aktien kaufen würde. Allerdings ist die Gesamtsumme der Aktien so unvorstellbar groß, dass ich auch mit 100 Jahren so noch nicht einmal eine auch nur annähernd merkliche Beteiligung erreichen werde.

Und genau in der Außerachtlassung dieser unvorstellbaren Verhältniszahlen liegt das Problem. Wenn ich 100 Risiken vermeide, die sich jedes im Bereich von 10^-5 bewegen, dann habe ich meine Gesamtrisikobilanz gerade mal um einen Faktor von 10^-3 verbessert (Juristen können bekanntlich nicht rechnen, also nicht böse sein, wenn ich mich da um eine Potenz vertan haben sollte). Und viele der angeblichen in den Medien immer gerne verbreiteten Risiken im Zusammenhang mit bestimmten Lebensmitteln bewegen sich eben tatsächlich in diesen Größenordnungen. Man muss sich also jedes Risiko wirklich anhand der entsprechenden Dimension verdeutlichen.

Schon das BSE-Risiko an sich ist immer ziemlich gering gewesen. Dann kamen die ganzen Kontrollen und der Verzicht auf bestimmte Risikolebensmittel hinzu und haben dieses Risiko weiter ganz deutlich abgesenkt. Jetzt nimmt man noch hinzu, dass in vielen Fällen wo Gelatine als Zutat angegeben wird reine Schweinegelatine enthalten ist. Von der Rindergelatine ist nach den ganzen Kontrollen nur noch ein vermutlich schon jenseits jeglicher Erfassungsmöglichkeit liegender minimaler Anteil tatsächlich belastet. Dann sind die aufgenommenen Mengen für BSE offenbar von Bedeutung und die mögliche Aufnahmemenge belasteter Gelatine ist ja wirklich jenseits von Gut und Böse, letztenendes Erkrankt ja auch nur ein kleiner Teil der mit kontaminierten Produkten Ernährten, und da liegen wir dann wirklich in Größenordnungen, die mit keinem Risiko welches tatsächlich eine Bedeutung hat mehr mithalten können.

Punkt 2.

Und jetzt kommt ein ganz wichtiger Punkt zum Thema
Lebensqualität dazu: Wieviel Lebensqualität verliere ich durch
den Verzicht auf ein gewisses Risiko?

Das, lieber Wiz, ist ausgerechnet der Punkt, der sich am
allerwenigsten verallgemeinern läßt. Die Gewichtung der
Risiken im Hinblick auf die Lebensqualität ist eine rein
subjektive ANgelegenheit.

Natürlich, wenn du es denn anders siehst, mach es! Nur darf man eben den objektivierbaren Anteil nicht vergessen, und der liegt in den hübschen Potenzen. Und wenn ein Risiko so dermaße gering ist, dann ist es für mich jedenfalls keiner Betrachtung und damit auch überhaupt keine Einschränkung meiner Lebensqualität mehr wert. Oder um es anders zu sagen, die Entscheidung zugunsten der Lebensqualität fällen wir täglich in Bezug auf entscheidende Risiken vollkommen unbewusst dahingehend, dass wir recht hohe Risiken trotz geringem Zuwachs an Lebensqualität hinnehmen. Und wenn wir bei den großen Risiken schon so großzügig sind, dann spielen die anderen wirklich überhaupt keine Rolle mehr. Jede einzelne Zigarette, jedes einzelne Glas Bier, der Gang auf die Straße ohne Schutzhelm und Ganzkörperrüstung bergen um Diemensionen höhere Risiken als die gesamte Gelatinefutterei über ein ganzes Leben. Und wenn ich täglich eine Zigarette rauchen würde (was ich nicht tue), oder einmal in der Woche mehr als meine WHO empfohlenen zwei Gals Bier trinke (was ich tatsächlich tue), dann war es das schon mit den ganz kleinen Risiken.

Ich bewundere Leute, die so etwas konsequent für sich
durchziehen.

Da bin ich geteilter Meinung. Ja, ich bewundere auch Leute, die verantwortungsvoll mit ihrer Gesundheit umgehen, mäßig trinken, nicht rauchen, sich regelmäßig angemessen bewegen, ausgewogen und nicht zuviel gesunde Sachen essen, etc. und dabei wirklich glücklich sind. Kein Verständnis habe ich aber für die hageren Hungerhaken, von denen ich leider auch einige kenne, die sich in asketischer Form ständig selbst in Hinblick auf ein langes Leben eigentlich jeden Spaß versagen, mir ständig in Detail vorheulen, was sie ja alles machen müssen, bzw. nicht machen dürfen, dann aber andererseits sich über andere erheben und in missionarischem Eifer den Gesundheitsapostel spielen.

Ich denke, ich lebe auch sehr bewusst, weiß bei jedem Essen, was wofür oder wogegen gut ist, würde mich gerne mehr bewegen, trinke mir sicher keine Säuferleber an, akzeptiere aber auch für eine gewisse Lebensqualität kleine und größere Risiken. Und wenn es mich morgen in den nächsten Brückenpfeiler hat (bei täglich 50 Km Autobahn ein recht hohes Risiko), dann hat es bis hierhin wenigstens Spaß gemacht.

Gruß vom Wiz

Hallo Gandalf,

ich habe das von einer Tierärztin gehört, dass es BSE wohl schon viel früher gab. Es waren aber wohl nur seltene Einzelfälle. Immerhin möglich ist so was. Wer also vorsichtig sein möchte sollte auch die Möglichkeit dazu bekommen.
Ich esse so gut wie kein Fleisch, nicht aus Überzeugung, sondern weil es mir nicht schmeckt. Einzig manche Wurst esse ich gern. So habe ich lange Zeit größere Mengen Gelbwurst gegessen. Die bestand zum Teil aus Hirn.
Jetzt hinterfrage ich bei jedem Produkt den Inhalt. Wo die Zusammensetzung nicht ausreichend beschrieben aufgedruckt ist, das kaufe ich nicht. Dadurch bin ich jetzt so weit, dass ich das Essen für meine Familie nur noch im Naturkosthandel kaufe und selbt dort sehr kritisch hinterfrage.
Aber jeder Mensch ist verrückt, die meisten merken es bloß nicht oder wollen es krampfhaft verstecken. Spaß macht es erst dann, wenn man sich damit identifiziert und es nach aussen zeigt.

Gruß
Tilo

Hallo Gandalf

wann warst Du das letzte mal tanken?
Wenn Dein Auto betankt wird, (auch wenn Deines ein Diesel ist)
kriegst Du eine nicht unerhebliche Menge eines
krebserzeugenden Lösemittels ab, daß sich Benzol nennt und im
Benzin drin ist.

es ist mir durchaus klar, dass es noch andere Lebensrisiken gibt. Aber ich kann mich nicht um alle kuemmern, da waere ich ja den ganzen Tag beschaeftigt.
Ich hab mir jetzt eben die Lebensmittel rausgepickt. Lass mich doch.

Ich glaube der Presse auch nicht alles aber dem Gesundheitsamt eben auch nicht.

vg jima

Hallo Jima,

ein guter Freund von mir ist Mikrobiologe und weißt Du, was er mir über Prionen gesagt hat?
Diese Eiweissdinger sind so stabil, die sind unkapputbar, weder durch kochen oder einfrieren, oder sonstwie kleinzukriegen…und…sie sind auch im Boden nachweißbar auf dem das Gemüse wächst, was Du isst.
Also im Prinzip dürftest Du da gar nix mehr essen und das wäre dann garantiert tödlich.

Grüße
Maja

Hallo, eine Frage. Was ist Jelly und wie macht man dies? Gruß Gabi