Jemen u. a

Hallo.

Mir ist aufgefallen, daß man bei dem ganzen Theater um die arabische Welt nie etwas vom Jemen hört, auch nicht von den nordwestafrikanischen Staaten.
Ist diesen Ländern der Zwist egal?Wie sins sie einzuschätzen?

Hi
im Jemen sin ein paar familienbetriebe damit beschäftigt touristen zu entführen und die gegen irgendwelche zugeständnisse von den scheinbar Regierenden einzutauschen. Das Nord/Süd köppeeinhauen haben sie seit ner Weile ja seingelassen. Aber der sogenannten islamischen terror speist sich nicht zu knapp aus jemeniten. wenn ich nicht irre war im jemen auch das bootchen-attentat auf die us-fregatte. in letzter zeit hört man wenig, das ist war.
HH

Aus: Neue Zürcher Zeitung, 14. Mai 2001

Der Jemen und die militanten Islamisten
OÖNachrichten-Online vom 31.12.2002

SANAA. Drei US-Ärzte eines Missionspitals der Baptisten sind in der jemenitischen Stadt Jibla von einem Studenten, Mitglied einer militanten Islamistengruppe, erschossen worden. Ein US-Arzt wurde verletzt.

Die jemenitische Polizei teilte später mit, der Mann habe in Verbindung mit dem Mörder von Djarallah Omar, dem Vize-Parteichef der Sozialistischen Partei des Jemen, gestanden. Omar war am Wochenende nach einer Rede beim Kongress der islamistischen Reformpartei (Islah) erschossen worden. US-Präsident George Bush verurteilte die Ermordung und kündigte an, mit Jemen zusammenarbeiten zu wollen, um den Anschlag zu untersuchen.

Die Attentate sind die letzten in einer ganzen Serie blutiger Auseinandersetzungen, in deren Zentrum militante Islamisten stehen. Im Oktober 2000 hatten Anhänger von Osama Bin Laden, dessen Familie aus dem Jemen kommt, den US-Zerstörer „Cole“ bei einem Selbstmordanschlag schwer beschädigt, 17 US-Soldaten waren ums Leben gekommen. Heuer kam es im Oktober vor der Küste des Jemen zu einem Anschlag auf den französischen Supertanker „Limburg“, wenig später wurde ein US-Hubschrauber beschossen. Im November liquidierte der US-Geheimdienst CIA in Zusammenarbeit mit der Regierung von Präsident Saleh sechs Al-Kaida-Mitglieder mittels einer von einer Drohne abgefeuerten Rakete.

Nährboden für Islamisten

Der Jemen bietet den militanten Islamisten einen idealen Nährboden. Vor allem im Norden des Landes, der bis 1967 von einem Imam der schiitischen Zaiditen beherrscht wurde, haben sich bis heute die traditionellen Stammesstrukturen bis heute erhalten. Die Stämme des Nordens unterhielten stets enge Verbindungen zu Saudi-Arabien, das über diese Stämme die Entstehung eines starken Nachbarstaates zu verhindern suchte .

Der Südjemen war bis 1990 unabhängig und wurde als einziges Land der arabischen Welt von einem deklariert marxistisch-leninistischem Regime beherrscht, das alle religiösen Regungen verfolgte. 1990 erfolgte dann die von den Islamisten erbittert bekämpfte Vereinigung des Nordens mit dem „gottlosen“ Süden. Als der Süden sich 1994 in einem Bürgerkrieg lossagte, spielten islamistische Milizen eine wichtige Rolle beim Sieg des Nordens und der damit festgeschriebenen Einheit des Landes. Zu diesem Zeitpunkt waren die jemenitischen Afghanistan-Veteranen in ihre Heimat zurückgekehrt - aus dem Jemen waren besonders viele gläubige Moslems dem Aufruf zum Kampf gegen die „gottlosen“ Russen gefolgt. Diese Veteranen bildeten den Kern neuer islamistischer Zellen, die im Inneren gegen die einst den Südjemen beherrschende Sozialistische Partei kämpften, nach außen aber den Kampf gegen die USA aufnahmen.

Rückhalt haben die militanten Islamisten vor allem bei den Stämmen des Nordens, die stets ihr Eigenleben gegen jede Zentralregierung verteidigten. Aber auch im Süden, wo die schlechte Wirtschaftslage viele junge Leute auf die Straße treibt, haben die militanten Islamisten in den letzten Jahren starke Anhängerschaft gefunden. (mau)

von hier
http://mitglied.lycos.de/LotharKrist6/tod/arabien/04…

Jemen würde ich auch nicht in der ganzen Terrorsache abschreiben.

Die Nordafrikanisch-islamischen Staaten sind alle aus der sunnitischen Rechtsschule und sind damit relativ moderat.

Die ganze Terrorgeschichte ist ne Sache die hauptsächlich von den Wahhabiten und den Schiiten ausgeht.

Die Nordafrikanisch-islamischen Staaten sind alle aus der
sunnitischen Rechtsschule und sind damit relativ moderat.

Die ganze Terrorgeschichte ist ne Sache die hauptsächlich von
den Wahhabiten und den Schiiten ausgeht.

Kleine Korrektur: bei den Nordafrikanern meinst du die „Malikiten“, Sunniten sind die Wahhabiten auch , die der Rechtsschule der Hanlabiten angehören.

Bin Ladens Vater kommt aus dem Jemen, daher ist er bei den dortigen Sunniten sehr beliebt.

Kleine Korrektur: bei den Nordafrikanern meinst du die
„Malikiten“, Sunniten sind die Wahhabiten auch , die der
Rechtsschule der Hanlabiten angehören.

Ne ich meinte da schon so wie es da steht.

Die Malikitische Deutung ist eine Rechtsschule aus der sunnitischen Richtung.

Die Wahhabitische Auslegung ist erst vor dem 1.Weltkrieg als eine Gegenbewegung zu der Sunnitischen und Schiitischen Deutung entstanden.

EIgentlich ist es so gesehen eine neue Auslegungsrichtung für sich.

Die Malikitische Deutung ist eine Rechtsschule aus der
sunnitischen Richtung.

Richtig.

Die Wahhabitische Auslegung ist erst vor dem 1.Weltkrieg als
eine Gegenbewegung zu der Sunnitischen und Schiitischen
Deutung entstanden.

EIgentlich ist es so gesehen eine neue Auslegungsrichtung für
sich.

Nein, so stimmt das nicht.
Die Wahhabiten gibt es seit dem 18.Jahrhundert, es ist keine Rechtsschule, ich weiß nicht als was das eigentlich gilt, sunnitische Sekte oder so ähnlich.
Es sind auf jeden Fall Sunniten, aber solche, die durchaus auch gegen andere Sunniten vorgehen.
Sie gehören der sunnitisch-hanbalitischen Rechtsschule an, glaub’s mir.
Ich bin aber nicht sachkundig genug zu genaueren Aussagen, frag Datafox.

Ich bin Sunniten und weiß wer dazu gehört und wer nicht. Die Sunniten bestehen aus 4 Rechtsschulen.
Die Malikiten, Hanbeliten, Safiiten und Hanefiten (Kann sein dass die Namen auf Deutsch falsch sind, habe es vom türkischen „frei“ übersetz)…
Die Wahhabiten gehören nicht dazu zumindest werden sie von der sunnitischen Deutung nicht als eine Rechtsschule akzeptiert.

Ja die Einordnung von den Wahhabiten innerhalb des Islams ist schwierig. Als Rechtsschule werden sie an sich nicht akzeptiert, klar ist aber auch dass sie sich selber nicht als SEKTE sehen würden.

Egal, werd mal datafox fragen, wie man dazu kommt dass die Wahhabiten als Sunniten dargestellt werden.