Jesus

Hallo,

was ich nie verstanden habe, wieso wurde Jesus so grausam von den Römern hingerichtet? Nur weil er gepredigt hat, dass sich die Menschen zur Abwechslung mal lieb haben sollen? Nein, im ernst, ich meine Wanderprediger gab es doch früher wie Sand am Meer. Und auch wenn es eine Verschwörung gegen ihn gab, warum hat man ihn nicht einfach erdolcht? Da stimmt doch irgendwas nicht??

Gruß
Oliver

Geschichte = Wahrheit?
Hallo, Oliver,
inwieweit glaubst du, daß die uns erzählte „Geschichte“ wahr ist?
Kennst du die Debatte über Karl den Großen („Großkarl“), über die „wirkliche Dauer der Eiszeiten“ etc?
Kennst du Canossa: „War Jesus Caesar“?
Ist nicht (unser Bruder) Jesus der Prototyp der Augustus folgenden „Caesaren“?
Und außerdem Georg Uhu der anstehende Kaiser?

Ein weiterer Hintergund, warum Gesxchichtsunterricht immer so langweilig ist!
Weils schlechte Märchen sind, zum großem Teil.
Man braucht sich nur einmal die „Geschichte des letzten Jahrhunderts“ ankuken!
Wer spricht endlich davon, daß der 2te WK „nur“ die Beendigung des 1ten war? „Mit anderen Mitteln“.

Noigierige Grüße,
moin, manni

Nicht Canossa, pardon,
Der Autor von Jesus-Caesar heißt Francesco Carotta.
Aber „Canossa“ ist auch untersuchenswert!

Krüßli, Manni

Hallo, Oliver,

Jesus wurde als Rebell und Aufrührer zum Tod verurteilt.
Und die bei den Römer übliche Todesart für Rebellen und Aufrührer war eben Kreuzigen.

Spartakus und seine Mitsklavenrebellen wurde genauso hingerichtet.

Gruß Fritz

Hallo,

Wer spricht endlich davon, daß der 2te WK „nur“ die
Beendigung des 1ten war? „Mit anderen Mitteln“.

Unter anderem Golo Mann. Das ist heute Standardansicht der Historiker! Hitler hat ihn zwar angezettelt und ausgeführt, vor allem in der grausamen Form. Wenn man aber die damalige „Elite“ des Deutschen Reiches und ihr Denken und Handeln bezgl. Revanchekrieg anguckt, muss man wohl annehmen, dass WK 2 auch ohne Hitler gekommen wäre.
Gruß, Stucki

Hallo Oliver,

Jesus ist von den Römern als Aufrührer gekreuzigt worden - wie alle Angehörigen der unterworfenen Völker, die in diesen Verdacht gerieten.

Wie konnte dieser Verdacht auf Jesus fallen? Sicher ist, dass er Menschen anzog in einer Zahl, die den Römern bedrohlich erscheinen musste. Solche Ansammlungen können immer „kippen“.

Sicher ist allerdings auch, dass Jesus selbst einen politischen Aufstand nicht beabsichtigte, sondern davon ausging, dass der „Menschensohn“ (=alttestamentlicher Hoheitstitel des von Gott gesandten Weltrichters und Erlösers; Jesus identifizierte sich mit diesem „Menschensohn“ vermutlich erst im Verhör vor dem Tempelgericht) sehr bald kommen, die Gottesherrschaft herstellen und damit die Römerherrschaft beenden werde. Also nach römischen Maßstäben kein Aufrührer, sondern ein Spinner.

In seiner Lehrtätigkeit hatte Jesus aber nicht nur gesagt: „Seid alle lieb zueinander“, sondern er war mit der Auslegung des religiösen Gesetzes in Konflikt geraten, wie es die Gruppe der Pharisäer und die Tempelpriesterschaft vertraten. Er hatte behauptet, der kommende Menschensohn bzw. Gott selbst werde sich als erstes den „Sündern“ zuwenden, dazu den religiös minderwertigen Samaritanern, den durch Römerkontakt unreinen Zolleinnehmern, den Kranken, den Kindern, sogar den Heiden - und nicht ihnen, den autorisierten Schriftauslegern.

Gegelegentlich hatte Jesus absichtlich und demonstrativ Sabbat- und Reinheitsgebote übertreten - ohne allerdings die Thora Israels prinzipiell abzulehnen.

Seine Hauptfeinde waren darum diese Autoritäten. Sie hätten ihn sicherlich hinterrücks umbringen können. Aber sie schreckten vor Mord zurück - schließlich war ihnen das einschlägige Gebot heilig, und der Hass wuchs auch nur allmählich. Den Tod hatte Jesus nach ihrem Gesetzesverständnis nur verdient, wenn er die Heiligkeit Gottes selbst verletzt hatte („Gotteslästerung“). Das sollte ihm in einem ordentlichen Prozess vor dem Synhedrion („Hoher Rat“ der religiösen Autoritäten) nachgewiesen werden, und dort fiel das erste Todesurteil.

Die Juden hatten aber keine Vollmacht, Todesurteile zu vollstrecken - die hatte sich die Besatzungsmacht vorbehalten. Darum musste Jesus Pilatus vorgeführt werden - und zwar als politischer Aufrührer.

Pilatus wird in den biblischen Berichten weitgehend entlastet - nur getrieben und bedrängt spricht er das Urteil -, die jüdischen Autoritäten dagegen bekommen die volle Last der „Schuld“ ab (besonders eindeutig in der Darstellung des Johannesevangeliums). In Wirklichkeit hatte Pilatus vermutlich wenig Skrupel und wartete nicht lange auf Beweise und Zeugenaussagen, um einen Juden mehr ans Kreuz zu schlagen. Die antijüdische Tendenz im Neuen Testament hat die bekannten schlimmen Folgen gehabt.

Gruß,
Peter

Hallo Fritz,

Jesus wurde als Rebell und Aufrührer zum Tod verurteilt.

Wurde er wirklich als Rebell gegen Rom angesehen? Seine Gruppe war doch eher friedlich und ist bestimmt nicht weiter aufgefallen.

Gruß
Oliver

Nilmedieval - unvermittelte Geschichte
Allerdings, lieber Stucki, scheint mir durch „die Anzettelung, vor allem in der grausamen Form“ durch Hitler und seine Stimmungsmitverstärker die tatsächlich doch einseitige Beantwortung „der Kriegsschuldfrage“ in Versailles „in den Hintergrung geraten“ zu sein.
Seien wir aber froh, daß auf der Grundlage der „deutsch-französischen Freundschaft“ und Kooperation diese Frage keinerlei „gerichtlich“-geschichtliche Bedeutung mehr hat.
Zunehmend unklarer wird dabei aber die Rolle der USA, für Europa im gesamten letzten Jahrhundert.
War mir leider unbekannt, daß es „Standardansicht der Historiker“ ist heute. Da hört man so wenig von (wahrscheinlich zu unserm Vorteil, um keine "schlafenden Kampfhunde zu wecken; „Engel“ waren die polnischen Regenten allerdings ja auch nicht).
In meiner erwähnten persönlichen Unwissenheit war ich kürzlich positiv überrascht über bestimmte diesbezügliche Bemerkungen von Harald Schmidt; ich hatte das für „frech“ gehalten.
Ist das gegenwärtige „Bemühen“ der USA nicht wenigstens als „auch ein“ Bemühen zur „Neuordnung der Welt“ zu sehen? Dessen geschichtliche Relevanz allerdings tatsächlich in der Unterbindung von gefährlichen „Clownerien“ eines Saddam, Kim, Miloscewitz, ja, und letztlich auch Georg Uhu bestehen tut?
Tatsächlich schaut heute das wohl erstemal die GANZE WELT einem „lokalen“ Krieg zu. Und wir sind an der Schwelle einer Weltexekutive; das geht aber ja eben nicht an den USA vorbei!
Ich halte es nicht für einen Zufall, daß hier gleichzeitig gerade die Frage nach dem Schicksal von unserem „Bruder“ Jesus gestellt wird, und man sollte sie nicht so „schnell“ für beantwortbar halten, lieber Fritz! Wir befinden uns offensichtlich wieder einmal an einem geschichtlichen Scheideweg.
Wir scheiden hoffentlich allmählich (mit extrem starkem Gebläse, pardon, Wehen. entgültig von der Steinzeit.

Scheidewitzka!
(Erinnert sich noch einer an das "Heidewitzka-Thema letztes Jahr? Das ist absolut keine Predigt hier! Von wem denn auch…)
Moin, Manni

Hallo. Oliver,

Wurde er wirklich als Rebell gegen Rom angesehen?

So steht es in der Bibel.
Freilich wurde er verleumdet.

Lies doch einfach mal nach.
Markus 15, 6-15;
Matthäus 27, 15-26;
Lukas 23, 13-24

Gruß Fritz

Allerdings, lieber Stucki, scheint mir durch „die Anzettelung,
vor allem in der grausamen Form“ durch Hitler und seine
Stimmungsmitverstärker die tatsächlich doch einseitige
Beantwortung „der Kriegsschuldfrage“ in Versailles „in den
Hintergrung geraten“ zu sein.

Über die Kriegsschuldfrage streiten die Historiker halt immer noch, ich will mich da als Ahnungsloser nicht einmischen. Aber an eine Hauptschuld Ds mag ich wohl glauben. Auch Österreich-Ungarn mit seinem nicht akzeptablen Ultimatum an Serbien WOLLTE den Krieg (Bruno Kreisky)!
Übrigens: Es ist dir sicher bekannt, dass die USA seinerzeit gegen den Versailler Vertrag waren, ihn meines Wissens auch nicht unterzeichnet haben. Begründung: So kann man das nicht machen, das ist der Kern für weitere Auseinandersetzungen … wir haben es gesehen!
Aber nichts ist ohne Ursachen! Den Knoten zu durchschlagen, sprich: aus dem Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt, Beleidigung und Gegenbeleidigung heraus zu kommen, ist schwer:

  • Die absolute Demütigung Frankreichs durch die Kaiserkrönung in Versailles.
  • Der Waffenstillstand von Brest-Litowsk mit den Russen, in dem die Deutschen völlig überzogene Auflagen an Russland machten. Danach war es selbst für die gemäßigten Kräfte bei Deutschlands Kriegsgegnern klar, dass man keinerlei Zurückhaltung mehr üben darf.
  • Die Kriegsziele Deutschlands: Gegen diese war selbst der Versailler Vertrag noch milde! Da ging es nicht nur um Elsass-Lothringen und ein paar Reparationen!
    Gott sei Dank ist das nach dem 2. WK endlich, endlich anders geworden.

Gruss, Stucki

Hallo,

Wurde er wirklich als Rebell gegen Rom angesehen? Seine Gruppe
war doch eher friedlich und ist bestimmt nicht weiter
aufgefallen.

Jedenfalls hat er, wenn die Quellen stimmen, arg gegen die herrschenden Sitten, die gesellschaftliche Ordnung, Kleriker und wohl auch Politiker geredet und gehandelt. Und so einer hätte bis vor gar nicht so langer Zeit bei uns noch lebensbedrohliche Schwierigkeiten bekommen, würde auch heute noch einige Probleme bekommen.

Gruß, Stucki

Hallo Stucki

Und so einer
hätte bis vor gar nicht so langer Zeit bei uns noch
lebensbedrohliche Schwierigkeiten bekommen, würde auch heute
noch einige Probleme bekommen.

Heute in einem Buch aus dem Jahre 1868 gelesen:
„Jesus war ein Revolutionär, der auch in unserer Zeit, wenn nicht gekreuzigt, so doch standrechtlich erschossen oder ins Zuchthaus gesperrt werden würde.“

Gruss
Mäni