Hallo.
Und da kann ich deine Äußerung nicht nachvollziehen. Lese die
Bergpredigt und vergleiche ihren Inhalt mit den Lehren des AT.
Auch wenn ich jetzt nicht den genauen Inhalt der Bergpredigt kennen, denke ich doch, dass sich hier wirklich keine Neuerungen finden. Problematisch ist hierbei, dass Christen sich immer nur auf die schriftliche Lehre in Form des sogenannten ‚alten Testaments‘ beziehen. Dieses stellt (auch zur damaligen Zeit) nur einen Teil dar und auch die andere Lehre war - soweit ich das nachvollziehen kann - der Figur Jesus bekannt. Die Neuerungen/Änderungen ergaben sich für mich erst anschliessend.
So findet sich die Reduktion auf die Kernaussage der Nächstenliebe schon beim Lehrhaus des Hillel, welches sich im Judentum durchgesetzt hat.
Der Glaube des AT war geprägt von Geben und Nehmen, auch in
Bezug auf Nächstenliebe. Das Bild des Gottes im AT war das
eines Gottes, der sehr wohl rachsüchtig sein konnte, oder nimm
die berühmte Regel „Auge um Auge, Zahn um Zahn“.
Ja diese Regel ist berühmt als antijudaistisch, da sie so nur in christlichen Übersetzungen zu finden ist. Aber hierzu finden sich schon Beiträge im Archiv.
Nur der Gläubige war willkommen, der sich den Regeln
unterordnete und nicht gegen sie verstieß.
Jesus aber predigte die Nächstenliebe ohne wenn und aber.
Mh, ich kenne ja jetzt die Schriften über Jesus nicht, aber soweit ich bisher gelernt habe, trat er doch auch dafür ein, dass ALLE Gebote befolgt werden - ohne wenn und aber?
christlichen Glaubens. Im alten Rom nahmen gerade die
Minderheiten (Skalven, Verstossene und Verarmte) den neuen
Glauben an, der ihnen neue Perspektiven eröffnete.
Hat sich Jesus nicht ausschliesslich an Juden gewannt? (Immerhin reduzieren wir hier ja, auf die angeblichen Überlieferung von ihm).
Denn das, was Jesus gesagt hat und anschließend von Paulus und
den Aposteln und Jüngern verbreitet wurde, war eine Hoffnung
für das einfache Volk, und die brauchten keine Professoren, um
das zu verstehen, was Jesus mitzuteilen hatte.
Jetzt wundere ich mich doch, da es aus meiner Sicht doch gerade ein wesentlicher Unterschied zwischen Judentum und Christentum ist, dass letzteres eine Kirche hat. Gerade das Christentum behauptet doch, dass es „Professoren“ braucht, um die eigentlichen Aussage zu verstehen, wozu der einfache Gläubige nicht in der Lage ist (siehe Dogmen). Diese Autoritäten gibt/gab es im Judentum so nicht.
Vielleicht sollte wir uns alle noch einmal daran erinnern, dass Israel damals von den Römern besetzt war und es den Juden (im Gegensatz zu anderen Religion) nicht völlig freigestellt war, ihre Religion auszuüben. Immerhin gab es zu dieser Zeit auch einige Aufstände gegen die Besatzung, welcher sich auch viele Juden untergeordnet haben, gerade aus der „einfachen“ Bevölkerung.
Schalom,
eli