Hallo,
Nun ja soviele Sektengründer wird es wohl angesichts der
geringeren Bevölkerungszahl und der eher autoritären
Verhältnisse nicht gegeben haben.
Diejenigen die genügend Anhänger fanden dürften jedoch wie
auch heute ein materiell recht gesichertes Leben führen
können. Was als Motivik doch durchaus tauglich ist.
Es gab jedenfalls genug Messiasprätendenten. Deine These von den Jüngern, die aus materiellen Interessen das Werk Jesu weitergegührt haben, stammt aus dem 19. Jh., was sie nicht weniger richtig macht, aber auch nicht mehr. Von einem materiell gesicherten Leben der ersten christlichen Missionare ist wohl kaum zu sprechen, auch wenn Du im NT schon früh Warnungen vor „falschen“ Propheten findest.
Die Evangelien sind dann bereits ein Produkt der zweiten
Generation nach Jesus oder späterer Fälscher.
Ich hoffe, daß dann Deine Skepsis denn doch gegen jegliche antike Geschichtsschreibung gilt, denn auch dort ist kaum einer Augenzeuge der berichteten Ereignisse.
Einfach mal zu den Fakten: Es gibt keine Schriftensammlung der Antike, die besser bezeugt ist als das NT. Eine schlichte Tatsache. (Bevor hier wieder bösartige Mißverständnisse zustande kommen: Das beweist nicht die Historizität der dort berichteten Ereignisse).
Welche „späteren Fälscher“ haben denn die Evangelien geschrieben? Der Bestand des ntl. Textes, den wir heute vorliegen haben (Papyri, Majuskeln, Minuskeln) läßt sich auf das 2. Jahrhundert datieren (wie gesagt, kein antiker Text hat heute noch ältere Zeugen). Jedenfalls habe ich noch nie etwas davon gehört, daß da ein JEsus reingepfuscht wurde. Man hat versucht, ihn zu verharmlosen, aber nicht erst, ihn zu erfinden. Und warum auch? Selbst die Auferstehung war so etwas besonderes nicht in einer Welt, in der Wunder zwar nicht zum Alltag gehörten, aber prinzipiell nicht unplausibel waren. (Soweit ich mich erinnere, ist unser Thema ja, ob denn eine Person namens Jesus von Nazareth existiert hat).
Ich halte die Behauptung, ein Jesus
aus Nazareth habe nicht existiert, für absolut
unwissenschaftlich, weil einfach jede Quelle dagegen spricht.
Nanu? Welche nichtbiblische Quelle spricht denn dafür? Ich
kann dir ein paar die dagegen sprechen nennen wenn du
möchtest…
Ja, nenn die mir bitte.
Quellen sollte man von ihrer Entstehungszeit aus betrachten. Da sind die Quellen, die wir heute „biblisch“ nennen, noch lange nicht „biblisch“. Der heutige Kanon ntl. Schriften stammt aus dem 3. Jahrhundert. Es gibt, text- und literarkritisch nachweisbar, in den verschiedenen Schriften des NT unterschiedliche Traditionsstränge, die unabhängig von der Person JEsus berichten (Quelle Q (auch „Außerbiblisch“ im THomas-Ev. vertreten, Mk, Paulus). Außer Tacitus, immer wieder gerne genannt, fällt mir spontan noch Lukian (2.Jh) und Galen ein, vor allem aber Celsus, der Ende des 2. Jh. eine Streitschrift gegen die Christen verfaßt hat und sich als erster paganer Schriftsteller dabei mit den jüdischen und christlichen Schriften befaßt hat. Auch er zweifelt wunderhafte Geburt, Gottessohnschaft und Auferstehung Jesu an, aber nicht, daß es diesen Menschen gegeben hat, und daß, obwohl er sich auf jüdische Gesprächspartner beruft.
Ich sehe keinen Grund warum zeitgenössische Historiker und
Sektenkenner Jesus verschweigen sollten. Gegenfrage: Nenn mir
eine Quelle die diesbezüglich weniger objektiv ist als die
Bibel.
Die Leute, die damals historiai geschrieben haben, habe sich kaum für einen in ihren Augen Scharlatan in einer unbedeutenden Provinz gekümmert. Die Provinz wird selbst erst mir dem jüdischen Aufstand interessant und da sind es andere Gruppen, um die es geht. Geschichtsschreibung ist zu dieser Zeit in der Regel eine Jubelschreibung über das großartige RR. Da hat man sich kaum um die Taten irgendwelcher Provinzfürsten gekümmert, warum also um einen Messiasprätendenten aus einer eh kaum verstandenen Religion? Von zeitgenössischen Sektenkennern weiß ich nichts.
Erstens schrieb Matthäus ja ein paar Jährchen nach Jesus Tod,
wir können also von ihm höchstens aus dritter Hand erfahren
und zweitens widerspricht er sich hin und wieder mit anderen
Evangelien.
Nu ja, aber er ist sich doch mit den anderen Evanglien darüber einig, daß dieser Jesus existierte, oder?
Und bitte, hat Caesar
existiert? Ist das nicht auch eine Verschwörung des römischen
Imperiums? Gibt es eine „objektive“ Quelle für die Existenz
Caesars?
Wie wärs mit Historikern aus den eroberten Gebieten? Recht
objektiv imo…
Auch hier wäre ich dankbar für eine Quelle, die uns Caesar aus einer anderen Warte als einer römischen schildert…
Nein. Deshalb schrieb ich theoretisch. Ich habe damit auf dein
kathegorisches Auschliessen der Beweismöglichkeit geantwortet.
?
Meiner (wissenschaftlichen) Meinung nach ist dieser Jesus v.
Nazareth wahrscheinlich gekreuzigt worden, ganz sicherlich
nach jüdischem Ritus begraben worden und es ist historisch
auch sicher, daß der Leichnam dieses Jesus dieses Grab nicht
mehr verlassen hat. Das Grab war voll, eine für einen (ev.)
Theologen nun wirklich kaum neue Erkenntnis…
Historisch sicher? Wie soll das denn gehen?
Insoweit historisch sichere Erkenntnis möglich ist, als nach Anwendung der KRiterien Kritik, Analogie und Korrelation. Die Person hat gelebt, analog der empririschen Erfahrung, daß Tote allen Wissens nach physisch in ihren Gräbern verweilen, war es mir dieser Person auch so, die, im Übrigen, ihren Tod fand durch die KOrreltation von Politik und Religion sowie den verschiedenen Handlungsträgern.
Grüße,
Taju