Jetzt bauen sinnvoll ?

Hallo, wir tragen uns mit dem Gedanken ein Haus zu bauen, da ja momentan die Zinsen hierfür wieder dramatisch sinken. So nun kommt der Haken an der Sache. Wir müssten vermutlich 300 € mehr aufbringen als jetzt im Monat in Miete, hätten allerdings keine Heizöl oder Gaskosten, da es sich um ein Wärmedirekt Haus handeln würde.
Unsere Eigenkapitaldecke ist ziemlich dünn, d.h. wenn wir momentan so auf 5000 € kommen würden dann wäre dass das maximale.
Machen Baufinanzierer (Banken, Baussparkassen, etc.) so etwas mit oder ist das vergebene Mühe mit solchen Vorzeichen ein solches Projekt anzugehen ?
Unser Gesamtrahmen liegt so bei 230000 - 250000 € (Grundstück, Haus, Nebenkosten, etc.).
Ich denke halt so, dass es schwierig ist 50000 € Eigenkapital anzusparen und gleichzeitig Miete zu zahlen. Somit läuft es eigentlich auf eine nahezu 100% Finanzierung hinaus.
Wir hatten zudem vor ein paar Jahren wo die Zinsen auch so niedrig waren schon ein Finanzierungsgespräch bei unserer Hausbank, wo aber der Eigenleistung als Eigenkapital keine große Bedeutung beigemessen wurde. Wie verhält es sich denn damit wenn man die Aussenanlagen selbst macht und Innen den letzten Ausbau (Bodenbeläge, Tapete, Streichen,…), zählt das als fiktives Eigenkapital ?

Ich weiß viele Fragen, aber ich will in 2-3 Jahren nicht bereuen dass wir diesen Schritt nicht gewagt haben. Ein Restrisiko besteht überall und 100% Sicherheit gibt es nicht, es sei denn man gewinnt im Lotto.

Ich danke schon mal für die Feedbacks.

Gruß
A. Schwarzkopf

Wir müssten vermutlich 300 €
mehr aufbringen als jetzt im Monat in Miete, hätten allerdings
keine Heizöl oder Gaskosten, da es sich um ein Wärmedirekt
Haus handeln würde.

Heißt das, ihr würdet komplett kostenlos heizen können? Fällt mir schwer zu glauben.
Und bitte beachte: Sind das 300€ mehr als die aktuelle GESAMTmiete oder als die KALTmiete?
Das macht nämlich einen Riesenunterschied, die Nebenkosten für ein Haus (Wassetr, Abwasser, Anlieger, Müll, Versicherungen etc. pp. können nämlich deutlich höher sein, als es bei der Umlage in einem Mehrparteienhaus der Fall ist!

Unsere Eigenkapitaldecke ist ziemlich dünn, d.h. wenn wir
momentan so auf 5000 € kommen würden dann wäre dass das
maximale.

Das ist allein schon der Betrag, den Du für Umzug, neue (Klein-)Möbel und diversen Kram rechnen mußt. Einen Umzug beginnt man mit einem Packen 50-Euroscheine und beendet ihn mit einem Packen Baumarktquittungen!

Machen Baufinanzierer (Banken, Baussparkassen, etc.) so etwas
mit oder ist das vergebene Mühe mit solchen Vorzeichen ein
solches Projekt anzugehen ?
Unser Gesamtrahmen liegt so bei 230000 - 250000 € (Grundstück,
Haus, Nebenkosten, etc.).
Ich denke halt so, dass es schwierig ist 50000 € Eigenkapital
anzusparen und gleichzeitig Miete zu zahlen. Somit läuft es
eigentlich auf eine nahezu 100% Finanzierung hinaus.

Und das klingt für mich wie das typische Passat-Bauherren-Modell. Da ist das neue Auto mit reingerechnet, weil die monatliche Belastung in den nächsten 15 Jahren keine Rücklagen erlaubt. Die Immobilie ist billig am Arsch der Welt gebaut worden (bei uns wäre das Niederrhein oder Münsterland) und der Arbeitsweg jeden Tag fressen nerven, Sprit und die Lebensdauer des Autos auf. Nach 10 Jahren müßte neu finanziert werden und die Bude hängt im Foyer der Sparkasse zum Verkauf…
Wir haben uns vor etwa 15 Jahren auch mit dem Gedanken getragen. Auch mit fast nix in der Tasche. Der faire Berater von „Trockenzone im 700 nm Licht“ hat uns dreierlei geraten:

  1. Legen Sie ab sofort jeden Monat den gleichen betrag der aktiellen Warmmiete beiseite. machen Sie das drei Jahre lang. Dann kommen Sie wieder mit etwas Eigenkapital und Sie haben sich an die Kosten gewöhnt.
  2. Wenn Ihnen jemand > 75% finanziert ist das fragwürdig. Über 80% ist nicht redlich.
  3. Wenn ihnen jemand die Belastung im Vergleich zur Warmmiete ausrechnet unmd obendrein noch Steuervorteile etc. auf den Monat umlegt: Laufen Sie weg, schnell und weit. Die Steuerrückzahlung werden Sie dringhend am Ende des jahres brauchen, wenn Versorger und Versicherer die Hand aufhalten.

Wie verhält es sich denn
damit wenn man die Aussenanlagen selbst macht und Innen den
letzten Ausbau (Bodenbeläge, Tapete, Streichen,…), zählt das
als fiktives Eigenkapital ?

Zwei Fragen: Hast du die Zeit dafür? Und: Kannst Du das denn auch?
Nichts ist wertloser als eine streßzerfressene Familie, die sich zwischen fulltime jobs und Eigenleistung zerreibt.
Und eine verpfuschte Eigenleistung kann teuer werden!

Und eine Frage solltest du dir auch stellen: Brauche ich ein Haus?
Rechne mal durch, was dich die Hütte kostet, bis sie ganz abbezahlt ist. Am Ende hast du 250 k€ finanziert und 400 k€ dafür bezahlt, abgestottert bis zur Rente und die Bude ist nur noch 150 k€ wert.
Wie alt sind eure Kinder (so ihr welche habt)? Wenn die in 10 Jahren eh´ ausziehen könnte es sein, daß ihr dann mit 130 qm vollausgebaut über drei Etagen gar nix mehr anfangen könnt?

Sorry, wenn das alles sehr negativ rüberkommt, ich will damit nur Denkanstöße geben. Entscheiden muß das jeder für sich selbst.

Gruß
BeLa

Wir müssten vermutlich 300 €
mehr aufbringen als jetzt im Monat in Miete, hätten allerdings
keine Heizöl oder Gaskosten, da es sich um ein Wärmedirekt
Haus handeln würde.

Heißt das, ihr würdet komplett kostenlos heizen können? Fällt
mir schwer zu glauben.

>> Gut Holz für den Kaminofen fällt an und etwas mehr Strom für die Wärmepumpe , aber da gibt es ja spezielle Tarife und fürs Holz haben wir Bekannte mit einem eigenen Wald.

Und bitte beachte: Sind das 300€ mehr als die aktuelle
GESAMTmiete oder als die KALTmiete?

>> Wir legen derzeit schon 400€ jeden Monat auf die Seite und leben trotzdem noch.

Das macht nämlich einen Riesenunterschied, die Nebenkosten für
ein Haus (Wassetr, Abwasser, Anlieger, Müll, Versicherungen
etc. pp. können nämlich deutlich höher sein, als es bei der
Umlage in einem Mehrparteienhaus der Fall ist!

>>Derzeit bewohnen wir ein gemietetes Reihenhaus und müssen für ALLE anfallenden Kosten auch selbst aufkommen, inkl. reparaturen. Im vergleich dazu wäre ein eigenes Haus wesentlich besser, denn da mach ich es für uns.

Unsere Eigenkapitaldecke ist ziemlich dünn, d.h. wenn wir
momentan so auf 5000 € kommen würden dann wäre dass das
maximale.

>> Der neue Wohnort ist ca. 3 Min. vom derzeitigen entfernt, somit würde sich für alle nicht wesentlich was ändern, und 5000 € für einen Umzug ist aus meiner Sicht völlig unrealistisch, wenn man es selbst macht.

Das ist allein schon der Betrag, den Du für Umzug, neue
(Klein-)Möbel und diversen Kram rechnen mußt. Einen Umzug
beginnt man mit einem Packen 50-Euroscheine und beendet ihn
mit einem Packen Baumarktquittungen!

Machen Baufinanzierer (Banken, Baussparkassen, etc.) so etwas
mit oder ist das vergebene Mühe mit solchen Vorzeichen ein
solches Projekt anzugehen ?
Unser Gesamtrahmen liegt so bei 230000 - 250000 € (Grundstück,
Haus, Nebenkosten, etc.).
Ich denke halt so, dass es schwierig ist 50000 € Eigenkapital
anzusparen und gleichzeitig Miete zu zahlen. Somit läuft es
eigentlich auf eine nahezu 100% Finanzierung hinaus.

Und das klingt für mich wie das typische
Passat-Bauherren-Modell. Da ist das neue Auto mit
reingerechnet, weil die monatliche Belastung in den nächsten
15 Jahren keine Rücklagen erlaubt.

>>>> Wie schon erwähnt, Rücklagen bilden wir jetzt schon, denn dies habe ich auch wenn ich in Miete wohne.

Die Immobilie ist billig am
Arsch der Welt gebaut worden (bei uns wäre das Niederrhein
oder Münsterland) und der Arbeitsweg jeden Tag fressen nerven,
Sprit und die Lebensdauer des Autos auf. Nach 10 Jahren müßte
neu finanziert werden und die Bude hängt im Foyer der
Sparkasse zum Verkauf…

>> Wie schon gesagt 3 Min Unterschied zur jetzigen Wohnsituation.

Wir haben uns vor etwa 15 Jahren auch mit dem Gedanken
getragen. Auch mit fast nix in der Tasche. Der faire Berater
von „Trockenzone im 700 nm Licht“ hat uns dreierlei geraten:

  1. Legen Sie ab sofort jeden Monat den gleichen betrag der
    aktiellen Warmmiete beiseite. machen Sie das drei Jahre lang.
    Dann kommen Sie wieder mit etwas Eigenkapital und Sie haben
    sich an die Kosten gewöhnt.

>> Völlig unrealistisch, es sei denn man will erst mit 50 bauen. Die monatlichen Belastungen im Blick zu haben, dass ist das Geheimnis. Mit haushaltsbuch und allem was dazugehört.

  1. Wenn Ihnen jemand > 75% finanziert ist das fragwürdig.
    Über 80% ist nicht redlich.
  2. Wenn ihnen jemand die Belastung im Vergleich zur Warmmiete
    ausrechnet unmd obendrein noch Steuervorteile etc. auf den
    Monat umlegt: Laufen Sie weg, schnell und weit. Die
    Steuerrückzahlung werden Sie dringhend am Ende des jahres
    brauchen, wenn Versorger und Versicherer die Hand aufhalten.

>> Wir hatten die letzten 10 jahre keine Steuerrückzahlungen, wieso solten dann welche kommen wenn man ein haus baut ?

Wie verhält es sich denn
damit wenn man die Aussenanlagen selbst macht und Innen den
letzten Ausbau (Bodenbeläge, Tapete, Streichen,…), zählt das
als fiktives Eigenkapital ?

>> Wer zwei linke Hände hat braucht natürlich ewig, aber ich mache im derzeitgen Mietshaus auch schon alles selbst, inkl. Dachdämmung (Vom Baufachmann als sehr gut beurteilt).

Zwei Fragen: Hast du die Zeit dafür? Und: Kannst Du das denn
auch?
Nichts ist wertloser als eine streßzerfressene Familie, die
sich zwischen fulltime jobs und Eigenleistung zerreibt.
Und eine verpfuschte Eigenleistung kann teuer werden!

Und eine Frage solltest du dir auch stellen: Brauche ich ein
Haus?

>> Ja, denn wer wirklich rechnen kann wird feststellen dass die Mietzahlungen über 25 jahre auch bereits ein haus ausmachen können.
Zudem ist es immer noch die beste Altersvorsorge.

Rechne mal durch, was dich die Hütte kostet, bis sie ganz
abbezahlt ist. Am Ende hast du 250 k€ finanziert und 400 k€
dafür bezahlt, abgestottert bis zur Rente und die Bude ist nur
noch 150 k€ wert.

>> Ich weiß nicht wer euch solche Werte nennt, aber die Reihenhäuser wo wir eines davon gemietet haben, kosteten vor 30 Jahren 218000 DM ! Nun musst du für solch einen alten Schuppen 185000 € hinlegen (360000 DM).

Wie alt sind eure Kinder (so ihr welche habt)? Wenn die in 10
Jahren eh´ ausziehen könnte es sein, daß ihr dann mit 130 qm
vollausgebaut über drei Etagen gar nix mehr anfangen könnt?

>> Genau das ist der Punkt, deshalb sollen es auch nur 110qm werden und nur über 2 Stockwerke !

Sorry, wenn das alles sehr negativ rüberkommt, ich will damit
nur Denkanstöße geben. Entscheiden muß das jeder für sich
selbst.

>> Wie Du siehst gab bei uns schon Denkanstöße genug, und die derzeitige Mietsituation ist einfach nicht zufriedenstellend. Etwas neues zu mieten wäre genauso teuer wie zu finanzieren.

Gruß
BeLa

>>Derzeit bewohnen wir ein gemietetes Reihenhaus und
müssen für ALLE anfallenden Kosten auch selbst aufkommen,
inkl. reparaturen. Im vergleich dazu wäre ein eigenes Haus
wesentlich besser, denn da mach ich es für uns.

Ach, ihr habt gemietet und müßt alle Reparaturen selbst zahlen? Das ist der Traum eines Vermieters!

5000 € für einen Umzug ist aus meiner Sicht völlig
unrealistisch, wenn man es selbst macht.

Die sind fix weg. Ein paar Lampen hier, ein neuer Schrank da, Teppichboden, Gardinen, Gartenausbau…

>> Wir hatten die letzten 10 jahre keine
Steuerrückzahlungen, wieso solten dann welche kommen wenn man
ein haus baut ?

Weil ihr MIETER seid?
OK, die Eigenheimzulage ist weg (das ist auch gut so, die diente vor allem der Zersiedelung). Wie gesagt: Wir haben vor 15 Jahren gerechnet und für zu teuer befunden.

>> Ja, denn wer wirklich rechnen kann wird feststellen
dass die Mietzahlungen über 25 jahre auch bereits ein haus
ausmachen können.
Zudem ist es immer noch die beste Altersvorsorge.

Ist das wahr?
Ich habe mal ein bißchen nach Baufinanzierungsrechner gegoogelt und für Spaß mal folgende Eckdaten eingedibbelt:
30 Jahre Zinsbindung
1% Tilgung
200 k€ Kaufpreis
200 k€ Finanzierung (eure 5000 sind ein Tropfen auf dem heißen Stein!)

Es ergaben sich bei: http://www.drklein.de/kondrechner_baufi.html
monatliche Raten von 1045 Euro und eine Restschuld nach 30 Jahren (!!) von 54.000 Euro. Dann bist du lt. Vika Mitte Siebzig! Und hast 376 k€ für etwas gelöhnt, das neu nur 200 k€ wert war…

bei: http://rechner.sparkasse.de/templates/tr48/standard/…
waren es mit 25 Jahren Zinsbindung und 5% Zins
1000 Euro Monatlich und 100 k€ Restschuld am Ende der Zinsbindung.
Ende des Kredits: 2045, also in schlappen 36 Jahren! Und nach 432 k€ abstottern…

Bei: http://www.immowelt.de/Immobilien/FinanzierungsRechn…
sinds dann 1000,. monatlich und eine Restschuld nach 30 Jahren von 61 k€. Bis dahin hätte man aber schon rd. 360 k€ bezahlt.

Gefunden mit:
http://www.google.com/search?hl=de&q=baufinanzierung…

>> Ich weiß nicht wer euch solche Werte nennt, aber die
Reihenhäuser wo wir eines davon gemietet haben, kosteten vor
30 Jahren 218000 DM ! Nun musst du für solch einen alten
Schuppen 185000 € hinlegen (360000 DM).

Tolle Wurst: 218.000 DM sind 112 k€.
Gerechnet mit 2% Inflation sind das heute 207 k€.
Der jetzt „alte Schuppen“ hat also noch nicht einmal die Inflationsrate eingebracht!
Hätte man vor 30 Jahren angefangen monatlich 500 € zu 4% jährlich thesaurierend anzulegen (was konservativ ist und in etwa Bundesschätzchen entspricht), so hätte man nach 30 Jahren über 350.000 Euro und könnte sich ohne jede weitere Verzinsung (reiner Kapitalverzehr) 20 Jahre lang eine Extrarente von über 1400 Euro monatlich zahlen…
Bei normal weiterlaufender Verzinsung werfen die 350 k€ jährlich 14000 Euro ab - wenn man partout was vererben will (wozu?) könnte man also allein mit den Zinsen 1000 Euro Rente monatlich kassieren!
Und hätte sich dabei noch

  • Reparaturkosten gespart (die zahlt der Vermieter!)
  • Flexibilität erhalten (Umzug wg. Beruf oder wie bei uns schlechter Nachbarschaft)
  • nicht mit evtl. verkauf und Wertschwankungen herumgeärgert

OK. da sind nun Mietsteigerungen nicht mit drin. Könnte daran liegen, daß wir seit 10 Jahren die gleiche Miete zahlen…

Gruß
BeLa

Unsere Eigenkapitaldecke ist ziemlich dünn, d.h. wenn wir
momentan so auf 5000 € kommen würden dann wäre dass das maximale.

Das ist aus meiner Sicht (bin behördlich zugelassener Kreditvermittler nach §34c GewO) ein klares K.O.- Kriterium gegen einen Hauskauf.

Evtl. findest Du eine Bank, die Dein Haus zu fast 100% finanziert, mit hohem Zinssatz wegen hohem Risiko. Aber sobald etwas dazwischen kommt (Arbeitslosigkeit, Scheidung, teure Reparatur an Haus oder Auto), stehst Du aber voll auf dem Schlauch.

Ein Haus ist etwas für Leute, die sich den höheren Wohnwert leisten können. Und die wissen, dass sie auch in 10 Jahren noch hier wohnen, und nicht z.B. fernen Arbeitsplätzen nachlaufen müssen.

Hallo Wolle-Häusle-Bauer,

ich habe vor 9 Jahren neu gebaut und wäre froh darüber wenn ich das Haus ( in bester Lage, 5 Minuten bis zum Strand ) wieder los wäre. Monatlich blättere ich eine ungeheure Summe hin für Miete, Pacht, Versicherungen, Wasser und Abwasser, Erdgas, Schornsteinfegerkosten, Wartung der Heiztherme usw. usw. …
Wenn meine Kollegen ihre Mietwohnungstür zuschließen und gnadenlos in Urlaub fliegen wo ich man gerade mal mit dem Finger auf der Landkarte hinkomme, wusel ich derweile durch meinen Garten oder repariere irgend etwas am Haus. Und wenn es keine Reparatur ist, zu tun gibt es immer etwas… Zum Glück bin ich in der glücklichen Lage vieles selber machen zu können.
Ich habe mir ein Fertigteilhaus hinsetzen lassen und habe neben meiner Schichtarbeit ( rollende Woche 3 Schichtsystem ) den Innenausbau bis auf Heizung, Wasser, Elektrik und Estrich alles alleine gemacht. Bin Abends um 10 von der Spätschicht gekommen, bis um 1 Uhr Nachts im Haus geackert, im Nebenraum auf Matratze geschlafen, morgens um 6 hoch, bis 12 geackert und dann wieder zur Spätschicht gefahren…
Der große Fehler denke ich war, ein Paket zu kaufen. Günstiger ist es selber die einzelnen Gewerke auszuschreiben und sich Angebote einzuholen. Das würde ich heute machen wenn ich bauen wollte.
Ich glaube ich könnte ein Buch schreiben über den Hausbau und die Zeit danach. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder man will es oder man läßt es. Und wenn ich von vornherein zweifle, sollte ich es lassen.
Wenn du möchtest kannst du mich auch direkt anschreiben und ich kann dir vielleicht auch noch den einen oder anderen Tip geben.
Ansonsten viel Spaß, egal wie ihr euch entscheidet, es ist immer eine Erfahrung die man im Leben macht

Grüße von der Küste, FOPO

Hallo,

bedenke bitte, dass Ihr in Eurer Situation mehr als 100% finanzieren müsst. Bei einem Kaufpreis von 250.000 Euro fallen mindestens 5% also 12500 Euro Nebenkosten (Grunderwerbssteuer, Notargebühren, Grundbuchgebühren) an. Und dabei bleibt es in aller Regel nicht, denn man hat noch den ein oder anderen Sonderwunsch. Wenn Ihr neu bauen wollt, dann habt Ihr zusätzlich noch das Problem, dass Ihr für bis zu einem Jahr eine Doppelbelastung habt.

Bei einer relativ kurzen Zinsfestschreibung kommt dann noch das Risiko der Anschlußfinanzierung. Sollte die Inflationsrate in den nächsten Jahren anziehen - und davon gehe ich persönlich aus - dann kann es sein, dass eine Anschlussfinanzierung möglicherweise 2-3 % mehr kostet. Dann kann Euch die knappe Kalkulation das Genick brechen. Eine Laufzeit von 25 Jahren wäre hier Pflicht (nach 10 Jahren kommt man dann eh heraus, wenns billiger werden würde).

Meiner Meinung nach solltet Ihr das Vorhaben aufschieben, denn wenn Ihr es durchzieht, darf absolut nichts passieren. Wenn Ihr beide 100% sichere Jobs habt (z.B. Beamter), dann könnte es klappen.

Gruß

Willi

Hallo, wir tragen uns mit dem Gedanken ein Haus zu bauen, da
ja momentan die Zinsen hierfür wieder dramatisch sinken. So
nun kommt der Haken an der Sache. Wir müssten vermutlich 300 €
mehr aufbringen als jetzt im Monat in Miete, hätten allerdings
keine Heizöl oder Gaskosten, da es sich um ein Wärmedirekt
Haus handeln würde.
Unsere Eigenkapitaldecke ist ziemlich dünn, d.h. wenn wir
momentan so auf 5000 € kommen würden dann wäre dass das
maximale.

Also ersten: Ein eigenes Heim ist immer erstrebenswert, schon allein wegen der ersparten Miete (Faustregel Faktor 570 der monatl. Kaltmiete = Miete in den nächsten 30 Jahren!!!)

Machen Baufinanzierer (Banken, Baussparkassen, etc.) so etwas
mit oder ist das vergebene Mühe mit solchen Vorzeichen ein
solches Projekt anzugehen ?

Ja es gibt noch wenige Banken die sowas in Angriff nehmen, aber nur wenn das Einkommen passt. Mache solche Finanzierungen mittlerweile seit über 10 Jahren und keiner meiner Kunden ist bißlang über die Klinge gesprungen :smile:

Unser Gesamtrahmen liegt so bei 230000 - 250000 € (Grundstück,
Haus, Nebenkosten, etc.).
Ich denke halt so, dass es schwierig ist 50000 € Eigenkapital
anzusparen und gleichzeitig Miete zu zahlen. Somit läuft es
eigentlich auf eine nahezu 100% Finanzierung hinaus.

Wegen den Nebenkosten. mind 5% wird es eine über 100% Finanzierung.

Wir hatten zudem vor ein paar Jahren wo die Zinsen auch so
niedrig waren schon ein Finanzierungsgespräch bei unserer
Hausbank, wo aber der Eigenleistung als Eigenkapital keine
große Bedeutung beigemessen wurde. Wie verhält es sich denn
damit wenn man die Aussenanlagen selbst macht und Innen den
letzten Ausbau (Bodenbeläge, Tapete, Streichen,…), zählt das
als fiktives Eigenkapital ?

Ja bei den meisten Banken schon. Allerdings wird dir eine Raiba/Spk trotzdem keinen Kredit gewähren, da diese meist nur ab 25% Eigenkapital finanzieren.

Ich weiß viele Fragen, aber ich will in 2-3 Jahren nicht
bereuen dass wir diesen Schritt nicht gewagt haben. Ein
Restrisiko besteht überall und 100% Sicherheit gibt es nicht,
es sei denn man gewinnt im Lotto.

Ich danke schon mal für die Feedbacks.

Bitte
lg
Stefan

Gruß
A. Schwarzkopf

Wir müssten vermutlich 300 € mehr aufbringen als jetzt im Monat in Miete

Wir haben festgestellt, dass die reinen Zahlen sich über die persönliche Lebensführung doch etwas relativieren. Hier ist sicher sehr genau zu prüfen, welche monatlichen Ausgaben unabdingbar sind und welche Luxus. Und hier gibt es sicherlich einen fließenden Übergang, bei dem ich mich fragen kann: Ist mir das Haus diesen Verzicht wert? (Vor dem Kollegen, der neben seinem Schichtdienst noch so große Eigenleistungen erbracht hat, muss man Respekt haben. Das war ein schwerer Weg.)

Ich gebe noch die Lage des Hauses zu bedenken: Im strukturschwachen Nordhessen beispielsweise, wo jetzt auch noch die jungen Leute fehlen, stehen die Häuser zum Teil jetzt schon leer. Es scheint nicht zu erwarten zu sein, dass ein Haus dort langfristig eine positive Wertentwicklung macht. In Rhein-Main-Gebiet, das finanzstark ist und wächst, dürfte sich die Lage anders darstellen.

Auch die Art bzw. Aufteilung des Hauses könnte einen Unterschied machen. Wir haben Kollegen, die das Haus verkauft haben und in eine kleine Wohnung gezogen sind, nachdem die Kinder groß waren, weil das Haus in der neuen Lebensphase viel zu groß und leer war. Vielleicht lassen sich im voraus separate Wohnungen anlegen (z. B. die Anschlüsse für Wasser und Strom), so dass bereits jetzt durch eine Vermietung die Finanzierungskosten etwas sinken oder das Gebäude später flexibler bewirtschaftet werden kann.

Gruß
Sub

…Sollte die Inflationsrate in den nächsten Jahren anziehen - und davon gehe ich persönlich aus …
Meiner Meinung nach solltet Ihr das Vorhaben aufschieben

Hallo,
wenn die inflationsrate anzieht, kann dasselbe passieren wie frueher schon. Erstens, bei einem gegebenen Kaufpreis wird der Zinssatz hoeher. Zweitens, die Kaufpreise gehen inflationsbedingt rauf. Drittens, die Kunden merken es und wollen alle kaufen, was die Kaufpreise nachfragebedingt weiter erhoeht.
Zahlenbeispiel; Hat der angehende Kaeufer 40.ooo in der Hand und vorher ein Haus mit NK zu 240.ooo im Blick, waeren es 4 Prozent Zins von 200T oder 833 monatlich (bei 1 Tilgung). Steigt nun der Zins und der Preis in 2 Jahren auf 6 Prozent (plus 2 Prozentpunkte) und 270T (plus 6 Prozent mal 2 Jahre), dann kommt die Monatsrate auf 1342 (plus 61 Prozent) fuer dasselbe oder ein aehnliches Haus.

So gesehen waere es besser jetzt als bei Inflation zu bauen.

Doch ohne Eigenkapital ist das Risiko hoch. Man gehe mal zu einigen Versteigerungen und schaue sich misslungene Finanzierungen an. Das geht bis zum verlorenen Haus und der Eigentuemer hat immer noch einen Rest von Hausschulden, dann zum erhoehten Zinssatz.

Gruss Helmut