wie die FTD heute schreibt, ist Merkel nun wohl doch für einen Schuldenschnitt Griechenlands. Dazu eine recht einfache Frage: Bisher haben wir bereits Milliarden zur Verfügung gestellt, um einen Schuldenschnitt/Bankrott Griechenlands zu vermeiden, nur damit jetzt plötzlich doch für einen Schuldenschnitt votiert wird und wir uns auf entsprechende Konsequenzen einstellen müssen. Ist spätestens das nicht ein eindeutiges Indiz für die Veruntreuung von Steuergeldern? Erst Geld in ein Fass ohne Boden schaufeln, um dann öffentlich zu sagen: Das Fass hat tatsächlich keinen Boden.
Über kritische Kommentare zu meiner Aussage freue ich mich.
müssen. Ist spätestens das nicht ein eindeutiges Indiz für die
Veruntreuung von Steuergeldern?
nein. Es gibt genug Urteile, die Geschäftsleitern von Unternehmen recht weite Freiheiten für Entscheidungen und daraus resultiernde Verluste einräumen, ohne daß sie sich der Untreue schuldig gemacht hätten. Das Eingehen von unternehmerischen Risiken gehört danach nun einfach zum Geschäftsleben dazu.
Für einen Politiker dürfte die Entscheidungsfreiheit noch viel größer sein, weil es da ja nicht nur um materielle Dinge geht, sondern bspw. um politische bzw. nicht meßbare Werte geht.
Nur, weil man ihre Entscheidungen für völlig falsch und die Begründungen für das Handeln für totalen Unsinn und bar jeder wirtschaftlichen Grundlage gehalten hat, ist das ja kein Beweis dafür, daß sie in dem Moment wußte, daß sie einen großen Fehler machte und ein Schuldenschnitt Griechenlands spätestens seit 2009 unabwendbar war.
Hallo,
soweit ich weiss, ist sowieso schon länger klar, dass Griechenland die Schulden nie ganz wird zurückzahlen können, weil sie im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung zu hoch sind. Das heisst, alle wissen dass Insolvenz bzw. Schuldenschnitt irgendwann kommen müssen, man hat es nur rausgezögert. Und zwar deshalb, weil in dem Moment, wo der Schuldenschnitt offiziell wird, die Halter von griech. Staatsanleihen diese teilweise abschreiben müssen, was dann wieder Banken, Versicherungen usw. in die Bredouille bringt, die selbst gefährdet sind. Dann geht es wieder um Bankenpleiten, und man hat Angst, dass es dann wieder so geht wie nach Lehmann. Dass sich daraus eine Vertrauenskrise entwickelt, in der keine Bank der anderen mehr Geld leiht, die Bürger Angst um ihre Spareinlagen haben usw., was alles letztlich die Wirtschaft hemmt. Die Meinungen gehen da aber auseinander. Max Otte sagte z.B. im TV, der Schuldenschnitt hätte schon längst stattfinden müssen, die Gefahr eines Flächenbrandes bestehe nicht, man müsse dann nur die gefährdeten deutschen Banken stützen.
Was man die ganze Zeit macht, ist wohl nur, Zeit zu kaufen gegen viel Geld. Zeit, in der erstens die Banken die Staatsanleihen teilweise an den Steuerzahler verkaufen können, und in der zweitens eine „geordnete Insolvenz“ vorbereitet wird. Was das genau heisst, weiss ich nicht. Aber es soll wohl darauf hinauslaufen, dass nicht so ein Chaos und Panik herrscht wie nach Lehmann, kein Domino-Effekt ins Rollen kommt.
Hallo,
soweit ich weiss, ist sowieso schon länger klar, dass
Griechenland die Schulden nie ganz wird zurückzahlen können,
weil sie im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung zu hoch sind.
Die Rückzahlungsfähigkeit, wenn wir das bei Staaten überhaupt wollen sollten, hat nichts mit dem Verhältnis der Schulden zur Wirtschaftsleistung zu tun. Merke :
Schulden = Vermögen ( ich glaube, ich schreibe das hier zum 1023. Mal … ).
Also stehen den inländischen Schulden auch inländisches Vermögen gegenüber, dass man theoretisch wegsteuern kann.
Die ausländischen Schulden sind das Spiegelbild der bisherigen Leistungsbilanzdefizite. Diese könnten durch entprechende Leistungsbilanzüberschüsse zurückgeführt werden ( und nur so ).
Die Rückzahlungsfähigkeit liegt also in den Kerngrößen
Bereitschaft zu Stererhöhung ( Ausgabensenkung nur wenn sie zum Vermögensabbau führt ).
Bereitschaft zum Leistungsbilanzüberschuss , aufgrund der hohen Auslandsverschuldung nur durch einen immensen Exportüberschuss darstellbar . ( Ob Deutschland das zulässt ist natürlich eine andere Frage ).
Und dann würde mich noch interessieren. Mit welchem Betrag haftet der werte Herr Otte, wenn es durch die Griechenlandpleite doch zu einen Kettenreaktion kommt, und der Schuldenschnitt Portugals im März 2012, gefolgt vom Schuldenschnitt Spaniens im Juli 2012 stattfindet, weil die Märkte das Spekulieren nicht einstellen, sondern dann erst recht loslgegen ?