Noch ein Artikel
Hi nochmal!
In der gleichen Ausgabe stand folgender Artikel (Reaktion?)…
Golf fahren, für Mercedes zahlen
Experten: Deutsches Gesundheitssystem ist nur
Mittelmaß
Der Zeitpunkt war klug gewählt: Kurz vor dem
104. Deutschen Ärztetag verordnete Ulla
Schmidt (SPD) den Medizinern mit der
Abschaffung des Arzneimittelbudgets wirksame
Beruhigungspillen.
Proteste wie bei ihrer Vorgängerin Andrea
Fischer (Grüne) muss die Gesundheitsministerin
zur Eröffnung des Parlaments der Ärzteschaft
am heutigen Dienstag in Ludwigshafen daher
nicht befürchten.
Doch die Beruhigungspillen wirken nicht ewig.
Vor allem aber lösen sie nicht den
Kernkonflikt: Hat das kränkelnde
Gesundheitssystem nun ein Finanz- oder aber
ein Qualitätsproblem? Für den
Sachverständigenrat gibt es darauf eine klare
Antwort: Das deutsche Gesundheitswesen gehöre
zwar zu den teuersten der Welt, sei aber
qualitativ nur Mittelmaß, heißt es in dem
jüngsten Gutachten der Experten.
Wir fahren höchstens einen VW Golf und zahlen
für einen Mercedes, monierte Ratsmitglied Karl
Lauterbach. Dabei könnte nach Überzeugung der
Sachverständigen die Qualität verbessert
werden, ohne die Kassenbeiträge zu erhöhen
oder die Leistungen einzuschränken. Das
vorhandene Geld müsse lediglich gezielter
eingesetzt werden. In dieselbe Kerbe schlagen
die Krankenkassen: In die verkrusteten
Strukturen dürfe nicht noch mehr Geld gepumpt
werden.
Das sehen die Ärzte anders: Sie wollen
einzelne Leistungen in Sonderversicherungen
verlagern, zur Berechnung der Kassenbeiträge
auch Miet- und Zinseinkünfte heranziehen und
die kostenlose Mitversicherung nicht
berufstätiger Ehepartner abschaffen.
Zur Begründung verweisen die Mediziner
auf die Fortschrittsfalle: Mit neuen Diagnose-
und Behandlungsmethoden steigt die
Lebenserwartung. Immer mehr Menschen nehmen
die Leistungen der Kassen in Anspruch, doch
angesichts niedriger Geburtenrate und
wachsenden Rentneranteils zahlen immer weniger
in die Solidarversicherung ein. Schon heute
seien der ambulante und der stationäre Bereich
unterfinanziert, klagt Ärztepräsident
Jörg-Dietrich Hoppe. Doch Schmidt bleibt hart:
Die Ausgaben der Kassen von 261 Mrd DM für
70 Millionen Versicherte im vergangenen
Jahr reichten aus, um jedem Patienten die
therapeutisch notwendigen Leistungen zu
gewähren, sagt die SPD-Politikerin.
Ein großes Einsparpotenzial sieht die
Ministerin in der Prävention. Der Gedanke: Je
stärker Krankheiten vorgebeugt wird, je früher
sie erkannt werden, desto geringer sind auch
die Kosten. Schmidt hält es für denkbar, die
Kassenleistung künftig davon abhängig zu
machen, dass ein Patient regelmäßig an einem
Vorsorgeprogramm teilnimmt.
Die Idee mit der Vorsorge finde ich sogar richtig gut!
Grüße
Guido