Hallo Tina,
Hallo Andy, vielen Dank für Deine Antwort.
bleib mal stehen,
ich trete doch schon auf der Stelle, bzw. bewege mich
rückwärts.
Hast Du nicht selber geschrieben, daß Du findest, daß Du zu oft zurückblickst? Wen Du aber zurückblickst und läufst in die Gegenrichtung, dann läufst Du doch gar nicht rückwärts sondern vorwärts, nur nicht in Blickrichtung.
verharre in Dir, schaue mal nur auf Dich,
laß Dich nicht verletzen, suche was Dir gut tut, bewerte Dich,
aber nicht verurteilen.
Ich glaube, ich bin damit erzogen worden, eben nicht nur auf
mich zu schauen.
Man hat Dir vermutlich auch ein wenig Schuldgefühle eingeredet. Moralisches Denken steht aber ökonomischem oft entgegen.
Als Kind und Jugendliche war es eher so, dass
ich immer erst auf die anderen schauen sollte.
Jetzt bist Du ja nicht mehr Kind oder Jugendlich, also kannst Du ja jetzt beginnen, auf Dich zu schauen.
Vielleicht
reagiere ich deshalb gleich so über, wenn ich mir wünsche,
auch mal gefragt zu werden, wie es mir geht oder wenn ich mir
Nähe wünsche.
Das kommt dann wohl eher daher, daß Dir immer abverlangt wurde, alles vorherzusehen, vorwegzunehmen, hellzusehen. Das kann aber niemand und es wird dir meiner Meinung nach auch nicht gut tun, wenn Du eine Beziehung auf dieser Basis aufbaust. Das ist meine persönliche Meinung, aber ich würde diese Erwartung ablegen.
Vielleicht lasse ich diese dann auch nicht zu,
aber das weiss ich nicht.
Kann mir schon vorstellen wenn Dich dann doch jemand fragtr wie es Dir geht und Du pampig antwortest „Das siest Du doch, besch…“ 
Da scheinen mein selbstbeurteiltes
Denken einerseits und das Handeln bzw. das, was nach aussen
dringt, sich zu widersprechen.
Nun ja, das kommt eben bei jedem anders an. Deswegen wäre es hinfreich, mit Worten immer das sagen zu können, was einem gerade auf dem Herzen liegt. Körpersprache und so interpretiert eben jeder für sich.
Ich signalisiere also
anscheinend nicht, was ich möchte, was mein Bedürfnis ist.
Oft
schäme ich mich nämlich auch dafür, z.B. wenn ich mir Nähe
wünsche, Akzeptanz oder einen Partner (das hört sich so
formell an, ich meine, eine schöne Liebe).
Das könnte dann von den oben genannten Schuldgefühlen herrühren. Die kannst Du getrost ablegen, denn die sind nur für Deine Eltern wichtig. Niemand anders erwartet von Dir, daß Du Schuldgefühle hast.
Dann fühle ich mich
nicht berechtigt, so etwas auch wollen zu dürfen.
Das bist Du aber, denn Du bist jetzt erwachsen.
Obwohl ich
überhaupt nicht verklemmt wirke, scheine ich es doch zu sein.
Meinen Eltern gegenüber z.B. kann ich auch nicht von „meinem
Freund“ sprechen, so ich mal einen hatte. Von mir aus nicht.
Tu es doch einfach mal. Stelle Dir vor Du sprichst mit Deinen Eltern und schreibst das Gespräch auf. Du mußt die Worte natürlich nicht wirklich Deinen Eltern vortragen.
Dass ich Liebeskummer habe, erzähle ich auch nie.
Hast Du keine beste Freundin der Du das erzählen kannst? Wäre doch sicherlich schön…
Das vor
anderen zuzugeben, habe ich mich früher auch eher wenig
getraut, weil ich sowieso mit der Zurückweisung rechne.
Ich schlage vor Du erlaubst Dir mal ein paar neue Erfahrungen.
Dass
ich mir quasi also nur eine Blöße gebe.
Bisschen vom Thema abgekommen, was? 
Nein, gar nicht.
Übrigens mußt Du eine Therapie nicht abbrechen nur weil Du
Dich mit der therapeutin streitest. Du bist dort auf sicherem
Boden und es kann Dir nichts passieren. Mit ihr kannst Du
streiten lernen und lernen, Dich zu behaupten, ohne daß
irgendwas auf dem Spiel steht. Und selbst wenn sie Dich
rausgeworfen hat: Rufe sie an und sage „ich will weiter
machen, ich will das klären“. So kannst Du an Dir wachsen.
Hm, also, das ist schon länger her mit der Therapie. Und auf
sicherem Boden fühlte ich mich nicht,
Das ist mir schon klar, dessegen habe ich es Dir erklärt.
denn ich wurde für etwas
verantwortlich gemacht, was nicht zutraf, wobei sie persönlich
wurde und mir eine Schuld zuwarf, für die ich nicht
verantwortlich war.
Es wird Dir im Leben vielleicht öfter passieren, daß Du für etwas verantwortlich gemacht wirst, wofür Du gar nichts kannst. Es entstehen genau dann keine Konsequenzen für Dich, wenn Du Dich dagegen behaupten kannst. Ruf sie mal an und bitte um einen Termin um das endlich zu klären. Das Gespräch könntest Du einleiten mit „Mich hat es damals sehr gekränkt daß 'Sie so über mich redeten.“ Und dann bittest Du sie, Dir nochmal zu erklären, was sie meint, und zwar so, daß es Dich nicht verletzt. Dann beobachte mal genau wie sie vorgeht. Vielleicht ist sie einfach nur doof und pampt Dich an. Dann hast Du die Bestätigung, daß es besser war die Gepräche abzubrechen. Aber vielleicht gibt sie Dir die Hand. Dann kannst Du aus ihrem Verhalten vielleicht ein Verhalten übernehmen, das Dir hilft, andere weniger zu verletzen.
Ich bin dann zu jemand anders gegangen,
dachte erst, es würde besser, aber schlussendlich war ich auch
wie zuvor eher damit beschäftigt, Rücksicht auf den
Therapeuten zu nehmen, ihn „zu unterhalten“. Ich wusste auch
nie, wohin die Therapie gehen soll, habe erst später erfahren,
dass man oft einen Therapie-Plan ausarbeitet. War nicht. Ich
merkte nur immer mehr, dass ich versuchte, die Sitzungen
irgendwie zu füllen, aber die wichtigen Dinge blieben liegen.
Ich habe auch noch nie erlebt daß ein Therapieplan erarbeitet wird. Also erarbeite ich meinen eigenen und habe eine Therapeutin, die mir Gelegenheit gibt, mich selbst einzubringen. Manchmal frage ich, welche Zielsetzung wir wählen sollten. Alles ist möglich bei Gesprächstherapien.
An die habe ich mich nur bedingt (mit Zettel in der Hand,
vorlesend, damit ich sie zur Sprache bringe) herangetraut,
aber richtig aufgenommen in die Therapie wurden sie dann
nicht.
Das war ja schon ein guter Anfang!
Mehr kannst Du nicht leisten, aber wenn Du Dich immer wieder an die „heißen“ Themen herantraust wirst Du immer ein bißchen mehr Selbstvertrauen bekommen.
Weit gebracht hat mich das nicht, erlernt oder etwas
über mich erfahren habe ich somit nicht. Auch diese Therapie
habe ich dann nach einer Pause wegen Abwesenheit einfach nicht
weitergeführt. Vielleicht wars ein Fehler, aber ich habe es
nicht vermisst, eher war dieser Termin einfach nur weg. Es
fiel nicht auf in meinem Leben.
Du kannst den Therapeuten Löcher in den auch fragen, warum bin ich so, warum reagiere ich so, was kann ich machen, wie gehe ich damit um, welche Lösungen gibt es? Und wenn Dir das nicht reicht fragst Du Gebt es außerdem noch irgendwas, was wie warum …
Du bist nicht blöd, dumm oder wie Du dich sonst nennst. Du
bist wie Du bist und kannst Dich ruhig an Dir orientieren,
denn Du alleine weißt, was DU leisten kannst und welcher Weg
für Dich der beste ist. Wir können alle Vorschläge machen,
aber Deinen Weg gehst Du letzlich doch selber und viele
Vorschläge wirst Du nicht realisieren können weil es Dir nicht
liegt.
Darin bin ich mir eben nicht sicher, dass ich weiss, was ich
leisten kann. Wenn manche sagen, wenn sie keinem anderen
vertrauen können, dann doch zumindest sich selbst, dann hab
ich da meine Zweifel, weil ich z.B. anders reagiere als ich
möchte und mir vornehme, oder meine Vorhaben nicht einhalte.
Das hört sich nach starken Selbstzweifeln an, aber es gibt doch sicherlich Menschen die Dich mögen. Frage die doch mal, was sie an Dir toll finden.
Gruß, AndyM