Im Brett „Film und fernsehen“ fragte ich, woher in dem Film „Unbesiegbar“ der ostpolnische Jude Zische Breitbart deutsch könne (im Film ist er als ungebildet und auch nicht besonders intelligent ). Darauf wurde mir geantwortet, er würde wahrschenlich jiddisch sprechen. Ist jiddisch dem Deutschen noch so ähnlich, daß man sich damit im deutschen Sprachraum verständigen kann?
Im Brett „Film und fernsehen“ fragte ich, woher in dem Film
„Unbesiegbar“ der ostpolnische Jude Zische Breitbart deutsch
könne (im Film ist er als ungebildet und auch nicht besonders
intelligent ). Darauf wurde mir geantwortet, er würde
wahrschenlich jiddisch sprechen. Ist jiddisch dem Deutschen
noch so ähnlich, daß man sich damit im deutschen Sprachraum
verständigen kann?
Ja, ist es. Wenn man nicht weiß, daß es Jiddisch ist, hat man den Eindruck, es würde sich um einen deutschen Dialekt handeln - ein ähnlicher Effekt, wie bei Niederländisch, man stolpert zwar über ein paar Worte, aber im Großen und Ganzen ist es verständlich.
Wobei Filme immer so eine Sache sind, weil sie üblicherweise einge-hoch-deutscht sind - sonst könnten die durchschnittlichen Zuschauer nämlich einem Gespräch zwischen einem bayrischen Urgestein und einem Schlesier nicht folgen (wahlweise darfst Du hier auch andere Dialekte und dem Deutschen ähnliche Sprachen einsetzen).
Im Brett „Film und fernsehen“ fragte ich, woher in dem Film
„Unbesiegbar“ der ostpolnische Jude Zische Breitbart deutsch
könne (im Film ist er als ungebildet und auch nicht besonders
intelligent ). Darauf wurde mir geantwortet, er würde
wahrschenlich jiddisch sprechen. Ist jiddisch dem Deutschen
noch so ähnlich, daß man sich damit im deutschen Sprachraum
verständigen kann?
Das fragst du zu einer Zeit, wo sich das Fernsehen in D anscheinend genötigt sieht, sogar schon recht einfache schweizerdeutsche Aussagen mit deutschen Untertiteln zu versehen?
Aber der Film spielt ja in der Zwischenkriegszeit. Ich nehme an, dass das Jiddische damals für einen nur Deutsch sprechenden Menschen nicht wirklich verständlich war. Insbesondere, da es sich ja um einen polnischen Juden handelt.
Es gab ursprünglich viele leicht unterschiedliche jiddische Dialekte, die in Vokabular und Satzbau regional verschieden alle möglichen geographischen und sprachlichen Einflüsse integriert hatten.
Da Neujiddisch im hebräischen Alphabet geschrieben wird, kann ich dir kein „neuzeitliches“ Beispiel liefern. Auf die Schnelle habe ich nur einen Text von 1848 als Beispiel gefunden:
„Wus is dus asoinz geschejen in Wien in in Lemberg?
Libe harzedike brieder, heirts a puur werter, wus senen aach zind najtik zi wisn.
Ez (h)ot minestame schoin gehejrt, as es (h)obn sech arlofnwinderleche sachn in Wien un Lemberg, in ez (h)ot efscher gur moire, as es wet noch epes schlechts derfirn arous kimen.
Iber dejm wil ech aach akorat der’zailn in der’klern, wus es (h)ot sech getien in far wus es (h)ot sech asoi getien, kedaj as ez solt aan sejen, wus far a nisem schemisbuurech (h)ot bavisn in wus far a toives es senen schoin arois’gekimen, in wus far a gits es wet noch arous’kimen far ale mentschn, s mejgn san jidn oder go’im, wus es senen nor du in ale lender, wus es kejrn zim estra’achischn kajser.
(Sprache: Zentral-Ost-Jiddisch)“
Ist jiddisch dem Deutschen
noch so ähnlich, daß man sich damit im deutschen Sprachraum
verständigen kann?
ja. vor allem im südlichen sprachraum. spezialwörter (hebräische, tschechische, polnische…) sind aber zu vermeiden. wenn der sprecher das weiß, kann er sich drauf einstellen.
di-o alweltleche deklarazie fun mentschnrecht wi a moß un a zil far ale umuß un ale felker, chdi ieder mentsch un ieder inßtanz sol hobn alemol in sinen di-o deklarazie, un wet sich mien, durch lernen un derzien, zu dermutikn doß onerkenen fun di recht un di fraihaitn, un as sai soln onnemen mitlen, ßai nazionale ßai internazionale, zu farsichern doß alweltleche onerkenen un ophitn, ßai zwischn di felker fun mitglid-lender, ßai zwischn di mentschn woß unter saier hschpeh.
jiddische Sprache hat sich aus Mittelhochdeutsch (Mittelalter)
entwickelt.
Es ist fast so, als würde sich das Mittelhochdeutsche
im Jiddischen erhalten haben.
Oh ja, Christiane und Alex,
lesen ist vielleicht noch einen Tick schwieriger als hören. Gesprochenes Jiddisch ist nach kurzer Eingewöhnungsphase sogar sehr gut verständlich.
(Immer vorausgesetzt, Hebraismen werden vermieden.)
Wens interessiert, hier ist eine recht gute Literaturliste: http://www.hagalil.com/buch/jiddisch.htm
Demnach kann er sich zwar in jiddisch verständigen, würde aber gleich als Jude auffallen. Im Film wird er aber nicht erkannt, sondern erklärt es selbst. Also ist es wahrschenlich ein Fehler in dem Film.