Job, auch für wenig Geld?

Hallo liebe w-w-wler,

brauche mal ein paar Tipps von Euch. Die Entscheidung kann mir keiner Abnehmen, aber vielleicht fällt es mir dann leichter.

Mal kurz, was bisher geschah.
Ich hatte einen sehr guten Job (sowohl fachlich als auch finanziell) in einer Großstadt. Wegen meinen Mann, der mußte in ein anderes Gebiet, bin ich mit in die „Prärie“ gezogen. Da dieser Schritt länger bekannt war, bewerbe ich mich auch schon fast ein Jahr in dieser Region (allerdings ohne Erfolg). Seit 1.3. bin ich jetzt arbeitslos.
Jetzt hätte ich eine Stellenangebot (aber noch nicht 100 %ig).
Nun wird es schwierig.

Ich würde es gerne annehmen, denn eigentlich will ich schon wieder arbeiten. Das ich hier so einen Job wie früher bekomme ist eigentlich fast ausgeschlossen. Auch finanziell ist mir klar, dass ich hier weniger verdiene, denn auch die Lebenshaltungskosten (zumindest Miete) ist ja auch günstiger.

Was mir etwas zu denken gibt.
Es ist ungefähr die Hälfte meines vorigen Gehalts (wenn ich ehrlich bin bekomme ich mehr Arbeitslosengeld).
Muss einfach über 40km fahren (keine öffentlichen Verkehrsmittel).
Und der Arbeitsvertrag ist befristet auf 2 Jahre.
Aufstiegschancen sind gleich Null.

Soll ich lieber noch etwas warten, vielleicht tut sich ja doch was anderes auf?
Kann mir jemand sagen, wie das ist, wenn ich nach den 2 Jahren wieder arbeitslos werden sollte, nach was richtet sich dann mein Arbeitslosengeld (nur nach dem letzten Gehalt oder wird der vorige Arbeitgeber noch ein bißchen mit angerechnet)?

Alles nicht so einfach, vielleicht erleichter Ihr meine Entscheidung.
Bis zum Vorstellungsgespräch ist es noch eine Woche.

Gruß
Bärle

Hallo,
ist echt nicht leicht da etwas zu sagen aber ich versuchs einfach mal mit meinem Bauchgefühl.

Was mir etwas zu denken gibt.
Es ist ungefähr die Hälfte meines vorigen Gehalts (wenn ich
ehrlich bin bekomme ich mehr Arbeitslosengeld).
Muss einfach über 40km fahren (keine öffentlichen
Verkehrsmittel).
Und der Arbeitsvertrag ist befristet auf 2 Jahre.
Aufstiegschancen sind gleich Null.

Für mich hhört sich das an als ob es für dich eigentlich keinen Sinn macht diese Stelle anzutreten.
Die Gründe hast Du dir selbst schon genannt.

Aber noch mal.
Wenn ich nicht für Geld arbeiten gehe, dann aus anderen Gründen.
Aufstigschancen hast DU keine und jeden Tag 45 min hin und zurück sind bestimmt auch nicht das was du möchtest.
Die Befristung lassen wir jetzt mal ausser Acht aber selbst wenn dein Arbeitsvertrag verlängert wird sieht die Zukunft nicht gerade toll aus, da Du ja keine Aufstigschancen hast. Finanzielle Aufstige werden zwar drin sein, dürften aber nie an dein altes Niveau herankommen.

Soll ich lieber noch etwas warten, vielleicht tut sich ja doch
was anderes auf?
Kann mir jemand sagen, wie das ist, wenn ich nach den 2 Jahren
wieder arbeitslos werden sollte, nach was richtet sich dann
mein Arbeitslosengeld (nur nach dem letzten Gehalt oder wird
der vorige Arbeitgeber noch ein bißchen mit angerechnet)?

Sorry aber dazu kann ich nichts genaues sagen.

Alles nicht so einfach, vielleicht erleichter Ihr meine
Entscheidung.
Bis zum Vorstellungsgespräch ist es noch eine Woche.

Also ich sag jetzt mal Du willst diesen Job doch gar nicht.
Wenn Du ihn Finanziel nicht brauchst würde ich warten oder mich nach etwas anderem Umschauen.

Hört sich vielleicht jetzt was blöd an aber vielleicht nimmst Du jemandem ne Stelle weg der das Geld brauchen kann und der mehr Sinn in der Stelle sieht als Du.

Ist echt nicht leicht, trotzdem musst Du dich entscheiden.

mfg
Bert

Kann mir jemand sagen, wie das ist, wenn ich nach den 2 Jahren
wieder arbeitslos werden sollte, nach was richtet sich dann
mein Arbeitslosengeld (nur nach dem letzten Gehalt oder wird
der vorige Arbeitgeber noch ein bißchen mit angerechnet)?

Hi,
also meines Wissens nach berechnet sich das Arbeitslosengeld danach,
was du in den letzten 12 Monaten durchschnittlich verdient hast (du bekommst dann 60%)

Ciao,
Christian

Hallo,

was du für Alternativen? Nur arbeitslos zu sein? Damit kannst du keine Vorteile für einen späteren Arbeitgeber herausstellen.
Empfehlen kann man nichts. Nur Vor- und Nachteile abwägen.

Gruß
Otto

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Bei Jobs unter 3 Jahren kein Problem!
Hallo Bärle,

zumindest die verständliche Angst vor einer „Herabstufung“ des Arbeitslosengeldes kann ich Dir nehmen … mir ging es genauso:

Habe mal einen Job mit vernünftigem Einkommen gehabt und bin dann arbeitslos geworden (nur zwei Monate) und habe mein Alo-Geld erhalten.

  • Das ist super-wichtig, es muss ein Anspruch bestanden haben, man darf nicht nahtlos von einem Job zum andern wechseln, aber wenn Du seit dem 1.3. arbeitslos bist, passt es ja.

Dann habe ich einen Job angenommen, der mir sehr viel weniger Gehalt einbrachte (um genau zu sein, 1000 DM brutto unter dem „alten Gehalt“). Diesen Job habe ich (sehr gerne und auch gut - aber das nur am Rande) genau zwei Jahre gemacht. Das ist nebenbei bemerkt, die maximale „Verlängerungsdauer“ für befristetet Arbeitsverträge, deshalb durfte ich gehen …

Ich bin zum Arbeitsamt und habe mich arbeitslos gemeldet. Berechnet wurde mein Alo-Geld nach dem alten (=höheren) Einkommen. Da ich zwei Jahre voll gearbeitet hatte, erhalte ich jetzt für ein Jahr (maximal) Alo-Geld auf der Basis meines alten Einkommens.

  • Also ist es ein wahres Glück, dass Dir nur ein befristeter Vertrag angeboten wurde. Wenn die zwei Jahre um sind, musst Du auf jeden Fall wieder arbeitlos werden, dann kannst Du das als „Kette“ betreiben (d.h. einen Monat arbeitslos, dann wieder einenen Job mit niedrigem Einkommen, damit das höhere Einkommen als Berechnungsgrundlage genommen werden muss).

Das steht im SGB 3 § 133 Sonderfälle des Bemessungsentgelts

(1) Hat der Arbeitslose innerhalb der letzten drei Jahre vor der Entstehung des Anspruchs Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe bezogen, ist Bemessungsentgelt mindestens das Entgelt, nach dem das Arbeitslosengeld oder die Arbeitslosenhilfe zuletzt bemessen worden ist.) … usw

IMHO ist man 2 Jahre und 11 Monate vor einer „Herabstufung“ geschützt. (3x darfst Du raten, warum die Kombilohn-Modelle 3 Jahre lang gelten sollen …) - ursprünglich war das eine Regelung, die den Wechsel zwischen Teilzeit und Vollzeit erleichtern sollte, und irgendjemand hat sich „erklagt“ dass das für alle mit verändertem Einkommen gilt.

… ich habe bei meiner Arbeitslosmeldung extra auf diesen Tatbestand hingewiesen, die Bearbeiterin meinte aber, das das Programm das „merken würde“ und keine Falschberechnung möglich wäre. So war es dann auch.

So, zum Thema ob und wie der Job für Dich geeignet ist, kann ich nix sagen, aber wenn Du ein gutes Gefühl hast … annehmen und weitersuchen, da ist man bei einer neuen Bewerbung vieeeel besser dran, als wenn man sich aus der Arbeitslosigkeit heraus bewirbt. Aber das wirst Du schon selber entscheiden können.

Grüsse von
vibke

Danke
Hallo,

danke für die Tipps und Ratschläge, vor allem von vibke.
Jetzt werde ich mal nächste Woche das Vorstellungsgespräch hinter mich bringen und dann sehen wir mal weiter.

Schönes Wochenende noch
Bärle