Ein Bekannter kann bei einem Finanzoptimierer arbeiten (beim Führer der Branche…) Erst einmal als Beratungsassistent. Er soll zu Kunden fahren, die vorher informiert werden und dort Daten der Personen und bestehenden Versicherungspolicen in eine Datenbank eintragen. Jetzt kommt für mich, was ich nicht so verstehe…Stundenlohn 50 Euro. 4 mal pro Woche soll er dies tun. Das hört sich für mich nach super schnell verdientem Geld an auf echt leichte Art. Da muß doch ein Haken dran sein? Das würde ich dann auch sehr sehr gerne tun. Endlich ein toller Verdienst für wenig Geld. Aber so recht vorstellen kann ich es mir nicht und mein Bekannter ist arg skeptisch, auch wenn er grad arbeitslos ist.
Ein Bekannter kann bei einem Finanzoptimierer arbeiten (beim
Die Finanzoptimierer leben davon Versicherungen zu verkaufen. also wird man das nach kurzer Zeit auch von Deinem Bekannten verlangen.
Daten der Personen und bestehenden Versicherungspolicen in
eine Datenbank eintragen. Jetzt kommt für mich, was ich nicht
Damit er die später umdecken kann.
Mein Rat. Wenn jemand Versicherungen verkaufen will, soll er sich bei einem renomierten Versicherungsunternehmen bewerben und nicht bei einer Vertriebsgesellschaft mit zweifelhaftem Ruf.
…der branchenführer ist ein DAX notiertes unternehmen!? ich denke das spricht für seriösität.
aber wie bereits geschrieben, ist das kleingedruckte zu lesen und vor allem, ob man weitere aufgaben hat, wie versicherungen verkaufen. sind fahrtkosten mit drin, freiberufliche basis(d.h. steuern und versicherungen, rückstellungen für krankheit, rente, urlaubszeit müssen noch extra gezahlt werden)?
sind arbeitszeiten garantiert?
[Edit: ergänzt und ein paar Fehler rausgenommen. Merken: nie wieder morgens vor dem ersten Kaffee mit kaputter Tastatur Antwortartikel schreiben]
Hallo,
Vorab mein Hinweis/Disclaimer: dieser Kommentar muss nicht notwendigerweise auf jeden unabhängigen Finanzoptimierer, Vermögensberater, oder Arbeitskreis verbraucherorientierter Steueranalytiker zutreffen, allerding soll das Nachstehende zum Nachdenken und rechtzeitigen Nachforschen anregen. Ich gehe davon aus, dass die wenigen guten Unternehmen dieser Branche (und müssen *nicht* die größten sein) Nachfragen nicht verhindern wollen und keine halbherzigen oder hass-schürenden Antworten auf Fragen geben oder gleich „mangelnden Erfolgswillen“ oder „Verlierersprache“ vorwerfen.
Ein Bekannter kann bei einem Finanzoptimierer arbeiten (beim
Führer der Branche…)
Schwerer Fehler. Ich sage mal, dass ich „ein in Deutschland börsennotiertes Unternehmen dieser Branche im Ansatz miterlebt und glücklicherweise die kritischen Fragen gestellt habe, bevor man mich durch eine Unterschrift „knechten“ konnte.“
Erst einmal als Beratungsassistent. Er
soll zu Kunden fahren, die vorher informiert werden und dort
Daten der Personen und bestehenden Versicherungspolicen in
eine Datenbank eintragen.
Nicht immer sind sie informiert, glaub mir. Aber ab einem bestimmten Punkt macht das keinen Unterschied mehr. Und irgendwann wird erwartet, dass man Kunden aus dem nichts hervorzaubert oder Adressen kauft oder selbst kaltakquiriert.
Jetzt kommt für mich, was ich nicht
so verstehe…Stundenlohn 50 Euro.
Angeblich Stundenlohn; es steht jedoch im Kleingedruckten, dass es eine sogenannte Linearisierung ist (eine Art Darlehen, welches in Form von Provisionen zurückgezahlt werden muss. Auf diesem Darlehenskonto laufen sämtliche Kosten (der Bekannte muss einen eher fiktiven Büroanteil und entsprechende Ausstattung mieten, zahlt für jeden Kleinkram Unsummen und „sollte besser eines der wunderbaren Leasingangebote wahrnehmen“) auf und die Provisionen zur Tilgung kommen auch nur teilweise an (Abzug von völlig überzogenen Storno- und Steuerungsrückstellungen)). Und was dann als „Bonus“ verkauft wird, sind nur die aufgelaufenen Rückstellungen des „Fußvolkes“, die man dann den „Oberen“ im System zu Füßen legt.
Noch mal sicherheitshalber deutlich gesagt: Man erhält ein Darlehen ohne Obergrenze! Da läuft schnell einiges auf. Und wenn man den Braten riecht und aussteigen will, dann fangen die Zinsforderungen eventuell erst richtig an…
Und bedenke: Die vermeintlichen 50€ sind bis zum echten Nachweis der Linearisierung (danach natürlich erstmal weniger) das „Brutto“, was dabei rausspringt. Keine Steuern bezahlt, keine Grundabsicherung (Krankenkasse, Rente, Arbeitslosenversicherung o.ä.) enthalten, keine Unkosten bezahlt - nichts.
4 mal pro Woche soll er
dies tun. Das hört sich für mich nach super schnell verdientem
Geld an auf echt leichte Art. Da muß doch ein Haken dran sein?
Siehe oben. Außerdem (ich habe -wie gesagt- mal ein „AC“ aus der Branche mitgemacht) hat das ganze oft genug was von Gehirnwäsche. Außerdem: Man ist nicht bei diesem Unternehmen selbst angestellt (welcher tatsächlich ganz anständig bezahlt), sondern ist einer „der Vertreter der Vertreter der Vertreter“ dieses Unternehmens.
Das würde ich dann auch sehr sehr gerne tun. Endlich ein
toller Verdienst für wenig Geld. Aber so recht vorstellen kann
ich es mir nicht und mein Bekannter ist arg skeptisch, auch
wenn er grad arbeitslos ist.
Tipp:
Wenn Dein Bekannter über die Arbeitsagentur schriftlich und verbindlich dort hinbestellt wurde, sollte er das sofort an *höhere* (unbedingt höhere!) Stellen der Agentur melden. Denn diese Unternehmen (mit viel gutem Willen nennt man es Strukturvertrieb/MLM, wahrheitsgemäßer wäre häufig „Schneeball-/Pyramidensystem“) haben nicht zum ersten Mal Bewerberdaten missbraucht und sorgen dann gelegentlich auch indirekt für eine Sperre der Leistungen, wenn man deren Angebot annimmt. War in einigen Fällen, die ich mitbekam, sogar eine halboffene Drohung („Du unterschreibst oder bekommst 3 Wochen kein ALG“).
Zumal bei der Suche nach Bauernopfern Beratungsassistenten gerne mal bis zur Vertragsuntereichnung mutwillig verschwiegen nicht erwähnt wird, dass das gar keine Anstellung im klassischen Sinne ist.
Außerdem: Als „echter freier“ Versicherungsvertreter (oder besser -makler) bekommt man direkt die Abschlussprovisionen in voller Höhe (muss halt selbst ein wenig aufpassen, aber mit menschenkenntnis klappt das schon) und dazu noch eine Bestandsprovision für Versicherte, für die man Ansprechpartner wird sowie eine Dynamikprovision, wenn Verträge „erhöht“ werden. Das alles gibt es bei solchen Unternehmen wie oben nicht - ist aber eine „Grundlage“, mit der man rechnen kann - ohne „jeden Tag neue Opfer suchen zu müssen“.
Ultimativer Tipp: Der Bekannte soll mal unverbindlich nach klassischen Termini eines Arbeitsverhältnisses anfragen oder das Wort „Bestandsprovision“ oder „84 HGB“ fallen lassen. Wenn die Antwort von „Unverständnis“ und dem Verweis auf die „unqualifizierten Seiten im Internet (früher mal ***-aussteiger.** [Link durch Autor verfremdet; durch betreffendes Unternehmen ohnehin sicher schon „tot-abgemahnt“])“ fällt - Finger weg oder gleich eine *wirklich gute Schuldnerberatung* suchen.
Denn die nächste ruinöse Arztbehandlung mangels Krankenversicherung ist nicht weit.
Etwas hart formuliert, man möge mir das bitte nachsehen, aber es ist leider sehr, sehr häufig so.
Gruß
GM