Job nervt - Umschulung?

zur zeit arbeite ich als sekretärin/assistentin in einem mittelständischen unternehmen und verdiene dabei nicht schlecht. dennoch macht mir die arbeit keinen spaß. im april habe ich erst hierher gewechselt, da ich in meiner alten tätigkeit nicht ausgelastet und gefordert war. nun ist hier genau die selbe situation. kaum was zu tun und langeweile ohne ende. jetzt sagen bestimmt viele: toll, nichts tun und viel geld bekommen, aber so denke ich nicht. ich fühle mich nutzlos und habe auch ein bißchen ein schlechtes gewissen dabei. nochmal wechseln möchte ich nicht, denn die büroarbeit langweilt mich sowieseo.
am liebsten würde ich nochmal ganz neu anfangen. aber in meinem alter (29) kann man doch keine neue ausbildung machen, bei der man nichts verdient. ich habe eine eigene wohnung und ein auto. wovon sollte ich das bezahlen?
interessieren würden mich soziale berufe und nicht der langweilige bürokram. könnte ich überhaupt eine umschulung machen, ohne dass ich meinen derzeitigen lebensstandard aufgeben/einschränken muss? werden umschulungen bezahlt? könnte ich eine umschulung in jedem beruf machen? egal welche vorkenntnisse oder bisherigen berufserfahrungen ich gemacht habe?

danke für eure tipps im voraus.

gruß
nadine

Hallo Nadine,

direkt vorab: Nein, du bekommst nicht einfach so ohne weiteres eine Umschulung bezahlt. In deiner Situation hast du kein Anrecht darauf. Du hast einen Job, der gut bezahlt wird. Was willsts du mehr? Ok, du möchtest, dass dir dein Job Spaß macht, aber dafür musst du schon selber sorgen. Das kann nicht auf Kosten der Allgemeinheit gehen. Sei kreativ und überlege erst einmal ob du Weiterbildungen machen kannst, die für dich interessant sind.

Falls das nicht zutrifft, wirst du dir eine Neuorientierung selbst finanzieren müssen.

Ich war mit 25 in der selben Situation. Mich hat mein alter Beruf damals auch nicht mehr gefordert. Ich habe mich dann dazu entschlossen eine neue Ausbildung zu machen (Im IT-Bereich). Das habe ich mir komplett selbstfinanziert. Um Nebenjobs bin ich natürlich nicht herumgekommen. Es war eine finanziell sehr harte Zeit, aber für mich hat sie sich ausgezahlt. Ich habe einen Job der mir Spaß macht und einen sehr guten Verdienst.

Deinen Lebensstandart wirst du wohl nicht halten können denke ich. Du wirst ordentliche Abstrichen machen müssen. Deswegen mein Vorschlag zu überlegen, was du mit Weiterbildungen in deinem Sektor erreichen kannst, die neben deinem jetzigen Job laufen.

Gruß

Phoebe

Hast du denn generell Langeweile oder fühlst du dich nur spontan nicht ausgelastet genug? Bei letzterem gibt es ja genug Abhilfe: Such dir ein Hobby, trete einer Umweltorganisation bei oder arbeite ehrenamtlich in einem Sozialenberuf.
Dann verdienst du immer noch deine Brötchen und hast Auslastung.

lg
Kate

Hallo,

meiner Frau ging es bis vor etwa 4 Jahren ähnlich, damals war auch sie 29.
Allerdings hatte sie zusätzlich noch einen Job in dem es kaum noch Stellen gibt, altes Handwerk halt.
Sie hat dann eine Ausbildung (Ausbildung, keine Umschulung) zur Krankenschwester gemacht (Verdienst ist nicht sooooooo schlecht in der Ausbildung), vor einem halben Jahr hat sie ihr Examen gemacht, und arbeitet seitdem als examinierte Krankenschwester (mit ebenfalls nicht sooooo schlechtem Verdienst), und ist glücklich mit ihrem Job. Und über Langeweile oder mangelnde Auslastung kann sie echt nicht mehr klagen :wink:

Hallo Nadine,

von einer Umschulung kann ich nur abraten. Du beginnst wieder als Berufsanfänger und viele Firmen wollen lieber reguläre Absolventen und keine Umschüler einstellen. Angeblich haben sie nicht genug praktische Erfahrungen.

Aber wie wäre es mit einem Fernstudium, bzw. wenn Du kein Abi hast, mit dem Besuch einer Abendschule und anschließendem Studium? Eine anderen Möglichkeit wäre ein Lehrgang zur Betriebswirtin. Solche Lehrgänge gibt es als Abendschule oder Fernlehrgang.

Wenn Du Dich für eine solche Weiterbildung entscheidest, wirst Du froh sein, wenn Du im Job nicht ausgelastet bist und vielleicht sogar dort noch ein paar Aufgaben nebenbei erledigen kannst.

Je nachdem für welche Ausbildung Du Dich entscheidest, kannst Du später u.U. sogar mehr als früher verdienen.

Viele Grüße

Anne

Hallo,

Du könntest sonst auchmal schauen, welche anderen, spannenden aufgaben Du in der Firma übernehmen könntest, die bislang niemand macht. Je nachdem, wieviel Mitarbeiter ihr seid, könnte man vielleicht eine Mitarbeiterzeitung ins Leben rufen, oder Du könntest vielleicht die Praktikantenbetreuung übernehmen. Das sind jetzt nur Beispiele, vielleicht fällt Dir was Passendes ein, Du solltest es nur vor Deinem Vorgesetzten argumentieren können, dass Deine Hauptarbeit nicht drunter leidet.

Gruß
Yvi

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Hallo Nadine,

bei einem sozialen Beruf kannst Du auch nach der Umschulung nicht unbedingt Deinen Lebensstandard halten und wenn, dann nur wegen der vielen 3-Schicht-Arbeit. Informiere Dich diesbezüglich ganz genau, bevor Du den Schritt machst.

Ideal wäre es, wenn Du Deinen heutigen Beruf (evtl. Ausbildung als Kauffrau ?) mit Deinem beruflichen Ziel (Soziales) verbinden kannst. Auch bei sozialen Einrichtungen ist heute die Administration ein extrem wichtiger Punkt.

Wenn Du irgendwas noch machen willst, dann achte darauf, dass Du nicht nochmal bei 0 anfängst (wobei die Kosten der Umschulung / Weiterbildung mit einer Dauer von 2 - 3 Jahren gegenüber der „restlichen“ Berufsdauer von 30 - 35 Jahren vernachlässigbar sind), sondern vielmehr irgendwas machst, das Deine Vorkenntnisse ein stückweit berücksichtigt. Extremfall: Man kann auch BWL an der Berufsakademie studieren mit Fachrichtung Soziale Einrichtungen. Vorteil: Man hat einigermaßen genügend Geld. Nachteil: Es ist halt nicht 100% Soziales.

Die Frage ist auch:
fühlst Du Dich einfach unterfordert (und wärst z.B. lieber Einkäuferin oder Vertrieblerin oder im Management oder oder oder …) oder siehst Du einfach keinen Sinn in einem BWL-Beruf ?

Grüsse

Sven

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