Job und PKV

Hallo,

ich habe gerade mein Studium beendet und werde jetzt im November bei einem Beratungsunternehmen meinen Job anfangen. Nachdem ich mich intensiv mit dem ganzen Krankenversicherungsdetails auseinandergesetzt habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, das sich eine private Krankenversicherung fuer mich auf jeden Fall lohnen sollte (Alter 24/m). Es gibt nur ein kleines Problem, und zwar das mein Gehalt unter der Pflichtversicherungsgrenze von 45900 Euro liegt (letztes Jahr wäre es noch über der Grenze gewesen). Nachdem die Grenze naechstes Jahr höchstwahrscheinlich auf um die 55000 Euro angehoben wird, bleibt mir somit nur der jetzige Zeitpunkt, um den Sprung in PKV zu schaffen. Mein Plan besteht nun darin, durch einen temporären Zweitvertrag mit einer anderen Firma über den die Pflichtversicherungsgrenze zu kommen. Ich habe das mit meiner Firma abgeklärt und der „Zweitjob“ sollte kein Problem darstellen.

Nun habe ich aber noch ein paar Fragen und hoffe daß irgendjemand von Euch vielleicht schon Erfahrungen mit einem ähnlichen Thema gesammelt hat:

Stimmt es, das ich ein tatsächliches Gesamtjahreseinkommen von über 45900 Euro nachweisen muss oder reicht ein auf Arbeitsverträgen basierendes höheres Jahreseinkommen?

Muss der Zweitvertrag ein unbefristeter Arbeitsvertrag sein, oder kann es auch ein auf 3 Monate befristeter Vertrag sein (ein „Minijob“ geht nicht, soviel weiss ich)?

Welche Institution übernimmt die Beurteilung des Einkommens und der damit verbundenen Entscheidung bzgl. privater respektive gesetzlicher KV?

Ist mein Vorhaben überhaupt durchführbar oder gibt es Punkte, die ich übersehen habe?

Ist es wirklich eine Entscheidung fürs Leben (einmal in Bezug auf anstehender Reformen und andererseits werde ich mit Sicherheit nochmals Student/arbeitslos/wasauchimmer werden, wenn ich in 3-4 Jahren einen Master mache)?

Vielen Dank für Eure Hilfe
Gruss
Sven

Hallo Sven,
wie bist du denn jetzt versichert??.

Fragend
Martin

Hallo Sven,
wie bist du denn jetzt versichert??.

Fragend
Martin

Zurzeit bin ich gesetzlich über meinen Vater versichert (mit privater Zusatz, aber das sollte ja nichts ausmachen), da ich zur Zeit ja noch in der Ausbildung bin.

Gruss und Dank
Sven

Hallo Sven,
Bei überschreiten der JAEG endet die versicherungspflicht zum 01.01. 2004. Also zwei Verträge über 45.900 Euro. Fällt dann ein Vertrag weg und du rutscht unter 45900, dann bist du wieder pflicht versichert.

Tip von mir:
Laß das gehampel mit fingierten Verträgen. Kommt nix bei raus, da ja kein Geld fließt (jedenfalls beim zweiten nicht). Da du aber im folgenden Jahr auch wieder deine EKST zur Krankenkassse einreichen muß (Prüfung der erreichten JAEG-Grenze) ist das gesamte sinnlos.Laß lieber die Zusatzversicherung (gehe jetzt davon aus, das diese Krankenhaus und Zusatzleistungen Im Zahn und Sehhilfenbereich hat) bestehen (die dich auf einen fast identischen Status erhebt) und mach in Ruhe deinen Master oder sonstige Weietrbildungen.

Gruß

Martin

die neue BBG: 46.380 € (o.G) o.w.T.
.

Hallo,
kleine Anmerkung : Es heisst immer Jahresarbeitsverdienst
und es genügt nicht, nur die alte Grenze (2003) zu überschreiten,
es muss auch die neue BMG (2204) überschritten werden.
Bei zwei Bschäftigungasverhältnissen entscheidet im die zuständige
Krankenkasse über die Krankenversicherungspflicht hbzw. -freiheit.

Gruss

Günter Czauderna

Danke und letzte Worte
Hallo,

erstmal danke für die verschiedenen Antworten. Ich habe jetzt mit Hilfe eines Finanzdienstleisters (danke an Mathias) eine Möglichkeit gefunden, mein Vorhaben durchzuführen. Es gestaltet sich zwar ein wenig komplexer als ich es erwartet habe, aber nichts im Bereich des unmöglichen (falls es jemand interessiert, mailt mir einfach).

Ich möchte nur nochmal ein paar Worte zu meiner Motivation hinter dem ganzen verlieren:

Erstens war ich selber während meines Zivildienstes für ein Jahr im Deutschen Gesundheitswesen sprich im Rettungsdienst tätig. Mir hat es absolut gereicht, dass ich im OP des Krankenhauses gestanden habe und die erste Frage des Arztes über den Patienten lautete:„Ist der privat?“ Nach Bejahung der Frage bekam ich dann folgendes hören: „Ok, dann gib mir das Anästhetikum xy, das ist sanfter und hat weniger Nebenwirkungen als das, was wir bei Kassenpatienten benutzen“. Und das ist leider nicht die Ausnahme.

Zweitens ist das deutsche Gesundheitssystem zwar nicht schlecht (bzw. zu gut), aber die demographische Zusammensetzung der Bevölkerung ändert sich unaufhaltsam. Das derzeitige System kann aber nur bei einer ausgeglichenen Verteilung funktionieren, was es auch für ein paar Jahrzehnte getan hat, aber heute leider nicht mehr gilt. Die ständige Diskussion und Schnellsanierungsmaßnahmen wie zum Beispiel die permanente Erhöhung der Pflichtversicherungsgrenze zeigen dies doch mehr als deutlich. Notwendige nachhaltige Reformen werden durch diese „QuickFixes“ doch nur in die sehr nahe Zukunft verschoben. Frei nach dem Motto: „Hauptsache ein paar mehr junge Beitragszahler in die gesetzliche zwingen und dann überleben wir weitere zwei Jahre bevor wir wieder erhöhen müssen“. Und ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie ein Sozialsystem in der für 2020 prognostizierten demographischen Verteilung der deutschen Bevölkerung aussehen sollte. Die Rente und Krankenversicherung wie vieler Rentner soll den bitte durch einen Arbeitnehmer finanziert werden? Unter Bismarck wurde die Bürgerversicherung eigentlich mit dem Ziel gegründet, die finanziell schwachen, sprich ca. 10% der Bevölkerung zu unterstützen. Das dieses System in einer alternden Bevölkerung mit einer Mitgliederanteil von ca. 90% irgendwann kollabiert, ist doch absehbar.

Ich sehe es nicht ein, mit 10% meines Gehaltes eine weitere Aufschiebung von dringend notwendigen, grundlegenden und nachhaltigen Reformen zu finanzieren, und dafür auch noch schlechtere Leistungen zu erhalten. Und die Anhebung der Pflichtversicherungsgrenze hat doch einzig und allein diesen Grund (bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege).

Zu guter letzt würde ich dann wahrscheinlich noch irgendwann aus der Narkose aufwachen und mir denken: „Oh sch*****, wenn ich anstatt von 250 Euro nur 70 Euro fuer meine KV ausgegeben haette, wäre mir das nicht passiert“.

Gruss
Sven Hennig

Hallo Sven,

Ich sehe es nicht ein, mit 10% meines Gehaltes eine weitere
Aufschiebung von dringend notwendigen, grundlegenden und
nachhaltigen Reformen zu finanzieren, und dafür auch noch
schlechtere Leistungen zu erhalten. Und die Anhebung der
Pflichtversicherungsgrenze hat doch einzig und allein diesen
Grund (bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege).

In dem Punkt liegst du falsch, denn es sind mehr als 10% hilfebedürftig und die sind wiederum so hilfebedürftig, dass die anderen Versicherungsnehmer dies ausgleichen müssten. Schaffen sie aber nicht. Deswegen auch Erhöhungen.

Das das System sich ändern muss, darüber brauchen wir uns nicht zu unterhalten, da stimme ich dir zu. Nur müssen wir eben doch (ich bin ein Befürworter der PKV) die Schwachen beachten.

Gruß
Marco