Danke und letzte Worte
Hallo,
erstmal danke für die verschiedenen Antworten. Ich habe jetzt mit Hilfe eines Finanzdienstleisters (danke an Mathias) eine Möglichkeit gefunden, mein Vorhaben durchzuführen. Es gestaltet sich zwar ein wenig komplexer als ich es erwartet habe, aber nichts im Bereich des unmöglichen (falls es jemand interessiert, mailt mir einfach).
Ich möchte nur nochmal ein paar Worte zu meiner Motivation hinter dem ganzen verlieren:
Erstens war ich selber während meines Zivildienstes für ein Jahr im Deutschen Gesundheitswesen sprich im Rettungsdienst tätig. Mir hat es absolut gereicht, dass ich im OP des Krankenhauses gestanden habe und die erste Frage des Arztes über den Patienten lautete:„Ist der privat?“ Nach Bejahung der Frage bekam ich dann folgendes hören: „Ok, dann gib mir das Anästhetikum xy, das ist sanfter und hat weniger Nebenwirkungen als das, was wir bei Kassenpatienten benutzen“. Und das ist leider nicht die Ausnahme.
Zweitens ist das deutsche Gesundheitssystem zwar nicht schlecht (bzw. zu gut), aber die demographische Zusammensetzung der Bevölkerung ändert sich unaufhaltsam. Das derzeitige System kann aber nur bei einer ausgeglichenen Verteilung funktionieren, was es auch für ein paar Jahrzehnte getan hat, aber heute leider nicht mehr gilt. Die ständige Diskussion und Schnellsanierungsmaßnahmen wie zum Beispiel die permanente Erhöhung der Pflichtversicherungsgrenze zeigen dies doch mehr als deutlich. Notwendige nachhaltige Reformen werden durch diese „QuickFixes“ doch nur in die sehr nahe Zukunft verschoben. Frei nach dem Motto: „Hauptsache ein paar mehr junge Beitragszahler in die gesetzliche zwingen und dann überleben wir weitere zwei Jahre bevor wir wieder erhöhen müssen“. Und ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie ein Sozialsystem in der für 2020 prognostizierten demographischen Verteilung der deutschen Bevölkerung aussehen sollte. Die Rente und Krankenversicherung wie vieler Rentner soll den bitte durch einen Arbeitnehmer finanziert werden? Unter Bismarck wurde die Bürgerversicherung eigentlich mit dem Ziel gegründet, die finanziell schwachen, sprich ca. 10% der Bevölkerung zu unterstützen. Das dieses System in einer alternden Bevölkerung mit einer Mitgliederanteil von ca. 90% irgendwann kollabiert, ist doch absehbar.
Ich sehe es nicht ein, mit 10% meines Gehaltes eine weitere Aufschiebung von dringend notwendigen, grundlegenden und nachhaltigen Reformen zu finanzieren, und dafür auch noch schlechtere Leistungen zu erhalten. Und die Anhebung der Pflichtversicherungsgrenze hat doch einzig und allein diesen Grund (bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege).
Zu guter letzt würde ich dann wahrscheinlich noch irgendwann aus der Narkose aufwachen und mir denken: „Oh sch*****, wenn ich anstatt von 250 Euro nur 70 Euro fuer meine KV ausgegeben haette, wäre mir das nicht passiert“.
Gruss
Sven Hennig