Jobentscheidung - Absage

Hallo,

ich habe ein Problem. Nach langer Jobsuche habe ich nun wie ein Wunder, zwei Angebote gleichzeitig erhalten.

Die Entscheidung fuer das ein oder andere ist schon extrem schwer gewesen.

Jetzt muss ich einem Unternehmen absagen, dass mich schon voll eingeplant hatte (sie sind ohne nachzufragen davon ausgegangen, dass ich mich fuer sie entscheide). Ich habe auch keinen Mitkonkurrenten erwähnt, einfach aus Angst auf die Reaktion (ich suche halt schon so lange).

Ich wollte noch bis zuletzt warten (quasi die ersten Tage im anderen Unternehmen abwarten, wie es so dort läuft), aber ich gehen nicht davon aus, dass ich innerhalb drei Tagen dort wüsste, ob es gar nicht passt oder nicht. Die Mitarbeiter scheinen doch sehr sympathisch.

Daher will ich jetzt dem einen absagen und habe eine recht lange E-Mail geschrieben (Entwurf) um ein Verständnis fuer meine Situation zu erreichen. Denn eigentlich wuerde ich bei beiden am liebsten gleichzeitig anfangen.

Dass das andere Unternehmen mir das nicht krumm nimmt (also bei einer „Fehlentscheidung“ meinerseits fuer das andere Unternehmen mich trotzdem noch einstellen wuerde, waere sicherlich ein weiteres Wunder).

Aber ich moechte schon erreichen, dass man sich gegenseitig noch in die Augen sehen kann und eventuell zukuenftig in anderer Weise dann Kontakt aufnehmen kann.

Eine E-Mail Absage finde ich ok, da so der Verantwortliche erstmal die Nachricht verdauen kann. Ein Gespraech habe ich noch angeboten.

Es faellt mir nur schwer den Blickwinkel des Managers einzunehmen und die wirlich „beste“ Loesung fuer das Dilemma zu finden.

Vielleicht hat jemand dazu noch eine Idee bzw. Erfahrung?

Vielen Dank
Thomas

Lobenswert dass Du Dir so viele Gedanken machst. Aber fuer einen Personaler gehoert es nunmal zum Berufrisiko dass ein Kandidat vor der Vertragsunterzeichnung doch noch abspringt. Und KEIN vernuenftig denkender Personaler „plant jemanden ein“ der noch gar nicht seine endgueltige Zusage gegeben hat. Also sein Pech. Meine Mail wuerde einfach nur sagen dass „ich mich sehr bedanke fuer das meiner Person entgegengebrachte Vertrauen…blah… bedauere ich Ihnen mitteilen zu muessen…blah… dass ich mich zwischenzeitlich fuer ein anderes Unternehmen entschieden habe“. Punkt.

Und nebenbei: Wenn ich Dich jetzt einstellen wuerde, wuerde ich Dich auch einstellen wenn Du nach 3 Monaten im anderen Unternehmen wieder zu mir kommst. Dann sogar noch lieber weil Du dann ja weisst wie’s bei der Konkurrenz aussieht.

K.

Hängt halt alles davon ab…

Lobenswert dass Du Dir so viele Gedanken machst. Aber fuer einen Personaler gehoert es nunmal zum Berufrisiko dass ein Kandidat vor der Vertragsunterzeichnung doch noch abspringt.

Logischerweise. Bis ein Vertrag unterzeichnet ist, steht eben noch nichts fest.
Das gilt für beide Seiten gleichermaßen.
Andererseits gehört es auch zum allgemeinen Lebensrisiko des Bewerbers, dass das Unternehmen möglicherweise Kandidaten nicht wieder sondiert, wenn sie abspringen.

Meine Mail wuerde einfach nur sagen dass „ich mich sehr bedanke fuer das meiner Person entgegengebrachte Vertrauen…blah… bedauere ich Ihnen mitteilen zu muessen…blah… dass ich mich zwischenzeitlich fuer ein anderes Unternehmen entschieden habe“. Punkt.

Am besten noch „Bitte betrachten Sie dies nicht als Wertung Ihres Unternehmens…“, dann ist es genau der gleiche Wisch, den ein Personaler rausschickt - und man fühlt sich als Leser vollkommen auf die Schippe genommen!

Viele potentielle Kandidaten verschwinden sang- und klanglos im Nirvana der Bewerber zurück, so dass man mit einer ganz kurzen Absage ohne fadenscheinige Begründung oder Geschwafel immer noch besser liegt.

Und nebenbei: Wenn ich Dich jetzt einstellen wuerde, wuerde ich Dich auch einstellen wenn Du nach 3 Monaten im anderen Unternehmen wieder zu mir kommst.

Das wiederum hängt stark davon ab. Einige Kandidaten, da wäre man froh, wenn sie erst einmal etwas „Unternehmensluft“ schnuppern, bevor man sie einsetzt; bei anderen merkt man „Gut… dann wissen wir ja woran es lag“ und die brauchen sich auch nicht noch einmal bewerben.
Im Übrigen macht es in Bezug auf Loyalität absolut keinen guten Eindruck, wenn man ein Unternehmen nach 3 Monaten schon wieder verläßt: was „denen“ Konkurrenz passiert ist, kann auch mir passieren!
Es sei denn, man kennt den Konkurrenten und weiß genau, was man selbst dem AN bieten kann, was die Anderen nicht können.

Dann sogar noch lieber weil Du dann ja weisst wie’s bei der Konkurrenz aussieht.

Und deswegen für die gleiche Leistung möglicherweise €500 mehr willst… ^^

Wie gesagt, hängt sehr vom Fall ab.

Gruß,
Michael

Hi,

Am besten noch „Bitte betrachten Sie dies nicht als Wertung
Ihres Unternehmens…“,

Lang’ nicht mehr so gelacht - danke!

Anja

Hallo Thomas,

Es faellt mir nur schwer den Blickwinkel des Managers
einzunehmen und die wirlich „beste“ Loesung fuer das Dilemma
zu finden.

Welches Dilemma? Du hast die Auswahl (was schon mal schön ist) und wählst. Solange das andere Unternehmen nicht durch Dein Verhalten davon ausgehen musste, dass Du sicher zusagst, ist jede Annahme oder Planung dahingehend dessen Problem.
Ich verschwende an einen Bewerber keine Sekunde mehr als nötig Gedanken, bis mir die Personalabteilung sagt, dass er unterschrieben hat.
Das ist ein Markt. Mehr nicht. Du bekommst ja auch nicht jede Wohnung, die Du besichtigst und die Dir gefällt …

Vielleicht hat jemand dazu noch eine Idee bzw. Erfahrung?

Sich kurz für das Angebot bedanken, schreiben (oder einfacher: sagen), dass man sich anderweitig entschieden hat. Reicht. Da nimmt Dir (unter der oben genannten Voraussetzung) keiner was krumm. Das kennt jeder. Und wenn der Laden so was persönlich nähme, dann erscheint er mir nicht wirklich professionell.

Und ansonsten: Keinen Kopf drum machen, mit jedem Mal wirds einfacher:wink:

Grüße
Jürgen

Hallo,

ich hatte das auch schon mehrmals. Und habe mir ähnliche Gedanken gemacht wie Du.
Du bist nicht dafür verantwotlich, wenn man Dich ohne Deine Zusage schon „fest“ eingeplant hat (ich kenne aber GLs von KMUs die sowas tatsächlich machen…).

Offenheit siegt hier eindeutig. 3 - 4 Zeilen per Email mit einer nachvollziehbaren Begründung für Deine Entscheidung, ohne die adressierte Firma abzuwerten halte ich angebracht.
Anrufen finde ich etwas too much; das habe ich nur dann gemacht, als ich einen AV schon unterschrieben hatte und dann ein noch besseres Angebot kam…man liess mich ohne Groll („melden Sie sich, wenn Sie sich doch noch umentscheiden“) ziehen.

hth,

Stefan