Hallohallo,
um es vorweg zu sagen: Nein, ich weiß nicht, wo du dich seriös informieren kannst (sofern w-w-w nicht als seriös gilt
. Aber trotzdem teile ich dir meine Gedanken mit (unter anderem die Begründung, warum meines Erachtens nach keine solchen Informationsquellen geben dürfte).
Nein, ich habe keine Midlife-Crisis.
Ich will dir nicht zu nahe treten, aber die Beschreibung wirkt auch mich wie eine beginnende Midlife-Crisis. Das ist ja nicht schlimm - jeder macht das durch (ich hab’s auch noch in Bälde vor mir). Aber wenn du dir dessen bewusst bist, dass
a) es eine derartige Krise sein könnte (!),
b) Männer in der Krise oftmals dumme Sachen machen,
bewahrt es dich vielleicht vor dummen Sachen. Darum ist hier ein bisschen Selbstzweifel durchaus sinnvoll, wenn vielleicht auch sachlich nicht berechtigt.
Du schreibst nicht, in welcher Branche und in welcher Tätigkeit zu aktiv bist. Insofern kann ich jetzt nur Allgemeinplätze und unpassende Beispiele von mir geben.
Angenommen, du bist ein erfolgreicher Software-Entwickler. Hast dich weitergebildet, bist jetzt verantwortlich für die Architektur eines großen SW-Systems. Das ist Edeka.
Einerseits.
Andererseits stehen dir hiermit viele benachbarte Tätigkeitsfelder offen. Verlasse die direkte SW-Entwicklung, gehe in das Produktmanagement, in den Vertrieb von SW-Produkten, in die Leitung von SW-Abteilungen etc. In all diesen Aufgaben kannst du viele deiner Fähigkeiten weiter anwenden, neue Fähigkeiten entwickeln, neue Gesichtspunkte erfahren. Die Arbeit wird wieder interessant und herausfordernd.
Allgemeiner gesagt:
Guck mal, ob es bei deiner Tätigkeit nicht noch benachbarte Tätigkeiten gibt, die einerseits so große Überschneidungen mit deiner jetzigen Arbeit haben, dass du noch als kompetent wirken kannst, andererseits aber so viel Neues bieten, dass du die Herausforderung, den Kick noch spürst. Dadurch behältst du den roten Faden in deinem Lebenslauf (SEHR wichtig bei späteren Bewerbungen - du hast noch 20 Jahre Berufsleben vor dir!), kannst schnell wieder Expertise aufbauen, bist bald wieder anerkannt als kompetent und hast schnell Erfolgserlebnisse. Und die sind ja für die Arbeitszufriedenheit fast noch wichtiger als das Gehalt (meiner Meinung nach - wobei eine angemessene Bezahlung ja auch ein Anerkennungszeichen und damit ein Erfolgserlebnis ist).
Und darum gibt es auch keine seriöse Quellen für so einen Umstieg.
Wenn du etwas ganz Neues anfangen würdest, würdest du die schlechteste Variante wählen:
- Du wärst so unerfahren und schlecht wie die Berufsanfänger
- Hättest aber das Selbstbewusstsein und die Anforderungen (an Verantwortung, Gehalt, Umgang) eines Berufserfahrenen, nein, eines Experten
Dieser Konflikt bringt dich, deine zukünftigen Kollegen und deinen Arbeitgeber in der Regel um - keiner wäre glücklich.
„Schuster, bleib bei deinen Leisten“, heißt es. Das stimmt natürlich nicht (mehr) so. Aber aus einem Schuster wird ein Fußexperte oder ein Schuhfabrikant oder ein Orthopäde (jaja, stimmt so nicht, aber bitte macht mir nicht das Bild kaputt!) - aber nie oder nur unter schweren Mühen ein Schreiner.
Ich habe natürlich nur einen extrem kleinen Blick auf die Arbeitswelt - nämlich meinen - aber ich kann mir vorstellen, dass es auch für dich horizontale Weiterentwicklungsmöglichkeiten gibt, die dich befriedigen können, in der du auf dein Wissen, deine Erfahrungen, deine Verbindungen aufbauen kannst und Neues dir erarbeiten kannst.
Guck da mal.
Viele Grüße,
Bombadil2