Hallo Küchengeister,
meine Johannisbeeren sind in diesem Jahr besonders reichlich gediehen und jetzt reif.
Roh essen ist eine Option, Johannisbeerkonfitüren die andere.
Habt Ihr vielleich auch noch schöne Likörrezepte, womit man die frischen kleinen Früchtchen veredeln kann?
Danke im voraus sagt Bommelmops
Hallo!
Mein Allgemein-Likörrezept:
Jeweils 1 kg Früchte (eventuell leicht zerquetschen, damit mehr Saft und Aroma rauskommt) mit 1 l 35-42%igem Schnaps (geschmacksneutral: Wodka, (Doppel-)Korn; aromatisch, aber oft zu kräftig: Rum; feines Aroma: Obst-, Zwetschgen-, Kirschwasser, Apfelschnaps, Himbeergeist …) in einer Flasche mit weitem Hals ansetzen, nach Belieben passende Gewürze zugeben; für Johannisbeeren ist eine Vanilleschote ratsam. Gut verschlossen im Dunkeln (v.a. Johannisbeeren; andere Liköre kann und soll man oftmals am Licht stehen lassen) 4-6 Wochen oder auch länger unter öfterem Umschütteln stehen lassen. Aus Zucker und Wasser im Verhältnis 1:1 (kg:kg) einen Sirup kochen (man kann noch etwas Zitronensäure zugeben, dann wird der Zuckersirup weniger süß) und abkühlen lassen. Die Frucht-Schnaps-Mischung durch ein sauberes Küchentuch oder ein Flanelltuch abseihen und abtropfen lassen; hierfür legst Du am besten einen Stuhl mit der Sitzfläche auf den Tisch, knotest das Tuch zwischen den Stuhlbeinen fest und stellst eine genügend große Schüssel drunter; keinesfalls die letzten Reste rauspressen, sonst hast Du unschöne Flocken im fertigen Likör. Das Filtrat nach Geschmack mit Zuckersirup verrühren und auf sauber ausgespülte Flaschen aufziehen.
Den Zuckersirup kann man auch auf Vorrat machen, er ist gut haltbar.
Den Johannisbeerlikör nicht allzulange aufheben, ich würde mal schätzen 1 bis maximal 2 Jahre ist ok; wenn man ihn zu lange aufspart, verliert er seine schöne rote Farbe.
Mutige Menschen können sich auch an Weinproduktion wagen:
Rezept aus Omas Kochbuch:
Johannisbeerwein
Pflücke auserlesene, reife Johannisbeeren von den Stielen, presse den Saft aus, gib zu ½ l Saft 1 l Wasser, tu zuerst Zucker (1 ½ Pfund), der sehr fein zerschlagen sein muß, in Flaschen, dann den Saft darauf, stelle sie an einen kühlen Ort, womöglich in einen trockenen Keller, und rüttle alle zwei Tage daran, bis der Zucker gelöst ist. Dann lasse den angesetzten Wein ganz ruhig stehen und bedecke die Flasche mit Leinwand, damit nichts Unreinliches hineinfallen kann. Die Flasche muß ganz voll sein, damit die Gärstoffe sich von selbst herausschieben können, auch muß man etwas Saft ohne Zucker zurückbehalten, um damit in die Flaschen immer etwas nachgießen zu können. Sobald die Gärzeit vorüber ist, was immer 6-8 Wochen dauert, wird der helle Wein in andere Flaschen abgegossen und diese zugepfropft. Dieser Wein hält sich vortrefflich. – Wenn man etwas schwarze Johannisbeeren dazu nimmt, wird die Farbe des Weines schöner.
Ich selber mache den Wein in einer Ballonflasche mit Gärspund: Saft-Wasser-Zuckermischung wie oben angegeben einfüllen, Reinzuchthefe (z.B. vom Winzerbedarfshändler, WLZ, Raiffeisen, Internet…) nach Vorschrift mit etwas Most anrühren und zugeben und dann gaaaaaanz lange warten. Nach 6-10 Wochen ist die Gärung i.A. beendet, dann beginnt die Hefe sich abzusetzen. Wenn der Wein über der Hefe klar ist, den Wein vorsichtig mittels eines Schlauches über der Hefe abziehen, ohne dabei die Hefe aufzuwirbeln, und direkt mit dem Schlauch in saubere Flaschen füllen, und zwar so, daß der Wein nicht von oben in die Flasche plätschert, sondern der Schlauch möglichst am Boden der Flasche ist. Wichtig ist, daß Sauerstoffkontakt möglichst vermieden wird, daher die Schlauchtechnik.
Viel Spaß und Erfolg bei der Verarbeitung Deiner Johannisbeeren!
Grüßle
Regina