Joule-Thomson-Effekt

Hallo.

Mich würde mal interessieren, ob sich beim Joule-Thomson-Effekt die innere Energie des Gases ändert. (das Gas soll aus einem Behälter mit dem hohen, konstant gehaltenen Druck p1 in einen anderen Behälter mit dem tieferen, auch konstant gehaltenen Druck p2 strömen. Alles ohne Wärmeaustauch mit der Umgebung).

Eigentlich sollte sich trotz Temperaturabnahme die innere Energie erhöht haben, denn wenn alles Gas von einem in den anderen Behälter geströmt ist, wurde auf der einen Seite die Arbeit p1V1 geleistet und auf der anderen Seite die Arbeit p2V2 zurückgewonnen, sodaß die Differenz p1V1-p2V2 als Nettoarbeit gemäß dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik:
dU=dW+dQ=dW
die innere Energie eigentlich erhöhen sollte.

Und das ist doch sehr seltsam: ich stecke Energie in ein Gas und trotzdem wird es kälter… woran liegt das denn? Oder hab ich doch irgendwo einen Denkfehler?

Gruß
OLIVER

P.S.: könnte man nicht auch den Versuch irgendwie abändern, daß die innere Energie konstant bleibt? Ist der Effekt, also die Abkühlung dann stärker?

Hallo Oliver,

Mich würde mal interessieren, ob sich beim
Joule-Thomson-Effekt die innere Energie des Gases ändert. (das
Gas soll aus einem Behälter mit dem hohen, konstant gehaltenen
Druck p1 in einen anderen Behälter mit dem tieferen, auch
konstant gehaltenen Druck p2 strömen. Alles ohne Wärmeaustauch
mit der Umgebung).

Eigentlich sollte sich trotz Temperaturabnahme die innere
Energie erhöht haben, denn wenn alles Gas von einem in den
anderen Behälter geströmt ist, wurde auf der einen Seite die
Arbeit p1V1 geleistet und auf der anderen Seite die Arbeit
p2V2 zurückgewonnen, sodaß die Differenz p1V1-p2V2 als
Nettoarbeit gemäß dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik:
dU=dW+dQ=dW
die innere Energie eigentlich erhöhen sollte.

Du hast schon Recht, dasz die Netto-Arbeit p1V1 - p2V2 ist, die Aenderung der Energie ist dann E2 - E1 wegen der Energieerhaltung E1 + p1V1 + E2 + p2V2.
Das heiszt aber, dasz das Gas im Ausgangszustand mehr Arbeit leistet als das Gas im Endzustand, so dasz fuer „normale“ Druecke und Temperaturen der Endzustand kaelter ist, sprich die Energie wird von der inneren Energie abgezogen. Man kann allerdings auch das umgekehrte Verhalten finden:
Schreibt man dE = (dE/dV)dV + (dE/dT)dT (partielle Ableitungen!), so findet man, dasz dE/dV = -C_V(dT/dV), was unterschiedliche Vorzeichen haben kann. Wenn man z.B. Stickstoff bei 400bar und 300K entspannt, so wird das Gas waermer… wenn man’s nicht unter ca. 300bar entspannt.
Zu beachten ist, dasz bei all diesen Ableitungen die jeweils andere Variable konstant gelassen wird. Der Joule-Thomson-Effekt laesst sich im uebrigen schoen als Prozess konstanter Enthalpie H = E + pV darstellen.

ich hoffe, ich habe wenigstens einige Klarheiten beseitigt.

Grusz,
Ingo

Hallo , der Ingo von Borstel hat einmal recht , wenn er sagt , es erwärmt sich nicht immer ein Gas beim komprimieren oder o ähnlich , es gibt eine sogenannte Inversionstemperatur , bei welcher sich das Verhalten eines Gases umkehrt . Diese ist auch Druckabhängig .
Aber ich will mal sehen , ob ich in Deinem Artikel Fehler finde :

Hallo.

Mich würde mal interessieren, ob sich beim
Joule-Thomson-Effekt die innere Energie des Gases ändert. (das
Gas soll aus einem Behälter mit dem hohen, konstant gehaltenen
Druck p1 in einen anderen Behälter mit dem tieferen, auch
konstant gehaltenen Druck p2 strömen. Alles ohne Wärmeaustauch
mit der Umgebung).

Das kann man gut verstehen , ist gut beschrieben .

Eigentlich sollte sich trotz Temperaturabnahme die innere
Energie erhöht haben, denn wenn alles Gas von einem in den
anderen Behälter geströmt ist, wurde auf der einen Seite die
Arbeit p1V1 geleistet und auf der anderen Seite die Arbeit
p2V2 zurückgewonnen, sodaß die Differenz p1V1-p2V2 als
Nettoarbeit gemäß dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik:
dU=dW+dQ=dW
die innere Energie eigentlich erhöhen sollte.

Diese Behauptung ist fehlerhaft . Das Gas mit dem höheren Druck enthält die höhere Energie , man muß Energie für die Erzeugung von Druck aufwenden , ganz gleich , welche Art von Energie angesprchen wird . Verringert man den Druck , so verringert man einmal die mechanische Energie des Gases ähnlich wie bei einer Feder , und zum anderen sinkt als genannter Nebeneffekt im allgemeinen die Temperatur . Außerdem wird in irgendeiner Form Energie bei verminderung des Druckes frei , zum Beispiel in Form von Beschleunigung , von Lärm usw. , diese Energie , welche frei wird , könnte sich auch als Erwärmung bemerkbar machen , falls zu, Beispiel die schnelle Bewegung eines Gases durch Reibung mit einer Wandung in Wärme verwandelt .
Verringert man den Druck eines Gases , so verlieren die einzelnen Atome oder Moleküle kinetische Energie , Ihre Energie wird geringer , eine komprimierte Gasmenge hat für die erforderlich gewesene Komprimierung also niemals Arbeit geleistet , es ist also genau umgekehrt .
Zum Teil sind auch die Formeln leicht verfänglich .
Wenn man in einem geschlossenem physikalischen System irgend ein Ventil aufdreht , ohne irgend eine Energie aufzuwenden oder zu entziehen , bleibt diese selbstverständlich gleich .

Und das ist doch sehr seltsam: ich stecke Energie in ein Gas
und trotzdem wird es kälter… woran liegt das denn? Oder hab

Du steckst niemals Energie in ein Gas , wenn Du den Druck verminderst , schwerer Denkfehler .
Man muß lediglich zunächst Energie für die Erzeugung des Drucks aufwenden , welchen man vermindern möchte .

ich doch irgendwo einen Denkfehler?

Gruß
OLIVER

P.S.: könnte man nicht auch den Versuch irgendwie abändern,
daß die innere Energie konstant bleibt? Ist der Effekt, also
die Abkühlung dann stärker?

Die Abkühlung bei Entspannung von Gas kann man erhöhen , wenn man einen günstigen Druckbereich und ein geeignetes Gas wählt .
Außerdem kann man Strömungsverluste , die genannte Erwärmung durch Reibung vermindern .

Ich hoffe etwas intelligentes beigetragen zu haben ,
MfG
Matthias

Hallo,

Hallo,

also so ganz kann ich deine Ausführungen nicht ganz nachvollziehen… vielleicht habe ich den Vorgang auch nicht richtig beschrieben…

Eigentlich sollte sich trotz Temperaturabnahme die innere
Energie erhöht haben, denn wenn alles Gas von einem in den
anderen Behälter geströmt ist, wurde auf der einen Seite die
Arbeit p1V1 geleistet und auf der anderen Seite die Arbeit
p2V2 zurückgewonnen, sodaß die Differenz p1V1-p2V2 als
Nettoarbeit gemäß dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik:
dU=dW+dQ=dW
die innere Energie eigentlich erhöhen sollte.

Diese Behauptung ist fehlerhaft . Das Gas mit dem höheren
Druck enthält die höhere Energie , man muß Energie für die
Erzeugung von Druck aufwenden , ganz gleich , welche Art von
Energie angesprchen wird. Verringert man den Druck , so
verringert man einmal die mechanische Energie des Gases
ähnlich wie bei einer Feder , und zum anderen sinkt als
genannter Nebeneffekt im allgemeinen die Temperatur.

Also, der von mir beschriebene Vorgang sollte eigentlich OHNE Druckänderung ablaufen: in den zwei Behältern, sind zwar unterschiedliche Drücke, diese werden aber jeweils - z.B. durch bewegliche Kolben - konstant gehalten.
Ángenommen am Anfang ist alles Gas im Kolben 1 mit dem Druck p1 und dem Volumen V1. WEnn ich nun alles Gas bei konstanten Druck durch ein Drosselventil schiebe, habe ich die Arbeit W1=p1V1 verrichtet, sodaß innere Energie sich um W1 vergrößert hat. Auf der anderen Seite des Ventils breitet sich das Gas beim Druck p2 auf das Volumen V2 aus, dabei verrichtet es selbst die Arbeit W2=p2*V2, sodaß die inner Energie doch um diesen Betrag W2 abgenommen hat. Also habe ich eine Nettoarbeit von W1-W2 am Gas verrichtet.
Mein Problem ist, ob diese Energie jetzt größer oder kleiner ist am Anfang, d.h gilt W1>W2 oder W1

noch mal deutlich:
Also nochmal meine eigentliche Frage:

Wie ändert sich beim (isobar, adiabatischen) Joule-Thomsen-Effekt die innere Energie?
Meine Vermutung: sie erhöht sich, trotz Temp.abnahme.

Gruß
Oliver

P.S.:
das Gas soll aus einem Behälter mit dem hohen, konstant gehaltenen Druck p1 in einen anderen Behälter mit dem tieferen, auch konstant gehaltenen Druck p2 strömen. Alles ohne Wärmeaustauch mit der Umgebung.

Keine Arbeit !
Das Gas leistet beim Umströmen keine Arbeit. Das ist anschaulich etwas schwierig zu verstehen. Das Gas verschiebt z.B. keinen Kolben. Man stelle sich vor, man würde das Gas aus einer Gasflasche in ein Vakuum entströmen lassen. Hierbei wird auch keinerlei Arbeit verrichtet, die Gasteilchen wandern einfach auseinander.
Der Joule-Thomson-Effekt ist eine Abkühlung ohne Arbeitsleistung einfach aufgrund der Volumenzunahme, weil die Teilchen einen höheren mittleren Abstand aufweisen und etwas von der Bewegungsenergie für die Überwindung der Anziehungsenergie (Potentialenergie) aufgebraucht wird.
Der JT-Effekt wird immer wieder mit der adiabatischen Abkühlung oder Erwärmung verwechselt, bei der sehr wohl Arbeit vom Gas / am Gas verrichtet wird. Beispiele: Heiße Luftpumpe, Diesemotor, etc.

Gruß Moriarty

Das verstehen die Leute immer nicht richtig, aber man kann einem Gas nur mechanische Arbeit entnehmen, wenn es eine Volumenzunahme gegen eine Kraft leisten muß. Das Gas muß etwa einen Kolben längs eines Weges verschieben, und zwar gegen einen Widerstand. Genau das ist beim JT-Effekt nicht der Fall. Die Behältnisse sind in der Größe vorgegeben und das Gas strömt nur friedlich von einem in den anderen Behälter. Das Gas darf auch nicht verwirbeln oder herauszischen, denn dann wird wieder Arbeit verrichtet, nämlich um die Gasteilchen über einen Druckgradienten zu beschleunigen. Daher das poröse Diaphragma beim JT-Versuch, um das zu vermeiden.

Gruß Moriarty

Hallo.

Das Gas leistet beim Umströmen keine Arbeit. Das ist
anschaulich etwas schwierig zu verstehen. Das Gas verschiebt
z.B. keinen Kolben. Man stelle sich vor, man würde das Gas aus
einer Gasflasche in ein Vakuum entströmen lassen. Hierbei wird
auch keinerlei Arbeit verrichtet, die Gasteilchen wandern
einfach auseinander.

Also so viel ich weiß gibt es zwei Möglichkeiten den Joule-Thomson-Effekt zu erzielen: Einmal wie du es beschrieben hast, in dem man Gas einfach aus einem Ventiel strömen läßt, wobei es keine Arbeit verrichtet.
Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit: eben die, das Gas bei konstanten Druck aus einem Behälter durch ein Ventil langsam in einen anderen Behälter zu drücken und dort auch dafür zu sorgen, daß der Druck konstant bleibt. Das kann man zum Beispiel dadruch erreichen, indem ein beweglicher Kolben auf jeweils einer Seite sich dem Volumen anpasst, sodaß der Druck konstant bleibt. Auch hier wird doch vom Gas selbst keine Arbeit verrichtet, im Gegenteil wird dem Gas noch durch Arbeit Enerbie zugeführt (beim Herüberpressen).
Aber trotzdem sinkt die Temperatur. Einzigste Erklärung: Joule-Thomson-Effekt!

Kann man das vielleicht dadurch erklären, daß E_kin ~ T zwar kleiner wird, E_pot ~ 1/V jedoch im solchen Maße größer wird, sodaß die Gesamtenergie E = E_kin + E_pot wächst?

Gruß
OLIVER

Ich will mal sehen …
Da scheinen mehrere Sachen eine Rolle zu spielen .

Also, der von mir beschriebene Vorgang sollte eigentlich OHNE
Druckänderung ablaufen: in den zwei Behältern, sind zwar
unterschiedliche Drücke, diese werden aber jeweils - z.B.
durch bewegliche Kolben - konstant gehalten.

Um aber auf der einen Seite einen höheren Druck zu erzeugen , must man erstmal Energie oder Arbeit aufwenden , wobei sich das Gas erwärmt und eine mechanische Energie erhält . Dann zischt es auch gleich schon durch die Drossel .
Aber ich glaube , dieser Vorgang soll bei Dir keine Rolle spielen , man könnte das Gas ja kühlen und dann weitersehen .

Ángenommen am Anfang ist alles Gas im Kolben 1 mit dem Druck
p1 und dem Volumen V1. WEnn ich nun alles Gas bei konstanten
Druck durch ein Drosselventil schiebe, habe ich die Arbeit
W1=p1V1 verrichtet, sodaß innere Energie sich um W1 vergrößert
hat.
Auf der anderen Seite des Ventils breitet sich das Gas
beim Druck p2 auf das Volumen V2 aus, dabei verrichtet es
selbst die Arbeit W2=p2*V2, sodaß die inner Energie doch um
diesen Betrag W2 abgenommen hat. Also habe ich eine
Nettoarbeit von W1-W2 am Gas verrichtet.
Mein Problem ist, ob diese Energie jetzt größer oder kleiner
ist am Anfang, d.h gilt W1>W2 oder W1

Hallo

Irgendwie reden wir immernoch nicht von der selben Sache…

Um aber auf der einen Seite einen höheren Druck zu erzeugen ,
must man erstmal Energie oder Arbeit aufwenden

Nein, nein, ich betrachte den Vorgang ERST dann, wenn der hohe Druck schon lange steht und sage das Gas hat die innere Energie U.

. Dann

zischt es auch gleich schon durch die Drossel .
Aber ich glaube , dieser Vorgang soll bei Dir keine Rolle
spielen , man könnte das Gas ja kühlen und dann weitersehen .

Ja genau… eben ohne Wärmeaustausch… selbst, wenn das in der Praxis nicht zu erreichen ist, kann man es doch theoretisch ausschließen.

Hierbei hast Du dann einmal das Gas durch Reibung innerhalb
der Drossel erwärmt , aber außerdem kühlt sich das Gas ab (
meistens ) wenn der Druck abnimmt.

Also die Erwärmung durch Reibung ist ja ausgeschlossen…

Wenn zunächst die Temperatur überall auf Raummtemperatur ist ,
dann wird die Temperatur bei Druckaufbau ansteigen , falls das
druckhaltige Gas nicht gekühlt wird .
Als nächstes fällt die Temperatur des Gases wieder , das Gas
mit dem geringeren Druck wird kälter als das Gas mit dem
höheren .
Das ist glaub ich schon der Joule-Thomson Effekt .

Nicht unbedingt, es kommt drauf an, ob es das Gas kälter wird weil es ARBEIT verrichtet und somit Energie abgibt. (adiabatische Abkühlung) oder weil es die innere Energie „umverteilt“ und die kinetische Energie (Temp.) auf Kosten der Potentiellen abnimmt. (Joule-Thomson-Effekt)

die kinetische Energie wird geringer, aber wenn der Abstand
der Atome oder Muleküle größer wird, steigt doch die
potentielle Energie!

Nein , das Potential wird geringer . Es ist , ob ob eine
mechanische Feder entspannt wird .

Nein, die potentielle Energie ist E_pot=-a/V² und diese wird größer, wenn V zunimmt. Die Feder wird also erst gespannt (Arbeit gegen die anziehende Kohäsionskraft!)

Ich wollte nur eine Behauptung aufzeigen , welche
möglicherweise zur Betrachtung nützt .

Ja ist schon klar… an dieser Stelle mal Danke für die Diskussion!

Und das ist doch sehr seltsam: ich stecke Energie in ein Gas

und trotzdem wird es kälter… woran liegt das denn? Oder hab

Du steckst niemals Energie in ein Gas , wenn Du den Druck
verminderst , schwerer Denkfehler.

Es sei denn der Druck wird dadurch konstant gehalten indem ich
das Gas expandieren lasse.

Wenn Gas expandiert , wird bei gleicher Temperatur der Druck
niedriger.

Eigentlich sollte der Druck konstant bleiben.

Da sind auch immer mehrere Faktoren . Deine aufgewendete
Energie macht sich ohne Zweile als Erwärmung bemerktbar .
Trotzdem ist der Joule-Thomson Effekt gültig .

Das Gas wird KÄLTER!! Das ist ja gerade der Witz!!

Aber ich glaube, hab die Lösung schon selbst gefunden:
Ich führe dem Gas zwar Energie zu aber es wird trotzdem kälter, weil es diese Energie dazu nutzt, daß die Atomabstände erhöht werden, also seine potentielle Energie erhöht. Die zugeführe Energie reicht aber allein, dazu nicht aus, also wird noch ein Teil der kinetischen Energie dazu verwenden. Da diese proportional zur Temperatur ist, wird diese kleiner!

ich denke mal wird so stimmen…

Gruß
OLIVER

Hallo Oliver,

Das Gas wird KÄLTER!! Das ist ja gerade der Witz!!

Vorausgesetz, das ganze findet unterhalb der Inversionstemperatur statt!

Aber ich glaube, hab die Lösung schon selbst gefunden:
Ich führe dem Gas zwar Energie zu aber es wird trotzdem
kälter, weil es diese Energie dazu nutzt, daß die Atomabstände
erhöht werden, also seine potentielle Energie erhöht. Die
zugeführe Energie reicht aber allein, dazu nicht aus, also
wird noch ein Teil der kinetischen Energie dazu verwenden. Da
diese proportional zur Temperatur ist, wird diese kleiner!

ich denke mal wird so stimmen…

Tut es im Prinzip. Aber Du führst ja in Wirklichkeit keine Energie zu, sondern wandelst nur welche um. Da jetzt mehr potentielle Energie vorhanden ist, muß weniger kinetische da sein, und die Temperatur sinkt.

Gruß Kubi

HAllo Kubi,

Aber ich glaube, hab die Lösung schon selbst gefunden:
Ich führe dem Gas zwar Energie zu aber es wird trotzdem
kälter, weil es diese Energie dazu nutzt, daß die Atomabstände
erhöht werden, also seine potentielle Energie erhöht. Die
zugeführe Energie reicht aber allein, dazu nicht aus, also
wird noch ein Teil der kinetischen Energie dazu verwenden. Da
diese proportional zur Temperatur ist, wird diese kleiner!

ich denke mal wird so stimmen…

Tut es im Prinzip. Aber Du führst ja in Wirklichkeit keine
Energie zu, sondern wandelst nur welche um. Da jetzt mehr
potentielle Energie vorhanden ist, muß weniger kinetische da
sein, und die Temperatur sinkt.

Gruß Kubi

Doch, ich führe Energie hinzu, denn es gibt ja den negativen Effekt, wenn das Gas nicht vorkühlt ist und über der Inversionstemperatur liegt, dann erwärmt es sich nämlich.
Und dann hat sich die kinetische und die potentielle Energie erhöht, also muss dem Gas Energie zugeführt worden sein.

Also wird prinzipiell Energie zugeführt, denn der Vorgang (und damit die Arbeit) bleibt ja derselbe. (Ob ich jetzt kaltes oder heißes Gas durch das Ventil schiebe ändert ja nichts an der Arbeit)

Gruß Oliver

Hallo Oliver,

Also wird prinzipiell Energie zugeführt, denn der Vorgang (und
damit die Arbeit) bleibt ja derselbe. (Ob ich jetzt kaltes
oder heißes Gas durch das Ventil schiebe ändert ja nichts an
der Arbeit)

Es gibt hier keine Arbeit! Der Joule-Thomson-Effekt ist ja gerade der Name für den Effekt, daß sich der Energieinhalt eines realen Gases auch dann verändern kann, wenn eine Entspannung adiabatisch und gedrosselt (d.h. ohne Arbeit zu verrichten) stattfindet.

Unter diesen Bedingungen bleibt die Enthalpie konstant. Was sich ändert, sind kinetische und potentielle Energie. Wenn man die Formel der Enthalpie nimmt, das vollständige Differential gleich Null setzt und durchrechnet, erhält man für dT/dV einen Ausdruck, der je nach den Werten für a und b positiv oder negativ sein kann. In keinem Fall wird aber Arbeit verrichtet! Es findet lediglich eine interne Energieumverteilung statt.

Gruß Kubi

Hallo Kubi.

Also wird prinzipiell Energie zugeführt, denn der Vorgang (und
damit die Arbeit) bleibt ja derselbe. (Ob ich jetzt kaltes
oder heißes Gas durch das Ventil schiebe ändert ja nichts an
der Arbeit)

Es gibt hier keine Arbeit! Der Joule-Thomson-Effekt ist ja
gerade der Name für den Effekt, daß sich der Energieinhalt
eines realen Gases auch dann verändern kann, wenn eine
Entspannung adiabatisch und gedrosselt (d.h. ohne
Arbeit zu verrichten) stattfindet.

Ja, stimmt schon, daß das Gas keine Arbeit verrichtet, aber ich meinte, daß dem Gas von außen Energie durch Arbeit hinzugefügt wird!

Es gibt ja zwei Möglichkeiten den Effekt zu realisieren

  1. adiabatisch-isochor, in dem es durch ein Drosselventil von einem Behälter in einen anderen strömen lässt. Dann hat man keine Arbeit verrichtet (wie du gesagt hast) und die Änderung der inneren Energie ist Null. dU=0 Ich meinte aber die zweite Möglichkeit:
  2. adiabatisch-isobar, indem das Gas bei konstanten Druck von einem Behälter in den anderen hineindrückt, dann ist die Enthalpie konstant dH=0, aber man hat trotzdem Arbeit beim Drücken verrichtet. (nämlich W=p*V)

Unter diesen Bedingungen bleibt die Enthalpie konstant. Was
sich ändert, sind kinetische und potentielle Energie.

Ja, aber in der Summe ist die Energie insgesamt trotzdem gestiegen!

Wenn man

die Formel der Enthalpie nimmt, das vollständige Differential
gleich Null setzt und durchrechnet, erhält man für dT/dV einen
Ausdruck, der je nach den Werten für a und b positiv oder
negativ sein kann. In keinem Fall wird aber Arbeit verrichtet!

dT/dV kann positiv werden? Also ist dT auch positiv! Und wegen
U= U_kin + U_pot = f/2R*T - a/V wird U insgesamt positiv. Und nun nehme ich mal den ersten HAuptsatz der Thermodynamik:

dU=dW+dQ > 0 und wegen dQ=0 folgt: dW>0

Das war zwar vom Fall der Erwärmung ausgegangen, aber weil die Arbeit, die ich im Fall der Temperaturerniedrigung netto in das Gas stecke W=p1V1-p2V2, ja noch größer wird, weil V2 in diesem Fall kleiner wird, hab ich quasi erst recht dW>0.

Hört sich doch alles logisch an, oder?

Gruß
OLIVER

Hallo Oliver,

Ja, stimmt schon, daß das Gas keine Arbeit verrichtet, aber
ich meinte, daß dem Gas von außen Energie durch Arbeit
hinzugefügt wird!

War wohl ein Mißverständnis hier, sorry.

  1. adiabatisch-isobar, indem das Gas bei konstanten Druck von
    einem Behälter in den anderen hineindrückt, dann ist
    die Enthalpie konstant dH=0, aber man hat trotzdem Arbeit beim
    Drücken verrichtet. (nämlich W=p*V)

Stimmt. Wie gesagt, ich hatte Dich falsch verstanden.

[schnips]

Hört sich doch alles logisch an, oder?
Tut es. Wie gesagt, war ein Mistverständnis. Du hast recht mit der hineingesteckten Energie.

Gruß Kubi