Journalismus

Liebe/-r Experte/-in,

ich habe Dich unter dem Begriff „Journalismus“ gefunden. Mein Anliegen ist, dass ich gern eine Geschichte, die mir bei Gericht passiert ist (u.a. Rechtsbeugung durch den Richter, der von meinem Anwalt daraufhin angezeigt wurde) öffentlich machen möchte.

Es ist aber schwierig, den „Fuss“ in eine Redaktion zu bekommen, wenn man dort niemanden kennt.

Bei Interesse kann ich Dir meine Geschichte gern einmal schildern, sie ist allerdings etwas länger.

Hast Du sonst vielleicht irgendeinen Tipp für mich?

Beste Grüsse sendet Dir Bine

Hallo Bine,
bei mir bist Du leider falsch - ich bin Kulturjournalist.
In Salzburg könnte ich Dir vielleicht Leute nennen, aber ich weiß ja nicht, von wo Du schreibst.
Im Zweifelsfall: Auskundschaften, wer in den jeweiligen Medien für Gerichtssaal-Dinge zuständig ist und halt versuchen, telefonisch Kontakt zu kriegen. Alternative: Lokaljournalisten ansetzen, wenn’s als Story effektvoll genug ist. Aber mit schwebenden Verfahren verbrennt sich natürlich niemand gerne die Finger. Man darf da keine Namen nennen - journalistisch also höchst undankbar.

lg
krie-

Hallo Bine,
täglich bekommen tausende von Menschen einen Fuß in eine Redaktionstür - so schwer ist das nicht.
Wenn das, was du beschreibst, dir am örtlichen Amtsgericht passierte, ist es das einfachste, du rufst in der Lokalredaktion deiner örtlichen Zeitung an, oder gehst einfach mal hin. Adresse und Telefonnummer findest du im Impressum deiner Lokalzeitung oder im Telefonbuch.
Dann nimmst du deine gesamten Unterlagen zu dem Fall mit und besprichst das mit dem zuständigen Redakteur. Am besten, du bringst auch gleich eine schriftliche Bestätigung mit, dass dein Anwalt dem Journalisten zu diesem Fall Auskünfte zur Veröffentlichung geben darf - denn der Journalist muss diesen Fall recherchieren. Er darf sich nicht allein auf das verlassen, was du ihm - als Betroffene - berichtest. Er wird sich auch mit dem beschuldigten Richter in Verbindung setzen bzw. dessen Vorgesetzten. Dazu ist der Journalist verpflichtet. Wenn er darüber etwas schreibt, wird er den Fall nicht ausschließlich aus deiner - voreingenommenen - Sicht schildern.
Sollte dir deine Lokalzeitung als Medium ungeeignet erscheinen, dann kannst du dich natürlich auch an eine überregionale Zeitung wenden oder ans Fernsehen. Sat1 „Akte09“ greift solche Fälle hin und wieder auf. Oder auch die Regionalprogramme der Dritten TV-Sender. Da musst dann ebenfalls die zuständigen Redakteure ausfindig machen, in dem du beim Sender anrufst und dich von der Zentrale mit der jeweiligen Redaktion verbinden lässt.
Ich wünsche dir viel Erfolg
Werner

Hallo Bine,

ich empfehle dir, die Geschichte einfach in einem kurzen email an sämtliche Lokalredaktionen (Zeitungen…) in deiner Gegend zu schicken. Ruf kurz bei der Zeitung o.ä. an und lass dir die emailadresse vom Chefredakteur geben und SEINEN NAMEN (für die korrekte Anrede).

Die emails werden üblicherweise gelesen, da muss man „keinen Fuß“ in der Tür haben. Wichtig ist, dass du das ganze kurz schilderst, nicht zu ausführlich, denn wenn es die Redakteure interessiert, fragen sie ohnehin nach, und dann kannst du’s ausführlich erklären. Empfehle, das ganze vorher im Word niederzuschreiben und auf etwa eine halbe Seite zu kürzen, dann sind die Chancen sehr hoch, dass jemand das liest. Es ist sehr schwer, die wesentlichen Informationen aus einer Geschichte herauszufiltern, aber du hast das ja ohnehin schon teilweise gemacht: Rechtsbeugung durch einen Richter bei einem Prozess.

Ich empfehle außerdem, nicht zunächst „darf ich Ihnen meine Geschichte erzählen“ zu schicken, sondern die Story sofort zu senden - denk dran, dass die meisten REdakteure chronisch überlastet sind (wir bekommen täglich bis zu 50 emails von allen möglichen Interessengruppen, etc., dazu die hunderten Meldungen über die Nachrichtenagenturen, und daneben sollen wir auch noch Geschichten produzieren…), und deshalb dankbar für jede Arbeitserleichterung.

Für mich selbst ist das nicht interessant, da ich in einer Wirtschaftsredaktion beim Fernsehen arbeite, aber wenn du in Österreich leben solltest, kannst du an den ORF-Schauplatz Gericht schreiben. In Deutschland kenne ich mich beim Fernsehen nicht so gut aus, aber Lokalzeitungen sind ohnehin meistens ergiebiger.

Viel ERfolg,
lg Jens

Hallo Bine,

du kannst mir deine Geschichte gerne schriftlich umreißen und ich schau dann, ob es von Interesse sein könnte. Für mich oder aber für eine andere Zeitung oder ein anderes Format.

Viele Grüße, Wiebke

Hallo Wiebke,

danke für Deine nette Antwort.

Es geht um einen Prozess, den ich seit über fünf Jahren mit meinem Exfreund am Laufen habe, weil ich mich getrennt habe. Ich habe mir absolut nichts zu schulden kommen lassen.
Zwar geht es „nur“ um Geld, aber es waren sowohl ein Straf- als auch ein Zivilprozess anhängig.
Ich wurde strafrechtlich zu einer hohen Geldsumme verurteilt und soll zivilrechtlich (die nächsten 30 Jahre) ebenfalls fleissig Geld an meinen Ex zahlen, obwohl es diverse Beweise gibt, dass mein Exfreund die Angelegenheit konstruiert hat. Aber der Richter hat sämtliche Beweise, die mich entlasten, „abgebügelt“, Druck auf mich ausgeübt, weil ich u.a. meine Mutter als Zeugin nannte, der er, wenn ich den Prozess weiter führe, ebenfalls schaden wollte. Mein Rechtsanwalt hat sogar seinerzeit Strafantrag gegen den Richter wegen Rechtsbeugung gestellt.

Ich habe eine sehr lange Schilderung parat, die ich bei wirklichem Interesse gern einmal per eMail übersenden kann.
Im Grunde folgt in dem gesamten Prozess ein Skandal dem nächsten. Natürlich ist alles, was ich zu schildern habe, durch die Akte und/oder meinen Anwalt belegbar.

Ich möchte es öffentlich machen, weil ich das „Recht“ trotz jeder Menge Beweise nicht auf meiner Seite habe und der Richter offenbar nicht an Wahrheitsfindung interessiert war, ihm auch egal war, jemanden an den Rand seiner Existenz zu bringen.
Meiner Meinung nach müsste sich dafür eine Menge von Menschen interessieren. Ich bin immer schockiert, wie sehr sich die breite Masse für Themen wie z.B. Fettabsaugung zu interessieren scheint, nicht aber für wirklich ernste Dinge.

Soll ich die gesamte Geschichte denn einmal zumailen?

Beste Grüsse - Bine

Hallo,
da ich in den Bereichen Natur und Kultur arbeite, kann ich leider keinen Kontakt zu einer Redaktion herstellen. Es wäre - sofern es sich um eine Sache von öffentlichem Interesse handelt - etwas für eine Polit-Redaktion. Der beste Weg wäre, Deine Geschichte in übersichtlicher und möglichst kurzer Form darzustellen und bei einer Redaktion - die Sendungen kennst Du ja aus dem Fernsehen - über die Kontaktadresse einzureichen. Wichtig ist allemal, dass es sich um etwas handelt, was nicht nur eine private Dimension, sondern auch Wirkungen auf größere Bereiche hat - es gibt auch bei den privaten Sendern Redaktionen, die sich für solche Geschichten interessieren - brisant, Spiegel TV etc… Normalerweise ist es kein Problem, Informationen an eine Redaktion zu geben, da der Journalismus ja von solchen Hinweisen lebt.
Grüße!

Hallo, Bine,
wichtig ist, dass du dich an die richtige Redaktion wendest, z.B. eine Lokalredaktion von Zeitung oder Radio in deiner Stadt. Ist der Fall spektakulär, kannst du es auch bei RTL oder Sat 1 oder so probieren. Ansprechpartner findest du in der Regel auf den Webseiten der Sender und Zeitungen. Eine andere Möglichkeit: Du überlegst, in welche Sendung dein Fall passen würde und schreibst den im Abspann genannten Redakteur oder Produzenten direkt an.
Du kannst mir deinen Fall gern schildern. Vielleicht fällt mir dann noch etwas dazu ein.
Lieben Gruß,
Erika

Liebe Bine,
ich kann leider nicht für Dich tätig werden, denn ich gehöre nicht zu den Journalisten, die ständig neue Geschichten suchen.
Am besten schreibst Du selbst erstmal Deine Geschichte auf, und zwar ganz sachlich und ohne Emotionen, der Reihe nach - alles das, was passiert ist, von einem objektiven Standpunkt aus. Dann schreibst Du dazu, wie Du das Ganze erlebt hast. Nun kommt also Dein persönliches Erleben dazu.
Wenn Du das geschafft hast, dann kannst Du die Lokalredaktion der seriösesten Zeitung in Deinem Ort/in Deiner Stadt anrufen, dort den Vorgang schildern und anbieten, dass Du ihnen den Text schickst, den Du geschrieben hast, damit sie sehen können, worum es geht.
Das gleiche kannst Du auch bei Deinem Lokalsender (TV/Radio) versuchen. Vorsicht bei privaten Fernsehsendern!
Eine andere Möglichkeit wäre, dass Du Dich über Deinen Rechtsanwalt, der offenbar auf Deiner Seite ist, an die Rechtsanwaltskammer wendest, die eine Abt. für Öffentlichkeitsarbeit haben sollte.
Ich hoffe, dass ich Dir damit ein bisschen helfen konnte.
Mit besten Grüßen
Gaby Sikorski

Hallo Erika,

vielen Dank für Deine nette Antwort. Also, ich hatte es seinerzeit schon bei diverse Redaktionen probiert. Aber ich glaube, auch wenn Du einen bestimmten Ansprechpartner hast, wird das ganze von Sekretärinnen mit viel Glück vorab gelesen, aber meistens wohl ungelesen aussortiert.

Gern nehme ich Dein Angebot wahr und maile Dir meine Schilderung, würde das aber lieber ausserhalb dieses Forums machen.

Magst Du mir dafür vielleicht eine eMail-Adresse geben?

Danke und beste Grüsse

Bine

Sehr gerne: [email protected]

Hallo Bine,

ich denke, dass das möglicherweise ein schwieriges Thema ist für jemanden, der sich mit Justiz nicht so recht auskennt und Streits unter Partnern schwer zu beurteilen sind. Ich werde mal überlegen, ob es jemanden gibt, der sich besser damit auskennt als ich. Wenn du magst kannst du mir die Geschichte trotzdem zuschicken und ich werfe schon mal einen Blick drauf. Große Hoffnungen mag ich dir erstmal natürlich nicht machen. Viele Grüße, Wiebke

Hallo steeenchen410,
kann Dir leider nicht wirklich weiterhelfen. Aus meiner Erfahrung würde ich mit der Sache zu der Lokalredaktion Deiner Heimatzeitung gehen und dort mit einem Lokalreporter reden. Die sind eigentlich immer auf der Suche nach guten Geschichten. Und wenn Sie Dich abbügeln wollen, hartnäckig bleiben. Vor allem aber sachlich: Zur Not sagen: Gut, dann gehe ich mit der Story eben zur Konkurrenz. Loswerden solltest Du Deine Geschichte so immer - was der Lokalreporter allerdings daraus macht, ist dann wiederum eine ganz andere Sache.

Alternative: Setz Dich mit irgendeinem Blogger aus der Justizszene in Verbindung. Kenn mich da nicht aus, aber vermute mal, dass es so etwas gibt. Dort wirst Du die Geschichte sicherlich auch los.
Viel Erfolg
v.

Hallo Wiebke,

Dein Angebot, Dir die Geschichte zuzumailen, nehme ich gern wahr.

Glaube mir, alles was ich zu schildern habe, ist durch die Akte und meinen Anwalt zu belegen.

Magst Du mir vielleicht eine eMail-Adresse nennen? Ich möchte die Schilderung nicht so gern innerhalb dieses Forums „auf den Weg“ geben.

Lieben Gruss

Bine