Ein Bild, das bisher im JPG-Format vorliegt, soll jetzt über
eine Digitaldruckmaschine gedruckt werden. Laut der Druckfirma
muss das Bild im TIFF-Format abgeliefert werden…
Hallo,
dann schliesse ich mich mal grundsätzlich der Meinung von Magnus an. Vor „vielen“ Jahren (vielleicht 10), als die Qualität der Reproduktion noch einen höheren Stellenwert hatte als heute, galt es als Todsünde, einmal komprimierte Bilder (zu belichten und) zu drucken. Heute ist es bedingt durch die digitale Datenübertragung zwischen Kunden, Agenturen, Reprohäusern und Druckereien gang und gäbe , für den Druck bestimmte Bilddateien komprimiert auszutauschen.
Natürlich haben sich dabei Standards durchgesetzt, eben die JPEG-Komprimierung in maximaler Qualität , wie sie z.B. von Photoshop oder Image-Servern wie Helios erzeugt wird. Das Dateiformat ist dabei zweitrangig, solange es die Komprimierung unterstützt.
Beispiel: Die Bilder eines vor kurzem in die Schlagzeilen geratenen Kaufhauskonzerns, die für die Produktion von Versandhauskatalogen bestimmt sind, werden natürlich schon bei der Aufnahme komprimiert und in Online-Bilddatenbanken eingepflegt. Von dort werden sie von den produzierenden Druckvorstufenbetrieben per FTP heruntergeladen, bearbeitet und den (Tief-)Druckern (unkomprimiert) zur Verfügung gestellt. Zur Archivierung werden die endkorrigierten Tiffs dann wieder in EPS-Jpeg gewandelt und in die Datenbank hochgeladen.
Die zweifache Komprimierung lässt sich bei dieser webbasierten Produktionsweise nicht vermeiden. Niemand bestreitet, dass es dabei zum Qualitätsverlust kommt, entscheidend ist jedoch: Man erkennt ihn visuell nicht. - Und schliesslich kommt es auch auf das Bildmotiv selbst an. Einer bunten Wald- und Wiesenabbildung wird kein „Normalsichtiger“ die mehrfache oder eine qualitiv etwas schlechtere Komprimierung ansehen. Erst recht nicht, wenn es als Titelbild für das lokale Kaninchenzüchtervereinsblatt auf bescheidenem Papier gedruckt wird. Bei der Modellbroschüre eines Autoherstellers, dessen Fahrzeuge mit edlem Lack und feinen Haarlinien auf teurem Kunstdruckpapier abgebildet sind, sieht die Sache natürlich etwas anders aus.
Zum Schluss: Vor einigen Tagen las man hier die Frage nach der Umwandlung eines Tiffs in PDF, weil eine (andere) Druckerei „nur PDF annehmen“ wollte. Zu jener und zur jetzigen Anfrage fällt mir noch weiterer Hinweis ein, und der lautet: Schleunigst den Druckdienstleister wechseln!
Ich habe nichts gegen standardisierte Workflows. Dazu gehören auch Vorgaben, wie der Kunde seine Daten im Idealfall anliefern sollte. Aber eine Druckerei, ob digital oder konventionell, die ihre Kunden mit solch einfachen Dateikonvertierungen im Regen stehen lässt - und in beiden Postings ging es um genau ein Bild - gehört abgeschossen! Da stimmt irgendwas mit dem Service nicht.
Gruss,
Andreas