'jucken' ? aktivisch/passivisch; Herkunft

Was meint ihr:

„Es juckt mich am Rücken.“ („Es juckt mir am Rücken.“ --??–)
bzw.
"Juck mich bitte mal am Rücken, ich hab da einen Mückenstich ".

  1. Ist ‚jucken‘ passivisch oder aktivisch zu gebrauchen, oder beides?

  2. Woher kommt das Wort?

Markuss

Hallo Markuss,

also… ich denke das das „juck mich mal“ eher volksmund ist.
jucken ist kein verb.

es kann etwas jucken. wenn etwas juckt, dann kannst du dich Kratzen, damit das Jucken aufhört.

Ich denke aus Mangel an Vokabeln (in diesem Falle „kratzen“) wird oft jucken verwendet. Eine Unsitte wie ich finde.

lieg ich richtig?

Gruzs

PixelKoenig

Hi,

es kann etwas jucken. wenn etwas juckt, dann kannst du dich
Kratzen, damit das Jucken aufhört.

Ich denke aus Mangel an Vokabeln (in diesem Falle „kratzen“)
wird oft jucken verwendet. Eine Unsitte wie ich finde.

Zustimmung! :smile:

J~

Woher kommt das Wort? Geheimtipp: Grimm
http://germa83.uni-trier.de/DWB/welcome.htm

Bernhard

_2. (ugs.)

a) sich an einer juckenden Körperstelle kratzen, reiben o. Ä. , um dem Juckreiz entgegenzuwirken:
sich wegen eines Mückenstichs j.;
b) durch Jucken (2 a) seine Haut in einen bestimmten Zustand versetzen:
er hat sich blutig gejuckt._

also… ich denke das das „juck mich mal“ eher volksmund ist.

Damit liegst du also richtig.

jucken ist kein verb.

Das versteh ich jetzt nicht.

Gruß
Kreszenz

Hallo, Bernhard,

du hast die richtige Schmiede genannt. Hier ist auch das Eisen:
Gruß Fritz

_ JUCKEN,JÜCKEN , sw. v. springer; jucken.

  1. jedenfalls haben sich zwei jetzt abliegende bedeutungen aus einem und demselben verbum entwickelt. ein jucken, jücken springen, laufen, findet sich (mit der nasalierten nebenform junken, s. d.) im alemannischen sprachgebiete, in alten quellen, so viel zu ersehen, bis jetzt zwar nicht bezeugt, aber demungeachtet uralt; denn es steht in engstem etymologischen zusammenhange mit jeuchen (sp. 2325) davon jagen, fliehen, und mit goth. jiuka, zank, streit, dessen eigentliche bedeutung wol anprall, feindlicher anlauf ist, musz als eine intensivbildung von der beiden zu grunde liegenden wurzel gefaszt werden, wie zucken zu ziehen oder bücken zu biegen und beugen steht, und hat seine ausläufer auch anderswo: rhein. jockeln, juckeln schaukeln, besonders auf einem stuhle, juckern das fleisch zu würsten klein schneiden vermittelst eines besondern werkzeuges (jucker, juckermesser), das wiegend und springend über das fleisch geht. KEHREIN 211. der alte begriff des springens hat sich schon früh auf einen eigenthümlichen hautreiz allgemein übertragen (in ähnlicher weise wie für einen andern das verbum überlaufen gebraucht oder eine hitze als fliegend gedacht wird), und ist darüber in vergessenheit geraten, so dasz er nur auf engem raum noch lebt.

  2. belege für das alemannische jucken, jücken, springen:

was gern godt (geht) uff der gouchmat gaffen,
wider und für ind winkel jucken
und durch die kleinen fensterlin gucken.
P. GENGENBACH gouchmatt 1295;

da kamen sie zu einem flus,
da solten sie hinüber jücken,
aber sie fanden keine brücken.
FISCHART dicht. 1, 140, 269 Kurz.

ietzt schweiz. jocka, jucka springen, öber de graba jocka. TOBLER 286a; jucken, mit schnelligkeit auffahren, aufspringen oder mit schnelligkeit auf etwas fahren STALDER 2, 77; schwäb. jucken, springen, hüpfen, einem gleich aufjucken alicui ad nutum praesto esse SCHM. 1, 1201 Fromm.; das war dann lustig, wenn die kühe (im frühjahr) so aus den ställen hinaus juckten und gumpten. FELDER Nümmamüllers 44 (vorarlbergisch).

  1. jucken, prurire ist allgemein hochdeutsch und alt: ahd. juckan, jucchan prurire, scalpere, mhd. jucken; und geht auch ins niederdeutsche: prurit jukid endi kitilôd Prudentiusgloss. in Haupts zeitschr. 15, 528, 619; prurire niederd. jocken DIEF. 469c; vielleicht auch ins angelsächsische, insofern sich hier wenigstens einige nominalableitungen nachweisen lassen, vgl. unten unter jucks. es steht von der empfindung des hautreiszes, und wird dann auf die handlung die ihn erzeugt, übertragen (no. 4).

a) zufrühest wol unpersönlich, es juckt: es juckt am beine, am linken arme; es juckt auf der haut; gewöhnlich aber mit acc. der betroffenen person: es juckt mich; wens juckt, der

Bd. 10, Sp. 2348

kratze sich. SIMROCK sprichwörter s. 278; wens juckt, der musz sich kratzen, käm auch das blut heraus. ebenda; wo es mich juckt, da darf ich nicht krauen. 279;

A. willst du die noth des hofes schauen:
da wo dichs juckt, darfst du nicht krauen!
B. wenn der redner zum volke spricht,
da wo er kraut, da juckts ihn nicht.
GÖTHE 26, 324;

oder mit dativ: mancher krauet sich, da es jhm nicht jükt SCHOTTEL 1124b; erröthet bei keinem loche im strumpfe, kratz sich ungescheut wo es ihm juckt. MÖSER patr. phant. 1, 76.

b) übertragen auf verwandte seelische empfindungen, auch mit erläuternden beisätzen: können sie wohl glauben, dasz ich ihre plastik noch nicht gelesen habe? … es juckt mich alle tage darnach, und doch fürchte ich mich davor. LESSING 12, 542; wenns davor dich schwindelt, sagte Jacob, so juckt es hingegen mich an händen und füszen vor lust, mit euch zu gehn. RUMOHR novellen 2, 21;

meint sie, weil ich ein fürstensöhnchen sei,
so müsse michs gar sehr nach wunden jücken? (: pflücken).
WIELAND 10, 189;

zurück, und rühr ihn noch mit einem finger an,
wofern dichs jückt mein schwert in deinem wanst zu fühlen.
20, 23 (Oberon 1, 34);

es juckt und brennt mich nach dem namen.
SCHILLER Turandot 3, 4;

's hat sich ein neuer, frischer prinz gemeldet,
dens jückt, um einen kopf sich zu verkürzen.
2, 1 (variante dem jückt);

es juckt mich in allen fingern (ich möchte ihn schlagen oder raufen).

c) mit den körpertheilen, an welchen die empfindung sich zeigt, als subject: der finger juckt; die haut juckt, cutis prurit. STEINBACH 1, 817; die zähne jucken, dentes pruriunt. ebenda; ein juckender hautausschlag; du solt niht gelôben an zober, an luppe … noh an die brâwen und die wangen juken. WACKERNAGEL pred. s. 77, 7;

juckend sagt mein daumen mir:
etwas böses naht sich hier!
SCHILLER Macb. 4, 3.

mit accusativ oder dativ der betroffenen person: die haut jücket mich, cutis prurit. STIELER 902; die haut juckt ihm als wann ameisen darauf liefen, cutis formicat. FRISCH 1, 492b; es war der tebelhohlmer, mein ganzer leib über und über wie eine bürckene rinde, und die haut fieng mir an zu gucken wie nichts guts. Schelmuffsky 2, 15; es hat mich eine mücke auf den fusz gestochen. nun juckt mich das schienbein abscheulich. GELLERT 3, 246; einem von uns begunte der magen zu jucken, und seine zunge und bauch nach den früchten zu lecken. pers. baumg. 6, 6; die wunden jucken mir, vulnera pruriunt STEINBACH 1, 817; beide herren musz ein verborgenes geschwür jucken. LESSING 6, 261;

mich juckent arme und diu bein.
Seifr. Helbl. 3, 37;

hui! mich juckt der daumen schon.
sicher kommt ein sündensohn.
BÜRGER 303b (Macb. 4, 1).

d) von hier aus manigfach in freier verwendung: einen oder einem juckt die haut, das fell, der buckel, wenn er übermütig schläge herausfordert, oder sonst sich zu wohl fühlt: weil jnen so aus der maszen jtzt wol ist, und die haut so seer jücket. LUTHER 5, 161b; demnach i. f. gnaden die haut jucket, sein sie den 25 dito nach Leubus zum abt gezogen, sich mit ihm voll getrunken. SCHWEINICHEN 2, 315; wenn einmal ein paar trockne tage sind, so juckt einem die haut, man möchte wieder nasz sein. BETTINE 1, 35; wenn dich der rücken jücket, so will ich dir ihn krauen, dorsum urens fuste fricabo. STIELER 902; juckt euch der buckel wieder? GÖTHE 8, 242;

den alten gecken
die haut thet jucken.
SOLTAU volksl. 484 (von 1631);

tut dich der buckel jucken
so lain dich her an mich! (herausfordernd).
UHLAND volksl. 655;

wenn jhm der puckel jucken thut,
so will ich jms noch besser geben.
J. AYRER 287b (1433, 20 Keller);

du überlustiger gesell,
juckt dich zum drittenmal das fell?
GÖTHE 12, 49;

der hals, der kopf juckt: dem überbringer müszte der hals eben so jücken, als der schreiberin. SCHILLER kab. u. liebe 4, 9;

dein köpfchen musz, weil dus von freien stücken
mir vor die füsze legst, dich unerträglich jücken?
WIELAND 22, 115 (Ober. 3, 32);

die zähne jucken einen, vor eszlust: die zän juckend mich, ich hab groszen hunger, dentes pruriunt MAALER 238a; die

Bd. 10, Sp. 2349

ohren jucken, vor neugier: sondern nach jren eigen lüsten werden sie jnen selbs lerer aufladen, nach dem jnen die ohren jücken (knhJàmenoi tÁn ¡koÀn). 2 Tim. 4, 3; sehet zu, das ir nicht überdrüssig und undankbar erfunden werdet, und euch die ohren jucken lasset, anders zu hören und zu wissen. LUTHER 3, 437a; hie stellet sich der bapstesel gleich, als hette er diesen spruch noch nie gelesen oder gehört von uns gehandelt, und mus eitel newe kunst sein, so ich doch d. Ecken so reichlich und mechtiglich zuvor geschrieben habe. aber dem bapstesel jücken die ohren, und wil sein ika und grobheit gekützelt haben. 521;

nach Paulus wort jücken jm die ohrn.
DEDEKIND christl. ritter (1590) 88b;

das herz, die sinne jucken: juckt dir das räudige herz noch? ihre erblaszten wangen reizen dir dein schäumend blut nicht mehr? FR. MÜLLER 2, 206;

liebebewanderter mann, und liebekundiges weib, sprich:
welche von zweierlei pein dünket die peinlichste dir?
die, wenn du inniglich liebst, allein nicht wieder geliebt wirst,
und das andre nicht hehlt, dasz es vergelten nicht kann?
oder, wann inniglich du geliebt wirst, ohne dasz du liebst,
und du hehlen es muszt, dasz du vergelten nicht kannst?
ach! dort juckt dir das herz; doch fehlt die reibende hand dir.
aber hier reibet sie dich, wo es dir leider nicht juckt.
BÜRGER 111b;

wie ihn alle sieben sinne jücken!
GÖTHE 2, 93.

selbst von dingen, die auszer uns liegen:

die würfel jucken mich schon in der tasche.
GÖTHE 41, 68;

er mache was er wolle draus (drauszen)!
das jückt mich nicht in meinem haus (schiert mich nicht).
SCHILLER anthol. 71 Bülow.

e) dann in bezug auf solche dinge, mit hervorhebung des körpertheils, den sie berühren:

kein kummer nagte, keine hofnung jückte
sein welkes herz.
GOTTER 1, 406;

wurmstichig war die thür und hatte spalten,
und vorwitz juckt das ohr der guten alten.
WIELAND 22, 178 (Ober. 4, 57).

mit unterdrücktem object: es ist besser, dasz ein übel jückt, als dasz es reiszt und zieht. GÖTHE 29, 28.

f) der infinitiv als substantiv: polei in wasser gesotten und mit warmem wasser gewaschen vertreibt das jucken der haut. TABERNÄM. 741; das jucken der augen, trachoma STEINBACH 1, 817; eine härte im versbau oder in der sprache erregte (bei Ramler) ein sympathetisches jucken in den fingern. BÖTTIGER litt. zustände 2, 119; welches jucken, seine belesenheit so sehr auf unkosten seiner überlegung zu zeigen! LESSING 8, 19; als krankheitsname: das jucken, kleine raud, pruritus, frictio, prurigo MAALER 238a; sprichwörtlich: mancher geht mit jucken ins bad und kommt mit der krätze wieder. SIMROCK sprichwörter 279.

  1. jucken, das juckende gefühl erregen, kratzen, krauen, schaben.

a) absolut: jucken, kratzen, schaben, scabere, scalpere, fricare, perfricare MAALER 238a; jucken tuht sanft, kratzen thut weh, pruritus titillat, attritus et affrictus dolorem adfert STIELER 902;

dan wie ist da ain rucken, bucken,
ain schmucken, jucken, wann jr (flöhe, die weiber) zucken.
FISCHART dicht. 2, 97, 3688 Kurz;

wann die (buhler) ersehen,
das sie (die jungfrau) vil juckt und greift nach flöhen,
so scheuen die, sie anzusprechen,
auf das sie nicht flöh erben möchten.
101, 3834.

sprichwörtlich jucken und borgen thut wohl, doch nicht lange. SIMROCK sprichwörter 278.

b) reflexiv, sich jucken: so der esel sich jückt an den zünen. KEISERSBERG bilg. 124d; (kaiser Hadrian), der in das bad kam, und ein alten freien kriegsmann fand sich an der steininen wand jucken und reiben, weil derselbig kein knecht vermocht, der seinen wartete. FORER thierb. 54a; der aussätzige mag sich jucken, unsere haut ist gesund. Shakesp. Haml. 3, 2;

das sie sich mochten mit dem rucken
daselben schaben, reiben, jucken.
B. WALDIS Esop 4, 57, 18;

wenn er (der mops) sich schüttelte, las ich in seinen blicken
den herrlichen beweis vortrefflich kommentirt,
den einst vom übergang des schmerzes zum entzücken
aus gleicher nothdurft sich zu jücken,
der weise Socrates geführt.
THÜMMEL 2, 271.

c) transitiv, einen jucken: lasset euch den ehrgeiz nicht jücken, ne vos titillet gloria. STIELER 902; dem wollt ich eure courage nur eine stunde in die glieder wünschen, dasz sie ihm da unruhe machte, und ihn so lange neckte und juckte, bis er aus der stadt müszte. GÖTHE 8, 244;

Bd. 10, Sp. 2350

so loben sie einander selber,
gleich wie im stall die jungen kelber,
da eins das ander juckt und leckt.
B. WALDIS Esop 4, 57, 57;

mit angabe der wirkung:

und durften sie nicht knicken
und weg sie jucken nicht.
GÖTHE 12, 111;

die haut, den arm, die kehle jucken: so haben sich mehrere liebhaber und dilettanten ihre haut jücken lassen um sich solche nachher kratzen zu lassen. ZELTER an Göthe 1, 233;

ir sült die kel ouch jucken niht,
so ir ezzt, mit blôzer hant:
ob ez aber alsô geschiht,
sô nemet hovelîch daz gewant
und jucket dâ mit.
Tanhausers tischzucht, in Haupts zeitschr. 6, 491, 109;

Melibeus greift der Chloris,
was ihr wol thut, wo sies juckt.
FLEMING 423;

die haut beiszt jn, man dörft jm sy ze jucken. MAALER 238a.

d) von dem kitzeln aus lust:

do sach ich in zu sand Moritzen
einer die hent gar freuntlich drucken
und darnach in eim ermel jucken.
fastn. sp. 543, 18;

umb anders nicht, dann umb daz,
daz Eysengreyn gejuket hiet
Greduln hand in ganczer lieb.
ring 43d, 14.
JUCKER, m. wiegemesser; vgl. unter jucken 1.

JUCKGESCHWÄR, n.: de callo vulgo ein juckgeschwär. PARACELSUS chir. schr. 618 A.

JUCKICHT, adj. zum jucken geneigt, oft juckend: das juckichte fleisch. PHILANDER 2, 466; juckiger oder grindiger, scabidus. voc. theut. v. 1482 bei LEXER mhd. handwörterb. 1, 1484._

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Nicht doch, Kreszenz und Pixel!

Also, ich denke, dass das „Juck mich mal!“ eher Volksmund ist.

Damit liegst du also richtig.

Nicht der Volksmund, sondern schlampige Umgangssprache redet so.

Der Volksmund sagt korrekt: Wen es juckt, der kratzt sich!

Ich denke, aus Mangel an Vokabeln (in diesem Falle „kratzen“) wird oft jucken verwendet. Eine Unsitte, wie ich finde.

Es mangelt nicht an Vokabeln; es mangelt an der Kenntnis derselben und deren Gebrauch! Aber Unsitte allemal! Wie das Weglassen von Kommas, unnötige Kleinschreibung u. a.

jucken ist kein Verb.

Das versteh ich jetzt nicht.

Das ist auch unverständlich, um nicht zu sagen, unsinnig. Natürlich ist „jucken“ ein Verb; es ist aber kein transitives Verb, d. h. es kann nicht mit einem Objektsakkusativ konstruiert werden.
Es ist nicht korrekt zu sagen: Jucke mich an der Schulter links unten.
Das muss heißen: Kratz mich am Buckel!

„jucken“ ist entweder intransitiv als Verb der Bewegung.
Ich jucke vor Freude auf und ab.
So vor allem im süddeutsch-allemannischen Sprachraum.

Oder es ist ein reflexives Verb:

Mich juckt es hinter den Ohren.
Mich juckt der Gedanke, ein Ding zu drehen.
Mich juckt es, mit dir ins Heu zu gehen.
Mich juckt es, mit dir ins Bett zu jucken!

Jugendfreie Fassung: Mich juckt es, dir tief in die Augen zu gucken!
Das ließe ich mich nicht lange jucken!

Genux des Juxes!
Gruß Fritz

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Nicht doch, Kreszenz und Pixel!

Also, ich denke, dass das „Juck mich mal!“ eher Volksmund ist.

Damit liegst du also richtig.

Nicht der Volksmund, sondern schlampige Umgangssprache redet
so.

Du hast ja so recht, Meister :wink:. Ich wollte eigentlich nur darauf hinweisen, dass die Unsitte immerhin auch im Duden zu finden ist.

Genux des Juxes!

Nö, einen hab ich noch: Da gab´s doch in den 70ern einen Film „Lass jucken, Kumpel“ …

Aufgekratzte Grüße
Kreszenz

Hallo Fritz, Kreszenz und Pixel,

Also, ich denke, dass das „Juck mich mal!“ eher Volksmund ist.

Damit liegst du also richtig.

Nicht der Volksmund, sondern schlampige Umgangssprache redet
so.

Bleibt die Frage ob man etwas als Volksmund bezeichnen darf, das auch unser J.W.v. Goethe verwendet.

Flohlied des Mephisto (aus Faust I)

Es war einmal ein König
Der hatt einen großen Floh,
Den liebt, er gar nicht wenig,
Als wie seinen eignen Sohn.
Da rief er seinen Schneider,
Der Schneider kam heran:
Da, miß dem Junker Kleider
Und miß ihm Hosen an!

In Sammet und in Seide
War er nun angetan
Hatte Bänder auf dem Kleide,
Hatt auch ein Kreuz daran
Und war sogleich Minister,
Und hatt einen großen Stern.
Da wurden seine Geschwister
Bei Hof auch große Herrn.

Und Herrn und Fraun am Hofe,
Die waren sehr geplagt,
Die Königin und die Zofe
Gestochen und genagt,
Und durften sie nicht knicken,
Und weg sie jucken nicht.

Wir knicken und ersticken
Doch gleich, wenn einer sticht.

:wink:

Grüße
Wolfgang

Das, lieber Wolfgang,

Und durften sie nicht knicken,
Und weg sie jucken nicht.

Ist doch bei dem Grimmartikel aufgeführt!

_c) transitiv, einen jucken: lasset euch den ehrgeiz nicht jücken, ne vos titillet gloria. STIELER 902; dem wollt ich eure courage nur eine stunde in die glieder wünschen, dasz sie ihm da unruhe machte, und ihn so lange neckte und juckte, bis er aus der stadt müszte. GÖTHE 8, 244;

Bd. 10, Sp. 2350

so loben sie einander selber,
gleich wie im stall die jungen kelber,
da eins das ander juckt und leckt.
B. WALDIS Esop 4, 57, 57;

mit angabe der wirkung:

und durften sie nicht knicken
und weg sie jucken nicht.
GÖTHE 12, 111;
_

Fritz