also dann mal…
Hallo Ralf,
das ist eine typische Neo-Nazi-Diskussions-Technik, Behauptungen auf irgendwelchen Nebenschauplätzen aufzustellen, die eventuell irgendeine kleine entfernte Tatsache enthalten und dann dem Gegenüber die Gegen-Beweiskarte zuzuspielen. Das wäre eigentlich ihr Job in der Diskussion, dir konkreteres zu nennen bzw. zu beweisen, Quellen zu nennen für ihre Behauptungen.
Nehmen wir an, irgendein Kibbuz hätte tatsächlich „den Krieg“ erklärt. Welche Konsequenzen hätte das 1933 haben können? Keine. Die Juden in Palästina hatten in den 30er Jahren wahrlich keinen guten Stand bei den Briten. Es gab keinen jüdischen Staat und die Juden waren mitten in einer nächsten Einwanderungswelle (auch ausgelöst durch die Ereignisse in Deustchland). Was stimmt ist: die gewalttätigen Konflikte mit den Arabern gingen erst danach richtig los. Das von Palästina aus eine Weltverschwörung bzw. der Krieg gegen Deutschland ausging, ist so an den Haaren herbeigezogen, dass es wirklich schwierig werden wird, hier irgendetwas zu finden. 1933 hätten die Briten den kriegserklärenden Kibbuzbewohnern wohl nur unfreundlich den Vogel gezeigt und weiter ihre Apeasment-Politik gegenüber Deutschland betrieben.
Die sogenannte Kriegserklärung , auf die sich die Nazis beziehen, ist der Aufruf zum Wirtschaftsboykott seitens einiger amerikanischen Juden. Zum Thema Boykott hier einige gut zusammengestellte und kommentierte Quellen:
http://www.h-ref.de/ar/wlnd/wlnd.shtml
„DIE“ Juden gibt und gab es nur in den Augen der Nazis. Sie hatten auch 1933 sehr unterschiedliche Interessen und Prinzipien und kämpften und stritten auch gegeneinander.
Ein Stimme zu diesem Boykottaufruf:
„Die Vertretung der in Großbritannien ansässigen Juden, der Jewish Board of Deputies, erklärte vielmehr (The Times vom 27. März 1933), er wolle sich nicht in innerdeutsche Angelegenheiten einmischen. Boykottmaßnahmen und Protestveranstaltungen seien „spontane Ausbrüche der Empörung“ einzelner Personen, aber nicht vom Board organisiert.
W. Benz, Legenden, Lügen, Vorurteile, S. 122“
und weiter, Zitat (URL s.o.):
„Da es keine Kriegserklärung gab, konnte sich natürlich auch niemand von ihr distanzieren. Eine Boykottbewegung gab es jedoch - und von der haben sich, was Walendy wider besseres Wissen bestreitet, in der Tat jüdische Organisationen und einflussreiche Einzelpersonen distanziert.“
und der letzte Schlag:
„Dem betreffenden Artikel des Daily Express ist trotz der reißerischen Überschrift kein konkreter Hinweis darauf zu entnehmen, wer diese „Kriegserklärung“ in wessen Namen ausgesprochen hat; so wird dort beispielsweise keine einzige verantwortliche Person oder Organisation genannt. Die Behauptung, es hätte eine jüdische Kriegserklärung gegeben, müsste in diesem Fall - da bei Black nichts darüber zu finden ist - von Walendy durch andere Quellen gestützt werden, was jedoch aus einem sehr einfachen Grund unterbleibt: Solche Quellen existieren nicht.“
Und nochwas: Du findest unter „Judäa“ als Suchbegriff deshalb nicht viel, weil damaligen Zionisten meines Wissens von „Israel“ sprachen und die Briten und der Rest der Welt von „Palästina“. Das heißt: willst du seriöse Geschichtsquellen bzw. Literatur finden, musst du mit diesen Begriffen hantieren. Nazis sprechen heute in Diskussionen von Judäa und Samaria.
und nochwas zu Pfeifenberger:
Suchst du unter „Nazi-Diktion“ und „Judäa“ bekommst du einige Nazi-Seiten und einige Seiten, die sich mit dem Fall Pfeifenberger beschäftigen:
z.B. schreibt Doron Rabinovic in http://www.judentum.at/forum/archiv-a/messages/3320/…
genug Munition?
viele Grüße,
barbara