Hallo,
ich suche ein Buch, welches gut verständlich und nicht zu trocken von der Geschichte des Judentums handelt. Mein Vater zeigt immer wieder Interesse… er möchte gerne lesen, welche Gründe es gab, dass die Juden offensichtlich nirgends so recht willkommen waren. Er möchte die Ursprünge und deren Platz in der Geschichte gerne wissen. Es muss sich eben nur gut lesen lassen, da mein Vater eigentlich keine Leseratte ist und ich befürchte, dass er sonst zu schnell wieder aufgibt…
Vielleicht hat ja jemand einen guten Tipp für mich?
July
Wippersberg: Einiges über den lieben Gott
Hallo July,
Eine Gegenüberstellung würde ich Dir empfehlen.
Eben erscheinen:
Walter Wippersberg:
Einiges über den lieben Gott
Wie er erfunden wurde - und wohin das geführt hat
Otto Müller Verlag | ISBN: 3701311234 Buch anschauen
http://www.deutschesfachbuch.de/info/detail.php?PHPS… Buch anschauen
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/bookm…
http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Wippersberg
shalom
J.
Vielleicht hat ja jemand einen guten Tipp für mich?
Paul Spiegel - Was ist koscher?
Von Paul Spiegel, bis zu seinem Tod am 30.04.2006 Vorsitzender des Zentralrats der Juden. Er erklaert nicht nur die Geschichte sondern auch die Braeuche und die „Eigenarten“ des juedischen Volkes.
Kann ich nur empfehlen (und mich dran erinnern es mir wieder vom Nachbarn zurueckzuholen an den ich es verliehen habe)
Gruss
Hallo July,
wenn es darum geht, warum Juden immer wieder ausgegrenzt und verfolgt wurden, dann wäre eine Buch über Antisemitismus angebracht.
Darin liegen nämlich die Gründe, warum Juden immer wieder verfolgt wurden. Wer unterstellt, es wäre nun das Judentum also, ob Leute koscher essen oder nicht, ihre Kinder am achten Tag beschneiden lassen oder nicht, bestimmte Feste feiern etc. - der schiebt den Juden die Schuld für ihre Verfolgung zu.
Mir passiert es auf meinen Stadtrundgängen zu jüdischen Themen auch mit schöner Regelmässigket, dass Teilnehmende wissen wollen, warum Juden immer wieder verfolgt wurden. Deshalb kommen manche auf einen solchen Stadtrundgang. Ich antworte dann, daß dazu die Verfolger zu befragen wären aber nicht die Verfolgten.
Viele Grüße
Iris
Direkt ein Buch kann ich dir leider nicht empfehlen.
Aber ich habe mal einen Bericht im Fernsehen gesehen, wo der Antisemitismus damit begründet wurde, daß den Juden die Schuld am Tod des christlichen Erlösers gegeben wurde und wird.
Pontius Pilatus, römischer Statthalter in Judäa, wollte damals keinen Aufstand der Bevölkerung gegen die Römer provozieren und hat deshalb bewusst den jüdischen Priestern die Entscheidung über die Kreuzigung des Jesus Christus überlassen und damit ihnen die Schuld zugeschoben.
Daher galten in den christlichen Gebieten die Juden generell als die Mörder des Erlösers und damit als Schuldige per se.
Ein Buch über die Geschichte des Judentums ist also das Eine, aber die Frage warum Juden als Sündenböcke herhalten müssen, lässt sich vermutlich eher mit der politischen Situation zu Zeit Jesu Christi bzw. später mit der Verfolgung und Diskriminierung der Juden z.B. im Mittelalter erklären.
Gruß
Marion
Guten Abend July,
ich schätze die „Illustrierte Geschichte des Judentums“, erschienen im Campus-Verlag.
ISBN 3-593-36389-5 Buch anschauen
Es ist allerdings ein dickes Buch mit über 440 Seiten, dennoch „nützlich und gut“ zu lesen, und spannend finde ich es auch.
Gruß - Rolf
Herzlichen Dank für eure zahlreichen Beiträge 
Ich denke, da wird sich was finden lassen.
@Iris:
> Ich antworte dann, daß dazu die Verfolger zu befragen wären aber nicht die Verfolgten.
Hallo July,
@Iris:
> Ich antworte dann, daß dazu die Verfolger zu befragen
wären aber nicht die Verfolgten. „Antisemitismus als kultureller Code“ betitelt sind, erschlossen wird. Übrigens sehr empfehlenswert und gut lesbar.
Wenn nun Dein Vater ein Buch über Judentum liest, dann mag dort noch so gut beschrieben sein, was eine Mikwe (rituelles Tauchbad) ist, wie sie funktioniert etc. - es wird aber nicht daraus deutlich, warum Juden als „Brunnenvergifter“ diffamiert wurden und warum aus solchen Diffamierungen dann Verfolgungen wurden.
Viele Grüße
Iris
Moin,
Shulamit Volkow in ihrem bei Beck erschienenen Buch in den 10
Essays, die mit "Antisemitismus als kultureller Code"
betitelt sind, erschlossen wird. Übrigens sehr
empfehlenswert und gut lesbar.
Wie passt das denn zu deiner vorherigen Stellungnahme, die Verfolger zu befragen, und nicht die Verfolgten?
Gruß
Marion
Hallo Iris,
danke für den Buch-Tipp 
Gibt es „objektive Gründe“ für Antisemitismus?
ich sprach ja von einer „objektiven Sicht“ auf die Gründe…
Wenn nun Dein Vater ein Buch über Judentum liest, dann mag
dort noch so gut beschrieben sein, was eine Mikwe (rituelles
Tauchbad) ist, wie sie funktioniert etc. - es wird aber nicht
daraus deutlich, warum Juden als „Brunnenvergifter“ diffamiert
wurden und warum aus solchen Diffamierungen dann Verfolgungen
wurden.
Genau das ist das was meinen Vater interessiert und wonach ich suche, weniger die Merkmale der Religion an sich…
Schönes Wochenende!
July
Hallo Marion,
Shulamit Volkow in ihrem bei Beck erschienenen Buch in den 10
Essays, die mit "Antisemitismus als kultureller Code"
betitelt sind, erschlossen wird. Übrigens sehr
empfehlenswert und gut lesbar.
Wie passt das denn zu deiner vorherigen Stellungnahme, die
Verfolger zu befragen, und nicht die Verfolgten?
ganz prima, denn Shulamit Volkow untersucht als Sozialwissenschaftlerin und Historikerin mit dem Schwerpunkt deutsch-jüdische Geschichte, inwiefern Antisemitismus ein kultureller Code im deutschsprachigen Raum seit der Aufklärung ist.
Viele Grüsse
Iris
Hallo Iris,
ganz prima, denn Shulamit Volkow untersucht als
Sozialwissenschaftlerin und Historikerin mit dem Schwerpunkt
deutsch-jüdische Geschichte, inwiefern Antisemitismus ein
kultureller Code im deutschsprachigen Raum seit der Aufklärung
ist.
Es hat Antisemiten zu allen Zeiten, in allen möglichen Gesellschaften gegeben. Wie kann es da etwas sozialwissenschaftlich oder historisch erforschbares sein, was einen Menschen zum Antisemiten macht?
Gruß
Marion
Hallo Marion,
Es hat Antisemiten zu allen Zeiten, in allen möglichen
Gesellschaften gegeben. Wie kann es da etwas
sozialwissenschaftlich oder historisch erforschbares sein, was
einen Menschen zum Antisemiten macht?
Solange man davon ausgeht, daß Antisemitismus nicht angeboren ist, kann man durchaus die Bedingungen, die Antisemitismus begünstigen erforschen, und je nach dem, ob man Erziehung, Religion, Kultur oder einen Mix daraus als ursächlich ansieht, wird sich das Setting unterscheiden. Man kann sogar Vergleichsstudien machen über Antisemitismus in Land Y und in Land Z.
Viele Grüsse
Iris