Moin!
Nun ist ja meine ganze Familie mütterlicherseits (mit Ausnahme meiner Mutter selbst und mir) jüdisch. Man sollte annehmen, dass sich daraus vielleicht mal die Gelegenheit ergeben hätte, zwischenreligiöse Gespräche zu führen, aber nein. Trifft man sich zu Familienanlässen, wird von meinem jüdischen Onkel immer gleich abgeblockt, wenn es um Glaubensfragen geht. Ich muss dazu sagen, dass er und meine Tante 1998 London verlassen haben und in die Umgebung von Haifa gezogen sind. Daher hat sich zwar der Kontakt einigermassen verkürzt, aber mir ist aufgefallen, dass er auf christliche Glaubensfragen kaum noch (im Gegensatz zu früher) argumentativ, sondern fast nur noch abwehrend reagiert.
Ich frage mich nun, woran das liegen könnte. Meine Tante sagte mir, dass er sich, seitdem er im Ruhestand ist, fast nur noch mit seinem Glauben befassen würde und dass seine „neue“ Art auch an der Umgebung liegen würde. Als sie mir das sagte, habe ich leider zu langsam geschaltet, um da mal genauer nachzuhaken. Erst einige Tage später wurde mir auf der Arbeit klar, was sie da sagte, wobei es mir jetzt aber auch nicht liegt, einfach mal nur deshalb anzurufen, um sie zu fragen, was sie damit gemeint haben könnte.
Ich frage daher also mal ganz frei von der Leber weg - ist der Raum Haifa irgendwie besonders streng jüdisch? Wobei…ich war selbst vor zwei Jahren dort und habe ihm beim Umbau des Hauses geholfen. Eines Abends kamen dann noch verschiedene Männer aus seiner Gemeinde, mit denen sich eigentlich recht locker über die Thematik Christentum/Judentum sprechen liess.
Meine Frage wäre daher: Sind die Gemeinden in Haifa besonders streng jüdisch oder eher normal?
Gruss
tigger
ist der Raum Haifa irgendwie besonders streng jüdisch?
entschuldige mein schmunzeln, aber die frage klingt lustig.
haifa ist so ziemlich die einzige stadt in israel, die als vollkommen gemischt und (möglicherweise DAHER) friedlich gilt. in haifa gibt es nicht nicht nur juden und moslems, sondern auch christen und bahai.
sie ist in diesem sinne die unjüdischste israelische stadt. 
Sind die Gemeinden in Haifa besonders
streng jüdisch oder eher normal?
du meinst „streng religiös“?
wie „die gemeinden“ sind kann ich nicht sagen (eine unterteilung in gemeinden ist ja mehr sowas deutsches denn was israelisches), aber es gibt in der tat im herzen von haifa ein chasidisches viertel, das beispielweise am sams- und feiertag für autoverkehr völlig gesperrt ist. diese gegend kann man mit fug und recht „streng religiös“ nennen.
ich bezweifle aber, daß dein onkel sich dort einfach mal so niedergelassen hat. und wenn, dann hättest du das an ihm gemerkt.
der rest von haifa ist völlig normal bis eher das gegenteil (hafenviertel mit pornomarkt usw.)
gruß
dataf0x
Hallo data,
entschuldige mein schmunzeln, aber die frage klingt
lustig.
ich weiss, dass es sich komisch anhört…ist ja auch irgendwie witzig. 
sie ist in diesem sinne die unjüdischste israelische stadt. 
Hm…vielleicht liegt darin ja schon die Antwort auf sein Verhalten.
Sind die Gemeinden in Haifa besonders
streng jüdisch oder eher normal?
du meinst „streng religiös“?
Ja…na gut…ich formuliere mal die Frage um: Sind die jüdischen Gemeinden dort streng religiös? 
wie „die gemeinden“ sind kann ich nicht sagen (eine
unterteilung in gemeinden ist ja mehr sowas deutsches denn was
israelisches)
Warum etwas „deutsches“? Eigentlich gibt es doch in vielen Ländern eine kirchliche Unterteilung nach Gemeinden. Ich sehe alle christlichen Kirchen als die eine Gemeinde in Christus, die sich aber organisatorisch verschieden gliedert. Das sieht ein römischer Katholik vermutlich anders…aber ich bin ja kein römischer Katholik 
aber es gibt in der tat im herzen von haifa ein
chasidisches viertel, das beispielweise am sams- und feiertag
für autoverkehr völlig gesperrt ist. diese gegend kann man mit
fug und recht „streng religiös“ nennen.
Das will ich mal überprüfen, ob er da wohnt.
ich bezweifle aber, daß dein onkel sich dort einfach mal so
niedergelassen hat. und wenn, dann hättest du das an ihm
gemerkt.
Wie macht sich das denn bemerkbar?
der rest von haifa ist völlig normal bis eher das gegenteil
(hafenviertel mit pornomarkt usw.)
Naja, dann sind meine Bedenken wenigstens in dieser Hinsicht zerstreut.
Danke!
Gruss
tigger
hi
Ja…na gut…ich formuliere mal die Frage um: Sind die
jüdischen Gemeinden dort streng religiös? 
wer religiös sein will, schließt sich einer gemeinde an. wer nicht, der nicht. ich glaube daß ca. 10-20% aller juden regelmäßig bei einer bestimmten gemeinde lernen und beten. in bestimmten städten und vierteln sind es halt 100%. (die religiösen konzentrieren sich auf bestimmten gegenden.) fast alle der gemeinschaften sind orthodox. liberal und konservativ muß man mit der lupe suchen.
Warum etwas „deutsches“? Eigentlich gibt es doch in vielen
Ländern eine kirchliche Unterteilung nach Gemeinden.
hier kenne ich das nicht. es gibt tausende religiöse communities mit unterschiedlichen ausrichtungen. jede ist autonom. mindesten 80-90% aller juden habemn damit aber nix zu tun, außer sie werden geboren, heiraten oder sterben. (oder eine andre religiöse notwendigkeit dazwischen) . (wie in deutschland die christen sind die meisten unreligiös).
Wie macht sich das denn bemerkbar?
wenn einer religiös wird, dann merkt man das sofort an der kleidung und am essen. es ist nicht zu übersehen. 
gruß
dataf0x
Moin!
hier kenne ich das nicht. es gibt tausende religiöse
communities mit unterschiedlichen ausrichtungen. jede ist
autonom. mindesten 80-90% aller juden habemn damit aber nix zu
tun, außer sie werden geboren, heiraten oder sterben. (oder
eine andre religiöse notwendigkeit dazwischen).
Verstehe. Alles klar.
(wie in
deutschland die christen sind die meisten unreligiös).
Ja…da hast Du wohl recht. Leider.
wenn einer religiös wird, dann merkt man das sofort an der
kleidung und am essen. es ist nicht zu übersehen. 
Achso…okay. Das ist klar. Dass er sich in Sachen Kleidung und Lebensmitteln sehr religiös verhält (jedenfalls soweit ich das erkennen kann), war bei ihm schon immer so.
Ich sehe, dank Deiner Erläuterungen, dass es am Umzug nach Israel nicht zu liegen scheint. Wenn’s Geld reicht, haben wir uns vorgenommen, in den kommenden Sommerferien für 14 Tage nach Haifa zu verlegen. Vielleicht bringt’s was, wenn ich ihn mal direkt anspreche. Vielleicht hat er sich auch gar nicht verändert, sondern ich, sodass ich sein Verhalten heute ein Stück weit bewusster wahrnehme und mich daher mehr damit auseinandersetze.
Dir erstmal vielen Dank!
Gruss
tigger