Jugendamt

Hallo liebe Wissenden,

was muss zwischen Eltern bzw. einem Elternteil und dem Kind vorgefallen sein, damit ein Elternteil das Kind nur 1 Std. pro Monat unter Aufsicht des Jugendamtes sehen darf?

Oder ist das normal? Da ich keine Kinder habe und in meiner näheren Umgebung alle Trennungen mehr oder weniger „freundschaftlich“ von statten gingen, kenne ich mich mit dem Thema leider gar nicht aus.
Konkret geht es darum, dass eine Freundin einen Mann kennengelernt hat, der seinen Sohn (5 Jahre) aus einer früheren Beziehung nur einmal im Monat für 1 Stunde sehen darf, und dann auch nur unter Aufsicht des Jugendamtes. Ich will dem Mann nicht generell etwas Böses unterstellen, aber das hört sich für mich schon so an, als ob in der früheren Familie des Mannes etwas Schlimmes vorgefallen sein muss.
Oder irre ich mich?

Vielen Dank für Eure Infos und Meinungen!

Eva

Hallo liebe Wissenden,

Hallo liebe Fragende,

was muss zwischen Eltern bzw. einem Elternteil und dem Kind
vorgefallen sein, damit ein Elternteil das Kind nur 1 Std. pro
Monat unter Aufsicht des Jugendamtes sehen darf?

Oder ist das normal?

Nein, normal ist es nicht.
Zunächst (bevor Irgendetwas, verkorkst, verbockt oder sonstwie negativ wurde, eine Partei Beratung, Hilfe gesucht hat, oder gar Anträge gestellt wurden) wird davon ausgegangen, dass zwei Erwachsene ein Kind gezeugt haben, die die Situation, dass sie ein gemeinsames Sorgerecht ausüben ohne zusammenzuleben, vernünftig geregelt bekommen. Leider gelingt das nicht immer (mal möglichst neutral, ohne Schuldzuweisungen gesagt). Das ist dann der Punkt, wo zunächst Beratung in’s Spiel kommt. Erweist diese sich als nicht dauerhaft weiterhelfend, wird einer von beiden bald auf die Lösung verfallen, das alleinige Sorgerecht zu beantragen. Je nach Situation und Befindlichkeiten von Papa und Mama, kann es dann ab hier richtig hässlich werden. Hier ist die Bandbreite dessen, was alles geschehen kann, soooo riesig, wie es verschiedene Persönlichkeiten gibt, potenziert damit dass sie aufeinander wirken, ihre jeweiligen Handlungen Reaktionen hervorrufen, die dann wiederum … … … und so immer lustig im Kreis herum. Alles letztlich ausgetragen auf dem Rücken des Kindes, dessen Wohlergehen und möglichst positives Aufwachsen im Auge zu haben, beide für sich reklamieren.

das hört sich für mich schon so an, als ob in der früheren
Familie des Mannes etwas Schlimmes vorgefallen sein muss.
Oder irre ich mich?

Nun ja, „irren“ ist nicht ganz das richtige Wort. Es ist eher so, dass es bei uns keine Sippenhaft gibt. Es interessiert einfach nicht, was in der früheren Familie des Mannes vorgefallen ist. Interessieren tut lediglich, was er gesagt und getan hat. Eine so rigide Einschränkung des Umgangsrechts (etwas, was er auf jeden Fall hat, auch wenn die Mutter inzwischen das alleinige Sorgerecht haben sollte) muss schon eine Vorgeschichte haben. Doch auch die kann von … … bis … … reichen. Das einzige was aus der Ferne und ohne Kenntnis der Sachlage gesagt werden kann ist: Diese Entscheidung ist nicht leichtfertig getroffen worden. Ich könnte hier jede Menge Beispiele für „von“ und „bis“ aufzählen. Da ich nicht glaube, dass dir mit einer mehr oder weniger phantasievollen Liste möglicher Gründe für die Entscheidung des JA geholfen ist, lasse ich das auch einfach.

Ich lese aus deinem posting, dass du den Mann, den deine Freundin *zwinker* kennen gelernt hat, in irgendeiner Weise einschätzen möchtest.
Und da stände für mich im Vordergrund zu wissen, wie er mit der aktuellen Situation umgeht. Wie er davon erzählt, wie es dazu kam. Sind daran nur „die doofen frustierten Zicken vom Jugendamt Schuld“, ist ihm immer nur Unrecht geschehen, das würde mich hellhörig machen.
Könnte ich keine reflektierende Haltung erkennen, keine Mühe den im Schlamm steckenden Karren durch künftige bessere Haltung wieder flott zu kriegen, das würde mir zu denken geben. Eine solch stark eingeschränkte Besuchssituation ist für keinen der Beteiligten angenehm, daher werden sie auch so kurz wie möglich gehalten. Ist er gewillt das anzunehmen, seinen Teil dazu beizutragen, dass sie möglichst rasch in eine bessere umgewandelt werden kann, das würde ich zu einer Einschätzung seiner Person heranziehen.

Und eben, vor allen Dingen, wie reagiert er auf Fragen in diesem Zusammenhang. Und wie beantwortet er sie. Ein bisschen bedenklich erscheint mir da schon, dass deine Freundin über die Tatsache informiert ist, aber anscheinend nicht über die Vorgeschichte. Hat sie nicht gefragt? Oder hat er vermittelt, dass er da nicht drüber sprechen möchte, also auch nicht gefragt werden möchte. Das würde mich interessieren. Und zu heftigsten Nachfrag-Aktionen veranlassen!!

Vielen Dank für Eure Infos und Meinungen!

Bitte! Aber bitte auch beachten: meine Sichtweise, meine Meinung

Eva

Renate

hiiii Eva

Ich weiss nicht genau wie das bei euch in deutschland ist. wir hatten son’ fall in der nachbarschaft. die haben da zusammen gewohnt und gelebt, waren aber nicht verheiratet, dann habn sie n kind gekriegt (also die frau natürlich) und der vater und freund hat dann son zettel unterschreiben müssen in dem er bestätigt, dass das sein sohn ist und er somit die vaterschaft akzeptiert (für spätere aliment zahlunge oder so). auf jedenfall haben die beiden sich dann völlig verkracht (okee sie war ne hexe) und haben sich getrennt. er durfte seinen sohn danach auch nur 1 mal im monat für ne kurze zeit sehen und das nur wenn eine person vom jugendamt oder jemand aus dem bekanntenkreis dabei war (meine mum hat sich dann mal anerboten als er sie fragte). auf jedenfall war das dort ziemlich schief gelaufen, irgendwie hat die tusse denen vom jugendamt erzählt, dass der vater (ex-freund) den sohn geschlagen habe und immer nur angeschriehen etc etc…und DAS hat ganz bestimmt nicht gestimmt, ich hab das genug oft erlebt, er war wirklich n super vater und so in der nachbarschaft kriegt man das mit wenn der vater den sohn abschlägt,vorallem weil wir noch ein wenig engeren kontakt mit den leuten hatten, die einzige die den sohn immer angebrüllt hat war wohl SIE selbst. irgendwie hat sies ihm total dreckig gemacht (weiss natürlich nicht genau warum die sich getrennt haben). irgendwie wollte sie ihm einfach weh tun, sie hat gewusst, dass sein sohn für ihn das EIN UND ALLES war. und wenn man dem jugendamt dann sone geschichte auftischt und die einigermassen glaubhaft rüberbringt, kriegt die mutter da oft recht und bis man dann den vorwürfen auf die schliche gekommen ist ob das nun stimmt oder nicht werde erst mal ziemlich drastische massnahmen gezogen (halt eben besuchsrecht nur unter aufsicht und so…). naja er hat das auf jedenfall nicht ertragen können und es hat dann n ziemlich bitteres ende mit ihm genommen, man fand ihn dann tot in seiner wohnung, zwischen leeren bier,schnaps und weinflaschen, arbeitslos, total versoffen und so…

zurück zum thema: vielleicht sollte deine freundin den typen ganz einfach direkt fragen, dass sie das nicht ganz normal findet und was da gelaufen ist. wenn die sache etwas ernster ist zwischen den beiden hat sie durchaus auch anrecht auf eine erklärung, schliesslich möchte man ja wissen was man sich da angelacht hat:wink:

Hallo Eva,

ich bin sicher keine „Wissende“ :wink: Für einen begleitenden Umgang kann es aber ganz unterschiedliche Gründe geben. Zum Beispiel, dass der Vater den Umgang einklagen musste und das Jugendamt befunden hat, dass die ersten Kontakte beaufsichtigt werden müssen. Natürlich gibt es auch noch andere Erklärungen.

Vielleicht fragst Du ganz einfach mal Deine Freundin oder ihren neuen Lebensgefährten? Dann kannst Du Dir vielleicht immer noch eine eigene Meinung bilden.

Immerhin scheint das Jugendamt den Kontakt zwischen Vater und Kind zu befürworten :smile:

Liebe Grüße
usch

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten.

Wie ich euren Postings entnommen habe, gibt es wohl so viele Möglichkeiten in diese Situation zu geraten, wie es geschiedene Eltern gibt. Ich werde dem Mann also nicht gleich, wenn ich ihn kennenlerne (das wird Morgen soweit sein) ins Gesicht springen und die Augen auskratzen :smile:Das Argument, dass das Jugendamt ja immerhin einen Kontakt befürwortet, fand ich sehr beruhigend. Dafür ein Extra-Danke!

Er scheint meine Freundin wirklich gerne zu mögen, aber ein leiser Zweifel bleibt leider. Er sagt, dass ihn nichts in seiner Heimat hält (ca. 300 km entfernt), und dass er sofort zu meiner Freundin ziehen könnte. Das finde ich etwas seltsam, denn ein Kind sollte doch wohl ein sehr wichtiger Grund sein, nicht „einfach so“ umzuziehen. Vielleicht spricht aus ihm aber auch nur die Verliebtheit, die Beiden sind ja erst 4 Wochen zusammen.
Also werde ich ihm möglichst unvoreingenommen begegnen, das Beste hoffen und abwarten.

Und ja, Renate, es geht wirklich um meine beste Freundin und ihren Neuen. *lach* Ich fand dein Zwinkern an der Stelle sehr nett:smile:

Viele Grüße
Eva

halloichwürdedeinenartikelgernelesenaberhastduschonmalwasvonderumschalttastegehörtdankeundgrußflorian

3 „Gefällt mir“