Jugendliche aufgenommen

Hallo alle miteinander,

wir haben unter viel Streß der Eltern einer 16-jährigen (fast 17) Zuflucht und Aufnahme geboten.

Das Mädchen ist gebütige Kroatin und auch die Familie ist aus dem ehem. Yugosl. zusammengewürfelt.

Sie ist aus 1. Ehe der Mutter und hatte den Status eines Dienstmädchens, Aufpasserin und Versorgerin 2er minderjähr. Kinder aus dieser Verbindung. Ausserdem diente sie jahrelang als Fußabtreter und Frustablasser ihres Stiefvaters und auch ihrer Mutter, die komplett überfordert ist mit ihrer häuslichen Situation.

Das Mädchen ist schüchtern, still und inzwischen richtiggehend runtergewirtschaftet.
Ich kam zufällig hinzu, wie es wieder mal richtig funkte und habe sie kurzentschlossen mit Zustimmung der Mutter mitgenommen. Diese verschwand dann wohl auch und tauchte erstmal unter. Ich habe sie erst am nächsten Tag wieder erreichen können, was dann aber in Streit endete, denn ich kann einfach nicht verstehen, wie jemand sein Kind einfach solch einem Despoten aussetzen kann und sich einen Dreck drum kümmert, wie es dem Kind geht und vor allem, wie es weitergeht.

Fakt ist jetzt, dass das Mädchen bei uns bleiben möchte und auch von uns aus darf. Ihr Vater, in Kroatien lebend, findet es auch gut, wenn sie bei uns bleiben kann, seinerseits möchte er das gern.
Die Mutter ist ausser sich und will das auf keinen Fall. Wir waren schon beim Jugendamt und die sagten *kopfschüttelundverständnislosguck*, dass sollten wir privat regeln.
Die Mutter hätte das Sorge- und damit das Aufenthaltsbestimmungsrecht.

Ist die Gutste noch zu retten, was soll der Quatsch??? Hier ist momentan Krieg auf allen Ebenen angesagt, und die Dame meint, sie wären nicht zuständig!?!

Bitte gibt es hier jemanden, der sich auskennt, der vielleicht selbst beim JA arbeitet und mir etwas dazu raten kann? Ich würde mich auch über eine email sehr freuen, die Situation ist etwas verfahren und sehr unerfreulich, vor allem für das Mädchen!

Danke schon mal und bis später!

Liebe Grüße
Sabine

Hi,

aus dem Bauch heraus finde ich es gut, dass du dich dem Mädel annimmst und nach einer Lösung suchst, Es ist aber genauso richtig, dass nicht jemand fremdes in eine Familie gehen kann und ein Kind mitnimmt, anschliessend zum Jugendamt eilt um sich schnell noch das OK zu holen.

Wie gesagt, alle guten Vorsätze in Ehren aber so etwas darf nicht so leicht sein wie du es dir vorstellst.

Ich kenne mich mit der Rechtslage nicht wirklich aus, bin aber der Meinung, dass wenn das Mädchen selbst zum Jugendamt gehen würde (um ihre Probleme / Verhältnisse zu schildern) ihr gemeinsam etwas mehr und schneller erreicht (eventuell könntest du als Pflegemutter eingesetzt werden bis eine Entscheidung gefällt wird, vorausgesetzt du erfüllst die Voraussetzungen). Stellt sich nur die Frage ob sie dafür den Mut aufbringen kann bzw. will.

Hoffe du verstehst mich nicht falsch.

Viele Grüße
Me

Hallo,

so wie sich im Jugendamt jemand die Sache offenbar vorstellt, geht es natürlich nicht. Ehe man sich versieht, macht man sich sonst strafbar, und das Herumgezerre an dem Kind ist für dieses auch nicht gut. D.h. es müssen klare Regelungen her, wer das Sorge- und insbesondere auch Aufenthaltsbestimmungsrecht hat. Bester Weg um das Kind im eigenen Haushalt zu behalten wäre eine offizielle Pflegschaft.

Normalerweise sind die Jugendämter durchaus hilfsbereit und kooperativ, was solche Sachen angeht, wenn dies hier nicht der Fall ist, würde ich auf jeden Fall mal den Amtsleiter kontaktieren, oder - noch besser - einen familienrechtlich orientierten Anwaltskollegen einschalten.

Gruß vom Wiz

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Hallo Me,

natürlich war sie mit beim Jugendamt und hat dort auch ihre Stellnug deutlich gemacht und gesagt, was sie möchte.

Mir liegt fern, einfach in irgendeine Familie zu rennen um dort ein Kind rauszunehmen und mich im Nachhinein absichern zu wollen.

Allerdings möchte ich mich nicht strafbar machen und dieses Mädchen entziehen, werde mich aber entschieden dagegen wehren, dass sie in diese durchweg schlimmsten Zustände zurückkehren MUSS.

Auch die Möglichkeit einer Unterbringung bei einer anderen Familie oder in einer Wohngruppe wurden erörtert und wenn es nicht möglich ist, dass sie bei uns bleibt, wird dies die Alternative sein.

Ich finde deine Einwände berechtigt und du kannst mir glauben, dass ich nicht leichtfertig gehandelt habe und mir die Konsequenzen durchaus bewußt sind.

Wir waren heute wieder beim Jugendamt, nachdem ich mehrfach erfolglos versuchte, mit der Mutter ein vernünftiges Gespräch zu führen. Dort waren auch noch andere Menschen aus der Umgebung des Mädchens, die bereit sind, sich einzusetzen. Ich möchte damit dokumentieren, dass diese Aktion kein Schuss ins Blaue ist, sondern seine ernste Berechtigung hat und auch beim Jugendamt auf Zustimmung stößt. Dort hiess es heute, dass klar wäre, dass S. erstmal bis auf weiteres bei mir leben würde, bis Gespräche mit der Mutter und uns die endgültige Lösung brächten.

Die Mutter hat sich, entgegen der Gespräche, immr noch nicht beim Jugendamt gemeldet, hat noch keine Lösung gesucht und kämpft nun auf der Ebene, mich überall wo`s geht schlecht zu machen (Vater, Halbschwester des Mädchens in Kroatien etc). Da ich mir aber nichts vorzuwerfen habe, nehme ich diese Entwicklung ganz gelassen und sehe es als natürliche Abwehrreaktion der Mutter. Das wird sich auch wieder relativieren, wenn sich die Situation entspannt hat.

Da wir gern ein Kind adoptieren möchten und diesen Weg bis zur obligatorischen Warteschleife zu Ende geführt haben (Seminare, Gespräche, etc.) denke ich, dass einer Pflegschaft nichts im Wege steht.

Auch waren wir heute morgen bei einer Familienanwältin, die S. aufgeklärt hat bezüglich ihrer Rechte und Pflichten, der Rechte und Pflichten der erziehungsberechtigten Mutter, Wege und Möglichkeiten, die Situation zu einem befriedigenden Ende zu bringen.
Es gibt relativ neu „Kinderanwälte“, die Kinder und Jugendliche in ihren Rechten vertreten und diese notfalls auch vor Gericht vertreten. Natürlich hoffe ich, dass dieser Weg nicht nötig ist, würde S. aber auch unterstützen, wenn es nötig sein sollte, diesen Weg zu gehen.

S. hat den Mut aufgebracht, ganz klar zu sagen, dass sie keinesfalls zu ihrer Mutter zurückkehren will, dass sie hier in Deutschland die Schule fertig machen möchte und bei uns leben möchte. Dann möchte sie in der Zeit ihren Umzug nach Kroatien vorbereiten, wenn sie mit der Schule fertig ist, bei der VHS einen Sprachkurs gemacht hat.

Natürlich werden wir sie dabei genauso unterstützen wie wir es jetzt auch machen.

Für weitere Auseinandersetzung Danke! schon mal :o)

Liebe Grüße
Sabine

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Hallo,

Hallo Wiz,

so wie sich im Jugendamt jemand die Sache offenbar vorstellt,
geht es natürlich nicht. Ehe man sich versieht, macht man sich
sonst strafbar, und das Herumgezerre an dem Kind ist für
dieses auch nicht gut. D.h. es müssen klare Regelungen her,
wer das Sorge- und insbesondere auch
Aufenthaltsbestimmungsrecht hat. Bester Weg um das Kind im
eigenen Haushalt zu behalten wäre eine offizielle Pflegschaft.

Ja, das sehe ich auch so und wir waren heute nochmal dort und es wird vom Jugendamt ausgehend bald ein Gespräch mit der Mutter und S. und im Anschluß auch mit mir stattfinden.
Ich habe mich im gesamten Verlauf mit der Polizei (wegen evtl. angedachtem Kindsentzug o.ä.) auseinander gesetzt und diese auf dem Laufenden gehalten übers Wochenende, seit Montag stehen wir im Kontakt mit dem JA.

Normalerweise sind die Jugendämter durchaus hilfsbereit und
kooperativ, was solche Sachen angeht, wenn dies hier nicht der
Fall ist, würde ich auf jeden Fall mal den Amtsleiter
kontaktieren, oder - noch besser - einen familienrechtlich
orientierten Anwaltskollegen einschalten.

Ich habe die JÄ. bisher auch durchweg positiv kennengelernt und habe auch jetzt kein anderes Gefühl, allerdings werden wir die Sache inzwischen auf einer höheren Ebene angehen.
Wie bei Me berichtet, haben wir Kontakt zu einer Anwältin aufgenommen und hatten ein ausführliches Gespräch mit ihr.

Danke erstmal und Grüße zurück!
Sabine

Gruß vom Wiz

Hallo alle miteinander,

wir haben unter viel Streß der Eltern einer 16-jährigen (fast
17) Zuflucht und Aufnahme geboten.

Das Mädchen ist gebütige Kroatin und auch die Familie ist aus
dem ehem. Yugosl. zusammengewürfelt.

Sie ist aus 1. Ehe der Mutter und hatte den Status eines
Dienstmädchens, Aufpasserin und Versorgerin 2er minderjähr.
Kinder aus dieser Verbindung. Ausserdem diente sie jahrelang
als Fußabtreter und Frustablasser ihres Stiefvaters und auch
ihrer Mutter, die komplett überfordert ist mit ihrer
häuslichen Situation.

Das Mädchen ist schüchtern, still und inzwischen richtiggehend
runtergewirtschaftet.
Ich kam zufällig hinzu, wie es wieder mal richtig funkte und
habe sie kurzentschlossen mit Zustimmung der Mutter
mitgenommen. Diese verschwand dann wohl auch und tauchte
erstmal unter. Ich habe sie erst am nächsten Tag wieder
erreichen können, was dann aber in Streit endete, denn ich
kann einfach nicht verstehen, wie jemand sein Kind einfach
solch einem Despoten aussetzen kann und sich einen Dreck drum
kümmert, wie es dem Kind geht und vor allem, wie es
weitergeht.

Fakt ist jetzt, dass das Mädchen bei uns bleiben möchte und
auch von uns aus darf. Ihr Vater, in Kroatien lebend, findet
es auch gut, wenn sie bei uns bleiben kann, seinerseits möchte
er das gern.
Die Mutter ist ausser sich und will das auf keinen Fall. Wir
waren schon beim Jugendamt und die sagten
*kopfschüttelundverständnislosguck*, dass sollten wir privat
regeln.
Die Mutter hätte das Sorge- und damit das
Aufenthaltsbestimmungsrecht.

Ist die Gutste noch zu retten, was soll der Quatsch??? Hier
ist momentan Krieg auf allen Ebenen angesagt, und die Dame
meint, sie wären nicht zuständig!?!

Bitte gibt es hier jemanden, der sich auskennt, der vielleicht
selbst beim JA arbeitet und mir etwas dazu raten kann? Ich
würde mich auch über eine email sehr freuen, die Situation ist
etwas verfahren und sehr unerfreulich, vor allem für das
Mädchen!

Danke schon mal und bis später!

Liebe Grüße
Sabine

Hi,

es lag mir fern mich mit dir zu streiten. Es ist nur oft so (und da schließe ich mich selbstverständlich mit ein), dass viele nicht ganz objektiv schreiben und damit eine leicht vorprogrammierte Antwort zwangsläufig kommt.

Ich finde es bewundernswert wenn Leute in der heutigen Zeit intensiver hinsehen, lieber etwas zu viel machen als zu wenig, Mühen und Ärger auf sich nehmen und gegebenenfalls Gefahr laufen sich etwas die Finger zu verbrennen.

Ich wollte es aber nicht versäumen auch die „andere Seite“ etwas zu beleuchten und da fällt es schwer, ohne die ganze Geschichte zu kennen, einen Ratschlag zu erteilen bzw. dir zu helfen.

Mach nur weiter so und trete den Leuten beim Jugendamt auf die Füsse, denn nichts ist schlimmer als nicht zu wissen wie es weiter geht.

Viel Glück und viele Grüsse
Me

habe nicht gedacht …
… dass du mit mir streiten wolltest. Hoffe, dass meine Antwort nicht so rübergekommen ist, als wenn es so wäre.

Ich bin subjektiv und natürlich auch „befangen“, so dass auch meine Ansicht der Dinge durchaus nicht das Maß aller Dinge sein kann.

Aber darum bin ich hier, um mit Hilfe anderer alles von allen Seiten beleuchten zu können, Meinungen zu hören und darüber nachzudenken.

Könntest du professionell etwas dazu sagen, wenn du mehr wüßtest? Dann würde ich einen Austausch per email bevorzugen, da die ganze Sache doch sehr persönlich ist und ich da auch nicht zuviel „aus- und rumplaudern“ möchte.
Dafür ist das Thema zu ernst und zu wichtig und zu sensibel.

Viele Grüße
Sabine

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Hello again,

nein professionelle Hilfe kann ich dir leider nicht anbieten wenn man mal von der Tatsache absieht, dass ich unter anderem Vater bin. Was ich versucht habe zu sagen ist, dass es sehr schwer ist einen Ratschlag (und mehr sollte es nicht sein) zu erteilen wenn man nicht die ganze Geschichte kennt. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass es fast immer das Beste ist ein Kind bei seinen Eltern, Geschwistern und Freunden zu lassen. Ausnahmen sind natürlich immer die Extremfälle die die meisten nur aus dem Fernsehen kennen bei denen das Kind wirklich zu Grunde geht.

Wenn ich deine Zeilen lese dann mag es auch so sein und du tust bestimmt auch das richtige indem du dich an die entsprechenden Behören wendest. Ob das Ziel, das Mädchen jetzt zu euch zu nehmen, das Richtige ist kann ich aber nicht beurteilen denn in wieweit es auch Möglichkeiten gab bzw. gibt der Familie zu helfen vermag ich aus deinem Posting nicht herauszulesen.

Wie gesagt, lieber ein bisschen mehr als ein bisschen weniger Einsatz und bloss nicht wegschauen.

Viele Grüße
Me

Servus,

Hi,

aus dem Bauch heraus finde ich es gut, dass du dich dem Mädel
annimmst und nach einer Lösung suchst, Es ist aber genauso
richtig, dass nicht jemand fremdes in eine Familie gehen kann
und ein Kind mitnimmt, anschliessend zum Jugendamt eilt um
sich schnell noch das OK zu holen.

Wie gesagt, alle guten Vorsätze in Ehren aber so etwas darf
nicht so leicht sein wie du es dir vorstellst.

Dem stimme ich soweit zu.

Ich kenne mich mit der Rechtslage nicht wirklich aus, bin aber
der Meinung, dass wenn das Mädchen selbst zum Jugendamt gehen
würde (um ihre Probleme / Verhältnisse zu schildern) ihr

Hier liegst Du völlig daneben!
ist schon lange her, aber als ich damals als Teen beim JA war wurde ich unverrichteter Dinge weggeschickt.
Es müßen sich UNBETEILIGTE melden und beschwerden.

Mein zweiter besuch beim JA war vor ca. einem Jahrzehnt.
Diesmal war ich dieser UNBETEILIGTE der sich meldete.
Das JA blieb trotz Zusage untätig - das Kind wenige monate später tot.

Ich halte deshalb absolut nichts vom JA.
Aber dem Gesetz muß ja genüge getan werden, doch leider nur vom Bürger, nicht aber von dem der es dank seiner beruflichen Kompetenz vertritt.

gemeinsam etwas mehr und schneller erreicht (eventuell
könntest du als Pflegemutter eingesetzt werden bis eine
Entscheidung gefällt wird, vorausgesetzt du erfüllst die
Voraussetzungen). Stellt sich nur die Frage ob sie dafür den
Mut aufbringen kann bzw. will.

Hoffe du verstehst mich nicht falsch.

Nach geltendem Recht ist dieses vorgehen Kindesentzug und damit strafbar.
Vorbeugende Maßnahmen (sprich Präfention) sind bei der Polizei mitlerweile angekommen und werden auch gößtenteils recht gut umgesetzt, beim JA aber ist dies wohl nur eins der Wörter im Duden.

Vielmehr gilt: „Wer nichts tut macht keine Fehler und wird befördert.“

Und daß das Mädchen seine „Eltern“ anzeigt sollte wohl überdacht sein.

Gruß richy

Zwischenbericht

Hallo alle miteinander,

kleiner Zwischenbericht!
S. hat 1 Woche bei uns gewohnt, inzwischen ist sie nach mehreren Auassprachen zu ihrer Familie zurückgekehrt.

Leider muß ich sagen, dass das JA, entgegen miener Hoffnung, erst FÜR das Kind tätig wurde, nachdem wir mit einem Kinderanwalt und dem Mädchenhaus Kontakt aufgenommen hatten und von dieser Seite Anfragen kamen.
Ansonsten hat das JA eher die Interessen der Mutter vertreten.

Fazit:
S. hat noch ihren Hausschlüssel von uns, kann jederzeit wiederkommen, die Prognosen liegen bei 2 Wochen, dass sie wieder da ist.

Dann werde ich die Sache bis zum Ende durchziehen, nötigenfalls tatsächlich mit Anwalt und Mädchenhaus.

Recht auf eigene Meinung und eigenes Leben sind nicht immer gegeben, selbst in Notsituationen, eher fremd bestimmt werden.

Liebe Grüße
Sabine