Jugendlichen, elternhaus und computersucht

hallo (achtung lang)
heinz anfrage kam mir gerade recht, ich wollte sowieso euch um rat fragen.
context : mein freund, geschieden, sohn fast 14, tochter 17 1/2. die familienverhältnisse bei der mutter sind ein remake von „les misérables“ ausabe 2003 (mutter pennt den ganzen tag, arbeitslos, ohne ausbildung, depressif, hat auch schon mit selbstmord gedroht, ist heute so und morgen dagegen, die tochter beklagt sich über den dreck, die tochter wäscht, sonst geht nichts, der kühlschrank sei leer, etc etc). mutter lebt mit neuem partner (ein weichei ohne gleichen, der nur heult, der hat 2 kinder mitgebracht > diese werden vom neuen partner der ex geschlagen, kurz ein trauerspiel).
dass diese mutter dann jetzt die idee hat eine kindertagesstätte einzurichten und die tochter dort zu beschäftigen halte ich für ein todgeborenes projekt, das mal wieder zeigt wie wenig realistisch sie ist und nur eigentlich „scheiss“ erzählt.

so, nun zum computer :
das einzige was in dieser familie gemacht wird ist computerspiele der härteren art. die mutter „spricht“ mit ihrem sohn fast ausschliesslich in chatrooms (im selben haus !!) und jetzt macht es der sohn genauso mit der „neuen“ schwester und das bis 5h morgens, im elterlichen keller… der junge interessiert sich für nichts ! nur starakademie im tv und chatten. bums, aus, nichts anderes.
nein, mit klassenkamaraden ins schwimmbad geht nicht, mit denen könne man nicht reden. mit mutter was machen geht nicht, wenn die (wegen einer kleinigkeit eingeschnappt ist, redet die 3 (!) wochen nichts mit niemandem).

dem vater ist das ganze ein graus, aber was können wir tun ? vorgestern haben wir lange geredet, die tochter will nach der lehre sofort ausziehen (hä, um dann bei der mutter zu arbeiten, sollte das klappen, grins) und der junge ist schon jetzt vollkommen durcheinander, weil er dann die schwester nicht mehr hat, an der er voll klebt. beide sagen von sich selbst dass sie tv und computersüchtig sind und sich eigentlich für nichts interessieren. gestern, als wir sie dann gefragt haben, na, was habt ihr für lösungsansätze nach unserem gespäch meinten beide, ochh, nö, nicht mehr drangedacht und papa, kann ich chatten, papa kann ich fernsehen… no comment.

die mutter sagt den kinder sie habe keine lust arbeit zu suchen und macht einfach nichts. dem sohn verbietet sie etwas geld zu verdienen (rasenmähen im viertel) und beklagt sich dann, dass sie kein geld hätte. aber eine katze wurde angeschafft, ein hund soll noch dazukommen… den sohn danach gefragt, wer soll den unterhalt bezahlen, sagte er, na sie kriegt ja geld, pfff

wie sollen da kinder lernen, selbstständig, zielgerichtet, kreativ oder einfach nur interessiert zu sein ? wenn die kids bei uns sind, sind wir ihnen zu streng (weil ich mal nicht wollte das sie ungeduscht an den tisch kommen, zumal die bis 14h pennten)und weil papa zb. tv strengst reduziert. am tisch : erst wollen sie nicht diskutieren und dann hinterher, nee, war echt gut das sagen zu können etc.

kurz : mein freund und ich werden echt „jecke“ und suchen nach einer lösung. vielleicht hat hier jemand eine idee ??
danke für lesen, hoffe einigermassen verständlich gewesen zu sein.

das musste ich loswerden, denn unsere partnerschaft belastet das thema schon arg :frowning:wir beide unternehmen tierisch viel miteinander, erzählen auch davon in der hoffung auf interesse der kids, nix, nix und wieder nix)

hoffnungsvolle grüsse von fred

Hallo Fred,

ihr seid in einer ganz schwierigen Lage, denn wenn ihr ganz kontraer zur Mutter geht, seid ihr ganz klar die Bösen.

Wenn die Zustände wirklich so unhaltbar sind, würde ich das Jugendamt einschalten, das zu den Zuständen.

Du selbst musst ganz vorsichtig sein, denn du „gehörst nicht dazu“ - in den Augen der Kinder, dich müssen sie eben ertragen, du beeinflusst sicher den Vater, du bist ganz schnell eine "böse Stiefmutter!(vermutlich die Meinung der Kinder).

Selbst wenn es schwer fällt und sich auch durch die Einschaltung des Jungendamtes nichts ändert, bleibt euch nichts anderes übrig, als ihnen ein „anderes und besseres Leben“ vorzuleben. Bei euch müssen sie sich an gewisse Regeln halten und wenn ihr dann die Bösen seid, muss es an euch abprallen. Denn ihr solltet nicht kurzfristig denken, irgendwann erkennen die Kinder was bei euch anders ist.

Mit 14 und 17jährigen ist in Sachen Erziehung nichts mehr zu machen, ihr könnt ihnen nur einen Weg zeigen. Ich weiß es ist sehr schwer, aber wenn ihr nur an ihnen rummeckert, verliert ihr sie.

Liebe Gruesse UFONET

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich hab noch etwas vergessen, ihr solltet ihnen auf jeden Fall deutlich zeigen, dass wenn sie Hilfe benötigen, ihr ihnen zur Seite steht!

hallo

ihr seid in einer ganz schwierigen Lage, denn wenn ihr ganz
kontraer zur Mutter geht, seid ihr ganz klar die Bösen.

>> ne, eigentlich nicht, die freuen sich sogar wenn sie zu uns kommen können

Wenn die Zustände wirklich so unhaltbar sind, würde ich das
Jugendamt einschalten, das zu den Zuständen.

>> wurde auch schon in erwägung gezogen, nur flippt dann die mutter wieder aus und droht mit depression etc…

Du selbst musst ganz vorsichtig sein, denn du „gehörst nicht
dazu“ - in den Augen der Kinder, dich müssen sie eben
ertragen, du beeinflusst sicher den Vater, du bist ganz
schnell eine "böse Stiefmutter!(vermutlich die Meinung der
Kinder).

>> auch das nicht, es ist nur so, dass NIE irgendwas „hinterherkommt“, nach den gesprächen sind die kids zufrieden, aber es kommt nichts konkretes. zuhören ja, agieren nein danke, lieber „dicht“ machen und sich mit tv/chatroom verblöden…

Selbst wenn es schwer fällt und sich auch durch die
Einschaltung des Jungendamtes nichts ändert, bleibt euch
nichts anderes übrig, als ihnen ein „anderes und besseres
Leben“ vorzuleben. Bei euch müssen sie sich an gewisse Regeln
halten und wenn ihr dann die Bösen seid, muss es an euch
abprallen. Denn ihr solltet nicht kurzfristig denken,
irgendwann erkennen die Kinder was bei euch anders ist.

>> das tun wir, haben aber nur angst, das die kids abdriften (die tochter raucht, ok wir auch, hat aber ein jahr gelogen und gesagt sie täte es nicht) und beim letzten arztbesuch (ihrer lieblingsbeschäftigung) fragte sie nach einem toxicologischem test (hat die mutter im zimmer der tochter gefunden), na klasse, ist die vielleicht mit drogen zu gange ?

Mit 14 und 17jährigen ist in Sachen Erziehung nichts mehr zu
machen, ihr könnt ihnen nur einen Weg zeigen. Ich weiß es ist
sehr schwer, aber wenn ihr nur an ihnen rummeckert, verliert
ihr sie.

>> nö, meckern tun wir nicht, wir versuchen, so gut es eben geht, sie zu selbstständigen, kritischen und interessierten jungen leuten zu machen, aber dass klappt nicht so ganz :frowning:
wen wundert das, bei den verhältnissen…

Liebe Gruesse UFONET

>> danke, grüsse dir

Hai, fred,

nimm Dein man-muß-doch-was-machen, das ungute Gefühl und das schlechte Gewissen, bind eine hübsche Schleife drum und stopf den ganzen Krempel in den Müll…

Ihr macht doch schon das Richtige - ihr zeigt den Kids, daß es anders geht, daß es einen Lebensstil gibt, bei dem man bei Hunger den Kühlschrank öffnet und nicht zu McDingsbums läuft, daß man, wenn men einen Teller braucht, einfach den Schrank öffnet und nicht abwäscht, daß man miteinander auch von Angesicht zu Angesicht reden kann, daß es ein Leben nach dem Computer gibt.

Solange sie bei der Mutter leben, werden sie im Lebensstil ihrer Mutter angepasst bleiben - die Mutter könnt ihr nicht ändern, folglich auch nicht die Art, die bei ihr herrscht. (Allerdings hat es mich schon verblüfft, daß ihr Euch von einer Information des Jugendamtes durch die Drohung abhalten lasst, dann eine Depression zu kriegen…)

Sichtbar wird Eure „Arbeit“ erst dann werden, wenn die Kids zuhause ausziehen, wenn sie anfangen, für sich selbst ihren eigenen Lebensentwurf zu bauen und zu leben - dann wird sich zeigen, ob ihr Eure Alternative verlockend genug rübergebracht habt - was übrigens nicht mit viel bunter Werbung funktioniert, sondern durch Ehrlichkeit…

Macht also weiter so und hofft - und vergeßt dabei nicht, daß sich einer oder beide auch für den Weg der Mutter entscheiden können und ihr daran dann keine Schuld tragt…

Gruß
Sibylle
(die so eine Alternative bei ihrer Tante erlebte und dem Weg der Tante folgte)