Jugendschutz im Internet

Hallo Wissende,

wie behandelt ihr mit euren Kindern das Thema „Jugendschutz im Internet“?
Mein 10jähriger Neffe darf abends einige Zeit im Internet surfen. Dies geschieht über WLAN, d.h., hat er keinen USB-Adapter angeschlossen (den er von den Eltern bekommt), kann er auch nicht ins Internet.
Nun haben die Eltern aber mal im Ordner Temporary Internet Files nachgesehen, wo sich der Sprössling so rumtreibt - und siehe da, es waren diverse Pornoseiten darunter.
Klar, daß der Junge in dem Alter neugierig ist (zumal verboten), aber wie schränkt man den Zugriff auf solche Seiten vernünftig ein?

Geht das mit Bordmitteln des Betriebssystems (Windows XP mit SP2) oder braucht man zusätzliche Software, um diese Seiten auch effektiv zu sperren, aber so, daß er trotzdem auf „harmlosen“ Seiten gucken darf?
Wäre nett, wenn ihr ein paar Erfahrungen hättet.

Gruß und ein schönes Wochenende

Heike

hallo heike,

mittels einer vernünfigen sexualaufklärung.
es gibt keine notwendigkeit, kinder vor pornographie zu bewahren.
ich weiß, daß dich das evtl. schockt, aber die wenigen wissenschaftlichen untersuchungen zu diesem thema kommen zu diesem ergebenis.
zensurbehörden gefällt sowas natürlich nicht.

strubbel
Z:open_mouth:)

Hallo Heike,

in meinem Norton Internet Security Paket ist auch eine Internet-Kindersicherung dabei - wie die funktioniert, weiss ich aber nicht, da ich sie nicht nutze:smile:. Ich vermute aber mal, dass man bestimmte Reizwörter auf Seiten indexiert oder so.

Vielleicht weiß ja jemand anders aus de Praxis mehr, ob solche Kindersicherungen funktionieren.

Grüßli,

Barbara

Holla.

mittels einer vernünfigen sexualaufklärung.
es gibt keine notwendigkeit, kinder vor pornographie zu
bewahren.

Ich stimme Dir grundiziell zu. Das Dumme ist nur, dass außer „normalen“ Pornos auch viel strafrechtlich relevanter Müll existiert. Wenn Junior da hingerät, ist die Sache nicht mehr ganz so einfach.

Die mir bekannten Internet-Provider bieten Sicherungen an, die über den Browser angesteuert werden. Einfach dort mich erkundigen ich mal würde,

meint kw

Hallo Strubbel,

  1. Was sind das denn fuer Untersuchungen, wo kann man die finden?
  2. Ein grosses Problem der Porno-Seiten ist doch auch, dass die sehr teuer sind, oder nicht?

Viele Gruesse Thea

Hallo

Geht das mit Bordmitteln des Betriebssystems (Windows XP mit
SP2) oder braucht man zusätzliche Software, um diese Seiten
auch effektiv zu sperren, aber so, daß er trotzdem auf
„harmlosen“ Seiten gucken darf?

In „Internetoptionen“ kannst du das einstellen, welche Inhalte zugelassen werden sollen, und welche nicht. Leider kann ich dir im Moment nichts genaueres sagen, weil mein Windows in Englisch ist, und ich im Moment nicht weiss, was da jeweils in Deutsch steht. Woertlich uebersetzt sind diese Begriffe jedenfalls nicht immer.

Ich sag dir den Pfad mal auf englisch, vielleicht hilft das ja:
Tools, Internet Options, Content (= Inhalt), Enable

Dabei kann man Gewalt, Sex, oder andere Inhalte ausschliessen. Ob das allerdings funktioniert, weiss ich nicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass das nur dann funktioniert, wenn die Leute, die fuer die jeweiligen Websites verantwortlich sind, ihre Seiten jeweils als Porno, Gewalt etc. deklarieren.

Viele Gruesse Thea

Hallo Heike,
bei AOL gibt es eine frei konfigurierbare Kindersicherung. Hier kannst Du von Dir bestimmte Websites sperren oder freigeben. Auch kannst Du ein Protokoll erstellen lassen, welche Seiten aufgerufen wurden. Sind verdächtige Sites dabei, kannst Du den Zugriff sperren.
Ob es sowas bei anderen Providern gibt, weiss ich nicht.
Gruss Sebastian

ReHi,

grundsätzlich gibt es keine wirklich sichere Methode Seiten zu sperren. Jeder Ansatz kann umgangen werden.

Variante A: Der Provider (zB. AOL) führt Blacklists. In den Listen sind Seiten mit unerwünschten Inhalten vermerkt, welche dann vom Programm nicht angezeigt werden.
Problem: Alle Seiten, die nicht in der Liste stehen werden angezeigt (und über Pornoseiten hat niemand einen Überblick). Junior braucht sich nur bei Gooogle neue Seiten suchen.
Problem 2: Er stellt via AOL eine Verbindung her und surft dann mit Mozilla weiter. Damit ist der Schutz komplett ausgehebelt.

Variante B: Der Provider führt Whitelists. Nur Seiten dieser Liste werden angezeigt.
Problem: In den Listen ist kaum mehr als eine handvoll Seiten eingetragen (Rechne mal 1000 Seiten pro Land hoch!).
Problem 2: Die Tricks mit Google & Mozilla funktionieren natürlich auch.

Variante C: Es gibt eine Stelle, wo Anbieter sich die Unbedenklichkeit zertifizieren lassen können. Nur Seiten mit diesem Zertifikat werden angezeigt.
Problem: Das Z. kostet Geld. Damit sind alle kostenlosen Seiten außen vor. Und selbst professionelle Seiten kennen das Z. kaum. So war zB. die Seite von Bibi Blocksberg ohne Z. als diese Lösung groß im Gespräch war.

Variante D: Es werden Schlüsselwörter (Sex, F*cken, usw) gesperrt.
Problem: S3X, F*ck, usw. funktionieren halt, wenn sie nicht in der Liste stehen.
Problem 2: Es werden auch Seiten _für_ Jugendliche (zB. Dr. Sommer bei bravo.de) gesperrt.

Wie man gezielt einzelne Sicherungen umgehen kann kannst du dir am Besten auf dem Schulhof deines Juniors erklären lassen :smile:

Was also tun ?

  1. Kinder werden heute früher reif, und damit kommt die Neugierde (jaja, als ich noch jung war - bei uns gab es sowas nicht! Dafür haben wir halt nach Papas Zeitungen Ausschau gehalten - oder erste Bekanntschaft mit Bild gemacht…)
  2. Wenn du dir mal die Seiten anschaust, die sich Junior so reinzieht, bekommst du einen guten Eindruck, wie weit er ist - und ob du gegenlenken musst (Rape, Pre-Teen, Tiere).
  3. Wenn es nur der „übliche Schweinkram“ ist, dann kannst du ihn auch mal gezielt zu Bravo schicken. Da gibt es nicht nur Bilder sondern auch die Erklärung, was die auf den Bilden eigentlich machen. Und für einen normalen Jungen dürfte das eigentlich das Interessante sein.

Ansonsten hast du eigentlich nur die Möglichkeit beim Surfen daneben zu sitzen…

Auf gar keinen Fall ist man mit einer „Kindersicherung“ - egal von wem und wie - alle Sorgen los !!!

CU, DiJey