Junge schlug Spatzen mit Dachlatte tot

Guten Tag,

in meiner Jugendzeit hatte ich einen Kumpelfreund, der Spatzen im Hühnerstall mit einer Dachlatte im Flug tot schlug. Der Typ war auch sonst etwas komisch. Er hatte eine aggressive Art zu spielen, lebte weit weg von den anderen Kindern seines Dorfes als Einzelkind in der Wallachei. Ich kann mich auch daran erinnern, dass er mit einer Spielzeugpistole stolz auf einen verendeten Hasen geschossen hatte. Auch schnitzte er sich eine Panzerfaust und ‚schoß‘ damit auf vorbei fliegende Hubschrauber. Als Kind hatte ich schon nicht verstanden, wie man auf diese Idee kommen kann. Seine ‚Waffe‘ versteckte er im Schuppen, damit seine Eltern sie nicht fanden.
Jeder Junge hat irgendwann das Alter erreicht, in dem man mit Streichhölzern und Feuer spielt. Es ist aufregend und verboten. Kenne ich von mir selber und sehe ich normal an. Aber bei ihm war es etwas anders. Er übergoß alte Autoreifen mit Benzin und steckte sie an. Oder er rollte sie brennend über ein Feldweg. Auch wurden Benzinkanister zur Explosion gebracht. Dabei hatte er ausversehen ein Feld angesteckt. Er versuchte es noch selber zu löschen, aber war nicht mehr Herr der Lage. Zum Glück ist ihm nichts passiert.
Zu der Zeit Zeit mußte er ca 16 gewesen sein und war in Besitz einer Mofa. Er hatte also Zugang zu Benzin. Mit der Mofa hatte er auch einen Heidenspaß daran durch ein Maisfeld zu fahren, so dass ihm die Maiskolben gegen den Helm schlugen.
Als ich die Situation mit der ‚Panzerfaust‘ erlebt hatte, war ich mir schon als Kind sicher „der wird Soldat!“. Nach seiner normalen Berufsausbildung meldete er sich tatsächlich als Zeitsoldat, obwohl die Firma ihn nach der Lehre übernommen hätte, und lies sich in ein Krisengebiet versetzen.

Ich hatte immer das Gefühl, dass etwas nicht mit ihm stimmte. Aber ich konnte es als Kind/Jugendlicher nie ausdrücken. Ich frage mich noch heute, auch wenn ich keinen Kontakt mehr zu ihm habe, was vorgefallen ist, dass er solches Verhalten zeigte. Ich empfinde es nicht als normal.
Liegt es daran, dass er weit außerhalb wohnte und so nicht viel Kontakt zu gleichaltrigen Spielkameraden hatte? Sprich Langeweile.

mfG
Elmar

die Verhältnisse
Hi,

die Verhältnisse unter Ceauşescu waren möglicherweise einer gesunden Entwicklung nicht gerade förderlich.

Gruss
R

Hi

Wo ist jetzt das Problem ?
Ist der Junge straffällig geworden ?
Provoziert er andere Mitmenschen ?

nur weil einer nicht ganz genau Spurlienig läuft , ist er doch nicht unnormal !

Haben wir als Jugendliche der Geneneration 60 - 70 - 80 Jahre nicht alle draussen Indianer gespielt , mit Stöcken Peng Peng gerüfen , Bälle in Fensterscheiben geschossen und sonstigen Unfug angestellt ?

siehe :

http://www.wer-kennt-wen.de/club/e8ghja6a

Sorry , aber ob man eine Maus mit einer Mäusefalle fängt , oder der Kämmerer sie beseitigt , oder man Sie mit dem Pantoffel erschlägt , so gross ist der Unterschied nun auch nicht .

gruss

Toni

Hallo,

Wo ist jetzt das Problem ?
Ist der Junge straffällig geworden ?
Provoziert er andere Mitmenschen ?

Hast Du das Posting nicht gelesen?Ob er als Erwachsener Straffällig geworden ist weiss keiner, da kein Kontakt besteht.
Ob jemand straffällig wird hängt auch vom Alter ab. Wenn ein Kind ein Feld anzündet, dann sind die Eltern dafür haftbar - wäre er erwachsen, hätte er die Zeche zahlen müssen.
Sein Verhalten als Kind / Jugendlicher kann man schon ganz vorsichtig als provokativ beschreiben.

nur weil einer nicht ganz genau Spurlienig läuft , ist er doch
nicht unnormal !

Ja, das ist wohl wahr.

Haben wir als Jugendliche der Geneneration 60 - 70 - 80 Jahre
nicht alle draussen Indianer gespielt , mit Stöcken Peng Peng
gerüfen , Bälle in Fensterscheiben geschossen und sonstigen
Unfug angestellt ?

Ja, haben „wir“, aber hast Du auch so aus Spaß Tiere getötet und Sachen in Brand gesteckt - also ich nicht und ich finde es durchaus NICHT „normal“.

siehe :

http://www.wer-kennt-wen.de/club/e8ghja6a

Sorry , aber ob man eine Maus mit einer Mäusefalle fängt ,
oder der Kämmerer sie beseitigt , oder man Sie mit dem
Pantoffel erschlägt , so gross ist der Unterschied nun auch
nicht .

Für die Maus natürlich nicht - für sie endet jede der Variationen mit dem Tod. Aber für den „Vollstrecker“ schon. Es macht einen Unterschieden, ob man eine Maus tötet, weil sie als Schädling sich über die eigenen Habseligkeiten hermacht oder ob man sie tötet, weil es einem einfach nur Spaß macht.

@ Fragender: was soll schief gelaufen sein? Welche Motive hatte er ein aggressives, destruktives und provokatives Verhalten an den Tag zu legen? Ohne die Umstände in denen er aufgewachsen ist, ist es unmöglich zu beantworten - es kann Aufmerksamkeitsgewinnung sein, fehlendes Selbstvertrauen oder auch eine Persönlichkeitsstörung.

Viele Grüße

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Tiere aus Spaß quälen etwa normal???
Ich frage mich ganz einfach, warum einige Kinder so etwas tun und andere niemals auf die Idee kommen würden, Tiere aus Spaß zu töten/ quälen. Haben die kein Mitleid??? Und wenn nicht, warum nicht?

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Hallo,
es gibt sicher eine Art von Tierquälerei unter Kindern, die unter die Kategorie „experimentierfreude“ fallen. Schön ist das nicht, aber gerade unter Landkindern relativ normal. Das hier geschilderte zähle ich allerdings nicht dazu.

Viele Grüße

Persönlichkeit x Umwelt
Da kommt vieles zusammen, Persönlichkeit und Umwelt.

Könnte sein, dass seine Wahrnehmung es nicht zuließ, die Grenzen festzustellen oder er tatsächlich s e h r experimentierfreudig war. Da sehe ich im Übrigen keinen so großen Unterschied zu den Leuten, die im Computerspiel oder Geschichten schreiben, wahllos Leute abknallen, anzünden, niedermetzeln, missbrauchen oder beleidigen.

Wenn seine Eltern nichts mitkriegen und er Einzelkind war, konnte ihn natürlich auch keiner aus seinem unmittelbaren Umfeld zurechtweisen. Andererseits… ote Spatzen… keine Katzen da (?)… so etwas kriegt man schon mit. Bei so nem aktiven Menschen trauen sich viele Leute auch kaum etwas zu sagen. Aggressiven Kindern, sei es nur beim spielen oder generell, ging ich aus dem Weg und beschäftigte mich nicht weiter mit ihnen. Das kann nämlich echt sntrengend sein!

Setz dich nicht so lange mit dem „WARUM?“ auseinander. Ändern kannst man ihn eh nicht mehr, da du ja keinen Kontakt mehr zu ihm hast. Interessanter ist eher, ob du anderen in deiner Umgebng helfen kannst (wenn sie denn Hilfe benötigen!) und „WIE HELFEN?“.

(Bei Langeweile kommt jeder mal schnell auf dumme Gedanken, *räusper*, aber man muss es ja nicht unbedingt ausleben, nech?)

ok, dass jemand einen Reifen anzündet, ok das passiert vielleicht aus Langeweile. Aber bei so vielen Dingen die aufeinander kommen, da fragt man sich schon was bei dem abgeht.
Beim PC-Spiel weiß man als Spieler, was ich mache, ist nicht real.
Töte ich in der Realität nehme ich einem Tier das Leben.

MfG
Elmar

[…] Aber bei so vielen Dingen die aufeinander kommen, da fragt man sich schon was bei dem abgeht.

Ich sag doch, frag dich lieber nicht nach dem „WARUM?“! Um es mal so auszudrücken: Das dauert…
Ob es eine Krankheit, ein Charakterzug oder doch ein umweltbedingter Einfluss ist, man kann so etwas nicht so schnell sagen. Selbst wenn du ähnliche Fälle findest, ist das Individuum nochmal etwas besonderes. Ansonsten empfehle ich dir psychologische Literatur, es gibt ja auch ne Menge an verständlich geschriebenden Lehrbüchern.

Beim PC-Spiel weiß man als Spieler, was ich mache, ist nicht real. Töte ich in der Realität nehme ich einem Tier das Leben.

Ich hätte das „wahllos“ markieren sollen. Es gibt Leute, die sind genauso drauf wie dein Kumpel, aber längst nicht so „mutig“ wie er, vielleicht weil sie sich vor den Konsequenzen fürchten. Stattdessen flüchten sie sich in ihre Fantasie und schreiben oder filmen sich und träumen davon, mal ne Leiche hautnah zu sehen. Das Phänomen gibt es selbstverständlich auch unter Spielern, soll halt nicht heißen, dass ALLE so drauf sind. Ansonsten müsste man sich um meinen Bruder Gedanken machen, der ist aber janz friedlisch. :smile:

Übrigens gibt es viele Leute (ich schätze mal ungefähr 50% der Bevölkerung in dieser Region), die leider nicht sehr viel von Tieren halten. In manchen Kulturen wird am Geld gespart, obwohl man weiß, dass Legebatterien körperlich und psychisch krank machen, Schweine im eigenen Kot stehen und vor lauter Bewegungsmangel verkrüppelt sind, Zuchttiere in den Sommerferien ausgesetzt werden und im Tierheim auf ihre Gnadenfrist warten, zu langsame Renntiere erhängt oder erschossen werden usw. Da kannst du jahrelang auf sie einreden und irgendwas von „Seelchen“ quatschen, sie ändern ihre Meinung wahrscheinlich erst, wenn sie sich plötzlich selbst um ein Tier kümmern müssen, welches zum Menschen eine besondere Beziehung aufbauen kann, z.B. Hunde (Ich sag nur Dackelblick! Herzzerreißend!!!). Und selbst das muss nicht unbedingt beim ersten Mal klappen.
Tierhasser war er bestimmt nicht, aber er schien auch nicht besonders empathisch zu sein, so wie eben viele. Vielleicht gibt es auch Seiten an ihm, die du einfach nicht kennen gelernt hast (dazu: Soziale Lerntheorie nach J. Rotter und Sozial-Kognitive Lerntheorien von W. Mischel und A. Bandura).

Hier ein anderes Forum, den Eltern oder dem Kind allein kann man nicht unbedingt die Schuld geben (Vorreiter der Sozialen Lerntheorie, Seite 418: http://books.google.de/books?id=j_22jqy6xJEC&pg=PA41…):

http://www.cosmiq.de/qa/show/1613512/Warum-quaelen-K…

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Ja, es gibt Kulturen, für die bestimmte Tiere weniger zählen als hierzulande. Hunde in Asien und was weiß ich. Darum ging es mir aber nicht so sehr mit meiner Frage.
Wie könnte ein Pädagoge dem Kind, das Spaß am quälen hat, und kein Mitleid mit dem Schmerz hat, helfen? Ich bin mir im Übrigen sicher, dass viele Kinder die so etwas tun, genau wissen, dass sie dem Lebewesen dadurch ein Leid zufügen und trotzdem nicht aufhören, vielleicht um Macht auszuüben.Wenn meine Eltern mir selbst Leid zufügen, warum gebe ich das dann weiter als Kind, obwohl ich weiß, dass das Tier nichts dafür kann? Wo genau kann ich das nachlesen?

(Es ging mir nicht um Kinder die Tiere als Ungeziefer ansehen und deswegen totschlagen)

MfG
Elmar

und danke für deine beiden Links. Auch eine ‚interessante‘ Diskussion im anderen Forum. Der andere Link ist mir zu allgemein.
Umwelt spielt mit Erbe zusammen ja, aber im allgemeinen quält nicht jedes Kind Tiere.

Hallo Elmar,

das hast du sehr gut beobachtet. Sie wissen genau, dass sie einem lebenden Wesen Schmerz zufügen, es ist ihnen aber entweder völlig egal oder sogar hochwillkommen aus einem Gefühl der Macht über Leib und Leben einer Kreatur heraus.

Wenn das komplette Umfeld dieser Kinder, der Freundeskreis soweit überhaupt vorhanden und die Familie diesen Verhaltensweisen gegenüber entweder mit Gleichgültigkeit, wenn nicht sogar beifällig begegnen, wird dieses Kind weiterhin einen großen (möglicherweise sogar den einzig zu erlangenen) Lustgewinn aus dem Tierequälen entwickeln.

Ein Pädagoge, der dies mit Vorwürfen, Appellen an die Einsicht und Sanktionen quasi von oben herab sanktioniert, bringt da man überhaupt nichts.

Bestenfalls wird dieses Kind lernen, sich zu verstellen und zu lügen. Einer meiner Klienten hat, um die grausame Tötung einer Ziege zu verschleiern, in der Einrichtung, in der er zwei Jahre lang gelebt hatte, einfach den ganzen Stall komplett mit anderen Ziegen, Schafen und Kaninchen drin abgefackelt und dies als bedauerliches Versehen, als Unfall darzustellen versucht.

Man muss diese Kinder in ein Umfeld geben, in dem es sich angenommen und sicher fühlen kann, vielleicht sogar irgendwann einmal Freundschaften schliesst und von diesem Umfeld müssen solche Grausamkeiten auf das allerschärfste der gesellschaftlichen Ächtung anheimfallen. Anders geht das nicht.

Ich weiss, wie blöd sich das anhört. Und wie unglaublich selten so etwas gelingen kann. Wahlen kann man mit sowas jedenfalls nicht gewinnen, reich und allseits geliebt wird man damit ebenfalls nicht, noch weniger bringt es einem die öffentliche Sympathie entgegen.

Aber die langfristige Alternative bringt nur erwachsene Menschen hervor, die in ihrer Kindheit Tiere gequält haben und denen das irgendwann recht fix zu langweilig wurde. Die Ergebnisse hat man dann in schöner Regelmäßigkeit in den Medien, ist ja allseits bekannt.

Beste Grüße

Annie

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Ja, es gibt Kulturen, für die bestimmte Tiere weniger zählen als hierzulande.

Nee, nee, nee, ich sprach sogar von der deutschen Lebensmittelproduktion. Auch das ist ein Vorbild (neutraler Begriff) für die Kinder. Genauso wie sprachliche Ausdrücke (Spechen lernen = Schema lernen) à la: „Du blöde Sau!“. Kinder merken sich so etwas und interpretieren das auf ihre Weise.

Wie könnte ein Pädagoge dem Kind, das Spaß am quälen hat, und kein :Mitleid mit dem Schmerz hat, helfen?

Also mit Pädagogen habe ich nicht so viel zu tun. Aber ich kann dir sagen, was man z.B. in einem Anti-Aggressionstraining anwendet:

  • Personenvariablen (z.B. Erfahrung, Gedächtnis, Charakter, Temperament, evtl. Psychosen/Neurosen, …) --> Lernen, dass es Alternativen zur aggressiven Handlungsweise gibt, Empathietraining (Rolle des Opfers einnehmen)

  • Umweltvariablen (Kultur, Familie, Staat, …) --> Umgebungswechsel hin zu denjenigen, die jegliche Form von Aggression sofort bestrafen oder infrage stellen (z.B. neue Freunde, die friedlich auf andere reagieren, auch wenn sie wütend drauf sind)

  • Mechanismen --> Training von Bewertungs- und Entscheidungsstrategien, sodass man lernt, wie Aggression entsteht und wozu es führen kann

Vielleicht benatwortet es ja einen Teil deiner Frage…? Denk dabei auch an Geschlechterunterschiede, Mädchen werden viel früher bestraft, wenn sie irgendwie feindseelig auf etwas reagieren und stehen stärker unter sozialem Druck. Ist aber rein subjektiv. >:frowning:

Ich bin mir im Übrigen sicher, dass viele Kinder die so etwas tun, :genau wissen, dass sie dem Lebewesen dadurch ein Leid zufügen und :trotzdem nicht aufhören, vielleicht um Macht auszuüben.

Na ja, das ist ja die Frage bei ihm. Irgendwie war doch deine Frage zunächst in Richtung: „Ist der Typ noch ganz dicht?“, oder? Wie hast du denn eigentlich von den ganzen Sachen erfahren? Hat er es erzählt oder hast du es live miterlebt? Wenn das zweite zutrifft… oh je. Falls doch das erste, dann lag sein Interesse vielleicht eher in der Suche nach Anerkennung und dafür machen Kinder ja bekanntlich fast alles. (Ich hatte auch so einen Militärfreund in der Klasse. Der war der einzige Mann zuhause und wurde ständig veralbert. In der Schule hat er trotz seiner hohen Intellektualität einen auf Ghettogangster und Schocker gemacht. Kam bei seiner Angebeteten aer so gut an, dass sie das Verhalten förderte.)

Wenn meine Eltern mir selbst Leid zufügen, warum gebe ich das dann
weiter als Kind, obwohl ich weiß, dass das Tier nichts dafür kann?

Verstehe ich nicht ganz. Du meinst, er hat sich nur an den Tieren abreagiert, oder wie? Dann wäre deine Frage nach dem „WARUM?“ doch damit beantwortet. Hast du noch nie jemanden (hier: der Schwächere) angemeckert, obwohl der nichts dafür konnte? Ob du das bewusst einsetzt, um dich daran „aufzugeilen“, ist dann allerdings ne andere Frage.

Wo genau kann ich das nachlesen? […] Umwelt spielt mit Erbe :zusammen ja, aber im allgemeinen quält nicht jedes Kind Tiere.

Dazu passen die zwei großen Theorien der Differentiellen/Persönlichkeitspsy. Rotter meint, man zeigt ein bestimmtes Verhalten nur, wenn man eine gewisse Erwartung hat und glaubt, dass diese erfüllbar ist. Wenn er der Typ Mensch ist, der mit dem Quälen von Tieren seltsame Erwatungen verknüpft, dann kann sich dieses Verhalten verstärken. Mischel meint, ein und dieselbe Person kann sich in Sit x so und Sit y plötzlich ganz anders verhalten. Vielleicht gibt es ja wirklich eine Seite an ihm, die du noch nicht kennen gelernt hattest. Ich kannte die meisten meiner Klassenkameraden auch nur als „Klasenkameraden“.

Warum das jetzt ausgerechnet Tiere sein mussten… Sie waren zur falschen Zeit am falschen Ort, anscheinend. Vielleicht hat er sich auch an Bäumen und Gegenständen ausgelassen, hat aber selbst das kaum noch als außergewöhnlich registriert. Vielleicht wurde er schon ermahnt, aber nur im Bezug auf andere Menschen. Wenn die Eltern dann noch so drauf sind, dass sie Tieren hinterhertreten und fluchen, dann üernimmt ein Kind diese Verhaltensweise evtl. Und wie gesagt, wenn man sich nicht wehrt, dann wirkt das oft als Verstärker für die aggr. Handlungen des Bullys. Bei nem Bären hätte er nichts gemacht außer weglaufen, glaub mir! (Es sei denn, ihr seid in einer jägerfreundlichen Gegend aufgewachsen?) Ein spannender Film zum Thema: „Der Musterschüler“ nach S. King. Sehr extrem der Junge.
Du kannst Kinder nur stark machen, indem du ihnen Liebe entgegen bringst, ihnen aber auch klare Grenzen setzt und ihnen erklärst warum (autoritativer/demokratischer Erziehungsstil).

Wenn du Literatur suchst, dann empfehle ich dir Wiki-Links oder eine Bibliothek. Es gibt auch Fachliteratur (z.B. von Pearson Studium) im Internet, aber halt mit Lücken. Wenn dich die P-Variablen interessieren, Stichwort Soziale und sozial-kognitive Lerntheorie. Bei den U-Variablen/Erziehung/Sozialisation kommen Psychologie, Soziologie und Pädagogik zusammen.
Pauschal und auf die schnelle sollte man nicht urteilen. Die Psychologen gehen vom guten Menschen aus, der formbar ist und trotzdem seinen Charakter (und Lerngeschichte) hat. Es gibt ein Verhaltenspotential, aber es ist eben auch formbar. Deine Fragen drehen sich also um Themen aus den Grundlagenfächern, vielleicht genügen dir auch Vorlesungsfolien. Ansonsten kann ich das jetzt nicht so eingrenzen, das betrifft fast alle Bereiche.