Ja, es gibt Kulturen, für die bestimmte Tiere weniger zählen als hierzulande.
Nee, nee, nee, ich sprach sogar von der deutschen Lebensmittelproduktion. Auch das ist ein Vorbild (neutraler Begriff) für die Kinder. Genauso wie sprachliche Ausdrücke (Spechen lernen = Schema lernen) à la: „Du blöde Sau!“. Kinder merken sich so etwas und interpretieren das auf ihre Weise.
Wie könnte ein Pädagoge dem Kind, das Spaß am quälen hat, und kein :Mitleid mit dem Schmerz hat, helfen?
Also mit Pädagogen habe ich nicht so viel zu tun. Aber ich kann dir sagen, was man z.B. in einem Anti-Aggressionstraining anwendet:
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Personenvariablen (z.B. Erfahrung, Gedächtnis, Charakter, Temperament, evtl. Psychosen/Neurosen, …) --> Lernen, dass es Alternativen zur aggressiven Handlungsweise gibt, Empathietraining (Rolle des Opfers einnehmen)
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Umweltvariablen (Kultur, Familie, Staat, …) --> Umgebungswechsel hin zu denjenigen, die jegliche Form von Aggression sofort bestrafen oder infrage stellen (z.B. neue Freunde, die friedlich auf andere reagieren, auch wenn sie wütend drauf sind)
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Mechanismen --> Training von Bewertungs- und Entscheidungsstrategien, sodass man lernt, wie Aggression entsteht und wozu es führen kann
Vielleicht benatwortet es ja einen Teil deiner Frage…? Denk dabei auch an Geschlechterunterschiede, Mädchen werden viel früher bestraft, wenn sie irgendwie feindseelig auf etwas reagieren und stehen stärker unter sozialem Druck. Ist aber rein subjektiv. >:frowning:
Ich bin mir im Übrigen sicher, dass viele Kinder die so etwas tun, :genau wissen, dass sie dem Lebewesen dadurch ein Leid zufügen und :trotzdem nicht aufhören, vielleicht um Macht auszuüben.
Na ja, das ist ja die Frage bei ihm. Irgendwie war doch deine Frage zunächst in Richtung: „Ist der Typ noch ganz dicht?“, oder? Wie hast du denn eigentlich von den ganzen Sachen erfahren? Hat er es erzählt oder hast du es live miterlebt? Wenn das zweite zutrifft… oh je. Falls doch das erste, dann lag sein Interesse vielleicht eher in der Suche nach Anerkennung und dafür machen Kinder ja bekanntlich fast alles. (Ich hatte auch so einen Militärfreund in der Klasse. Der war der einzige Mann zuhause und wurde ständig veralbert. In der Schule hat er trotz seiner hohen Intellektualität einen auf Ghettogangster und Schocker gemacht. Kam bei seiner Angebeteten aer so gut an, dass sie das Verhalten förderte.)
Wenn meine Eltern mir selbst Leid zufügen, warum gebe ich das dann
weiter als Kind, obwohl ich weiß, dass das Tier nichts dafür kann?
Verstehe ich nicht ganz. Du meinst, er hat sich nur an den Tieren abreagiert, oder wie? Dann wäre deine Frage nach dem „WARUM?“ doch damit beantwortet. Hast du noch nie jemanden (hier: der Schwächere) angemeckert, obwohl der nichts dafür konnte? Ob du das bewusst einsetzt, um dich daran „aufzugeilen“, ist dann allerdings ne andere Frage.
Wo genau kann ich das nachlesen? […] Umwelt spielt mit Erbe :zusammen ja, aber im allgemeinen quält nicht jedes Kind Tiere.
Dazu passen die zwei großen Theorien der Differentiellen/Persönlichkeitspsy. Rotter meint, man zeigt ein bestimmtes Verhalten nur, wenn man eine gewisse Erwartung hat und glaubt, dass diese erfüllbar ist. Wenn er der Typ Mensch ist, der mit dem Quälen von Tieren seltsame Erwatungen verknüpft, dann kann sich dieses Verhalten verstärken. Mischel meint, ein und dieselbe Person kann sich in Sit x so und Sit y plötzlich ganz anders verhalten. Vielleicht gibt es ja wirklich eine Seite an ihm, die du noch nicht kennen gelernt hattest. Ich kannte die meisten meiner Klassenkameraden auch nur als „Klasenkameraden“.
Warum das jetzt ausgerechnet Tiere sein mussten… Sie waren zur falschen Zeit am falschen Ort, anscheinend. Vielleicht hat er sich auch an Bäumen und Gegenständen ausgelassen, hat aber selbst das kaum noch als außergewöhnlich registriert. Vielleicht wurde er schon ermahnt, aber nur im Bezug auf andere Menschen. Wenn die Eltern dann noch so drauf sind, dass sie Tieren hinterhertreten und fluchen, dann üernimmt ein Kind diese Verhaltensweise evtl. Und wie gesagt, wenn man sich nicht wehrt, dann wirkt das oft als Verstärker für die aggr. Handlungen des Bullys. Bei nem Bären hätte er nichts gemacht außer weglaufen, glaub mir! (Es sei denn, ihr seid in einer jägerfreundlichen Gegend aufgewachsen?) Ein spannender Film zum Thema: „Der Musterschüler“ nach S. King. Sehr extrem der Junge.
Du kannst Kinder nur stark machen, indem du ihnen Liebe entgegen bringst, ihnen aber auch klare Grenzen setzt und ihnen erklärst warum (autoritativer/demokratischer Erziehungsstil).
Wenn du Literatur suchst, dann empfehle ich dir Wiki-Links oder eine Bibliothek. Es gibt auch Fachliteratur (z.B. von Pearson Studium) im Internet, aber halt mit Lücken. Wenn dich die P-Variablen interessieren, Stichwort Soziale und sozial-kognitive Lerntheorie. Bei den U-Variablen/Erziehung/Sozialisation kommen Psychologie, Soziologie und Pädagogik zusammen.
Pauschal und auf die schnelle sollte man nicht urteilen. Die Psychologen gehen vom guten Menschen aus, der formbar ist und trotzdem seinen Charakter (und Lerngeschichte) hat. Es gibt ein Verhaltenspotential, aber es ist eben auch formbar. Deine Fragen drehen sich also um Themen aus den Grundlagenfächern, vielleicht genügen dir auch Vorlesungsfolien. Ansonsten kann ich das jetzt nicht so eingrenzen, das betrifft fast alle Bereiche.