Junger Kater ist frech - Lösungen?

Hallo liebe Leute,

eine Bekannte von mir hat - sagen wir mal - ein kleines Problem mit ihrem neu zugezogenen Kater.

Der Kleine wurde am 20.04.08 geboren und kam mit ca 6 Wochen zu ihr. Sein Verhalten ist wirklich sehr wechselhaft. Mal tollt er vor Freude wie wild herum, in der nächsten Minute fängt er an, wild zu beißen. Meine Bekannte hat schon diverse schlimmere Kratzer. Oft ist er dann aber auch lieb, will kuscheln und nuckelt noch an der Brust von meiner Bekannten (ich denke, dass er zu früh von seiner Mutter weggenommen wurde).

Meine Bekannte überlebt nun, den kleinen Kater für ca. zwei Wochen zu uns zu geben.
Bei uns zu Hause (Wohnung) leben auch zwei Kater, die beide fast 4 Jahre alt sind. Jedenfalls meinte meine Bekannte, dass ihr kleiner Kater so evtl. von unseren Katzen „erzogen“ werden könnte, d.h. wenn er Mist macht würde er von unseren Katern schon einen „draufbekommen“. Naja - dann hätte er wenigstens mehr Beschäftigung. Meine Bekannte geht halbtags arbeiten.

Bevor wir jedenfalls so ein 2- Wochen- Experiment in Betracht ziehen könnten wollte ich mal nachfragen, was Ihr so dazu meint. Ich bin da so ein wenig skeptisch, wollte aber mal andere fragen.

Oder hat vielleicht jemand eine andere Lösung, damit der kleine Kater meiner Bekannten weniger agressiv ist? Kann man Katzen überhaut erziehen?

Danke im Voraus für Eure Antworten.

Stef

P.S. Alle involvierten Kater sind Hauskater :wink:

Hallo,

Oder hat vielleicht jemand eine andere Lösung, damit der
kleine Kater meiner Bekannten weniger agressiv ist? Kann man
Katzen überhaut erziehen?

Ich halte den kleinen schlicht für ein wenig übermütig und tollkühn. Ist halt ein junger Kater, sonst nichts! Wenn er einen Spielkameraden hätte, würde sich das „Problem“ ggf. auf den anderen verlagern. Aber erziehen würde ich erst gar nicht versuchen. Zum einem wirst du es eh nicht schaffen und zum anderen ist gerade der Eigensinn und die Art einer Katze, die sie so lebenswert machen. Angepasst und willenlos sind Hunde!

Gruß
Falke

Hi

kuscheln und nuckelt noch an der Brust von meiner Bekannten
(ich denke, dass er zu früh von seiner Mutter weggenommen
wurde).

Das stimmt. Mit 6 Wochen war es zu früh, um das Katerchen von seiner Mutter (und seinen Wurfgeschwistern?) zu trennen.

Meine Bekannte überlebt nun, den kleinen Kater für ca. zwei
Wochen zu uns zu geben.

Das wird nichts bringen. Im schlimmsten Fall hast Du dann drei Katzen am Hals, die sauer auf ihren Dosi sind, weil kurzfristig Fremdkatzen in ihren Bereich gebracht wurden bzw. aus dem eigenen Bereich rausgerissen wurde.

Meine Bekannte geht halbtags arbeiten.

Deine Bekannte sollte ernsthaft überlegen eine 2. Katze anzuschaffen, damit dürften sich die Probleme von selber lösen - oder verstärken :wink:

Kann man Katzen überhaut erziehen?

Bis zu einem gewissen Punkt schon. Das sieht dann so aus, daß Katzen schon wissen, was sie tun sollen und was nicht, sich aber nicht unbedingt daran halten.
Meistens ist aber der Dosenöffner leichter zu erziehen *g*

Gruß
Edith

Hallo Stef,

Der Kleine wurde am 20.04.08 geboren und kam mit ca 6 Wochen
zu ihr.

viel viel zu früh. Mit 6 Wochen trinken Katzenkinder noch immer -wenn auch nicht mehr auschliesslich- Milch bei ihrer Mutter. 12 Wochen wären normal, denn da wäre das Katzenkind natürlicherweise von der Mutter entwöhnt, wäre von ihr anständig „erzogen“ und durch das Spiel mit ihren Geschwistern und der Mutter gut sozialisiert und in der Lage Grenzen zu erkennen.

Sein Verhalten ist wirklich sehr wechselhaft. Mal
tollt er vor Freude wie wild herum, in der nächsten Minute
fängt er an, wild zu beißen. Meine Bekannte hat schon diverse
schlimmere Kratzer.

Ganz typisch für zu früh von der Mutter weggenommene Katzen. Sie haben ein mangelhaftes Sozialverhalten, kennen keine Grenzen und neigen zukünftig dazu weitere Verhaltensauffälligkeiten zu entwicklen.

Oft ist er dann aber auch lieb, will
kuscheln und nuckelt noch an der Brust von meiner Bekannten
(ich denke, dass er zu früh von seiner Mutter weggenommen
wurde).

Ja, und zwar deutlich! Den Milchtritt machen auch viele Katzen, die zur passenden Zeit eine neue Familie bekamen, aber nuckeln tun hauptsächlich die zu früh entwöhnten.

Meine Bekannte überlebt nun, den kleinen Kater für ca. zwei
Wochen zu uns zu geben.
Bei uns zu Hause (Wohnung) leben auch zwei Kater, die beide
fast 4 Jahre alt sind. Jedenfalls meinte meine Bekannte, dass
ihr kleiner Kater so evtl. von unseren Katzen „erzogen“ werden
könnte, d.h. wenn er Mist macht würde er von unseren Katern
schon einen „draufbekommen“. Naja - dann hätte er wenigstens
mehr Beschäftigung. Meine Bekannte geht halbtags arbeiten.

Kein Boot Camp für Katzen!
Das wird nichts. Um dem Kleinen beizubringen was ihm fehlt, wäre eine zweite dauerhaft in der Familie lebende Katze angebracht.
In zwei Wochen werden keinerlei Defizite ausgeglichen, wenn das überhaupt noch vollständig machbar ist…je länger die Einzelhaltung ohne adäquaten Parter dauert, desto geringer die Chancen, Verhaltensauffälligkeiten abzufangen. Eine Garantie auf 100%igen Erfolg gibt da leinder keine.
Eine zeitlich befristete Aufnahem in einer anderen Familie, an einem anderen Ort mit anderen Gepflogenheiten bedeutet unegheuren Streß für ein so standorttreues Tier wie eine Katze (Katzen hassen Ortsveränderungen, einige nehmen sogar neue Möbel oder auch nur das Umstellen der vorhandenen krumm, Stichwort Unsauberkeit)

Auch das Vorhandensein der beiden anderen Kater wird für den Kleinen zu puren Streß und auch diese dürften wenig erfreut sein, plötzlich nach 4 jahren einen neuen fremden Artgenossen vor die Nase gesetzt zu bekommen.

Bevor wir jedenfalls so ein 2- Wochen- Experiment in Betracht
ziehen könnten wollte ich mal nachfragen, was Ihr so dazu
meint. Ich bin da so ein wenig skeptisch, wollte aber mal
andere fragen.

ich kann von Experimenten dieser Art nur abraten, das wird nichts. Zwei Wochen sind zu kurz um verhaltenstechnisch irgendwas zu erreichen und es bedeutet Streß pur für alle Beteiligten mit für sie unklaren Folgen.

Oder hat vielleicht jemand eine andere Lösung, damit der
kleine Kater meiner Bekannten weniger agressiv ist? Kann man
Katzen überhaut erziehen?

Eine Möglichkeit wäre, dass die Bekannte sich vom Tierschutz oder aus dem Tierheim eine gut sozialisierte schon ältere Katze dazu nimmt und zwar dauerhaft. Andere Möglichkeit, Du nimmst den Kleinen komplett zu Dir und Deinen Katzen.

Wenn die Bekannt einen neuen Versuch wagen möchte, dann bitte möglichst kein Tier unter 12 Wochen, wenn nicht anders machbar dann nicht als Einzeltier.
Bei Berufstätigen ist natürlich ein Katzenpärchen (kann auch gleichgeschlechtlich sein) immer die bessere Lösung, erst recht dann wenn es reine Wohnungskatzen werden sollen.

P.S. Alle involvierten Kater sind Hauskater :wink:

Hauskater im Sinne von „keine Rassekatze“ oder Hauskater im Sinne von „keine Freigänger“?

Gruß
Maja

Ein herzliches Hallo an alle und danke für Eure Antworten! :wink:

Eigentlich fand ich die Idee mit dem „zwei- Wochen- Bootcamp“ von Anfang an auch nicht gut, wollte aber mal hören, was andere dazu sagen.

Ich hoffe nur, dass den Spätfolgen des zu frühen Wegreißens von der Mutter ein wenig abzuhelfen ist.

Ach ja - um noch die Frage wegen dem Hauskater zu beantworten:
Der kleine Kater ist ein typische Hauskater im Sinne von kein Freigänger und keine Rassekatze. So auch meine.
Die sind i.ü. auch manchmal frech - ist aber nicht so schlimm -
so sind Katzen eben manchmal. :wink:

Falls hier noch jemand was zu dem Thema schreiben möchte, würde ich mich sehr freuen. :wink:)

Bis dann
Stef

Hauskater im Sinne von „keine Rassekatze“ oder Hauskater im
Sinne von „keine Freigänger“?

Gruß
Maja