Junghund wurde angegriffen - nix passiert, aber

Hallo miteinander,

wir haben einen 8 Monate alten Mittelspitz. Er kam mit knapp 10 Wochen bestens sozialisiert vom Züchter zu uns, besuchte von Anfang an die Welpenstunde und lebt mit unserem alten Spitzmix relativ friedlich zusammen.

Nach Abschluss der Welpenstunde habe ich mich allerdings an dieser Hundeschule nicht für den Folgekurs angemeldet, weil ich mit einigen Dingen nicht ganz so einverstanden war (viel zu große Gruppen, schlechte Betreuung), und mache daher erst in einigen Wochen an einer anderen Hundeschule weiter, bin also momentan ohne Ansprechpartner, daher die Frage hier.

Letztes Wochenende auf einem Ausflug wurden wir von einem Hundehalter angesprochen, eine eigentlich ganz normale Situation. Der Mann saß auf einer Bierbank und hatte seinen Hund, einen Leonberger, unter dem Tisch. Wir näherten uns, eben weil er das Gespräch suchte, und plötzlich sprang sein Hund völlig unerwartet hervor und ging auf unseren Hund los. Passiert ist nichts, beide Hunde waren angeleint, natürlich sind alle Beteiligten sehr erschrocken, zumal das Größenverhältnis ziemlich heftig ist - der Kopf des Leonbergers ist fast so groß wie unser Hund :wink:. Unser Hund machte einen Satz rückwärts, der flog fast durch die Luft vor Entsetzen, wurde aber definitiv nicht verletzt. Der Mann entschuldigte sich, das mache sein Hund nie, und ich glaube ihm das auch, der Hund machte einen ruhigen Eindruck, keine Ahnung, was ihn gereizt hat.

ICH aber habe jetzt ein Problem: Bisher konnte ich mit meinem Hund lässig an jedem anderen Hund vorbeigehen, er war vollkommen ruhig und gelassen. Seit diesem Vorfall aber fängt er bei fremden Hunden schon von weitem an zu kläffen, bei Hunden, die er ein bißchen kennt, kommt es auf die Stimmung an.

Was kann ich tun, damit sich das nicht verfestigt ? Es ist mir sehr, sehr wichtig, dass sich dieses Verhalten nicht festsetzt. Momentan lenke ich ihn ab, wenn uns andere Hunde begegnen, aber das bedeutet eben auch, dass ein Schwätzchen mit anderen Hundehaltern nicht geht :frowning:.

Danke für Tipps !

Ratlose Grüße
Insel

Hallo Insel,

erst einmal finde ich Deine ausgewogene Haltung wirklich klasse! Schön, dass Du Verständnis für den Hundebesitzer des „Angreifers“ aufbringst.

Zu Deiner Frage:
Ich vergleiche es mal so: Stell Dir vor, Du hattest einen Autounfall und jetzt Angst, wieder ins Auto zu steigen, siehst überall andere Autofahrer, die Dir die Vorfahrt nehmen wollen, zu dicht auffahren u.s.w. Gute Ratgeber sagten: Steig ins Auto und fahr los, ich sitze auch neben Dir! Zögerliche Haltungen helfen nicht! Ablenkung verursacht nur Unfälle!

Also, ran! Provoziere vermehrt die Begegnung mit anderen Hunden und vermittele dem „Kleinen“ das Gefühl, dass alles i.O. sei - denn er benötigt seine volle Aufmerksamkeit. Fahre aber erst einmal auf einer Landstraße, sprich nimm Hunde, die dem Kleinen auch wirklich wohlgesonnen sind, und steigere dann, bis Du wieder im Innenstadtverkehr landest.

Viele Grüße

Susan

ggf habt ihr auch irgendwo einen Hundespielwiese oder eine Hundespielgruppe. Da wird er gleich mit vielen Hunden auf einmal konfrontiert und sieht, dass die alle miteinander spielen etc… und das ganze dann auch ungezwungen ohne Leine.

ggf habt ihr auch irgendwo einen Hundespielwiese oder eine
Hundespielgruppe. Da wird er gleich mit vielen Hunden auf
einmal konfrontiert und sieht, dass die alle miteinander
spielen etc… und das ganze dann auch ungezwungen ohne Leine.

Hallo, ganz wichtig ist, dass Du seine Meidehaltung und Ängste nicht durch streicheln bestätigst. Wenn Ihr auf den anderen Hund beim spazierengehen trefft, dann tue einfach so als wäre nichts. Keine Angst zeigen, nicht stehen bleiben, einfach so weitergehen und wenn er ohne Probleme an dem Hund vorbeigegangen ist, loben. Auf keinen Fall wenn er die Angst zeigt, dann streicheln und hoffen, dass er sich dadurch beruhigt. Das für den täglichen Spaziergang und dann würde ich mir noch eine Hundegruppe suchen für gutes Sozialverhalten.
Viel Erfolg

Hallo,

wir haben auch einen 8 Monate alten Hund. Unsere Trainerin sagte, in diesem Alter machen die Hunde eine Phase durch, in der sie schnell mal ängstlich reagieren auf Sachen, die sie vorher gar nicht gestört haben. Das traf wahrscheinlich gerade mit diesem Erlebnis zusammen.

Da auch unser Hund auf andere Hunde oft mit Bellen reagiert (trotz Welpenspielgruppe, Junghundekurs usw.) erhielten wir die Empfehlung: Sobald der Hund bellt, wenn einer entgegenkommt, sofort wortlos umdrehen und in die andere Richtung gehen, bis der Hund still ist. Dann wieder in die urspruengliche Richtung gehen. Am anderen Hund erst und nur vorbeigehen, wenn dein Hund still ist. An der Leine keinen Kontakt! Kontakt nur im Freilauf und nur mit sicher freundlichen Hunden.

Viel Erfolg!

Julia