Hallo
Welchen Tip kann ich einem 14-jährigen Jugendlichen geben, wie er sich am besten in einer Jungsgruppe verhält, in der der Platzhirsch dieser Gruppe seine Untergebenen schon mal ärgert, z. B. ihre Skateboards ins Gebüsch wirft und sowas. Also Sachen, die nicht dauerhaft schaden, aber einen schon sehr ärgern können, und die wohl dazu dienen, klarzumachen, wer hier der Boss ist.
Der Jugendliche möchte gerne zu dieser Gruppe gehören und ist dort ganz neu. Ich würde ihm vor allem sagen, er soll dann auf keinen Fall anfangen zu jammern. - Aber was sollte er machen? Nichts? Meckern?
Bitte um sachkundige Ratschläge.
Viele Grüße
Simsy
Hallo,
ich kenn mich da zwar nicht so aus da ich keine Kinder in dem Alter habe aber meine erste Eingebung war einfach einen dummen „schlauen“ Spruch zu machen. Z.B. wenn das Skateboard mal wieder in den Busch fliegt „Danke, wollte eh gerade pinkeln“ oder so. Wenn dann der „Boss“ das nächste mal zum pinkeln geht einfachs seins in den nächsten Busch mit dem Hinweis „da wär ne gute Stelle“.
Vielleicht bin ich zu blauäugig, aber mit „coolness“ kann man doch so viel nicht falsch machen, oder?
Grüße, Cora
huhu,
da ich mir meiner männlichkeit nicht mehr so sicher bin, weil ich mich täglich auf klo setze, um zu pinkeln, kann ich dir nur bedingt sachkundig helfen, wenn überhaupt.
wenn er nicht möchte, dass seine mutter oder sein vater oder bruder oder freund oder so eingreift, muss er sich selbst durchsetzen. bekanntermaßen wird dies nicht mit kantscher lehre gelingen, sondern es kann sein, dass er dafür schon mal offensiv weden muss.
im grunde gibt es da nur 2 möglichkeiten. entweder er macht nichts und lässt es sich so lange gefallen, bis der boss kein interesse mehr daran hat, ihn zu ärgern oder er stellt gleich klar, dass er sich nicht ärgern lässt. dazu muss er dann halt angreifen. selbst wenn er bei diesem konflikt nicht als gewinner rausgeht, könnte er respekt ernten.
naja…es gäbe vielleicht noch eine andere möglichkeit. er muss die freundschaft des bosses bekommen. nehmen wir mal an, die beiden übernachten zusammen bei ihm oder sowas in der art. sowas schweißt zusammen und wäre einfacher. ich denke, es müsste was sein, wo die beiden halt einander kennen lernen - so, dass sie sich verstehen.
aber naja…ich hab mich immer nur in gruppen wohlgefühlt, wo jeder gleich viel zu sagen hatte.
meine bescheidenen männlichen ratschläge:smile:
lg:smile:
rené
Hallo Simsy,
die Situation ist ebenso alt wie vielschichtig und komplex. Sie kommt in jeder Gesellschaft vor, in der die Individuen um Sozialprestige, d.h. um ihre Stellung in einer Gruppe kämpfen. Das ist so bei Affen, Wölfen, Hirschen usw. und nicht anders bei Menschen. Es gibt dazu nicht die eine Lösung, aber vielleicht helfen ein paar Hinweise und Grundregeln weiter.
Wer neu zu einer Gruppe stößt, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten.
Wenn er sehr stark ist, kann er den direkten Kampf mit dem Platzhirsch annehmen und sich sofort an seine Stelle setzen. Das gelingt bei höher organisierten sozialen Gefügen selten. Wenn es daneben geht, gibt es keine zweite Chance. In Deinem Fall stellt sich die Frage so ja auch nicht mehr.
Normalerweise stellt sich der Neue in der Hackordnung hinten an und arbeitet sich allmählich nach vorne. Dazu muß er zunächst feststellen, wer in der Gruppe welchen Rang einnimmt und welche Ambitionen hat. Dabei muß er selbst sein Profil zeigen, damit auch die anderen wissen, mit wem sie es da zu tun haben. Also nicht kuschen oder gar jammern, sondern sich möglichst cool geben, so als habe ihn der Boss gar nicht getroffen. Wer zeigt, wo er getroffen wurde, provoziert den nächsten Treffer genau dort.
Ruhig auch mal den Boss leicht provozieren, um die Haltung der anderen zu studieren. Dann erkennt man die dummen Mitläufer und die von der eher aufrechten Sorte.
In hochorganisierten Gruppen wie z.B. den Schimpansen und den Wölfen (und den Menschen) ist nicht das körperlich stärkste Mitglied der Boss, sondern derjenige, der am besten Koalitionen bilden und organisieren kann. In solchen Koalitionen können dann auch „halbstarke“ Mitglieder einen hohen sozialen Status erreichen, in dem sie so einfach nicht mehr schikaniert werden können.
Das war jetzt etwas ausgeholt.
Mein konkreter Rat:
Nicht jammern, sondern sich nicht getroffen geben, auch wenn es weh tut,
gelegentlich laut motzen und dabei die anderen beobachten oder auch zu Reaktionen animieren,
mit dem einen oder anderen geeigneten Gruppenmitglied Freundschaft schließen (Koalition von Unterprivilegierten in der zweiten Reihe), das schafft gegenüber einem schikanösen Boss Gegengewicht.
Vielleicht kommt danach ein ganz anderer Meinungsführer zum Vorschein, der sich auf diese Koalition stützt und sie deshalb schützen wird.
Ich selbst habe solche Sachen mit Erwachsenen praktiziert und meine, daß es auch bei Jugendlichen funktionieren müsste.
Gruß
Cassius
Hallo
Welchen Tip kann ich einem 14-jährigen Jugendlichen geben, wie
er sich am besten in einer Jungsgruppe verhält, in der der
Platzhirsch dieser Gruppe seine Untergebenen schon mal ärgert
Der Jugendliche möchte gerne zu dieser Gruppe gehören und ist
dort ganz neu.
Ihn fragen, ob er wirklich zu DIESER Gruppe gehören will.
Wenn ja, hat er 2 Möglichkeiten:
a) den „Platzhirsch“ stürzen und selbst die „Untergebenen“ ärgern
b) „Untergebener“ sein und Skateboards aus dem Gebüsch holen
Der dritten Möglichkeit, dem „Platzhirsch“ Respekt vor anderen beizubringen, gebe ich eher wenig Chancen - schließlich scheinen die übrigen Mitglieder der Gruppe mit den herrschenden „Regeln“ zurechtzukommen. Im Fall eines Konflikts werden sie sich eher mit dem Chef als mit dem „Aufrührer“ solidarisieren - Motto: „wer glaubt der, daß er ist…“.
Die sinnvollste Möglichkeit wäre IMHO, Gruppen zu meiden, deren Regeln einem nicht behagen - sicher klingt dieser Tip für einen 14-jährigen etwas „abgehoben“, aber auch in dem Alter gibt es nette (evetuell etwas weniger „coole“) Jungs (und Mädels) - man muß sie nur suchen.
LG
Stuffi
Hallo
Ihn fragen, ob er wirklich zu DIESER Gruppe gehören will.
Wenn ja, hat er 2 Möglichkeiten:
a) den „Platzhirsch“ stürzen und selbst die „Untergebenen“
ärgern
Das wird nicht klappen.
b) „Untergebener“ sein und Skateboards aus dem Gebüsch holen
Das ginge.
Der dritten Möglichkeit, dem „Platzhirsch“ Respekt vor anderen
beizubringen, gebe ich eher wenig Chancen -
Ich kenn den ja nur aus Erzählungen von noch anderen, vielleicht ist der in Wirklichkeit ja nicht gar so schlimm. Die sind ja aber alle noch sehr jung, von daher sehe ich schon noch gewisse Entwicklungschancen.
Die sinnvollste Möglichkeit wäre IMHO, Gruppen zu meiden,
deren Regeln einem nicht behagen - sicher klingt dieser Tip
für einen 14-jährigen etwas „abgehoben“, aber auch in dem
Alter gibt es nette (evetuell etwas weniger „coole“) Jungs
(und Mädels) - man muß sie nur suchen.
Na ja, das ist die einzigste Gruppe am Ort, die sein Hobby teilt.
Viele Grüße
Simsy
Hallo
Wenn er sehr stark ist, kann er den direkten Kampf mit dem
Platzhirsch annehmen und sich sofort an seine Stelle setzen.
Das gelingt bei höher organisierten sozialen Gefügen selten.
Wenn es daneben geht, gibt es keine zweite Chance.
Leider ist er nicht sehr stark, und er wird sich sicher nicht sofort an seine Stelle setzen.
In Deinem
Fall stellt sich die Frage so ja auch nicht mehr.
Nicht mehr? Ach so, das müsste direkt beim ersten Treffen passieren?
Das war jetzt etwas ausgeholt.
Aber sehr interessant.
Ich selbst habe solche Sachen mit Erwachsenen praktiziert und
meine, daß es auch bei Jugendlichen funktionieren müsste.
Alles super interessant. Ich habe deinen Beitrag ausgedruckt, zum hinterher mal wieder nachschauen zu können.
Viele Grüße
Simsy
Hi
da ich mir meiner männlichkeit nicht mehr so sicher bin, weil
ich mich täglich auf klo setze, um zu pinkeln, kann ich dir
nur bedingt sachkundig helfen, wenn überhaupt.
Oh.
wenn er nicht möchte, dass seine mutter oder sein vater oder
bruder oder freund oder so eingreift, muss er sich selbst
durchsetzen.
Die sind ja dann nicht anwesend.
bekanntermaßen wird dies nicht mit kantscher
lehre gelingen,
Och … schade … den kategorischen Imperativ hatte er verstanden …
sondern es kann sein, dass er dafür schon mal
offensiv weden muss.
Problem.
im grunde gibt es da nur 2 möglichkeiten. entweder er macht
nichts und lässt es sich so lange gefallen, bis der boss kein
interesse mehr daran hat, ihn zu ärgern oder er stellt gleich
klar, dass er sich nicht ärgern lässt. dazu muss er dann halt
angreifen. selbst wenn er bei diesem konflikt nicht als
gewinner rausgeht, könnte er respekt ernten.
Gut gesagt, das sind wohl die beiden Möglichkeiten, die er hat.
naja…es gäbe vielleicht noch eine andere möglichkeit. er
muss die freundschaft des bosses bekommen. nehmen wir mal an,
die beiden übernachten zusammen bei ihm oder sowas in der art.
sowas schweißt zusammen und wäre einfacher. ich denke, es
müsste was sein, wo die beiden halt einander kennen lernen -
so, dass sie sich verstehen.
Hm, das könnte evtl. auch gehen.
aber naja…ich hab mich immer nur in gruppen wohlgefühlt, wo
jeder gleich viel zu sagen hatte.
Naja, auf die Dauer bestimmt, aber ein junger Mensch soll ja ruhig mal alle möglichen Leute kennenlernen.
meine bescheidenen männlichen ratschläge:smile:
Danke 
Viele Grüße
Simsy
Hallo
ich kenn mich da zwar nicht so aus da ich keine Kinder in dem
Alter habe aber meine erste Eingebung war einfach einen dummen
„schlauen“ Spruch zu machen. Z.B. wenn das Skateboard mal
wieder in den Busch fliegt „Danke, wollte eh gerade pinkeln“
oder so. Wenn dann der „Boss“ das nächste mal zum pinkeln geht
einfachs seins in den nächsten Busch mit dem Hinweis „da wär
ne gute Stelle“.
Witzig!
Vielleicht bin ich zu blauäugig, aber mit „coolness“ kann man
doch so viel nicht falsch machen, oder?
Klar, coolness ist da wohl angebracht.
Das Problem, das ich sehe ist, dass einem (oder manchen) diese Sprüche nie im richtigen Moment nicht einfallen, wenn dann erst später.
Ich weiß auch nicht genau, ob die einfach so ins Gebüsch pinkeln. Interessante Frage, muss ich direkt morgen mal nachfragen.
Viele Grüße
Simsy
Hallo,
Das Problem, das ich sehe ist, dass einem (oder manchen) diese
Sprüche nie im richtigen Moment nicht einfallen, wenn dann
erst später.
Das kann man üben. Man kann die Situationen ja vorher durchspielen und die richtigen Sprüche sich langsam überlegen. Es wird nicht auf jede Situation ein cooler Spruch gelingen, aber immer öfter.
Es wird ja auch empfohlen, vor z.B. Bewerbungsgesprächen, diese Situationen immer wieder durchzuspielen, entweder mit einer echten Person als Gegenstück, aber mindestens im Kopf.
Gruß
Elke
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Die sind ja aber alle noch sehr jung, von daher sehe ich schon
noch gewisse Entwicklungschancen.
Das kann natürlich auch sein - ich kenne einige Burschen, die als Kinder regelrechte „Krätzen“ und der „Schrecken“ aller Gleichaltrigen waren, die sich aber nach Abschluß der Pubertät zu netten und „bürgerlichen“ Erwachsenen entwickelt haben…
LG
Stuffi
Hallo,
Das Problem, das ich sehe ist, dass einem (oder manchen) diese
Sprüche nie im richtigen Moment nicht einfallen, wenn dann
erst später.
Schlagfertig ist das, was einem auf dem Heimweg einfällt!
Das kann man üben.
Politiker trainieren das systematisch.
Gruß
Cassius