Jura studieren - ja oder nein?

Hallo!

Ich muss zu aller erst deutlich sagen, dass ich zwar als Student, nicht aber als Jurist (oder Jura-Student) antworte.

Deine Beschreibung vom Jurastudium hört sich ja leider nicht
positiv an…

Ich habe eine Mitbewohnerin, die ein Semester Jura studiert hat und es danach aufgehört hat, weil sie es stinklangweilig fand und völlig andere Erwartungen hatte. Ich denke, das Beste ist, sich einfach mal in eine Einführungsvorlesung reinzusetzen. Das merkt kein Mensch, dass du nicht Student bist und dann kannst du auch mal andere Jura-Studenten fragen, wie sie es finden, das ist dann ein bisschen „direkter“ als hier im Forum.

Nochmal eine allgemeine Frage: Was bleibt einem
geisteswissenschaftlich Interessierten Menschen denn noch an
Studienmöglichkeiten übrig, die später relativ sicher (außer
man ist ganz schlecht) zu einem Job führen?

Wenn du mit so einer Voraussetzung dein Studium aussuchst, schaffst du es sicher nicht. Ich will dich nicht verunsichern, ganz im Gegenteil, aber denk nicht allzusehr an die Zukunftsaussichten (naja, so wie ich sollte man seine Fächer vielleicht auch nicht wählen: Urgeschichtliche Archäologie, Europäische Ethnologie und Biologische Anthropologie! Abschluss: Hartz IV!). Das Studium muss Spaß machen, sonst ist man nicht gut und hat sowieso keine Chance auf dem Arbeitsmarkt!

So wie ich informiert bin, sind im Moment eigentlich nur
Naturwissenschaftler (vor allem Ingenieure, Elektrotechniker
usw.) auf dem Arbeitsmarkt wirklich gefragt - und dazu ist,
soviel ich weiß, ein Mathe LK schon fast Vorraussetzung.

Äußert euch doch mal ganz subjektiv, was ihr denkt, welche
Studiengänge die besten Zukunftschancen haben (nicht nur im
geisteswissenschaftlichen Bereich).

Wie gesagt, studier nich Mikrosystemtechnik, nur weil das gute Zukunftsaussichten bietet (weiß ich nicht, ob es das tut, ich habe mir nur irgendetwas ausgedacht!).
Grundsätzlich gehen wohl die Einstellungen in allen Bereichen zurück, ich denke das klügste wäre, in der Stadt, in der du gerne studieren würdest, zur Studienberatung zu gehen, die sind teilweise echt hilfreich und können die auch mit Informationen „direkt von der Basis“ überhäufen.

Vielen Dank im Vorraus…

Kein Problem…

Schönen Abend noch!

Hm, inzwischen schon fast wieder guten Morgen!

MfG
Joe King

Hi Alex,
jedesmal in kalte Wasser geschmissen?
Naja so halb und halb.
wir hatten eine sehr umfangreiche Ausbildung. Da das ganze auf der FH stattfindet ist das alles sehr verschult aber auch sehr Umfangreich. Von Staats- und Europarecht über BGB (v. a. Schuldrecht) über (damals noch) Sozialhilfe bis hin zu Beamtenrecht, Polzei- und Ordnungwidrikeitenrecht, Gewerberecht Baurecht usw usw. Jeder Kurs wird mit einer Prüfungsklausur abgeschlossen, kann aber auch immer Prüfungsfach sein.
Aber auch Rede- und Vortragstraining, Psych. und soziale Grundlagen des Verwaltungshandelns (auf Deutsch: Wie werde ich den renitenten Beschwerdeführer wieder los?) , Statistik, Rechnungswesen BWL usw. (http://www.bfh.fh-hof.de/) unter Download /Fachstudium/Diplomverwaltungswirt kann man die Stundenpläne abrufen
Zum anderen gib´s immer Kollegen (den Vorgänger oder in anderen Ämtern) die man fragen kann und meistens kriegt man auch mal irgendwann so nach 18 Monaten auf der neuen Stelle eine Fortbildungswoche in Hof oder am Schönen Ammersee…
…Ausserdem hat man ja schliesslich das Gesetzt, da steht´s meistens drin worums geht… :wink:
grüsse
dragonkidd

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Dragonkidd,

Nach dem bezahlten(!) 3-jährigen FH-Studium bist du im Bereich
des öffentl. Rechts besser als jeder Uni-Absolvent, mit
Familienrecht und Schuldrecht kann ich auch locker mithalten.
Das einzige was fehlt ist Strafrecht.

Naja, da gäbs schon noch einiges anderes, was man als Assessor
können sollte, z.B. Erbrecht, Sachenrecht, Steuerrecht,
Arbeitsrecht, Zivilprozessrecht usw.

Hi,
ich habe ja oben vom öffentl. Recht geschrieben, dazu gehört sicherlich das Steuerrecht und die ZPO oder? ohne einen Widerspruchsbescheid von mir kommst du nämlich gar nicht bis zum Prozess… ausserdem brauche ich mich im Steuerrecht nicht so gut auskennen, dafür gibt´s ja Dipl.Finanzwirte, die sich sicherlich besser auskennen als 90 % aller Juristen.

Einstiegsgehalt A9 macht derzeit ca. 1740 € netto aus, am Ende
deiner Laufbahn so mit 63 kannst du in A 13 auf derzeit mind
ca. 4000 € netto kommen. Privat versichert versteht sich.
Innerhalb von 10 Jahren hast du sicher eine Leitungsfunktion
inne.
Um als Jurist in den öffentl. Dienst zu kommen mit einem
Einstiegsgehalt von ca 3000 € musst du in Bayern mindestens
eine 1,? in deinem Examen haben resp. unter den ca 10 % Besten
sein…

Die Kehrseite der Medaille: Als Jurist steigst du halt schon
als Berufseinsteiger bei A 13 ein (was meines Wissens aber
keine 4.000 €, sondern ca. 3.000 € netto ausmacht).

Hab ich ja auch so geschrieben!

Auch mit
der Einstiegsnote muss ich dir aber widersprechen, ganz soo
schlimm ists in der Verwaltung für Juristen auch wieder nicht.
Es kommt drauf an, wohin du willst; im Landratsamt oder in der
Gemeinde reicht wohl ein befriedigendes Examen, fürs
Ministerium sollte es ein vollbefriedigend oder gut sein.

Was du schreibst sind die Bewerbungsvoraussetzungen, dann wird eine Einstellungsnote gebildet siehe hier:

http://www.stmi.bayern.de/service/berufe/detail/0622…

Allerdings erreichen in Bayern ein vollbefriedigend oder gut
wirklich nur 10 % der Referendare, einen 1er-Schnitt wohl nur
1 %.

Wenn ich allerdings diese Feld-Wald- und Wiesenanwälte bei mir
in meinem ländlichen Bereich ansehe, die sich praktisch nur
von der Proszesskostenhilfe ernähren, kann ich vom Einkommen
her sicher mithalten.

Da hast du aber sicher recht!!

grüße

Steffi

Hallo,

wie viele schon schrieben. Man sollte das studieren, was einem liegt, nicht das was der Arbeitsmarkt ggf. in 5-8 Jahren braucht. Insoweit zu meinen Erfahrungen. Ich habe nach dem Bund eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten gemacht, also Steuer recht noch und nöcher. Aber ich ließ mich erstmal blenden von Fächern an Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten, die Steuern im Namen hatten, aber damit nix zu tun hatten. Ich habe also - weil ich es mir einreden ließ - erst 2 Semester BWL studiert, bis ich mich entschied: ne, alles Käse!

Dann habe ich mich mit Recht (Jura = Rechte, weil früher Staats- und Kirchenrecht gelehrt wurde - Besser ist Jus, das sagen bspw. die Österreicher grammatikalisch korrekt) angefangen.

Wenn du ein Semester Zeit hast, dann würde ich mir 2-3 Fächer aussuchen und diese „probieren“. Geh in die betreffenden Fakultäten, suche die Lehrpläne der ersten Semester und besuche mal 2 Wochen die Vorlesungen von X, dann von Y und dann von Z. Das ist allemal sinnvoller, als auf fremdes Gewäsch zu hören. Auch sollte man nach Beginn des Studiums nicht zögern auch nach 1-2 Semestern abzubrechen (Bafög-Amt macht mit!!!). Ich kenne soviele Kommilitonen die „studieren“, weil man eben nach 6-7 Semestern nicht abbricht. Ob es was nützt?

Konkret zu Jura fällt mir nur ein: Wenn man korrekt und penibel ist, enthusiastisch sein kann, sich begeistern lässt, Ausdauer hat, gern liest hat man schon die ersten Grundvoraussetzungen. Liebe zur Sprache, flottes lesen, schreiben und verstehen dazu. Vernetztes denken, gedankliches Brückenschlagen sehr gut. Dennoch nie praxisferne. Ahnung vom „real life“ in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in Deutschland und Europa. Aktivität und eigene Motivation. Das wären gute Voraussetzungen.

Was nicht geht: Keine Trägheit, kein „vor sich hin schieben“ von Aufgaben, lieber Pro7 Nachrichten als Tagesschau, lieber Bild statt Zeit, lieber Ballerspiele als Buch lesen, schnelles Vergessen von aufgenommenen Wissen, Auswendiglernkönig sein.

Das dazu von mir.

Gruß vom

showbee

Hallo.

So wie ich informiert bin, sind im Moment eigentlich nur
Naturwissenschaftler (vor allem Ingenieure, Elektrotechniker
usw.) auf dem Arbeitsmarkt wirklich gefragt - und dazu ist,
soviel ich weiß, ein Mathe LK schon fast Vorraussetzung.

Erstens :smile:, Naturwissenschaftler sind Physiker, Chemiker oder dergleichen, Ingenieure sind bitte Ingenieurwissenschaftler :smile:.
Mathematiker sind eine Wertung für sich, Mathematiker eben.

Zweitens ist das mit der immer wieder gescholtenen Mathematik eines der größten existierenden Mißverständnisse. In der Elektrotechnik keulst Du bspw. tatsächlich 4 wirklich zutiefst harte Semester Mathematik. Dazu kommen noch Themengebiete, die dann in angrenzenden Veranstaltungen vorkommen, die aber nicht jeder Zwangsweise über sich ergehen lassen muß. Bei den Elektrotechnikern spielt im allgemeinen beispielsweise die Algebra nur eine sehr untergeordnete Rolle, wer sich aber in Richtung Informationstechnik vertieft, kriegt es da knüppeldick, weil es dort eben notwendig ist.

Diese 4 Semester Mathematik sind aber alles andere als nicht zu schaffen. Die DEvise lautet: Dranbleiben, durch die Literatur ackern und an einer kleinen Uni studieren, damit man in allen kritischen Fächern (nicht nur Mathe) den Betreuer hinterhergeschmissen bekommt.

Darüber hinaus ist eigentlich nur logisches Denkvermögen und ein ganz durchschnittliches mathematisches Verständnis notwendig. Bei vielen sogenannten „Geisteswissenschaftlern“ ist es erwiesenermaßen so, daß sämtliche technischen Fächer - vor allem der Oberhammer Etechnik, aber auch der humanere Maschbau - eigentlich nur ausgeschlossen wird, weil immer das Scheckgespenst „Oh Gott, Mathe! Physik! Hartes Grundstudium!“ bemüht wird. Wenn ich mich natürlich mit der Motivation dort hineinsetze, „Ich bring das sowieso nicht …“ kann es auch nicht klappen. Der Wille, sich selbst Schmerz zufügen zu wollen, muß vorhanden sein :smile:. Im Hauptstudium wird es dann deutlich ruhiger!

Wohlbemerkt: Wahre Mathenieten haben selbstverständlich eher geringe Chancen; beim normalsterblichen angehenden Student ist das jedoch keineswegs gegeben.

Ebenfalls bekannt ist, daß bereits die schulische Vorbildung maßgeblich verantwortlich dafür ist, ob ein normaler Schüler wirklich zur Matheniete geformt wird. Hier spielt hauptsächlich erneut die innere Einstellung, die Mentalität eine Rolle. Geht man so heran, wie immer mehr Jugendliche heutzutage „Mathe ist scheiße…“, „Physik ist Schwachsinn…“, „Chemie, den Mist braucht kein Mensch…“ - tja, dann wird man so gut wie automatisch auch zur ultimativen Niete, wenn man sich bei dieser eigentlich reinen Kopfsache nicht wieder fängt.

Halt Dir immer vor Augen: An einer - vorzugsweise kleinen - guten Uni wird Dir alles mehr als gut beigebracht, zwar schnell und intensiv, aber methodisch deutlich effektiver als in der Schule, inkl. toller Betreuung. Mathematikleistungskurs ist da überhaupt kein Diskussionspunkt.

Nebenbei: Der Mathe-LK ist sowieso ein überschätzter Mythos. Er ist eigentlich nur in den bildungsschwachen Bundesländern zu gebrauchen, um wenigstens ein halbwegs erträgliches Niveau zu ermöglichen. Bayern, BaWü und Sachsen haben dieses Problem aber nicht: Hier ist oft der Grundkurs faktisch stoffgleich zum Leistungskurs, nur ist der Leistungskurs vom reinen Rechenschwierigkeitsgrad her intensiver. Mehr ist es in der Tat nicht - man braucht sich nur die Lehrpläne anschauen. Ein ordentlicher Grundkurs (Sachsen, BaWü, Bayern) reicht dicke für jedes naturwissenschaftliche Studium jedweden Niveaus
(ich selbst studiere Elektrotechnik und im Zweitstudium Mathe und habe mir nie den schier sinnlosen Mathe-LK gegeben).

Wie gesagt, bemühen müßtest Du Dich schon, es sei denn, Du wärst tatsächlich die erwähnte Kategorie „echte Mathe/Physikniete“, dann bleib lieber Geisteswissenschaftler.

Nachtrag: Selbst wenn Du ein rein technisches Studium vergeigst (Zeitpunkt: Vordiplom), kannst Du ja entweder von Anfang an meta- oder interdisziplinäre Studiengänge wählen, oder dann wechseln, falls Du es an den Baum gefahren hast.
Bspw. Wirtschaftsingenieurwesen. Gibt es in den verschiedensten Facetten. Wer in Etechnik scheiterte und nicht zum reinen Maschinenbau geht, ist oft gut bei den WiIngs aufgehoben, weil dort das Nebenfach Etechnik weit verbreitet ist. Es gibt auch Maschinenbau als Nebenfach und und und. Mechatronik z.B. steht auf der Hälfte zwischen Maschbau und Etechnik, orientiert sich aber vornehmlich am etwas entspannteren Niveau des Maschbaus. Physikingenieurwissenschaften steht auf der Mitte von Etechnik und Physik. Informationssystemtechnik steht auf der Mitte zwischen Etechnik und Informatik.

Möglichkeiten, Optionen, Alternativen - fast unerschöpflich. Du mußt Dich nurmal auch mit der Materie auseinandersetzen. Das fehlt eben im breiten Rahmen, warum auch heute noch Natur-, Ingenieur- und Technikwissenschaften so unter regelrechten Mangelerscheinungen beim Personal leiden.

MfG

1 „Gefällt mir“

Na, Studing vertritt den amerikanischen „can-do-spirit“.
Die Einstellung find ich übrigens gut :wink:

Ok, zum Thema: Ich persönlich habe im Moment auch nur einen Mathe-GK (Hessen)bei einem russischen Ex-Prof aus St. Petersburg und bin bisher von Noten her noch ganz gut dabei. Dass dieser Thread den Titel Jura trägt, soll nicht heißen, dass ich mir die Rechtswissenschaft als Studium schon fest in den Kopf gesetzt habe - vielmehr will ich soviel wie möglich Informationen sammeln und vor allem persönliche (eure) Meinungen zur Studienlage hören!

Da mein Interessengebiet eigentlich relativ breit gefächert ist, kommen für mich auch Studiengänge mit, sagen wir, mittelschweren mathematischen Anforderungen in Frage. Zu hören, dass jemand selbst die Anforderungen eines stark mathematisch geprägten Studienganges mit einem Mathe-Gk bewältig hat, ist angenehm zu hören.

Wie sieht es eigentlich mit Kursen vor Studienbeginn aus, die die Studenten auf besondere Anforderungen des Studiums vorbereiten (Bsp: Mathe) - gibt es sowas für alle Studiengänge an allen Unis oder nur für besonders schwere Fachbereiche? Gibt es z.B für Studiengänge in denen Latein wichtig ist, im Voraus Seminare, in welchen man das kleine Latinum erwerben kann oder müssen sich das die Studenten in Eigenregie aneignen?

Schönen Abend noch!

Hallo.

Na, Studing vertritt den amerikanischen „can-do-spirit“.
Die Einstellung find ich übrigens gut :wink:

Nein, das ist einfach nur normale deutsche Erziehung. :smile:

Ok, zum Thema: Ich persönlich habe im Moment auch nur einen
Mathe-GK (Hessen)bei einem russischen Ex-Prof aus St.
Petersburg und bin bisher von Noten her noch ganz gut dabei.

Wichtig sind weniger direkt die Noten, sondern Rechenpraxis und Verständnis. Du mußt einfach nur die Grundlagen der Differentialrechnung, Integralrechnung, Linearen Algebra/Vektoralgebra & Analytischen Geometrie und der Stochastik verstanden haben.
Ein bißchen Rechentechnik gehört natürlich auch dazu. :smile:

Da mein Interessengebiet eigentlich relativ breit gefächert
ist, kommen für mich auch Studiengänge mit, sagen wir,
mittelschweren mathematischen Anforderungen in Frage. Zu
hören, dass jemand selbst die Anforderungen eines stark
mathematisch geprägten Studienganges mit einem Mathe-Gk
bewältig hat, ist angenehm zu hören.

Es kommt nicht auf die Titulierung LK, GK oder sonst etwas an, sondern, daß der Lehrer ein vernünftiges Konzept hat, was alles ausreichend abdeckt (schließt schon einmal Matheunterricht an Hand eines Lehrbuches heutzutage aus) und, daß er es anständig erklärt.

Du mußt die Inhalte mitnehmen, nicht die Bezeichnung GK. Als ich an das Gymnasium kam und dann vom Gymnasium ging, habe ich bemerkt, was eine anständige Schule ausmacht. Spätenstens wenn alle anderen „Hä?“ von sich geben (auch LKler in derselben Übungsgruppe) und man selbst sagt „Ja, kenn ich irgendwie vom Grundkurs“, weiß man, daß der Lehrer 1A gewesen ist und man etwas gelernt hat. :smile:

Wie sieht es eigentlich mit Kursen vor Studienbeginn aus, die
die Studenten auf besondere Anforderungen des Studiums
vorbereiten (Bsp: Mathe) - gibt es sowas für alle Studiengänge
an allen Unis oder nur für besonders schwere Fachbereiche?

Ich habe in Eigenverantwortung den Stoff nachgearbeitet und zum Festigen einen Brückenkurs belegt. Dabei ist es relativ egal, ob Kurs bei der Bundeswehr, an der Volkshochschule oder an der Uni selbst - es geht darum, den Stoff Klasse 7 - 13 locker zu wiederholen, um wieder „hinein“ zu kommen.

Gibt es z.B für Studiengänge in denen Latein wichtig ist, im
Voraus Seminare, in welchen man das kleine Latinum erwerben
kann oder müssen sich das die Studenten in Eigenregie
aneignen?

Da bin ich überfragt, da ich mein zusätzliches Sprachstudium nebenher niedergelegt habe inzwischen und auch sonst wenig Interesse an den Geisteswissenschaften hatte („Studium für die Arbeitslosigkeit“). Vielleicht setz ich mich eines Tages noch einmal zum Spaß hin und führe diese Interessenslinie fort.

Tip: Wenn Du nicht gleich nach dem Abitur in Klasse 12 ins Studium gehst, geh zur Bundeswehr - dort bekommst Du genug Geld, um Dir all die nötige Fachliteratur kurzerhand zu kaufen. Oder Du sparst selbst und verzichtest auf unnötigen Luxus, um Dir die Bücher zu kaufen. Spiele erst gar nicht mit dem Bibliotheksgedanken - wichtige Grundlagenwerke und Weiterführendes braucht man einfach im eigenen Bücherregal. Es läßt sich einfach (bspw. bei meinem vollen Stundenplan) nicht einrichten, in jedem Fach ständig mehrere Schwarten auf Pump liegen zu haben. Es hat sich eigentlich bewährt, nur den ergänzenden Teil aus der Bibliothek zu beziehen.

Es hat immense Vorteile, wenn man eine einschlägige Privatbibliothek für viele Fachgebiete bei sich zuhause hat.

Wenn ich sehe, wer sich alles bei uns mit dem Hinschaffen, Zurückholen, Abgeben, Sitzen und Durcharbeiten in der Bibliothek abquält, kann ich nur den Kopf schütteln. Bereitest Du Dich gut vor VOR dem Studium, sparst Du Dir in der Anfangsphase viel Streß.

MfG

Hallo Kem,

Na, Studing vertritt den amerikanischen „can-do-spirit“.

nicht unbedingt amerikanisch. Auch Peter Bamm (sagt Dir möglicherweise nichts mehr) hat als alter Humanist in seinem „eines Menschen Zeit“ die Lanze für die Naturwissenschaften (Ingenieurswissenschaften waren damals noch nicht so reich gesät) gebrochen.

Da mein Interessengebiet eigentlich relativ breit gefächert
ist, kommen für mich auch Studiengänge mit, sagen wir,
mittelschweren mathematischen Anforderungen in Frage. Zu
hören, dass jemand selbst die Anforderungen eines stark
mathematisch geprägten Studienganges mit einem Mathe-Gk
bewältig hat, ist angenehm zu hören.

Und von mir daher auch noch ganz authentisch:

Abitur 1972 am humanistischen Gymnasium (gut, Latein deutet zurecht auf den Hang zu einer streng logischen Denkweise auch in Sprachen hin, da ist Griechisch schon das "geisteswissenschaftlichere Fach). Mathe wurde bei uns nach der 11 Klasse „zwangsabgelegt“, da die Kollegstufe damals noch nicht eingeführt war.

Nach diversen Wirren im Berufsleben und einem in den Sand gesetzten Fernstudium (Hagen) in Wirtschaftswissenschaften an der FH München mit Elektrotechnik angefangen. FH wegen alleinerziehende Mutter eines zu Studienbeginn 3-jährigen Kindes. Diplom als Elektro-Ingenieurin nach 13 Fachsemestern (gut, mit Kind).

Nach dem Diplom die Sprachkenntnisse und Begabung wieder hervorgekramt und als Technische Redakteurin angefangen. Mit dem Beruf bin ich richtig glücklich.

Übrigens, wenn Dich soetwas reizen könnte, wäre der direkte Weg zum technischen Redakteur vielleicht auch eine Alternative (gibt es inzwischen an diversen FHs)

Viele Grüße, Karin

Eventuell hilfts, in der richtigen
Burschenschaft (würg!!!).

Für diese debile Aussage ist ein Würgen wirklich angemessen. Studieren macht Spaß, Jura noch viel mehr und in ner Burschenschaft am meisten!

Selber schuld, wer sich das Leben in einer Studentenverbindung entgehen lässt. Man wohnt günstig und gut, lernt interessante Leute kennen und Beziehungen schaden nur demjenigen, der keine hat.

MfG
Seb