Jura studieren - ja oder nein?

Hi w-w-w-Experten!

Ich interessiere mich seit kurzem für den Studiengang der Rechtswissenschaft.
Meine Fragen beziehen sich zum einen auf die finanziellen Aspekte des rechtswissenschaftlichen Studiums und auf der anderen Seite auf Kernkompetenzen, die man zum Jura-Studium benötigt.

  1. Wie sehen die Arbeitsmarktprognosen für die kommenden Jahre aus? Ist damit zu rechnen, dass es weiterhin sehr schwer ist eine Anstellung zu bekommen? Mit welcher minimalen und maximalen Vergütung kann man als Anfänger im juristischen Berufsleben rechnen?

  2. Wie viele Semester muss man studieren, um ein Diplom zu erlangen, mit dem man in die Arbeitswelt einsteigen kann? Gibt es bestimmte thematische Schwerpunkte im Studium (z.b Wirtschaft), die die Chancen auf einen Arbeitsplatz wesentlich erhöhen?

  3. Welche Kernkompetenzen sollte man als Student der Rechtswissenschaften mitbringen? Welchen Notenschnitt sollte man haben, um A) Chancen auf einen Studienplatz zu haben B) Chancen auf einen guten Arbeitsplatz zu haben?

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: In was liegt für euch die Faszination des Juristerei? Ist das allgemein vorherrschende Image eines sehr trockenen Studienganges gerechtfertig? Ich habe aus diversen Quellen erfahren, dass Jura sogar alles andere als trocken sein kann, da man mit vielen sozialen Problemfällen konfrontiert wird?!

Viele Grüße

Hallo.

Hi w-w-w-Experten!

Ich interessiere mich seit kurzem für den Studiengang der
Rechtswissenschaft.

  1. Wie sehen die Arbeitsmarktprognosen für die kommenden Jahre
    aus? Ist damit zu rechnen, dass es weiterhin sehr schwer ist
    eine Anstellung zu bekommen? Mit welcher minimalen und
    maximalen Vergütung kann man als Anfänger im juristischen
    Berufsleben rechnen?

Das Spiel ist ganz einfach: je mehr Qualifikationen ein Kandidat vorweisen kann, desto einfacher kann es sein. Z.B. sind Kenntnisse in ‚amerikanischem Recht‘ gerade ein heisser Kandidat.

  1. Wie viele Semester muss man studieren, um ein Diplom zu
    erlangen, mit dem man in die Arbeitswelt einsteigen kann? Gibt
    es bestimmte thematische Schwerpunkte im Studium (z.b
    Wirtschaft), die die Chancen auf einen Arbeitsplatz wesentlich
    erhöhen?

Siehe www.jurablogs.com: Arbeitsrecht, amerik. Recht,…
Davon mal abgesehen: wieso ‚nur‘ Diplom ? 2.Staatsexamen (=Volljurist) oder Dr. jur. macht sich besser :wink:

  1. Welche Kernkompetenzen sollte man als Student der
    Rechtswissenschaften mitbringen? Welchen Notenschnitt sollte
    man haben, um A) Chancen auf einen Studienplatz zu haben B)
    Chancen auf einen guten Arbeitsplatz zu haben?

Zitat MM vom Sommer '05: ‚Wo Juristen noch Chancen haben‘
die Kurfassung stand ja schon oben.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: In was liegt für euch
die Faszination des Juristerei? Ist das allgemein
vorherrschende Image eines sehr trockenen Studienganges
gerechtfertig? Ich habe aus diversen Quellen erfahren, dass
Jura sogar alles andere als trocken sein kann, da man mit
vielen sozialen Problemfällen konfrontiert wird?!

Ein Blick unter jurablogs.com bestätigt diese Aussage :smile:

mfg M.L.

Hi Kem
Du kennst ja wahrscheinlich die gute alte Geschichte, dass in angesehenen (insbesondere jüdischen) Familien zumindest der älteste Sohn zwei Studier-Möglichkeiten hatte: Jura oder Medizin.
Alles andere brachte nix rechtes.
Das mag aus heutiger Sicht veraltet oder übertrieben wirken, aber ein Kern davon ist immer noch wahr. Wenn man schon studiert, sann sollte man nach so einer anstrengenden Zeit auch was Richtiges damit machen können. Und das konntest Du mit Jura und Medizin schon imme und das wird noch eine hübsche Weile so bleiben.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: In was liegt für euch
die Faszination des Juristerei?

Für mich persönlich wenig, deswegen hab ich ja Medizin studiert. :wink:
Aber mal etwas objektiver: Mit Jura kann man überall Karriere machen, in den unterschiedlichsten Sparten reussieren. Man kann Anwalt, Richter, Staatsanwalt werden, aber auch noch ganz woanders hin, nicht zuletzt in die Politik. Die meisten großgewordnen Politiker sind von der Basis her Juristen.
Wenn man nix für Mathematik übrig hat, kann man übrigens wunderbar Jura oder Medizin studieren. :wink:
Gruß,
Branden

Hallo.

Wenn man schon
studiert, sann sollte man nach so einer anstrengenden Zeit
auch was Richtiges damit machen können. Und das konntest Du
mit Jura und Medizin schon imme und das wird noch eine hübsche
Weile so bleiben.

Wenn man in die Statistiken schaut, sieht man, daß das mindestens für Jura ganz und gar nicht mehr gilt. Die absolut rosigen Zeiten sind dort momentan vorbei: Es gibt (stark fluktuierende) Sättigungserscheinungen, die sich in den letzten Jahren eingestellt haben und drauf und dran sind - wie bei der Informatik - in ein permanentes Überangebot abzukippen. Vielleicht stellt sich sogar ein „Schweinezyklus“ ein, doch danach sieht es noch nicht aus.

MfG

Ist damit zu rechnen, dass es weiterhin sehr schwer ist
eine Anstellung zu bekommen?

Das kommt drauf an, was du machen willst, bzw. wie gut dein Abschluß ist. Je besser der Abschluß, desto besser die Chancen.

Mit welcher minimalen und maximalen Vergütung kann man als Anfänger
im juristischen Berufsleben rechnen?

Das ist sehr sehr unterschiedlich und hängt davon ab, was man macht und wieviel man arbeitet. Ich glaube, die Spanne liegt so ungefähr zwischen 1500 und 4500 (immer netto).

  1. Wie viele Semester muss man studieren, um ein Diplom zu
    erlangen, mit dem man in die Arbeitswelt einsteigen kann?

Die Regelstudienzeit variiert von Uni zu Uni, liegt aber so zwischen 8 und 10 Semestern. Dann kannst du dein 1.Staatsexamen machen und damit ein Diplom beantragen. Damit könntest du dich schon mal bei Firmen bewerben, aber noch keine Zulassung als Anwalt erhalten. Dafür müßtest du noch 2 Jahre für das 2. Staatsexamen einplanen.

Gibt es bestimmte thematische Schwerpunkte im Studium (z.b
Wirtschaft), die die Chancen auf einen Arbeitsplatz wesentlich
erhöhen?

Schwerpunkte gibt es (auch im Bereich der Wirtschaft), ob die deine Chancen auf einen Job erhöhen, kommt drauf an, was du machen willst. Gegen einen Mitbewerber, mit wesentlich besserer Note, aber anderem Schwerpunktbereich, wird das oft aber auch nichts nützen.

  1. Welche Kernkompetenzen sollte man als Student der
    Rechtswissenschaften mitbringen?

Interesse am Fach.

Welchen Notenschnitt sollte
man haben, um A) Chancen auf einen Studienplatz zu haben

Je nach Uni… mit 2,0 hast du beste Chancen, die Uni deiner Wahl ohne Wartesemester zu bekommen (manche Unis haben auch gar keinen NC)

B)Chancen auf einen guten Arbeitsplatz zu haben?

Wenn du im Studium immer über dem Notendurchschnitt bleibst, sieht es schon mal gar nicht so schlecht aus.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: In was liegt für euch
die Faszination des Juristerei?

Naja Faszination… :wink: Ich denke, es gibt keinen anderen Studienabschluß, mit dem man so vielfältige Möglichkeiten hat. Du kannst zu jeder staatlichen Stelle, alle großen Unternehmen haben Juristen, man kann sich ohne weiteres selbständig machen…

Ist das allgemein vorherrschende Image eines sehr trockenen
Studienganges gerechtfertig?

Jeder Studiengang hat seine Durststrecken. Jura hat sicherlich größere, wenn man sich nicht für die Materie interessiert.

Ich habe aus diversen Quellen erfahren, dass
Jura sogar alles andere als trocken sein kann, da man mit
vielen sozialen Problemfällen konfrontiert wird?!

Also wenn du das Fach nur wegen sozialer Problemfälle spannend findest, solltest du etwas anderes studieren, vor allem, da du mit diesen Fällen erst nach deinem Studium zu tun hast.

Diese momentanen Arbeitsmarktzahlen sind wirklich nicht rosig, doch würde es mich interessieren, ob es eine Möglichkeit gibt, Informationen über die zukünfitge Entwicklung der Arbeitsmarktzahlen abzurufen. Bis ich mit Jura fertig sein würde, gehen nämlich noch mindestens sechs Jahre ins Land. Weiß jemand wo man Prognosen einsehen kann?

Hallo,

ich bin kein Jurist, kenne also nur die Situation aus zweiter Hand.

Es scheint aus den Fugen geraten zu sein, nahezu alle Absolventen nutzen irgendwelche Kurse um ihr Examen zu schaffen. D.h. Kurse, die ausßerhalb der Uni gegen Geld angeboten werden.
Wenn du diese Crash-Kurse nicht machst, brauchst du länger und verspielst damit Chancen am Arbeitsmarkt.

Welches Nebenfach sinnvoll ist??? Wie sieht es mit Sprachkenntnissen aus?

Auf Technik stürzt sich jeder. Evtl. Patentanwalt, erfordert aber technisches Verständnis??

Gruß Volker

Wenn du diese Crash-Kurse nicht machst, brauchst du länger und
verspielst damit Chancen am Arbeitsmarkt.

Das ist aber eine einseitige Sicht aus zweiter Hand…

Auf Technik stürzt sich jeder. Evtl. Patentanwalt, erfordert
aber technisches Verständnis??

Vor allem erfordert der Patentanwalt ein technisches Studium!

Hi,

Vor allem erfordert der Patentanwalt ein technisches Studium!

Ok, da war ich vielleicht nicht deutlich, es muss wirklich qualifiziertes technisches Wissen nachgewiesen werden, aber ein abgeschlossenes Studium? Ich denke, dass z.B. ein Vor-Diplom reicht.

Meine Meinung bzgl. der Kurse muss ich allerdings aufgrund der Eindrücke aus meinem Umfeld aufrecht erhalten.

Gruss Volker

Patentanwälte müssen keine vollwertigen Anwälte sein, dafür aber vollwertige „Naturwissenschaftler“. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes technisches Studium und mindestens ein Jahr praktische Erfahrung. Der rechtliche Teil hingegen ist nur ein angepasstes, verkürztes Jurastudium.

Gruß, Alex

Hallo Kem,

hatte das auch mal vor, mich hat jedoch damals die lange Studiendauer und auch schon (1992) die schlechten Aussichten auf einen Job abgeschreckt.
Ich habe mir eine Alternative gesucht:
gehobener Dienst in der allgemeinen Inneren Verwaltung.
Nach dem bezahlten(!) 3-jährigen FH-Studium bist du im Bereich des öffentl. Rechts besser als jeder Uni-Absolvent, mit Familienrecht und Schuldrecht kann ich auch locker mithalten. Das einzige was fehlt ist Strafrecht. Dein Arbeitsplatz ist dir hinterher sicher und absolut Wandlungsfähig: War zuerst im Bauamt, habe dort Bebauungspläne der Gemeinden jur. betreut, danach absolutes Spezialrecht: Personalrecht für beamtete Lehrer, bin jetzt im Jugendamt und mache vor allem Familienrecht. habe an einem kleinen LAndratsamt gelernt, 5 Jahre an der Regierung in München gearbeitet und habe mich vor ein paar Jahren zu meinem Mann versetzen lassen. Einkommen: Einstiegsgehalt A9 macht derzeit ca. 1740 € netto aus, am Ende deiner Laufbahn so mit 63 kannst du in A 13 auf derzeit mind ca. 4000 € netto kommen. Privat versichert versteht sich.
Innerhalb von 10 Jahren hast du sicher eine Leitungsfunktion inne.
Um als Jurist in den öffentl. Dienst zu kommen mit einem Einstiegsgehalt von ca 3000 € musst du in Bayern mindestens eine 1,? in deinem Examen haben resp. unter den ca 10 % Besten sein…
Wenn ich allerdings diese Feld-Wald- und Wiesenanwälte bei mir in meinem ländlichen Bereich ansehe, die sich praktisch nur von der Proszesskostenhilfe ernähren, kann ich vom Einkommen her sicher mithalten.
grüße
dragonkidd

Hi w-w-w-Experten!

Ich interessiere mich seit kurzem für den Studiengang der
Rechtswissenschaft.
Meine Fragen beziehen sich zum einen auf die finanziellen
Aspekte des rechtswissenschaftlichen Studiums und auf der
anderen Seite auf Kernkompetenzen, die man zum Jura-Studium
benötigt.

  1. Wie sehen die Arbeitsmarktprognosen für die kommenden Jahre
    aus? Ist damit zu rechnen, dass es weiterhin sehr schwer ist
    eine Anstellung zu bekommen? Mit welcher minimalen und
    maximalen Vergütung kann man als Anfänger im juristischen
    Berufsleben rechnen?

  2. Wie viele Semester muss man studieren, um ein Diplom zu
    erlangen, mit dem man in die Arbeitswelt einsteigen kann? Gibt
    es bestimmte thematische Schwerpunkte im Studium (z.b
    Wirtschaft), die die Chancen auf einen Arbeitsplatz wesentlich
    erhöhen?

  3. Welche Kernkompetenzen sollte man als Student der
    Rechtswissenschaften mitbringen? Welchen Notenschnitt sollte
    man haben, um A) Chancen auf einen Studienplatz zu haben B)
    Chancen auf einen guten Arbeitsplatz zu haben?

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: In was liegt für euch
die Faszination des Juristerei? Ist das allgemein
vorherrschende Image eines sehr trockenen Studienganges
gerechtfertig? Ich habe aus diversen Quellen erfahren, dass
Jura sogar alles andere als trocken sein kann, da man mit
vielen sozialen Problemfällen konfrontiert wird?!

Viele Grüße

Hallo Kern,

ich habe Jura studiert, beide Examina recht gut geschafft und auch einen guten Job. Trotzdem würde ich es nicht wieder studieren.

Die Chancen sind in der Tat schlecht, schlimmer ists glaub ich nur noch bei den Architekten. Auch als ich angefangen habe, hat man mir gesagt, dass die Berufsaussichten für Juristen nicht rosig sind und auch ich habe mir gedacht, vielleicht sieht es in 6 - 7 Jahren, wenn ich fertig bin, anders aus (man soll sich ja antizyklisch verhalten). Dem ist aber nicht so, Jurastudenten lassen sich von Zukunftsprognosen komischerweise nicht beeinflussen , die Zahl der Studienanfänger steigt sogar von Jahr zu Jahr.

Vielleicht liegt das daran, dass man für Jura vermeintlich „nichts mitbringen“ muss. Abiturienten, die weder in Fremdsprachen noch in naturwissenschaftlichen Fächern besonders gut waren und kein Blut sehen können, wählen oft Jura (oder BWL, ausser sie sind Mathenieten).

Ich kann dir auf jeden Fall sagen, dass das Jurastudium verdammt hart und frustrierend ist. Ich kenne viele, die nach 16 Semestern endgültig das 1. Staatsexamen vergeigt haben und dann mit n i c h t s dastanden. Und ich kenne auch einige, die das Studium mit äußerster Anstrengung nach 8 - 10 Jahren und nachdem sie tausende von Euro für Kommentare, Repetitorien usw. ausgegeben haben, knapp geschafft haben und dann erst mal jahrelang (!) arbeitslos waren (bzw. immer noch sind). Diese Kommilitonen waren allesamt bestimmt nicht dumm oder faul, sie hatten nur einfach keinen Zugang zu den Rechtswissenschaften.

Du kannst dich auch nicht auf einmal angelerntem Wissen ausruhen, weil Gesetze sich ständig ändern, du musst dich also ein Leben lang weiterbilden. Das macht natürlich auch das Studium teuer, denn deine Lehrbücher, Gesetze und Kommentare, die an sich schon schweineteuer sind, sind ständig veraltet.

Kernkompetenzen sind meines Erachtens:

Spaß an Mathematik (Logisches Denken ist gefragt)
Gute Deutsch- und Fremdsprachennote
Hohe Belastbarkeit
Freude an stundenlangem Lernen über Monate und Jahre hinweg
Die Fähigkeit, Entscheidungen schnell zu treffen
Sicheres selbstbewußtes Auftreten und gute Rhetorik
Kein Problem damit haben, im Mittelpunkt zu stehen

Die meisten Juristen werden später Rechtsanwälte. Gefällt dir dieses Berufsfeld? Denk nicht nur an spektakuläre Fälle, du musst wahrscheinlich jeden vertreten, der zu dir kommt, denn Mandate sind knapp. Auch wenn es der 30. Nachbarschaftsstreit ist, oder du eigentlich der Auffassung bist, dass dein Mandant ein Idiot ist. Bist du Harmoniesüchtig oder streitest du gern? Als Anwalt darf es dir nichts ausmachen, „böse“ zu sein.

Zum Anfangsgehalt:

Wie gesagt, entweder Null €, weil arbeitslos oder das Gehalt von jemandem aus dem gehobenen Dienst (das hättest du auch leichter haben können), z.B. stellt die Agentur für Arbeit gerne arbeitslose Juristen befristet als Sachbearbeiter ein. Ausserdem machen sich viele arbeitslose Berufsanfänger aus der Not heraus selbständig, mieten sich z.B. in einer bestehenden Ksnzlei ein Büro, sitzen da und warten , dass sich ein Mandant zu íhnen verirrt. Es hängt halt alles von der Note (und Zusatzqualifikationen) ab. Das höchste Einstiegsgehalt in meinem Bekanntenkreis war 6.000 € brutto (aber Ausnahme!!!). „Normal“ dürften 2.000 -2.500 € brutto sein.

Großartig qualifizieren kannst du dich w ä h r e n d des Studiums eigentlich nicht, das Examen ist für alle gleich (bis auf ein Wahlfach) erst später indem du L.L.M., Fachanwalt, ein Aufbaustudium etc. machst. Eventuell hilfts, in der richtigen Partei zu sein oder bei einer Burschenschaft (würg!!!).

Als ich damals den Entschluss gefasst habe, Jura zu studieren, hat mir jeder abgeraten; ich habs trotzdem gemacht und rate heute dir ab - aber entscheiden musst du selber. Vielleicht ist es für dich die absolute Erfüllung und du wirst mal Richter am BGH, wer weiss???

Grüße
Steffi

2 „Gefällt mir“

Hallo Kem,
meine Meinung ist, studiere das was dir am meisten Spaß macht und schiele nicht nach den Aussichten. Bis du fertig bist hat sich das alles wieder gedreht. Ich gebe gerade Jura ein gute Chance weil bis du fertig bist haben sich alle zyklisch dagegen entschieden, daß Abgänger schon wieder begehrt sind. (Historische Beispiele: Lehramt, BWL und Maschinenbau)

Ein guter Bekannter von mir hat Jura studiert. Während des Studiums hat er in der Rechtsabteilung eines großen Automobilherstellers gearbeitet und bekam dort die (Drecks)arbeit, das indonesische Recht hinsichtlich Fusionen und Jointventures bzw. Firmengründung zu evaluieren.
Er hat sich sofort nach dem Studium selbständig gemacht und ist heute führend im Auslandsrecht für viele große Unternehmen in Deutschland, Österreich, Schweiz.

Lustig ist, als ich die Story den 6 Jura Studenten erzählte, die ich im letzten halben Jahr über eine Bekannte kennenlernte und die schwer über Studium und Aussichten klagten. Die hat das überhaupt nicht groß interessiert…gähn…Staatsanwalt…Richter…Notendurchschnitt…gemachtes Bett…gebratene Tauben in den Mund.
Wenn diese verschlafenen Studenten repräsentativ sind, dann komme ich zu dem Schluß, daß jemand der Biß, Abstraktionsfähigkeit und Ideen hat in dem Umfeld verdammt reich werden kann.

Gruß D.K.

Hallo Alex,

so trifft man sich wieder (Beglaubigungen…).

Ich war bis jetzt der Meinung, dass jeweils eine der beiden Ausbildungen vollwertig sein muss und die andere als „light-Version“ hinzu kommt. Da habe ich dann wohl irgendetwas falsch in Erinnerung. Oder hat sich in den letzten Jahren etwas geändert?

Gruß Volker

PA-Ausbildung
Hallo Volker

zur Info http://www.kandidatentreff.de/index2.htm unter Ausbildung

Raffi

Was waren denn die Studieninhalte (Schwerpunkte) deines Studiums, da du jetzt so verschiedene Gebiete bearbeiten kannst? Oder mußtest du jedesmal umfangreichere Aufbaukurse machen?

Gruß, Alex

Hi Dragonkidd,

Nach dem bezahlten(!) 3-jährigen FH-Studium bist du im Bereich
des öffentl. Rechts besser als jeder Uni-Absolvent, mit
Familienrecht und Schuldrecht kann ich auch locker mithalten.
Das einzige was fehlt ist Strafrecht.

Naja, da gäbs schon noch einiges anderes, was man als Assessor können sollte, z.B. Erbrecht, Sachenrecht, Steuerrecht, Arbeitsrecht, Zivilprozessrecht usw.

Einstiegsgehalt A9 macht derzeit ca. 1740 € netto aus, am Ende
deiner Laufbahn so mit 63 kannst du in A 13 auf derzeit mind
ca. 4000 € netto kommen. Privat versichert versteht sich.
Innerhalb von 10 Jahren hast du sicher eine Leitungsfunktion
inne.
Um als Jurist in den öffentl. Dienst zu kommen mit einem
Einstiegsgehalt von ca 3000 € musst du in Bayern mindestens
eine 1,? in deinem Examen haben resp. unter den ca 10 % Besten
sein…

Die Kehrseite der Medaille: Als Jurist steigst du halt schon als Berufseinsteiger bei A 13 ein (was meines Wissens aber keine 4.000 €, sondern ca. 3.000 € netto ausmacht). Auch mit der Einstiegsnote muss ich dir aber widersprechen, ganz soo schlimm ists in der Verwaltung für Juristen auch wieder nicht. Es kommt drauf an, wohin du willst; im Landratsamt oder in der Gemeinde reicht wohl ein befriedigendes Examen, fürs Ministerium sollte es ein vollbefriedigend oder gut sein.

Allerdings erreichen in Bayern ein vollbefriedigend oder gut wirklich nur 10 % der Referendare, einen 1er-Schnitt wohl nur 1 %.

Wenn ich allerdings diese Feld-Wald- und Wiesenanwälte bei mir
in meinem ländlichen Bereich ansehe, die sich praktisch nur
von der Proszesskostenhilfe ernähren, kann ich vom Einkommen
her sicher mithalten.

Da hast du aber sicher recht!!

grüße

Steffi

HM, erstmal vielen Dank Steffi für deinen auführlichen Beitrag…

Deine Beschreibung vom Jurastudium hört sich ja leider nicht positiv an…

Nochmal eine allgemeine Frage: Was bleibt einem geisteswissenschaftlich Interessierten Menschen denn noch an Studienmöglichkeiten übrig, die später relativ sicher (außer man ist ganz schlecht) zu einem Job führen?

So wie ich informiert bin, sind im Moment eigentlich nur Naturwissenschaftler (vor allem Ingenieure, Elektrotechniker usw.) auf dem Arbeitsmarkt wirklich gefragt - und dazu ist, soviel ich weiß, ein Mathe LK schon fast Vorraussetzung.

Äußert euch doch mal ganz subjektiv, was ihr denkt, welche Studiengänge die besten Zukunftschancen haben (nicht nur im geisteswissenschaftlichen Bereich).

Vielen Dank im Vorraus…
Schönen Abend noch!

Hallo,

ich muss ehrlich zugeben, von der Materie keine Ahnung zu haben, aber auf der arbeitsamt.de Seite habe ich folgenden Link gefunden

http://www.arbeitsagentur.de/vam/vamController/Conte…

dort sind auch einige interessante Sachen über Aussichten usw. drin

MfG
Joe King

Hallo,

Jup, z.B. hier:
www.abi-magazin.de/200404/pdf/arbeitsmarkt.pdf
und http://www.abi-magazin.de/rubrik/arbeitsmarkt2004040…

allerdings sind das keine offiziellen Prognosen, dafür müsste man bei
http://www.google.de/search?q=prognose+arbeitsmarkt+…
noch ein wenig länger suchen.

MfG
Joe King

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