Jurastudentin in Not!

Hallo!

Meine beste Freundin steckt in einer tiefen Krise und kann sich selbst nicht mehr daraus befreien, aber wenn nicht bald etwas passiert, ist alles verloren!
Also sie studiert Jura und ist im 8.Semester, allerdings ist sie auf dem
Wissensstand eines 4.Semestlers.
Das liegt u.a. daran, dass sie zu Beginn des Studiums nicht so sehr den
Kontakt zu anderen Leuten aus der Uni gesucht hat und auch jetzt noch
niemanden
weiter kennt.
Das frustrierte sie mit der Zeit immer mehr, dass sie sich irgendwann nur
noch selten zu den Vorlesungen blicken ließ, wahrscheinlich, weil sie sich
irgendwie schämte.
Auch ein großer Grund, warum das Studium nicht so gut verlief, war, dass sie
sich arg überschätzt hatte, was das Lernpensum anging und auch dahingehend
mehr und mehr den Mut verlor, weil sie eben nicht jede Klausur bestand oder
nur schlecht.
Weil sie auch niemanden hat, mit dem sie lernen kann, schleift das Studium
ungemein, sie hat gar keine Lust, zu lernen, oder begreift eben viele Dinge
nicht und schreibt somit viele Klausuren gar nicht mehr mit.
Normalerweise stünde sie jetzt vor dem ersten Examen, aber sie hat noch
nicht mal alle Scheine(Nachweise/Prüfungsbelege).
Hinzu kommt auch noch, dass sie es psychisch gar nicht mehr schafft,
überhaupt Vorlesungen zu besuchen. Sie bekam mit der Zeit Platzangst im
Vorlesungssaal, Angst vor den Mitstudenten, Depressionen.
Sie besuchte dann regelmäßig einen Psychologen, um das Problem in den Griff
zu kriegen, aber das half nichts.
Nun ist sie für 8 Wochen in einer Tagesklinik. Dort muß sie jeden Tag von
8-16 Uhr erscheinen und dann wird in Gruppengesprächen und anderen Sachen,
mit
anderen aus dem seelischen Gleichgewicht geratenen Leuten versucht, seine
jeweiligen Probleme selbst in den Griff zu kriegen, bzw. erst mal zu
verstehen.
Nun ist sie jetzt die 5. Woche dort und spürt keine Veränderung, was ihre
Ängste angeht.
Im Moment hat sie zwar einen geregelten Tagesablauf, aber sie hat schon
jetzt Angst, dass sie nach der Klinik wieder nur so in den Tag hinein lebt.
Dann wird es so wie vorher, dass sie sich belügt und Ausreden sucht, warum
sie bspw. gerade keine Zeit zum Lernen hat.
Hinzu kommt noch, dass sie ab April kein BaföG mehr bekommt und dann zusehen
muß, wovon sie lebt.
Sie ist eine intelligente Frau und weiß um ihr Problem. Sie möchte das
Studium ja auch unbedingt schaffen, aber kann den inneren Schweinehund nicht
besiegen. Es geht einfach irgendwie nicht.
Ich habe versucht sie zu ermuntern, oder mal `nen „Arschtritt“ zu geben,
damit sie sich aufrafft. Nichts half. Ich habe ihr angeboten, dass ich sie
mal
zu den Vorlesungen begleite, oder bei Klausuren vor der Aula warte, sodass
sie
keine Panikattacken bekommt und weiß, dass sie nicht allein ist.
Das wollte sie auch nicht. Früher war sie so ein starker Mensch und auf
einmal ist ihr ganzes Leben so aus dem Gleichgewicht geraten.
Was kann sie jetzt nur tun??? Studium hinschmeißen und dann!? Eine Lehre
als 24jährige? Sie will ja dieses Studium eigentlich zu Ende machen, das ist
ihr Traum!
Eigentlich wollte sie mal Richterin werden, so groß war ihr Ehrgeiz. Gibt es
noch weitere Möglichkeiten für sie, bei dem jetzigen Stand, in ein anderes
Jura-Gebiet zu wechseln, also Rechtspfleger oder so etwas??
Welche Vereine, Ämter und Behörden gibt es, die ihr da wirklich weiterhelfen
können??? Was gibt es sonst noch für Möglichkeiten??

Vielen Dank im Vorraus für eure Hilfe!!!

Jurastudentin in Not! - nochmal?
Hallo,

Die Geschichte kommt mir aber bekannt vor. Kann es sein, dass Du den selben Text vor nicht allzu langer Zeit schonmal gepostet hast und da auch gute Ratschlaege erhieltest?

Gruss, Claudia

Hallo!
Ist gar nicht so selten, glaub ich. Zumindest kenne ich schon mal zwei Leute, denen das ähnlich ging. Einziger Ausweg:
Veranstaltungen besuchen, die Gruppenarbeit verlangen. So wird sie Leute kennen lernen. Gegen Panikattacken hilft nichts, ausser sie zu ignorieren. Dann wird es weniger mit der Zeit. Meine beiden Bekannten habens zumindest so überwunden.
Oft hilft auch zum Arzt zu gehen und sich bestätigen zu lassen, das man körperlich gesund ist und die Symptome der Panikattacken tatsächlich nur psychischer Natur sind.
Im Netz gibt es sicherlich auch massenweise Foren für Leute mit Panikstörungen. Vielleicht hilft es auch, zu sehen, dass es vielen so geht.
Gruß,
Iceman

Hallo,

Die Geschichte kommt mir aber bekannt vor. Kann es sein, dass
Du den selben Text vor nicht allzu langer Zeit schonmal
gepostet hast und da auch gute Ratschlaege erhieltest?

Gruss, Claudia

Hallo!

Ja, das selbe Problem hatte ich schon mal gepostet und es waren auch sehr gute Ratschläge mit dabei! Allerdings hatte nichts bei ihr gefruchtet, bzw. kam für sie nicht in Frage und deshalb wollte ich es jetzt nochmal versuchen, in der Hoffnung, dass vielleicht noch weitere Ratschläge kommen.
Ich weiß, die Sache ist ganz schön verzwickt, aber es bricht mir schon fast das Herz, mit ansehen zu müssen, wie ihr Leben mehr und mehr außer Kontrolle gerät :frowning:

@Iceman:
Dass sie jetzt in der Tagesklinik ist, hilft ihr zumindest dabei, neue Menschen kennengelernt zu haben, mit denen sie auch am Wochenende was unternimmt. Da bin ich ja schon sehr froh drüber!
Im Netz hatte sie auch eine private homepage eines Mädels entdeckt, die ziemlich genau die selben psychischen Probleme hatte und da stand auch, was ihr geholfen hatte.
Das war ihr schon sehr wichtig, zu wissen, dass sie mit diesen Problemen nicht die einzigste ist. Leider wirkt sich das aber nicht positiv auf ihre Lernmotivation aus.

Letztens hätte sie ihre Jura-Hausarbeiten aus der Uni abholen müssen, aber selbst dass konnte sie nicht, weil sie meinte, dann würden sie alle beobachten und abfällig über sie denken, obwohl doch keiner weiß, was mit ihr los ist. Ich habe dann angeboten mitzukommen oder für sie die Hausarbeiten abzuholen, aber da ließ sich wieder nichts machen. Sie schiebt alles auf die lange Bank und sagt mir dann immer nur:„Ja, nächste Woche, gleich Montag, da hol ich die Hausarbeiten.“. Aber nichts passiert. Sie legt sich auch ihre Bücher usw. manchaml zurecht, damit sie dann lernt, aber nichts passiert.
Sie müßte wirklich irgendwo rein, wo sie einen gewissen Gruppenzwang hat, Anwesenheitspflicht und sowas. Nur eine Lehre wäre, bitte versteht das nicht falsch, für sie ein Schritt zurück.
Dann wären die ganzen 4 Jahre vergebens gewesen.

Viele Grüße!
Fideleo

Hi fideleo!

Da sie einst keine Ratschläge befolgte/ befolgen konnte…

würd ich doch ernsthaft erwägen professionelle Hilfe anzunehmen.

Viel Glück!
Siân

Hallo,

das Problem haben viele. (Ich auch) Die meisten schmeissen ihr Studium nicht, weil sie zu blöd dazu sind, sondern weil sie den Aufwand unterschätzen und dann vor einem Berg an Arbeit und Scheinen stehen, den sie nicht mehr bewältigen können.

Sie muss einsehen, dass es so nicht geht.

Wie wärs, nochmals einige Semester früher einzusteigen. Es geht nicht, dass sie versucht im laufenden Semester den Stoff der vorherigen Semester nachzuarbeiten, wenn das schon so viel geworden ist.

Evtl. muss sie sich für 1 bis 2 Semester beurlauben lassen, damit sie nicht von den Fristen eingeholt wird.

Lerngruppen bilden. Sich von Loosern trennen. Nicht mit denen mitrennen, die die Kafeteria für den Vorlesungssaal halten, sondern mit denen, die danach noch zusammen lernen. Da kann sie dann auch sehen, dass und wieviel sie tatsächlich kann.

Mir gings mal ähnlich. Ich habs nur rechtzeitig gemerkt, als neben mir einer saß, der konnte Dinge rechnen, die ich auch gerne gekonnt hätte. Und die hatte er in einer Vorlesung gelernt, die ich geschwänzt hatte (kann ich doch eh alles und ist doch soooo langweilig und steht doch alles in den Büchern drin)

Mittlerweile habe ich die Seite gewechselt :smile: Warum sollte Deine Freundin nicht doch noch Richterin werden. Dazu muss sie aber mindestens ein Prädikatsexamen schaffen. Und mit rumsitzen und lamentieren schafft sie es nicht. Aber wenn sie die Arme hochkrempelt, kann sie es schaffen.

Hoffe sie fängt sich

Peter