Hallo,
mal angenommen man schneidet bei seinem Jurastudium im zweiten Staatsexamen nur mit einer 4 ab. Hat da jemand Erfahrungen wie die Jobaussichten sind?
Danke
MrDaBoss
Hallo,
mal angenommen man schneidet bei seinem Jurastudium im zweiten Staatsexamen nur mit einer 4 ab. Hat da jemand Erfahrungen wie die Jobaussichten sind?
Danke
MrDaBoss
Hi,
Zeitarbeitsfirmen vermitteln mittlerweile auch Juristen.
Man könnte auch eine Ausbildung als Diplom Verwaltungswirt dranhängen, dann könnte man beim Staat unterkommen.
Grüße
miamei
mal angenommen man schneidet bei seinem Jurastudium im zweiten
Staatsexamen nur mit einer 4 ab. Hat da jemand Erfahrungen wie
die Jobaussichten sind?
Das hängt zunächst auch davon ab, wie man im ersten Staatsexamen abgeschnitten hat und wie die Leistungen im Referendariat waren. War das erste Staatsexamen besser, vielleicht sogar mit Prädikat, und sind auch die Noten aus dem Referendariat entsprechend, dann kann man auch den ein oder anderen anspruchsvolleren Arbeitgeber überzeugen, dass die „4“ das eigene Leistungsvermögen nicht richtig wiedergibt. Auch käme in diesem Fall vielleicht eine akademische Laufbahn in Frage, denn über die wissenschaftliche Befähigung eines Kandidaten sagt - wenn überhaupt - eher das erste als das zweite Staatsexamen etwas aus.
Ist aber das erste Examen ähnlich ausgefallen, dann wird es bei den interessanten mittelgroßen und großen Wirtschaftskanzleien, aber auch den namhaften unter den Wald- und Wiesenkanzleien, ebenso schwierig wie in den Rechtsabteilungen großer Unternehmen oder auf dem Weg in den Staatsdienst als Richter oder Staatsanwalt. Hier hat man dann leider wohl kaum Chancen - es sei denn, man hätte einen zusätzlichen „Türöffner“ an der Hand, z.B. eine ganz besondere Spezialbefähigung (etwa einen zusätzlichen technischen Hochschulabschluß und eine dezidierte Ausrichtung auf gewerblichen Rechtsschutz mit ordentlichen Ergebnissen zumindest in diesem Bereich), „Vitamin B“ oder ein Praktikum bzw. eine Referendarstage, in der man sich dem gewünschten Arbeitgeber bereits empfehlen konnte.
Im Notfall bleibt immer der Weg in die Selbstständigkeit. Da kräht kein Hahn nach der Examensnote. Und das Investment für den Einstieg ist auch überschaubar (Stichwort „Küchenkanzlei“). Aber hier erfolgreich seine Brötchen zu verdienen ist nicht einfach (und ich habe Respekt vor denen, die das schaffen). Zum einen muß man unternehmerisches Geschick mitbringen, d.h. sich vermarkten und „Klinken putzen“ können - was nicht jedem gegeben ist. Zum anderen muß man - Examensnote hin oder her - seinen Mandanten gute Ergebnisse liefern (oder zumindest den Mandanten überzeugen können, dass das Ergebnis gut sei), denn Mandanten, die nicht zufrieden sind, kommen nicht wieder, was für den dauerhaften Geschäftserfolg schlecht ist. Schließlich ist der Markt auch bereits weitgehend verteilt und umkämpft, denn den Rettungsanker Selbständigkeit werfen viele aus.
Letztens schließlich bleibt der Weg in zwar mit der Juristerei verbundene, aber fachfremde Berufe, z.B. juristische Buch- oder Softwareverlage, (Fach-)Buchhandlungen, Dienstleister für Kanzleien (PR, Recherchen, Webdesign und -hosting, Headhunting, usw.), Seminarveranstalter (z.B. Euroforum), Journalist mit juristischem Schwerpunkt, Inkassounternehmen, usw. Zum Schluß bleiben die Versicherungsgesellschaften. Die stellen (als Sachbearbeiter!) Absolventen nahezu jeder Studienrichtung ein.
Unter dem Strich muß man auch mit einer „4“ den Kopf nicht hängen lassen. Aber das obere Ende der juristischen Kernberufe (und damit in den meisten Fällen auch das obere Ende der Gehaltsleiste) rückt damit leider meist in ziemlich weite Ferne …