die kriminelle Energie der Clans nimmt zu. Inzwischen gehören in Berlin Schießereien fast schon zum Alltag. Gut, dass die Senatorin diese neuen Ausmaße benennt.
Es sei sowohl „quantitativ als auch qualitativ eine neue Bedrohungslage entstanden“.
Badenberg sagte weiter: „Wir sehen inzwischen rivalisierende Banden, die auf Berlins Straßen sichtbar Gewalt einsetzen, sei es durch Handgranatenwürfe auf Lokale, sei es durch Schüsse auf Menschen, Fahrzeuge und auch Gebäude.“ Vor allem sollten Geschäftsleute eingeschüchtert und zu Zahlungen erpresst werden. Es gehe um Revierkämpfe, darum, die Stadt aufzuteilen, um Drogengeschäfte und sogenannte Schutzgelderpressung.
Es wäre schön, wenn der Senat wirklich auch in der Lage wäre, dagegen wirksam vorzugehen.
Ja, das stimmt. Ich bin immer wieder in Berlin und muss mich regelmäßig mit einem Hechtsprung hinter parkenden Autos in Deckung werfen, wenn ich mal wieder in eine Schießerei gerate. Nervig auch, dass mein Hut inzwischen ganz durchlöchert ist von Kugeln, die mich geradeso verfehlt haben.
(Anmerkung: Das Thema ist eigentlich nicht lustig und auch nicht unwichtig. Aber wenn man es derart tendenziös vorbringt, kann ich das nicht ernst nehmen)
Es ist nunmal Tatsache, dass viele Schüsse aus scharfen Waffen fallen. Auch wenn nicht jedesmal direkt auf Menschen geschossen wird.
Die Zahl der Schießereien und Drohungen mit Schusswaffen hatte sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt im Vergleich zu 2024. Deshalb gibt es beim Landeskriminalamt seit vergangenem November eine spezielle Einsatzgruppe.
Bei den Revierkämpfen wird zumindest so oft rumgeschossen, dass zu befürchten ist, dass über kurz oder lang auch mal unbeteiligte Passanten getroffen werden.
„Wir registrieren das vermehrt, dass es zu Auseinandersetzungen in den Milieus von schwerer krimineller Gewalt kommt“
Ich denke, dass damit westdeutsche Touristen auf Sightseeingtour am Kudamm erstmal weniger in Gefahr sein werden.
Auch direkt letzte Nacht wieder mehrere Vorfälle mit Schüssen. Sogar ein Verletzter, auf dessen Auto geschossen wurde.
Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) sprach zuletzt von einer neuen Bedrohungslage durch Bandenkriege in der Hauptstadt. «Wir sehen inzwischen rivalisierende Banden, die auf Berlins Straßen sichtbar Gewalt einsetzen, sei es durch Handgranatenwürfe auf Lokale, sei es durch Schüsse auf Menschen, Fahrzeuge und auch Gebäude», sagte Badenberg dem RBB-Inforadio.
Die s. g. Clan-Kriminalität steigt auf einem sehr geringen Niveau. Es muss etwas dagegen gemacht werden, aber es gibt deutlich Wichtigeres bei der Kriminalitätsbekämfung.
Wenn da die Senatorin nun so ein Thema aus der Bekämpung der Clan-Kriminalität macht, so kann das nur einen der folgenden Gründe haben:
Sie versucht die vorurteilsbehaftete Bevölkerung zu beruhigen
Sie versucht sich besser darzustellen, als sie ist, indem sie ein verbreitetes Vorurteil aufgreift und Maßnahmen größer darstellt, als sie sind.
Die hiesigen Clans sind nicht die alleinigen Player:
Ein Großteil der Verdächtigen sei der Polizei bekannt, einige sollen aber auch erst seit kurzem in der Stadt sein. Es sei derzeit eine „brüchige Situation“ in der Stadt. Gruppen würden sich teilweise zusammentun und Zweckkoalitionen bilden, sich dann aber unter Umständen wieder zerstreiten.
Hier etwas zu neu zugewanderten ausländischen Banden:
Das macht nichts. Bei Plauderei ist das zulässig, obwohl es ja wirlich nichts mit den Schießereien zu tun hat, die man u.a. türkischen Mafia-Ganhs zuschreibt:
Seit einem Jahr fallen vermehrt Schüsse auf den Straßen der Hauptstadt. Die Täter feuern auf Autos, Büros, Geschäfte und Lokale. Die Spuren reichen zu den türkischen Mafia-Gangs, die sich in den vergangenen Jahren von Istanbul aus nach Europa ausgebreitet haben. Selbst Handgranaten kamen als Drohung schon zum Einsatz. Ein Blick in die Mafia-Welt in elf Kapiteln.
Ich verstehe ja den Thread hier nicht. Ist es deiner Meinung nach ein kontroversielles Thema, dass man mit aller Härte gegen die türkische Mafia vorgehen sollte?
Da bist Du nicht allein. Ich frage mich zum Beispiel, warum sich die arme Justizministerin darüber beklagt, dass sie Verdächtige nicht abhören darf, weil sie nur eines Vergehens, nicht aber eines Verbrechens beschuldigt werden.
„So sei der illegale Waffenbesitz juristisch bisher nur ein Vergehen und kein Verbrechen. Einen Haftbefehl gegen Verdächtige zu erreichen oder sie abzuhören, sei so für die Polizei kaum möglich.“
Blöd halt, dass das Abhören nach 100a StPO nicht unmittelbar an die Frage „Verbrechen oder Vergehen“ geknüpft ist, sondern da werden explizit Straftaten aufgeführt, bei denen der begründete Verdacht vorliegen muss und da findet man in Absatz 1 Ziffer 2 d) den Paragraphen 129 StGB („Bildung krimineller Vereinigungen“) und wenn ich die gute Frau nicht völlig falsch verstanden habe, dann beklagt sie ja vor allem das, dass nämlich die „OK“ in Berlin immer mehr um sich greift.
Wir sind also wieder an dem Punkt, an dem man einfach mal festhalten muss, dass das ganze Geschwätz genau ein Ziel verfolgt:
Gleichzeitig haben wir in Berlin seit gut sieben Jahren eine Polizeipräsidentin, die alle paar Monate „rumjammert“ (um dieses Wort mal wieder hervorzuholen), dass die Kriminalität in Berlin aus dem Ruder läuft, obwohl es genau ihre Aufgabe ist, daran etwas zu ändern.
Kurz: man könnte den Eindruck bekommen, dass es in Berlin nicht ausreicht, inkompetent und durchsetzungsstark zu sein, um ein hohes politisches Amt zu kommen, sondern man muss - wahrscheinlich der Bedeutung einer Bundeshauptstadt entsprechend - besonders inkompetent und durchsetzungsstark sein, um hohe politische Ämter zu besetzen (und ja: das Amt eines Polizeipräsidenten ist ein politisches Amt) und nach allem, was man so hört, helfen ein schlechtes Gedächtnis und ein gerüttelt Maß an Menschenverachtung auf dem Weg zur Macht durchaus ebenfalls.
Es ist ja nicht so, dass die Polizei nicht im Dauereinsatz wäre. Schon 2025 gab es einen drastischen Anstieg solcher Schießereien
2024 waren es ca.360 Fälle.
2025 waren es mehr als 1000.
Ursache sind z.T. Bedrohungen im Zusammenhang mit Schutzgelderpressungen und Revierkämpfe zwischen Clans und zugezogenen Banden. Migration spielt jedenfalls eine Rolle.
Was die Hintergründe betrifft, ist die Lage jedoch weniger eindeutig. Die Schießereien seien Ausdruck von eskalierenden Revierkämpfen, erklärte etwa Stephan Weh, Landeschef der Polizeigewerkschaft GdP, im RBB: „Es geht um viel Geld, und da werden Reviere neu aufgeteilt zwischen einzelnen Gruppen der organisierten Kriminalität.“
Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel hingegen sagte im November im Abgeordnetenhaus, es handele sich „ganz überwiegend um Schutzgelderpressung gegenüber Gewerbetreibenden“. Die dahinterstehenden Strukturen und Akteure seien der Polizei bekannt. „Sie stehen unter engmaschiger Beobachtung und sind Ziel intensiver Ermittlungen“, so Slowik Meisel.
(Quelle taz)
Sieben Filialen einer Fahrschule betreibt ein türkeistämmiger Geschäftsmann in Berlin – auf gleich vier davon haben Unbekannte innerhalb weniger Wochen Schüsse abgefeuert. An den Gebäuden in Reinickendorf, Gesundbrunnen und Siemensstadt sind Einschusslöcher zu sehen, die Polizei ermittelt.
Es sind nicht die einzigen Vorfälle mit Schusswaffen in den vergangenen Monaten. Immer wieder wird auf Berlins Straßen, Plätzen und in Parks scharf geschossen. Oft bleibt es bei einem Sachschaden, weil die Täter auf Geschäfte und Wohnhäuser zielen. Aber nicht nur: Im November starb ein Mann, nachdem er vor einem Imbiss in Fennpfuhl niedergeschossen worden war. Bei weiteren Taten gab es Verletzte, einige von ihnen lebensbedrohlich.
Aber wird überhaupt mehr geschossen als sonst? Wer sind die Täter und welche Motive haben sie? Und woher kommen die Waffen?
Zumindest die erste Frage lässt sich verlässlich beantworten. Aktuelle Statistiken der Berliner Polizei belegen, dass es sich nicht nur um einen gefühlten Anstieg von Schießereien handelt: Die Behörde hat seit Jahresbeginn mehr als 1.000 Fälle von illegaler Schusswaffenverwendung registriert. Dabei wurde in knapp der Hälfte der Fälle auch tatsächlich geschossen: rund 460 Mal.
Aber wird überhaupt mehr geschossen als sonst? Wer sind die Täter und welche Motive haben sie? Und woher kommen die Waffen?
Das hat taz-Redakteur bereits so interpretiert.
Aber auch wenn eine Waffe nicht abgefeuert wurde, ist es nicht viel besser, wenn sie z.B. nur zum Drohen eingesetzt werden.
und so weiter und so weiter. Das vorläufige Highlight ist dann dieses:
Aber dann stellt sich heraus, dass es gar nicht um 1000 Schießereien geht und erst recht nicht um 1000 Schießereien in Banden- oder Clankontext, sondern dass die Zahl der abgegebenen Schüsse weitaus geringer ist:
Die Differenz zwischen 460 und 1000 sind übrigens nicht zwangsweise Bedrohungen durch Waffen (wie Du suggerierst), sondern das können auch bspw. einfach unrechtmäßig besessene bzw. mitgeführte Schusswaffen sein.
Kurz gesagt: wir haben also wieder einmal die Situation, dass die von Dir verwendeten Quellen nicht die Behauptung stützen, die Du in den Raum gestellt hast und dass Deine Behauptungen maßlos übertrieben sind.
Und im übrigen bleibt es dabei:
Wir haben es also offensichtlich mit einer Polizeipräsidentin zu tun, die es in mehreren Jahren ihrer Amtszeit nicht nur nicht geschafft hat, die von ihr öffentlich benannten Probleme in den Griff zu bekommen, sondern dass sich die Lage sich anscheinend weiter verschlechtert. Wenn man halt bei nüchterner Betrachtung überhaupt dabei bleiben will, dass irgendeine Art von Lage vorliegt.
Man darf durchaus berücksichtigen, dass Berlin schon nach der Zahl der gemeldeten Personen in etwa so viele Einwohner hat wie Bremen, Hamburg und das Saarland zusammen und als Bundeshauptstadt mit relativ spezieller geografischer Lage auch anziehender auf Straftäter wirkt als bspw. Oslo oder Auckland.
Ich kann mich im Übrigen nur wiederholen: mit Deiner ständigen Panikmache, den maßlosen Übertreibungen und dem ständigen Verweis auf „diese Ausländer“ trägst Du dazu bei, Ängste bei genau den Personen zu schüren, die am Ende die afd wählen.