Hallo gyuri,
der Fragesteller meldet sich immer noch nicht, so bleibt - für mich - unklar, welche schulische Stufe der Hintergrund für seine Frage ist.
Du hast insofern Recht, dass in den Schulen z.Z. oft mit dem dreistimmigen Satz gearbeitet wird. Demzufolge ist es nicht auszuschliessen, dass dieser hier auch gemeint ist.
Ich persönlich tue das nicht, und zwar aus folgenden Gründen. Der dreistimmmiger Satz in der schulischen Form ist unnatürlich und entspricht nicht (einer) historischen Praxis. Trocken und schematisch, ist er ausserdem noch widersprüchlich und erlaubt mehr Abweichungen und somit Unklarheiten als der vierstimmige. Kurzum er ist schwieriger, gegen alle Ankündigungen.
Nur ein Beispiel: die von dir angebotene Variante
G (grundstellung)
C (zweite umkehrung)
G (grundstellung)]
D (erste umkehrung)
G (grundstellung)
ist gut, eine andere ist aber nicht schlechter:
G (Sextakkord)
C (Dreiklang)
G (Quartsextakkord)
D (Dreiklang)
G (Sextakkord)
Möglich ist auch:
G (Dreiklang)
C (Sextakkord)
G (Quartsextakkord)
D (Dreiklang)
G (Sextakkord)
Der Grund dafür ist, dass im dreistimmigen Satz die Funktionen der Stimmen anders gewichtet sind - man kann sich auf den Bass oder auch auf die Melodiestimme konzentrieren.
Das alles ist aber für Schüler, die offensichtlich nur Laien bleiben wollen, eine Überforderung. Und die Frage nach der Rolle des Grundtons im Akkord ist im dreistimmigen Satz kaum zu beantworten. Im vierstimmigen ist sie eindeutig definiert, sowohl theoretisch als auch praktisch.
Ich arbeite in allen Stufen nur mit dem vierstimmigen Satz (schon um beide Hände zu beschäftigen und das praktische Musizieren zu fördern) und würde es begrüßen, wenn du fragst, bevor du mir „schwerwiegendste Fehler“ unterstellst. Unter diesen Umständen finde ich lustig, dass du mein Beispiel der Kadenz dann doch wiederholst und gibst aber für eine neue, richtige, deine Lösung. Ein neuer Platzhirsch? *g*
Ausserdem würde ich empfehlen, bei Erklärungen an Laien nicht gleich die richtige Begrifflichkeit einführen, sondern zuerst in ihrer Sprache bleiben (wenn es nur geht), um verstanden zu werden. Unter uns können wir selbstverständlich in der musikwissenschaftlichen Sprache reden.
Gruß
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