Hallo Ihr Lieben,
vor ein paar Wochen habe ich ein ausgesetztes Kätzchen gefunden, ca 12 Tage alt, ausgehungert und laut schreiend. Nach Absprache mit dem Tierarzt habe ich sie dann aufgepäppelt (mit Babymilch). Alles hat bestens geklappt.
Von dem Tag an aber an dem ich ihr feste Kost aus der Dose gegeben habe, im Fressnapf, hat sie angefangen wie eine Furie freche Laute von sich zu geben, nach meiner Hand zu schlagen oder nach dem Löffel, wenn ich im Topf das Futter noch kleinmachte.
Nun bin ich eher Hundeerziehung gewöhnt… und habe erstmal klargemacht wer hier der Chef ist. Sobald sie losgekratzt hat, hab ich sie weggefegt und das Futter weggenommen. Das hat ihr Verhalten eher bestärkt. Katzen ticken eben doch anders als Hunde. Aber wie?
Sogar wenn ich ihr aus der Hand einen Brocken hinhalte, haut sie mir in die Hand. (Habe sie dann schon wütend vor die Tür in die Kälte gesetzt, ein paar Minuten). Dann habe ich es mit Blickkontakt versucht, Pott angeboten, sobald sie ihr ärgerliches Geräusch machte wieder weggezogen. Ruhiges Nähern, Futter gelassen, böse Reaktion, Pott weggezogen. Aber ich komme nicht weiter. Soll ich ihr einfach das Futter hinknallen und mich zurückziehen? Sie ist ansonsten eine ganz liebe prima Katze. Nur das Füttern ist so frech. Warum sieht sie mich als Futterkonkurrenz, wo ich sie doch gerade fütter?!
Meine frühere Katze (kam schon erwachsen zu mir) habe ich immer kurz einmal über den Rücken gestreichelt, wenn ich ihr Futter hingestellt habe. Eine kurze freundliche Geste, die sie auch erwidert hat. Deshalb habe ich das bei dieser kleinen Katze auch so gemacht. Was sie als Angriff wertet. Mittlerweile traut sie meiner Hand nicht mehr! Zumindest in der Futter-Situation.
Was kann ich noch ausprobieren?
Alex
Hallo Alexandra,
ausgehungert und laut schreiend.
Da hast du die wahrscheinliche Ursache.
Bei der Kleinen ist die Hungerzeit noch nicht vergessen.
Gib ihr reichlich. Im Wachstum schadet es nicht. Und gib ihr das Gefühl, daß sie genug bekommt und nie wieder hungern muß.
Das Verhalten mit Futterentzug zu bestrafen ist genau das falsche.
Vielleicht lebt sich das Verhalten wenn sie immer gut satt ist, aber vielleicht hat sich das Hunger-Erlebnis bereits in der Katzenseele festgefressen.
Gruß Steffi
Hallo Steffi!
Aha, so habe ich es noch gar nicht betrachtet. Danke Dir für Deinen schnellen Rat!
Gruß
Alex
Ich hatte schon mehrere Katzen mit sowohl dem einen, als auch dem anderen Verhalten.
Deine Kleine könnte auch ihrem natürliche Instinkt folgen. Große Katzen in der Wildnis (Löwe, Tiger, Panter usw) reagieren bei Futter nicht anders. Sie fressen am liebsten ungestört und alleine - wehe dem der wärend des Fressens stört.
Jede Hauskatze kann verschieden reagieren. Es gibt Katzen denen sollte man beim fressen nicht näher kommen und andere wiederum stört es gar nicht. Am besten das Futter auf dem Teller klein machen bevor man es ihr gibt. Den Teller, am besten an einem geschützen Ort wo sie unbeobachtet fressen kann, hinstellen - und die Katze in Ruhe lassen.
Das Verhalten könnte sich im laufe der Zeit ändern, muss es aber nicht. Einfach weiterhin Ihr Futter an einem ruhigen Platz hinstellen und sie ungestört fressen lassen. Selbst wenn sich ihr Verhalten nicht ändert, kann man als Mensch damit leben die Katze beim fressen in Ruhe zu lassen. Ich möchte auch nicht ständig gestreichelt und vollgequatscht werden wenn ich esse
)
Gruss
Jasmin
Hallo,
hat sie angefangen wie eine Furie
freche Laute von sich zu geben, nach meiner Hand zu schlagen
oder nach dem Löffel, wenn ich im Topf das Futter noch
kleinmachte.
was sind „freche“ Laute? Hört sich ganz nach Anthropomorphismus an.
Lass sie doch nach dem Löffel schlagen.
Nun bin ich eher Hundeerziehung gewöhnt…
das merkt man 
und habe erstmal
klargemacht wer hier der Chef ist.
Welche Katze akzeptiert schon einen Chef außer sich selbst?
Sobald sie losgekratzt hat,
hab ich sie weggefegt und das Futter weggenommen.
Das ist kontraproduktiv. Wenn sie OHNE Futter einfach so dass Kratzen anfängt, kannst du sie energisch beiseiteschieben. Beim Futter mögen manche Katzen gestreichelt werden, andere fressen nur ungern ohne den Menschen in ihrer Nähe, andere wollen ungestört sein… nimm sie, wie sie ist.
Das hat ihr
Verhalten eher bestärkt.
Denk ich mir.
Sogar wenn ich ihr aus der Hand einen Brocken hinhalte, haut
sie mir in die Hand.
Das machen Katzen oft. Sie wollen den Brocken (der ja in der Hand ist) zu sich heranziehen („fangen“). Da sie ihn nicht greifen können, nehmen sie ihn eben mit den Krallen. Das macht unsere 9 Jahre alte Katze immer noch.
(Habe sie dann schon wütend vor die Tür
in die Kälte gesetzt, ein paar Minuten).
Wie soll eine Katzen ihr Verhalten mit dieser Maßnahme in Verbindung bringen. Sie hat sich nach ihren Maßstäben ja nur normal verhalten. Sei froh, dass sie nicht so neugierig war, die neue Umgebung zu erkunden (Rumpel-Di-Pumpel Weg ist der Kumpel).
Dann habe ich es mit
Blickkontakt versucht, Pott angeboten, sobald sie ihr
ärgerliches Geräusch machte wieder weggezogen. Ruhiges Nähern,
Futter gelassen, böse Reaktion, Pott weggezogen. Aber ich
komme nicht weiter.
Wie denn auch mit diesem Hick-Hack. Pott hingestellt und fertig. Katzen sind keine Abkömmlinge von Wölfen, die ihr Futter vom Rudelführer zugeteilt bekommen. Wenn das Futter vor der Nase hingehalten und wieder weggezogen wird, holen sie es sich eben, so wie sie sich eine Maus angeln. Und da gehört der Einsatz der Krallen eben dazu.
Soll ich ihr einfach das Futter hinknallen
und mich zurückziehen?
Sehr gute Idee !!
Meine frühere Katze (kam schon erwachsen zu mir) habe ich
immer kurz einmal über den Rücken gestreichelt, wenn ich ihr
Futter hingestellt habe. Eine kurze freundliche Geste, die sie
auch erwidert hat. Deshalb habe ich das bei dieser kleinen
Katze auch so gemacht.
Vergleiche einfach keine Katzen untereinander. Sie sind zu verschieden!
Was sie als Angriff wertet.
So interpretierst du das und hast alles unternommen, sie in ihrer Meinung zu bestärken.
Was kann ich noch ausprobieren?
lerne einfach: Für die Katzen sind die Krallen - anders als beim Hund - wichtige Werkzeuge. Sie werden oft eingesetzt und daran muss man sich gewöhnen. Wenn sie aus dem Rüpelalter raus sind, lässt das nach.
Gruß, Niels
Katzen sind keine Abkömmlinge von Wölfen, die ihr
Futter vom Rudelführer zugeteilt bekommen.
Sorry, wenn ich vom Thema abkomme, aber das kann ich so nicht stehenlassen.
Bei Wölfen teilt keiner dem anderen Futter zu, der Begriff „Rudelführer“ ist auch schon lange überholt - also, bitte endlich von der Theorie der „wölfischen Hackordnung“ wegkommen!
*duck und wech*
Sandra
Hallo,
Sorry, wenn ich vom Thema abkomme, aber das kann ich so nicht
stehenlassen.
Bei Wölfen teilt keiner dem anderen Futter zu, der Begriff
„Rudelführer“ ist auch schon lange überholt - also, bitte
endlich von der Theorie der „wölfischen Hackordnung“
wegkommen!
das war auch eher übertragen gemeint als Beziehung zwischen Hund (Abkömmling bzw. korrekter Unterart) und dem Menschen, der sich gern als Rudelführer sieht. Ich halte die geschilderten Maßnahmen auch bei Hunden für eher fragwürdig.
Gruß, Niels
…als Beziehung zwischen
Hund (Abkömmling bzw. korrekter Unterart) und dem Menschen,
der sich gern als Rudelführer sieht.
Sehr treffend ausgedrückt
)
Ich halte die geschilderten Maßnahmen auch bei Hunden für
eher fragwürdig.
Gleichfalls!
Sandra
Hallo Alexandra,
auch ich bin Hundeerfahren. In diesem Jahr sind mir 3 junge Katzen zugelaufen( 2 weitere Fundkatzen hab ich seit 5 Jahren). Meine Kleinen verhalten sich sehr ähnlich. Aber ich fütter Sie 3 mal am Tag mit Dosenfutter, daneben haben Sie immer Trockenfutter. Sie suchen auch immer noch extrem Nähe und Zuwendung( bist du meine Mama?). Ein gefundenes Kätzchen hat mit Sicherheit unvorstellbares Leid erfahren, sei nachsichtig, freundlich und liebevoll, eine lebenslange Freundschaft ist Dir sicher,aber " nur " Freundschaft, denn eine Katze ergibt sich nie. Mein Tierarzt hat das sehr schön auf den Punkt gebracht, nicht ich habe die Katzen gefunden, sondern SIE haben mich adoptiert. In diesem Sinne
Liebe Grüße
Kraudischen