Ich bin schon ziemlich verunsichert - stimmt das eigentlich, dass Kaffeesatz und/oder Zigarettenasche, in Blumenkistchen gestreut, für die Blumen „gesund“ sein soll? Und wenn ja, warum?
Ich bin schon ziemlich verunsichert - stimmt das eigentlich,
dass Kaffeesatz und/oder Zigarettenasche, in Blumenkistchen
gestreut, für die Blumen „gesund“ sein soll? Und wenn ja,
warum?
Hängt von der Pflanze ab. Kaffeesatz ist eher sauer, Asche eher alkalisch (basisch). Wenn Du eine Pflanze hast, die es gerne sauer mag (z.B. Blaubeeren) und Du streust Asche in die Erde, hast Du mit Garantie schnell die Pflanze gekillt (umgekehrt genauso). Auf einen Komposthaufen ist Kaffee eine wahre Wohltat, weil er Würmer anlockt. Asche hat dort allerdings (wenn überhaupt) nur in ganz kleinen Mengen was zu suchen.
… und wir haben früher das Gleiche mit Asche aus Holzbrand (Ofen) gemacht, allerdings die Asche direkt aufs Beet gestreut. Solche Tomaten habe ich nie mehr gehabt. Die Erklärung: Holzasche ist kaliumhaltig, das mögen viele Pflanzen.
viele Grüße, Claudia
Kalk macht reiche Eltern aber arme Kinder
Hallo Aschestreuer.
es gibt diesen Satz den ich oben zitiert hab. Er bedeutet, daß eine Kalkgabe (gilt aber auch für Asche, weil beide alkalisch sind) kurzfristig dem Boden Flügel verleiht, langfristig ihn aber ruiniert. Die auftretenden Schäden sind nur sehr schwer wieder rückgängig zu machen. Ich möchte mich hier nicht darum streiten, ob es jetzt 10 Jahre sind oder 15 oder 20. Auf jeden Fall ist es langfristig nicht so gut.
so generell kann man das aber nicht sagen. Das Problem mit Kalk ist, dass er sehr billig ist und deshalb oft nach dem Motto „viel hilft viel“ eingesetzt wird. Man sollte also eher zuwenig als zuviel geben (wie bei anderen Duengern auch). Wenn viele saure Stoffe in den Boden eingebracht werden wie zB Torf (jetzt sag nicht „wer macht denn noch sowas“, ich machs nicht!) oder auch Rindenhumus, so ist zur Neutralisation Kalk (oder eben Asche) durchaus empfehlenswert. Kalkschwache Boeden sind zB am Moos zu erkennen.
Ein Problem mit Asche scheint mir die Ueberduengung mit Kalium zu sein. Das ist in Kleigaerten oefters ein Problem, da schon der Kompost sehr kaliumreich ist.
Eine Bodenanalyse ist da manchmal gar nicht fehl am Platz.
Das Problem mit
Kalk ist, dass er sehr billig ist und deshalb oft nach dem
Motto „viel hilft viel“ eingesetzt wird.
Eben auf diese Gefahr wollte ich hinweisen. Daß saure Stoffe im Übermaß gegeben genauso schädlich sind ist unbestritten, aber Kalk (bzw. alkalische Stoffe) hält sich länger im Boden und zerstört die Krume nachhaltiger als saures.
sich in dieser kleinen Diskussion ergeben habenden (?!) Meinungen. Wir werden vorsichtig sein.
Kleine Frage: bei stark lehmhaltigen Boden, darf man da mehr kalken als üblich, um die Bodenstruktur zu verbessern? Das ist in unserem Garten die wahre Feude…
Viele Grüße, Deborah
ich wuerde Kalk nicht zur Strukturverbesserung einsetzen (aus den von Gandalf genannten Gruenden). Der beste Strukturverbesserer ist Kompost.
Ausserdem noch als Tipp:
Bei starkem Regen neigt lehmiger Boden zum Verschlaemmen, dh die Oberflaeche wird dicht, das Wasser bleibt stehen und bei Trockenheit verbackt das Ganze zu einer dichten, harten Oberflaeche. Wenn du ordentlich mulchst kannst du das verhindern. Ich nehme immer Grasschnitt nach dem Maehen des Rasens. Als Schicht (ca. 2cm) auf den Beeten ausgebracht, faengt er die Wucht der Regentropfen (oder des Giesswassers) ab und laesst es sanft versickern. Ausserdem schuetzt er vor austrocknung durch Wind und Sonne (weniger Giessen noetig!). Und irgendwann wird er in die Oberflaeche eingearbeitet und traegt dann ebenfalls zur Strukturverbesserung bei.
Hallo Niels, das mit dem Mulchen oder die Verwendung von Rasenschnitt (wo wir doch gerade ständig mähen, weil wir unseren neuen Rasen bewässern und er wie irre wächst, und der Komposthaufen immer höher wird) ist ausgezeichnet. Was ich mich immer quäle, aus dem verbackenen Lehm die Unkräuter herauszuziehen -knack, und die Löwenzahnwurzel sitzt immer noch in der Erde fest…
Vielen Dank!
Deborah
Kleine Frage: bei stark lehmhaltigen Boden, darf man da mehr
kalken als üblich, um die Bodenstruktur zu verbessern?
Wenn Du einen sehr lehmigen Boden hast, kannst Du Sand einarbeiten. Muß nicht sehr gleichmäßig eingearbeitet werden, die Regenwürmer werden die Arbeit für Dich übernehmen. Die Mengen die Du brauchst sind allerdings erheblich um einen Effekt zu erzielen. Bei stark lehmigen oder gar tonigen Böden sind 1 -2 m3 pro 100 m2 durchaus nötig.
Rasenschnitt (wo wir doch gerade ständig mähen, weil wir
unseren neuen Rasen bewässern und er wie irre wächst, und der
Komposthaufen immer höher wird)
Hallo, Deborah,
bitte nicht nur Asche (nur reine Holzasche) nur in dünnsten Lagen
auf den Kompost, sondern auch keine dicken Graspackungen! Wenn
Ihr viel Rasenschnitt habt, legt einen Extra-Haufen an und gebt
davon schichtweise in den Kompost.
Das mit dem Sand ist richtig. Ich hatte auch das Problem mit zu
schweren lehmigen Böden. Ich habe ein paar mal Sand vom Gärtner
anfahren lassen und ihn zunächst wegen der Menge für verrückt
erklärt. Aber er hatte recht: Drei Jahre hintereinander haben
wir jede Menge locker nur in die oberste Schicht eingearbeitet.
Und immer wieder verschwand durch Bearbeiten und Regen der Sand
langsam in untere Schichten. Aber nun haben wir eine schöne
Krume. Vorteilhaft ist sog. „scharfer Sand“, der nicht aus
Kügelchen, sondern eher unegalen Stücken besteht, die sich besser
mit ihrer Umgebung „verhaken“ und nicht so schnell nach unten
wegkullern.
Gruß R.B.
Das hängt von deinem Boden ab. Wenn du einen kieseligen boden hast, solltest du vorher auf den Kaffeesatz scheißen. Bei allen anderen Bodensorten am besten Darauf pissen. ich hoffe ich konnte dir helfen.
hallo moni,
wir haben einen garten mit extrem basischer erde und verwenden den Kaffeesatz erfolgreich für Pflanzen, die es lieber sauer mögen wie Hortensien, Edelkastanien etc. besonders der Schnittlauch liebt den Kaffeesud!
Asche ist basisch und wirkt bei Pflanzen, die genau das Gegenteil brauchen. (z. B. Rosen)
grüße aus niederösterreich
andrea
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