Kain - wer bist Du?

Konnte zwar die Bedeutung des Namens Abel (Atem,Hauch) rausfinden, jedoch nicht die von Kain.

Zwecks einer genaueren Deutung dieser Geschichte, benötige ich aber noch die Namensbedeutung von Kain.

Vielleicht gelingt es mir damit, dieser Geschichte eine intelligible Bedeutung abzuringen, die mir angesichts der hier laufend vorgetragenen Naivität, dringend notwendig erscheint.

gruß
rolf

Hallo Rolf,
Kain bedeutet „ein Erlangter“
Abel bedeutet „Ort der Klage“

nette Grüße Elia

Hallo Rolf,
Kain bedeutet „ein Erlangter“
Abel bedeutet „Ort der Klage“

nette Grüße Elia

Hallo Elia

Danke für Deine Antwort.
Obwohl sich Deine Angabe nicht mit der von Wikipedia deckt (Abel), hat sie mir zu denken gegeben. Vielleicht könntest Du dazu noch was sagen.

Das würde nämlich tatsächlich in eine Richtung weisen, die sich mit meiner Annahme decken würde.

rolf

Hallo Rolf, ich habe diese Erläuterung aus sehr alten Büchern, wie aus der Real und Verbal Handkonkordanz und dem exegetischen-homiletischen Lexikon von Büchner uas dem Jahr 1740 und dem Nachdruck von 1904.

Ich denke es ist sehr treffend.
Obwohl es noch besser wäre es neu aus dem Alt-Hebräischen zu übersetzen oder in speziellen Namenslexika nachzusehen, nicht alles ist hebräischen Ursprungs weil sehr alt die namen sind, da gab es wohl noch kein Hebräisch. :smile:

Nette Grüße Elia

Hallo,
nun mal langsam. Es ist jedem erlaubt auch naive Fragen zu stellen damit er zu mehr Klarheit kommt. Besonders in der Religion.
Eine intelligible Wissenerweiterung dieses Beitrages zur Kain und Abelgeschichte durch deren unterschiedliche Namensinterpretationen kann ich noch nicht ganz nachvollziehen.
Kanst du uns deine Theorie dann erklären zum allgemeinen Verständnis :wink:

LG Patricia
ich behalte mir vor, weiterhin auch kindliche Fragen zu einem Thema zu stellen, von dem ich nicht viel weiß.

Eine intelligible Wissenerweiterung dieses Beitrages zur Kain
und Abelgeschichte durch deren unterschiedliche
Namensinterpretationen kann ich noch nicht ganz
nachvollziehen.
Kanst du uns deine Theorie dann erklären zum allgemeinen
Verständnis :wink:

Nach den Namensinterpretationen von Elias, könnte man daraus schließen, daß hier zwei Parteien gegenüberstehen:

Abel = der Notleidende und Kain = der Besitzende.

Nun wird klar, warum das Opfer Abels vorgezogen wird, da der Wert des Opfers sich aus der Haltung des Opfernden ergibt. Die Gabe des Armen, hat vor Gott einen höheren Wert, als die des Wohlhabenden, der oft nur gibt, was er im Überfluss hat.

Ob dich das befriedigt weiß ich nicht, für mich könnte es eine intelligible Deutung sein.

rolf

Hallo,

wußte nicht, daß Kain also der Besitzende (re) war.
Was hätte er denn opfern sollen, daß es Gott gefallen hätte können, wenn ich so fragen darf?

LG Patricia

wußte nicht, daß Kain also der Besitzende (re) war.
Was hätte er denn opfern sollen, daß es Gott gefallen hätte
können, wenn ich so fragen darf?

Es ist nicht was , sondern wie!!

Wenn man nur wenige hat und gibt das Wenige, ist das etwas anderes, als wenn man viel hat und gibt was man vielleicht entbehren kann. Selbst wenn das Viel sein sollte, ist es vor Gott doch wenig.

rolf

Mhm …jetzt verstehe ich - merci.

Übrigends dazu ein kleines Geschichtlein meines geliebten Patenkindes.
Sie kann manchmal sehr wohl ein echter Satansbraten sein - seeehr besitzergreifend und boshaft. Ihr Liebstes ist eine kleine Königspuppe, die sie ständig mit sich rumschleppte und niemand haben durfte. Als ich eine schlimme Nachricht erfuhr in ihrer Gegenwart und sie mich weinen sah, kam sie an und drückte mir ihren König in die Hände…mein Liebes…

Gruß Patricia

Hallo, Rolf,
wie wäre es, wenn man diese ganze Geschichte eher allegorisch oder metaphorisch auffasst?

Als Auseinandersetzung des (Ackerbauern) Kain mit dem (Viehnomaden) Abel.
Dann gewinnt diese Geschichte ein ganz neues Gesicht. Denn in den Anfängen der Hebräer ging es doch um genau diese beiden konträren Lebensweisen - hie sesshaft dort nomadisierend, hie Feldfrüchte dort Weidevieh.

Grüße
Eckard

Guten Abend Thorshammer,

ich dnke nicht, daß die Bedeutung des Namens Kain Dir bei der Deutung der Geschichte sehr viel weiterhelfen wird.
Es sind bei dieser Erzählung zwei Dinge voneinander zu trennen, zwar nicht sachlich, aber methodisch: Einerseits Kain und sein Name und andererseits das Opfer der beiden Brüder.

Eine Deutung ist diese: In der Nachbarschaft der Isreliten lebten die Keniter, ein halbnomadischer Stamm; die Herkunft dieser Keniter ist dunkel - sie leben zwar unter den Amalekitern (1. Sam 15,6), gehörten aber nicht zu ihnen. Auch mit den Midianitern scheinen sie verwandt gewesen zu sein, denn Moses Schwiegervater wird einmal (Num 10, 29) als Midianiter, einmal (Richter 4, 11) als Keniter bezeichnet.

Der Stammvater dieses Keniter soll Kain gewesen sei, und die Geschichte von Kain und Abel wäre dann der Grund gewesen, warum die Keniter, also die Nachkommen Kains, als (halb)nomadischer Stamm - manche meinen, sie seien ein Stamm von Schmieden gewesen - umherziehen mußte. Das Zeichen, das Gott dem Kain auf die Stirn machte, sei ein Erkennungszeichen des Stammes gewesen.
Jedenfalls leben sie im 8. Jhdt in festen Wohnsitzen (Num 24, 21f).

Diese Deutung stammt von B. Stade in der Zeitschrift für Alttestamentliche Wissenschaft 1894)

Es gibt freilich noch andere Deutungen.

Gruß - Rolf

Hallo, Rolf,
wie wäre es, wenn man diese ganze Geschichte eher allegorisch
oder metaphorisch auffasst?

Hallo Eckard,

ich schliesse mich dir an, denn der Gegensatz sesshafte Ackerbauern und nomadisierende Viehzüchter dürfte die beiden dort vorherrschenden Lebensweisen gewesen sein.

Bis heute halten sich viehzüchtende, wandernde Beduinen gegenüber den sesshaften, ackerbauenden Fellachen für überlegen. Und damals wie heute ging es letztendlich um den Zugang zu den wenigen Wasserstellen. An den Wasserstellen lebten die sesshaften Bauern. Die Beduinen konnten den lebenswichtigen Zugang zum Wasser nur deshalb einfordern, weil sie gesellschaftlich höher standen.

Ich könnte mir vorstellen, das in der Geschichte um Kain und Abel das grössere Ansehen der Viehzüchter auch von Gott abgesichert werden sollte.

Viele Grüsse, Nicola

Als Auseinandersetzung des (Ackerbauern) Kain mit dem
(Viehnomaden) Abel.
Dann gewinnt diese Geschichte ein ganz neues Gesicht. Denn in
den Anfängen der Hebräer ging es doch um genau diese beiden
konträren Lebensweisen - hie sesshaft dort nomadisierend, hie
Feldfrüchte dort Weidevieh.

Grüße
Eckard

Hallo Nicola,

Ich könnte mir vorstellen, das in der Geschichte um Kain und
Abel das grössere Ansehen der Viehzüchter auch von Gott
abgesichert werden sollte.

das würde dem Grundgedanken der Bibel widersprechen.

Die biblische Aussage heisst: „Vor Gott sind alle Menschen gleich“
Also keine Bevorzugung einer Sippe oder Berufsgruppe.

Hier geht es vielmehr um die Einstellung Gott gegenüber.
Immerhin verweist der Text auf ein Opfer.

Gruss Harald

das würde dem Grundgedanken der Bibel widersprechen.

Hallo, Harald,
diesen Grundgedanken mag es für dich als Gläubigen geben. Für mich jedoch stellt die Bibel eine Sammlung von welterklärenden und moralstiftenden tradierten Erzählungen dar. Von den sich über die Zeiten wandelnden Einflüssen, Lebensweisen und Herrschaftsverhältnissen beeinflusst. Es werden hier (wie auch in unseren tradierten Volksmärchen) akzeptable Verhaltensweisen, Gut und Böse, ethische Grundwerte in einer dem Volk verständlicher Form vermittelt.

Die biblische Aussage heisst: „Vor Gott sind alle Menschen gleich“

Das kommt dann aber gerade in dieser Geschichte nicht so deutlich rüber :smile:

Und Abel wurde ein Schäfer, Kain aber wurde ein Ackermann. Es begab sich aber nach etlicher Zeit, daß Kain dem HERRN Opfer brachte von den Früchten des Feldes. Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer, aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an.

Hier sieht der Herr diese Gleichheit wohl nicht so eng. Beide opfern das, was ihnen zur Verfügung steht (geben von ihren Lebensgrundlagen ab), dennoch bevorzugt er den Nomaden, und lehnt die Gaben des Ackerbauern ab - und damit wohl auch gleichzeitig dessen Lebensweise. Ein Grund für die Ablehnung von Kains Opfer wird nicht geliefert, war also wohl für die Adressaten der Geschichte (nomadisierende Viehzüchter) selbstverständlich.

Hier geht es vielmehr um die Einstellung Gott gegenüber.

Nein, Harald, hier geht es eindeutig um die Einstellung Gottes (oder der vorherrschenden Moral-/Lebensvorstellung) zur seßhaften bzw. der nomadisierenden Lebensweise. Gott ist es, der hier eine Entscheidung trifft, was „genehm“ ist, was Gnade findet. Damit wird die eigene Lebensweise (der Nomaden) legitimiert.

Immerhin verweist der Text auf ein Opfer.

Die Opfergeschichte ist lediglich der Hintergrund vor dem die Erzählung eine Bewertung vermittelt.

Grüße
Eckard

Hallo Eckard,

Und Abel wurde ein Schäfer, Kain aber wurde ein Ackermann.
Es begab sich aber nach etlicher Zeit, daß Kain dem HERRN
Opfer brachte von den Früchten des Feldes. Und auch Abel
brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett.
Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer, aber Kain und
sein Opfer sah er nicht gnädig an.

Hier sieht der Herr diese Gleichheit wohl nicht so eng. Beide
opfern das, was ihnen zur Verfügung steht (geben von ihren
Lebensgrundlagen ab),

hier kommt es zum ersten Missverständnis, weil Du die Geschichte nicht aus der religiösen Sicht interpretierst, aus der sie aber geschrieben wurde.

Das Opfer besteht eben nicht darin, zu geben, was wir gerade haben. Sondern darin, zu geben, was Gott von uns fordert.

Und wenn wir dann, aus welchen Gründen auch immer, uns über Gottes Willen hinwegsetzen, und stattdessen Gott mit unseren Mitteln zufriedenstellen wollen, muss die Aktion scheitern.

dennoch bevorzugt er den Nomaden, und
lehnt die Gaben des Ackerbauern ab - und damit wohl auch
gleichzeitig dessen Lebensweise.

Zweite Missinterpretation.
Nicht die Lebensweise sondern die Herzenseinstellung.

Ein Grund für die Ablehnung
von Kains Opfer wird nicht geliefert, war also wohl für die
Adressaten der Geschichte (nomadisierende Viehzüchter)
selbstverständlich.

Dritter Fehler.
Der Grund war deshalb offensichtlich, weil die Adressaten die Israeliten waren, denen es ganz klar war, dass man Schafe opfert und kein Gemüse.

Gott ist es,
der hier eine Entscheidung trifft, was „genehm“ ist, was Gnade
findet.

Das ist der einzig richtige Punkt.
Wenn Gott A fordert, kann man ihm nicht stattdessen B anbieten.

Gruss Harald

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hier kommt es zum ersten Missverständnis, weil Du die
Geschichte nicht aus der religiösen Sicht interpretierst, aus
der sie aber geschrieben wurde.

Hallo, Harald,
ich fürchte, so kommen wir nicht zu einem Konsens. Genau das ist es ja, was ich bezweifle: diese Geschichte wurde m.E. nicht aus religiöser Sicht (im engeren Sinne) erzählt (aufgeschrieben wurde sie sehr viel später), sondern sie sollte als Entstehungsmythos eine Rechtfertigung bieten, warum man so lebte, wie man es nun einmal tat. Da macht sich natürlich die Berufung auf eine höhere, unangreifbare Instanz recht gut, ein Totschlagargument sozusagen, das jede Gegenrede schon im Ansatz erstickt.

Alle anderen Einwände, die du anführst, ergeben sich zwangsläufig aus deiner Sicht auf die Geschichte. Das ist legitim und aller Ehren wert, aber wir sollten es dabei belassen.

Offenbar geht es uns beiden hier, wie es den Blinden erging, die einen Elefanten betasteten :smile: Obwohl jeder von ihnen ein Stückchen der Wahrheit in der Hand hielt, kam er zu ganz unterschiedlichen (und unvollkommenen) Schlüssen, wie das gesamte Tier aussehe.

Liebe Grüße
Eckard

Hallo!

diese Geschichte wurde m.E.
nicht aus religiöser Sicht (im engeren Sinne) erzählt
(aufgeschrieben wurde sie sehr viel später), sondern sie
sollte als Entstehungsmythos eine Rechtfertigung bieten,

Hm. Angesichts deiner Postings muss ich dich fragen: Wie betreibst du Bibelinterpretation resp. -exegese?
Denn nur die Tatsache, dass du für dich beschlossen hast, die Bibel sei so oder so zu verstehen, heisst noch lange nicht, dass es auch wirklich so ist!

VG
Christian

Hallo, Christian,

Denn nur die Tatsache, dass du für dich beschlossen hast, die
Bibel sei so oder so zu verstehen, heisst noch lange nicht,
dass es auch wirklich so ist!

Natürlich ist das so, ich behaupte keineswegs, die Wahrheit gepachtet zu haben, daher lasse ich ja ausdrücklich auch Haralds Sicht auf die Dinge zu und sei du meinetwegen in unserm Blinde-befühlen-den-Elefanten-Club ebenfalls herzlich willkommen. Nur: oberste Clubregel muß sein, dass keiner dem anderen vorschreibt, welche Schlüsse er aus dem Gefühlten zieht. Denn eines jeden Ansicht ist bei der Beschränktheit unseres individuellen Fassungsvermögens notwendig und hilfreich, um vielleicht am Ende doch wenigstens mosaikartig das Ganze zu erfassen.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass dir die Story unbekannt istl, hier ein Link darauf. http://www.thur.de/philo/hegel/elefant.htm

Gruß
Eckard