Kaiser Karl d. Gr. - eine Fiktion?

hallo,

das mag für die frau von stand gegolten haben. die „unteren“
schichten betraf das jedoch kaum. (schon, weil sich diese
hochzeiten entweder nicht leisten konnten oder vom lehnsherrn
aus nicht heiraten durften.)

Selbstverständlich wurde zu allen Zeit und in allen Schichten kräftig geheiratet, sonst wären wir alle nicht hier. Eventuell könnte ein Germanist klären, ob das „jung“ in „Jungfrau“ nicht ohnehin als „angehende“ zu verstehen ist.

und maria war meines wissens keine adlige oder dergleichen.

… und doch war sie vereihartet: q.e.d.

Wobei ich mir ohnehin nicht sicher bin, ob man die einfache Herkunft des Josef so glauben soll, wie sie die Bibel überliefert. Aber das ist ein anderes Thema.

viele Grüße,

Ralf

In den überkommenen Akten des Konzils von Nicäa gibt es keinen
Hiweis auf eine
Nachjustierung der aufgelaufenen Zeiten seit 45 v.Chr. Eine so
einschneidende
Maßnahme wäre sicher nicht unerwähnt gelassen worden.

Es gab u.a bereits unter Augustus 8 n.Chr. eine Anpassung da bis dorthin der julianische Kalender fehlerhaft angewandt wurde.
Das dürfte dem Konzil von Nicäa auch bekannt gewesen sein. Die Frage ist schlicht und ergreifend, war der 21.März der Frühlingsanfang zur Zeit der Konzils von Nicäa also, - offensichtlich ja, wurde durch die gregorianische Kalenderreform dieser Zustand wiederhergestellt, offentsichtlich auch ja. Gregor hatte also mit den 10 Tagen vollkommen recht.

Hast du dir im übrigen schon mal die Konsequenzen fehlender 300 Jahre vor Augen geführt.
Das würde u.a. bedeuten das sämtliche Astronomieprogramme fehlerhaft arbeiten würden, die Programmierer wissen nichts von fehlenden 300 Jahren. Es gibt in der Literaturgeschichte genügend Beschreibungen seltener Astronomischer Ereignisse, und diese lassen sich rückwirkend mit heutigen Programmen sehr gut berechnen, und es kommen keine Fehler von 297 Jahren vor.
Dazu ein Literaturtip:
John M. Steele, Observations and Predictions of Eclipse Times by Early Astronomers (Archimedes New Studies in the History and Philosophy of Science and Technology), Juni 2000 ISBN 0-7923-6298-5 Buch anschauen

Der islamische und der jüdische Kalender (beides Mondkalender) müssten genauso fehlerhaft sein wie der Christliche, da es zwischen den Kulturen bekanntlich auch etliche Überschneidungen gibt, die sich auf gleiche Ereignisse beziehen, auch hier gibt es keine Diskrepanz von 297 Jahren.

Sämtliche C14 untersuchungen die sich vor die Zeit 900 beziehen müssten eine Abweichung von 297 Jahren zusätzlich zur Fehlertoleranz zeigen, etwa Pompeji der Ausbruch des Vesuvs 79 n.Chr, soweit mir bekannt fehlen hier keine 300 Jahre.
Dann zusätzlich noch die Dendrochronologie (Baumringe), diese Sammlungen wurden an unterschiedlichen klimatischen Standorten mit unterschiedlichen Baumarten angelegt, auch hier ist von fehlenden 297 Jahren nichts zu merken.

Dann die Kultur, z.B. Philosophie erst noch die Kirchenväter und der Neu-Platonismus, dann ist auf einmal die Scholastik in ihrer vollen Blüte.
Wie kam der Islam nach Spanien, was ist aus den Parthern geworden, oder das oströmische Reich?

Was ist mit den ganzen Konzilen und Synoden die in der Kirchengeschichte stattgefunden haben, und die sich durchaus auf damals aktuelle Ereignisse beziehen?

Alles erfunden? - Für was denn um Himmels Willen.

Und das wesentliche es fehlt der Positiv-Beweis, und der müsste existieren, denn man hätte sämtliche Klöster, Chronisten, Gelehrten und ausländischen Herrschern ja mitteilen müssen das man nun gedenkt 297 Jahre hinzuzurechnen. Etwaige Grabsteine, Gedenksteine und Sterberegister hätte man ja schliesslich auch umfrisieren müssen.

Fazit: Illig (dem unteranderem wesentliche und schwere methodische Fehler vorzuwerfen sind) hat sich zu weit aus dem Fenster gelehnt und ist rausgefallen.

Gruss
Armin

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Hi!

selbst wenn man die 300 Jahre nicht streichen wollte,
entstehen doch schon so
große Schwierigkeiten bei der Synchronisation der
geschichtlichen Abläufe der
verschiedenen Länder und Kulturen.

Ja, fehlen jetzt die 300 Jahre oder nicht?
Wenn sie fehlen (wie von Illig behauptet), dann hätte ich gerne eine Begründung für die Sprünge bei den von mir genannten Ereignissen.

Fehlen sie nicht, dann ist diese Diskussion doch ziemliche Makulatur.

Grüße
Heinrich

Hallo Wolfgang!

Aber der riesengroße Karl übt doch auch
einen gewissen Druck
aus eben das zu suchen und Gefundenes daraufhin zu prüfen, ob
es mit dem
„Schriftlichen“ übereinstimmt.

Nicht nur Karl, wenn andere Quellen als nur die Bodenfunde zur Verfügung stehen, werden diese generell in die Interpretation einbezogen - ist der Bodenfund eindeutig, dann ist im Zweifelsfall die andere Quelle zu verwerfen (da sekundär) - deswegen ist die ma. Geschichte heute da, wo sie ist.

…Erstaunlicherweise hat bislang keine Grabung
… innerhalb und
außerhalb der Altstadt von Aachen eindeutige Siedlungsreste
karolingischer Zeit
erfaßt.

Na und? Das ist kein einmaliges Problem, in Merseburg z.B. ist von der Pfalz Heinrichs I. auch noch so gut wie nichts ergraben worden - und das, obwohl nur zwei Stellen dafür in Frage kommen. Warum? Weil fast alle Ausgrabungen notgedrungen dort stattfinden, wo etwas gebaut etc. werden soll - Forschungsgrabungen, d.h. dort den Spaten anzusetzen, wo man es sich wünscht, sind dagegen äußerst selten. Gerade in Altstädten wird heutzutage möglichst behutsam gebaut/verändert, deswegen sind hier Bodeneingriffe seltener bzw. auf geringe Ausschnitte begrenzt - meist so geringe Ausschnitte, daß der Kunstgeschichtler die gefundenen Mauerreste aufgrund der unvollständigen Erfassung selten zu einem urkundlich bezeugten Bauwerk o.ä. zuordnen kann.

Ja, es muß frustrierend zugehen bei Archäologen, wenn sie auf
der Suche sind nach
den 313 Großbauten, die der große Karl in seinem Reich
errichten ließ: 16
Kathedralen, 232 Klöster und 65 Königspfalzen. Aufgefunden
wurden 3% an
diskutablen Überresten. Da hatten die Römer hier solider
gebaut.

3% sind eine normale archäologische Ausbeute, würde ich behaupten. Bedenke wie stark sich die Bautätigkeit nachfolgender Generationen v.a. auf das Aufgehende Mauerwerk alter Gebäude auswirkt - da wird umgebaut, abgebrannt, die Steine ausgebrochen. Das auf uns gekommene
Römerzeugs dagegen ist größtenteils unterirdischer Natur (Keller) bzw. - im glücklichen Fall - sind noch die alten Fußböden erhalten.

Mir scheint, Du bist ein bißchen gewaltig karl-fixiert (ohne Dir nahe treten zu wollen). Man sollte zwar kritisch an Vorgefertigtes und scheinbar fest Installiertes herangehen, dabei sollte man sich aber den Blick nicht durch Festbeißen in eine Sache verstellen. Wenn man sämtliche Probleme (der Archäologie und Geschichte) auf einen Punkt (Karl) fixiert, dann treten natürlich scheinbar unüberwindbare Schwierigkeiten auf, die den vorschnellen Beobachter am ganzen System zweifeln lassen. Ob es einen Karl nun gegeben hat oder nicht - keine Ahnung…fest steht für mich aber, daß sich 300Jahre nicht ohne weiteres aus der bisherigen Chronologie streichen lassen.

Wenn Du so gerne knobelst, hier noch eine Frage: In fast jeder größeren ma. Stadt Mitteleuropas gab es Juden, also auch Anlagen für kultische/liturgische Handlungen der jüdischen Gemeinde. Zu diesen Bauten zählt die Mikwe, i.e. ein begehbarer Grundwasserbrunnen, der zur kultischen Reinigung benötigt wird. Da außer Brunnen und Latrinen keine weiteren Bauten bis in das Grundwasser abgetieft werden, müßte sich also die eine oder andere Mikwe finden - und wieviele sind uns tatsächlich bekannt? Kaum zwei Hände voll.

Viele Grüße,
Jörg

PS: Was schreibt denn Herr Illig zur Münzchronologie und rein archäologischen Datierungsweise (i.e. typologische Methode - C14, Dendro usw. sind Nachbarwissenschaften)? Sind ganze Fundgattungen von den Urkundenschurken gleich mitgefälscht worden?

Hallo Heinrich,

du hast gewonnen! Ich kann hier unmöglich das alles ausbreiten wozu Illig und
andere ganze Bücher und Abhandlungen geschrieben haben.

Bei den Merowingern haben sich jedenfalls die Childerichs, Chlodwigs und Chlotars
in den betreffenden Jahren vermehrfacht. Auch in Byzanz ist das zu beobachten.
Weisgerber hat das jetzt für die ungarische Geschichte festgestellt. In Spanien
soll die Reconquista bereits 722 begonnen haben. Es hat aber 400 Jahre gedauert
bis erst einmal der Norden frei war: Toledo 1085, Saragossa 1118. Und für diese
Zeit von 500 bis 1000 sind merkwürdig wenig Funde vorzuweisen.

Interessant ist z.B. Polen. Dort hatte man 1750 zum Jubiläum eine Galerie von 50
Königen zwischen 750 und 1750 präsentiert. Da glaubte man Jahrhunderte dran.
Man hat sich davon verabschieden müssen und läßt den polnischen Staat nun um 933
mit der Thronbesteigung Mieszkos beginnen.

Nun hatte man die einmalige Gelegenheit doch noch Spuren des frühen Mittelalters
zu finden. Der Bau einer Gaspipeline (Yamal-Trasse) quer durch Polen gab 1993 die
einmalige Gelegenheit eines 682 km Querschnitts von Ost nach West durch das ganze
Land. Der Schock über das Fehlen der frühmittelalterlichen Periode zeigt sich
eindrücklich in der reichhaltigen und ausführlichen Dokumentation der Perioden
vor dem 6. und nach dem 10. Jahrhundert. G. Heinsohn schreibt:"Vor allem der
Friedhof von Danilowe Male am Narew, … brachte Überreste einer Kultur ans
Licht, die man - als sogenannte Dregowicz-Siedlungen - schon aus West- bzw.
Weißrussland kannte. Die Funde konnten in das 11. Jh. datiert werden.
Rätselhafterweise wurden die ihnen entsprechenden weißrussischen Artefakte aber
„in das frühe Mittelalter datiert“. Die Russen hatten von unten nach oben
gezählt, mussten also über den Funden der spätantiken Zeit das 7.Jh. beginnen
lassen, während die Polen die offenkundigen Verbindungen von Danilowe nach Westen
nicht außer Acht lassen konnten und deshalb für die Dregowicz-Artefakte auf das
11. Jh. erkennen mussten. Beide gemeinsam bekommen dann - und nur dann - Recht,
wenn mindestens drei Jahrhunderte aus der Chronologie herausgenommen werden.

Ist doch schön, diese 80/90 Jahre die wir hier leben so interessant wie möglich
zu verbringen. Tut nicht weh und macht Spaß.

Grüße
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

tue dir selbst einen Gefallen und fang an die von Illig verwendete Literatur daraufhin zu untersuchen, ob Illig die Zitate die er aus diesen Büchern verwendet auch sinngemäss widergegeben hat, die Betonung liegt auf sinngemäss.

Gruss
Armin

Hallo Jörg,

Mir scheint, Du bist ein bißchen gewaltig karl-fixiert (ohne
Dir nahe treten zu wollen).

Danke für den Satz. Wenn ich’s recht betrachte, stimmts. Ein wenig sehr
dogmatisch, gell? Hab ich von meiner pietistischen Erziehung. Ist aber schon sehr
lange her.

Wenn Du so gerne knobelst, hier noch eine Frage: In fast jeder
größeren ma. Stadt Mitteleuropas gab es Juden, also auch
Anlagen für kultische/liturgische Handlungen der jüdischen
Gemeinde. Zu diesen Bauten zählt die Mikwe, i.e. ein
begehbarer Grundwasserbrunnen, der zur kultischen Reinigung
benötigt wird. Da außer Brunnen und Latrinen keine weiteren
Bauten bis in das Grundwasser abgetieft werden, müßte sich
also die eine oder andere Mikwe finden - und wieviele sind uns
tatsächlich bekannt? Kaum zwei Hände voll.

In Erfurt habe ich vor Jahren ein sehr schön restauriertes Beispiel in Erfurt
gesehen. Unten am Fluß.

PS: Was schreibt denn Herr Illig zur Münzchronologie und rein
archäologischen Datierungsweise (i.e. typologische Methode -
C14, Dendro usw. sind Nachbarwissenschaften)? Sind ganze
Fundgattungen von den Urkundenschurken gleich mitgefälscht
worden?

Wenn ich mich recht erinnere taucht das Karlsmonogramm bei allen Karlen auf
Münzen auf und ist keinem so genau zuzuweisen. Bei den Funden sieht Illig die
Tendenz von beiden Seiten Funde in die dunkle Jahre zu verbringen, denn etwas muß
diesen Jahren doch gehören. Das Beispiel in Polen zeigt ja die Schwierigkeit der
zeitlichen Einordnung: Die Russen im Osten stellen die Funde ins 7. Jh, die Polen
im Westen ins 11.Jh.

Etwas vom Rabbi zum Schmunzeln:
„Mojsche, was soll eigentlich das „P“ im Namen Haman?“
„Im Namen „Haman“ ist doch gar kein"P“ drin?"
„Wieso ist keines drin?“
„Was soll denn ein „P“ im Namen Haman?“
„Das frage ich doch eben!“

Beste Grüße
Wolfgang

Du wirst Gläubige…
… niemals vom Gegenteil Überzeugen können.

Mit Historik hat das, was Illig und Konsorten veranstalten, jedenfalls nichts mehr zu tun

Gruß
Mike

Hi!

Ich kann hier unmöglich das alles ausbreiten
wozu Illig und
andere ganze Bücher und Abhandlungen geschrieben haben.

Ich will kein Abhandlung. Ein Satz würde mir schon reichen, z.B. zu dem nach Illigscher Zeitenlehre urplötzlich auftauchenden Islam (im letzten regulären Illig-Jahr gab es den Islam gerade mal um Medina und Mekka; im nächsten Illig-Jahr stand der Islam tief im Herzen Spaniens und näherte sich dem Hindukusch). Gib mir nur dafür eine Begründung nach Illig! Und keine Ausweich-Geschichten aus Polen oder Skandinavien bitte!

Grüße
Heinrich

Hi Mike,

das ist mir durchaus bewusst.
Mir geht es gar nicht um die Gläubigen, sondern um die „Mitleser“, d.h. um diejenigen die sich noch keine Meinung gebildet haben.
Nun Illig ist ein Velikovsky-Anhänger, dem geht es nicht um die historische Wahrheit, sondern darum das sein Guru recht behält.
Apropo Velikovsky den solltest du als Geologe (nach deiner Visitenkarte) eigentlich kennen, zumindest vom Hörensagen.

Gruss
Armin

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich will kein Abhandlung. Ein Satz würde mir schon reichen,
z.B. zu dem nach Illigscher Zeitenlehre urplötzlich
auftauchenden Islam (im letzten regulären Illig-Jahr gab es
den Islam gerade mal um Medina und Mekka; im nächsten
Illig-Jahr stand der Islam tief im Herzen Spaniens und näherte
sich dem Hindukusch). Gib mir nur dafür eine Begründung nach
Illig! Und keine Ausweich-Geschichten aus Polen oder
Skandinavien bitte!

Also wenn ich mich recht erinnere, setzt Illig den Islam und den Arianismus gleich, da beide von einem Menschen Jesu ausgehen - was meiner bescheidenen Meinung nach beweisst das Illig von Tuten und Blasen keine Ahnung hat.

Gruss
Armin

Hallo Heinrich,

Ich will kein Abhandlung. Ein Satz würde mir schon reichen,
z.B. zu dem nach Illigscher Zeitenlehre urplötzlich
auftauchenden Islam (im letzten regulären Illig-Jahr gab es
den Islam gerade mal um Medina und Mekka; im nächsten
Illig-Jahr stand der Islam tief im Herzen Spaniens und näherte
sich dem Hindukusch). Gib mir nur dafür eine Begründung nach
Illig! Und keine Ausweich-Geschichten aus Polen oder
Skandinavien bitte!

Ok. ok, es gehört halt alles dazu. Also:

Von 622 n.Chr. gibt es keinen Originalbericht, der Übersiedlung (Hedschra)
Mohammeds von Mekka nach Medina. Das ist der Beginn der konv. islamischen
Zeitrechnung.
Dann haben sich die Araber blitzartig ausgebreitet. Binnen 99 Jahren bis zur
Loire. Auch Persien soll 641 und 651 erobert worden sein. Der persische Dichter
Firdausi (939-1020) weiß in seinem Epos an den Sultan nichts von diesen
Eroberungen, nichts vom Islam, nichts von Allah. Wenn man die 297 Jahre rausnimmt
sind wir im 10.Jh. und es klärt sich vieles für die pers. Geschichte.
Und auch: „Wir wissen, daß die islamischen Historiker des 11. und 13.Jh. nach der
Hedschra und nach Christi Geburt datiert haben. Wenn die Hedschra frühestens im
10.Jh. mit der christl. Zeitrechnung synchronisiert worden ist, dann hätten sich
auch die Moslems die drei leeren Jahrhunderte eingehandelt, dann wäre klar, daß
wir im islamischen Kulturraum zwischen 622 und 911 nichts finden als die
klassischen Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht, die sich bezeichnenderweise
gerne mit Harun al-Raschid, dem ebenso großen Gegenspieler Karl d.Gr.,
beschäftigen. Der erste fränkische Kaiser hat wie sein Nachfolger Gesandtschaften
nach Bagdad geschickt; doch dafür gibt es keine arabischen Belege. Es gibt auch
keine arabischen Berichte zur Kaiserkrönung von 800 und zu Haruns
Krönungsgeschenken wie den Elefanten oder der Orgel. Von arabischen Historikern
wurde auch die epochale, europarettende Niederlage gegen Karl Martell übersehen,
was die westlichen Chronisten verdroß, die doch mehr als 200.000 Sarazenen
südlich der Loire hatten liegen sehen wollen.“
Bei einer Rückrechnung ohne die 297 Jahre bekäme die Hedschra als Startjahr 325
n.Chr. Das wäre auch der Termin fürs Konzil von Nicäa. Dort ging es ja vor allem
auch gegen den Arianismus und die Ebioniten.
Da Mohammeds Religion doch sehr viele Anklänge an die Ebioniten aufweist und
diese nach 400 verschwinden, wäre die zeitliche Nähe logischer als ein 200
jähriges Loch bis zur „Erfindung“ des Islam um 610.

Grüße
Wolfgang

Hallo Armin.

Mir geht es gar nicht um die Gläubigen, sondern um die
„Mitleser“, d.h. um diejenigen die sich noch keine Meinung
gebildet haben.

Klingt ja so wie in der Kirche. Als wollte ich auf einen sündigen Weg führen.
Eine Meinung sollen sich alle bilden - aber bitte in die richtige Richtung. Das
ist auch eine Art Geschichtsfundamentalismus.

Nun Illig ist ein Velikovsky-Anhänger, dem geht es nicht um
die historische Wahrheit, sondern darum das sein Guru recht
behält.

Ist das nicht ein wenig billig. Illig hat eine eigene Meinung und braucht keinen
Velikovsky als Guru.

Es geht doch hier nicht um Leben und Tod. Nur geschichte.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Mir geht es gar nicht um die Gläubigen, sondern um die
„Mitleser“, d.h. um diejenigen die sich noch keine Meinung
gebildet haben.

Klingt ja so wie in der Kirche. Als wollte ich auf einen
sündigen Weg führen.

Wieso Du, es geht hier die ganze Zeit um Illig, wenn du dich von ihm einwickeln lässt, ist das dein Problem - das meinte ich mit „Mir geht es nicht um die Gläubigen“.

Eine Meinung sollen sich alle bilden - aber bitte in die
richtige Richtung.

Dagegen hat hier niemand was - allerdings was ist die „richtige Richtung“, meiner Ansicht nach garantiert nicht die von Illig.

Das ist auch eine Art Geschichtsfundamentalismus.

Wir sind alle partitiell Dogmatisch.
Den einzigen Fundamentalisten den ich sehe ist Illig.

Nun Illig ist ein Velikovsky-Anhänger, dem geht es nicht um
die historische Wahrheit, sondern darum das sein Guru recht
behält.

Ist das nicht ein wenig billig. Illig hat eine eigene Meinung
und braucht keinen Velikovsky als Guru.

Nun dann solltest du dir mal die Geschichte der Zeitraffer (Gibt ja mehrer Gruppen) anschauen. Schau dir mal bei den Google Groups die Diskussionen an: Stichworte Illig Lelarge.

Illig geht es nicht um die historische Wahrheit, sondern um seine festgefügte Meinung, sonst hätte er die etlichen Quellenverfälschungen und Quellenuminterpretationen die ihm schon nachgewiesen wurden gar nicht nötig. Illig ist in meinen Augen ein typischer Vertreter von Pseudowissenschaft.

Pseudowissenschaft:
Pseudowissenschaft ist systematisches Wissen, das einer Wissenschaft oberflächlich ähnlich ist, aber auf einer bestimmten Menge von Vorurteilen basiert. Diese Vorurteile werden von den Anhängern der Pseudowissenschaft nie in Frage gestellt. Auf der anderen Seite werden Tatsachen - auch die offensichtlichsten - bestritten, wenn sie der Pseudowissenschaft widersprechen. Die ganze Pseudowissenschaft dient zur Rechtfertigung der Vorurteile.

Es geht doch hier nicht um Leben und Tod. Nur geschichte.
Geschichte

Mir geht es um die Wahrheit.

Gruss
Armin

Hi!

Bei einer Rückrechnung ohne die 297 Jahre bekäme die Hedschra
als Startjahr 325
n.Chr. Das wäre auch der Termin fürs Konzil von Nicäa. Dort
ging es ja vor allem
auch gegen den Arianismus und die Ebioniten.
Da Mohammeds Religion doch sehr viele Anklänge an die
Ebioniten aufweist und
diese nach 400 verschwinden, wäre die zeitliche Nähe logischer
als ein 200
jähriges Loch bis zur „Erfindung“ des Islam um 610.

Wenn ich dich recht verstehe, dann ist der Islam nicht 622, sondern breits 325 n.Chr. entstanden - also ca. 300 Jahre früher. Ich nehme mir jetzt einfach mal ein paar markante Daten aus der islamischen Geschichte:
622 - Gründung des Islam
635 - Eroberung von Damaskus
636 - Schlacht von Yamurk (Jordanien). Die Byzantiner räumen Syrien.
636 - Schlacht von Quadisya (Südirak). Die Perser ziehen sich aus Mesopotamien zurück.
641 - Eroberung Ägyptens
642 - Alexandria fällt in die Hand der Araber
642 - Schlacht von Nihawend. Vernichtung des persischen Reiches
644 - Untergang des persischen Sassaniden-Reiches
661 - Gründung der Omaijaden-Dynastie in Damaskus
680 - Schlacht bei Kerbala (Sunniten gegen Schiiten)
696 - Einnahme Karthagos
711 - Tarik vernichtet das Westgotenreich in Spanien
711 - Der Islam erreicht das Indusgebiet
732 - Niederlage der Araber bei Poitiers
762 - Gründung von Bagdad. Beginn intensiven Handels, u.a. mit dem China der Tang-Dynastie

Nach deinen Angaben müssten wir die Ereignisse alle um 297 Jahre vorverlegen:

325 - Gründung des Islam
338 - Eroberung von Damaskus
339 - Schlacht von Yamurk (Jordanien). Die Byzantiner räumen Syrien.
339 - Schlacht von Quadisya (Südirak). Die Perser ziehen sich aus Mesopotamien zurück.
344 - Eroberung Ägyptens
345 - Alexandria fällt in die Hand der Araber
345 - Schlacht von Nihawend. Vernichtung des persischen Reiches
347 - Untergang des persischen Sassaniden-Reiches
364 - Gründung der Omaijaden-Dynastie in Damaskus
383 - Schlacht bei Kerbala (Sunniten gegen Schiiten)
399 - Einnahme Karthagos
414 - Tarik vernichtet das Westgotenreich in Spanien
414 - Der Islam erreicht das Indusgebiet
435 - Niederlage der Araber bei Poitiers
465 - Gründung von Bagdad. Beginn intensiven Handels, u.a. mit dem China der Tang-Dynastie

Wenn dem also so ist, wie passt das zur Geschichte der Völkerwanderung, nach der die Vandalen 439 (also 40 Jahre nach den Arabern) Karthago eingenommen haben? Und wie ist es den oströmischen Kaisern (u.a. Justinian 534) gelungen, wieder die Kontrolle über die gesamte östliche Mittelmeerküste zurückzugewinnen?
Wie kann Tarik das westgotische Reich in Spanien vernichten, wo sich die Westgoten zu diesem Zeitpunkt noch in Italien herumtrieben (410 Plünderung Roms durch die Westgoten unter Alarich)? Nach der neuen Geschichtsrechnung haben sich zeitgleich die Araber (435 Schlacht von Poitiers) und die Hunnen (451 Schlacht auf den Katalaunischen Feldern) in Westeuropa herumgetrieben. Wie können die Westgoten mit den Römern die Hunnen schlagen, wenn sie bereits seit 35 Jahren nicht mehr existierten?
Und wieso kann Bagdad ab 465 intensiven Handel mit dem China der Tang-Dynastie betreiben, wo doch die Tang-Dynastie nach der These der erfundenen Jahrhunderte nie existiert haben dürfte (die Tang-Dynastie herrschte nach herkömmlicher Geschichtsschreibung von 618 bis 907 in China)? Also müsste auch die chinesische Geschichtsschreibung über fast 300 Jahre gefälscht sein. Und das alles nur, weil in Europa die Legende eines Karls des Großen gepflegt werden sollte? Die halbe Welt fälscht ihre Geschichte nur wegen eines Mannes?

Ich bin auf deine Antwort sehr gespannt!

Grüße
Heinrich

Was Illig nicht bedenkt ist, dass wir eine große Anzahl von Schriftstücken aus den angeblichen erfundenen Jahrhunderten haben. Darunter sind sehr komplexe Listen, die teilweise ineinandergreifen. Die hätte ja auch jemand fälschen müssen. Und da man davon ausgeht, dass nur eins von 1000 Schriftstücken aus der Zeit erhalten ist, ergibt das einen Riesenberg von Pergament. Ein Professor hat mal zu mir gesagt, es hätte nicht genug Kühe gegeben, um soviel Pergament in so kurzer Zeit herzustellen.

Zusätzlich dazu war in Vorderasien auch die seleucidische Ära (Jahrzählweise) vor allem auch bei den Juden und den Arabern, verbreitet, die als Ausgangspunkt den Sieg des Seleucus Nikator über Demetrius Poliorketes und den Beginn der Seleucidenherrschaft in Babylon i. J. 312/11 v. Chr. hat. Diese Ära wurde bei den Juden erst zu Beginn des Hoch-MA durch eine Weltära, beginnend mit der Erschaffung der Welt vom Abend des 6. Okt. 3761 v. Chr. an, ersetzt. Bei den Arabern wurde die seleucidische Ära durch die Zählung nach Jahren seit der Flucht Mohammeds nach Medina (Hidschra 15.7.622 n. Chr.) abgelöst, die dann von den anderen Völkern des Islams übernommen wurde und bis heute bei ihnen in Geltung ist.
Die hatten es gar nicht nötig ihren Kalender an den der Christen anzupassen. Und wenn wären 300 fehlende Jahre sofort aufgefallen.

Gruss
Armin

Hallo,

Riesenberg von Pergament. Ein Professor hat mal zu mir gesagt,
es hätte nicht genug Kühe gegeben, um soviel Pergament in so
kurzer Zeit herzustellen.

, auch ein nettes Argument :smile: An sich ist das aber auch imme meine Antwort auf Illig-Anhänger: selbst wenn, was ohne Zweifel richtig sein wird, gefälschte Dokumente existieren, die in die Zeit zurück datiert wurden… Wenn unter den zig Pergamenten auch nur ein einziges zweifelsfrei als „echt“ identifiziert wird, it die gesamte Theorie hinfällig - von den zum Teil peinlichen handwerklichen Fehlern Illigs mal abgesehen.
Hat irgendwer von im das Buch über die ägyptische Geschichte gelesen? Habe mich noch nicht getraut…

So long
Christian