In den überkommenen Akten des Konzils von Nicäa gibt es keinen
Hiweis auf eine
Nachjustierung der aufgelaufenen Zeiten seit 45 v.Chr. Eine so
einschneidende
Maßnahme wäre sicher nicht unerwähnt gelassen worden.
Es gab u.a bereits unter Augustus 8 n.Chr. eine Anpassung da bis dorthin der julianische Kalender fehlerhaft angewandt wurde.
Das dürfte dem Konzil von Nicäa auch bekannt gewesen sein. Die Frage ist schlicht und ergreifend, war der 21.März der Frühlingsanfang zur Zeit der Konzils von Nicäa also, - offensichtlich ja, wurde durch die gregorianische Kalenderreform dieser Zustand wiederhergestellt, offentsichtlich auch ja. Gregor hatte also mit den 10 Tagen vollkommen recht.
Hast du dir im übrigen schon mal die Konsequenzen fehlender 300 Jahre vor Augen geführt.
Das würde u.a. bedeuten das sämtliche Astronomieprogramme fehlerhaft arbeiten würden, die Programmierer wissen nichts von fehlenden 300 Jahren. Es gibt in der Literaturgeschichte genügend Beschreibungen seltener Astronomischer Ereignisse, und diese lassen sich rückwirkend mit heutigen Programmen sehr gut berechnen, und es kommen keine Fehler von 297 Jahren vor.
Dazu ein Literaturtip:
John M. Steele, Observations and Predictions of Eclipse Times by Early Astronomers (Archimedes New Studies in the History and Philosophy of Science and Technology), Juni 2000 ISBN 0-7923-6298-5 Buch anschauen
Der islamische und der jüdische Kalender (beides Mondkalender) müssten genauso fehlerhaft sein wie der Christliche, da es zwischen den Kulturen bekanntlich auch etliche Überschneidungen gibt, die sich auf gleiche Ereignisse beziehen, auch hier gibt es keine Diskrepanz von 297 Jahren.
Sämtliche C14 untersuchungen die sich vor die Zeit 900 beziehen müssten eine Abweichung von 297 Jahren zusätzlich zur Fehlertoleranz zeigen, etwa Pompeji der Ausbruch des Vesuvs 79 n.Chr, soweit mir bekannt fehlen hier keine 300 Jahre.
Dann zusätzlich noch die Dendrochronologie (Baumringe), diese Sammlungen wurden an unterschiedlichen klimatischen Standorten mit unterschiedlichen Baumarten angelegt, auch hier ist von fehlenden 297 Jahren nichts zu merken.
Dann die Kultur, z.B. Philosophie erst noch die Kirchenväter und der Neu-Platonismus, dann ist auf einmal die Scholastik in ihrer vollen Blüte.
Wie kam der Islam nach Spanien, was ist aus den Parthern geworden, oder das oströmische Reich?
Was ist mit den ganzen Konzilen und Synoden die in der Kirchengeschichte stattgefunden haben, und die sich durchaus auf damals aktuelle Ereignisse beziehen?
Alles erfunden? - Für was denn um Himmels Willen.
Und das wesentliche es fehlt der Positiv-Beweis, und der müsste existieren, denn man hätte sämtliche Klöster, Chronisten, Gelehrten und ausländischen Herrschern ja mitteilen müssen das man nun gedenkt 297 Jahre hinzuzurechnen. Etwaige Grabsteine, Gedenksteine und Sterberegister hätte man ja schliesslich auch umfrisieren müssen.
Fazit: Illig (dem unteranderem wesentliche und schwere methodische Fehler vorzuwerfen sind) hat sich zu weit aus dem Fenster gelehnt und ist rausgefallen.
Gruss
Armin