Kaki und Cherimoya

Seit wenigen Tagen kenne ich diese exotischen Obstsorten und habe sie gekostet.
Kaki ist mir zu süß und zu klebrig, an Cherimoya könnte ich mich gewöhnen.
Wie immer aber konnten die Verkäufer und -innen in den Geschäften oder an den Ständen, wo ich diese Früchte bisher kaufte, nicht sagen, was das für Pflanzen sind, woher sie kommen und all die Kleinigkeiten, die mich bei jedem Lebensmittel interssieren.
Weiß eine® der Küchenkoryphäen in diesem Zirkel Genaueres über diese Früchte.
Der für Hinweise dankbare
Fritz Ruppricht

Hallo Fritz,
(danke für das Mail )

schau mal z.B. bei Suchmaschinen, z.B. http://www.metager.de, und bei Suchbegriff „Cherimoya“ eingeben (oder jeden anderen Begriff), dann findest Du u.a.:
http://www.foodlexx.de/Lextextobst/Cherimoya.html
oder
http://www.kochen-und-geniessen.de/warenkunde/mkPage…
Für Kakis findest Du z.B.
http://www.kochen-und-geniessen.de/warenkunde/mkPage…
oder
http://213.198.12.183/gemuese/kaki.htm,
http://www.schleuse.de/kueche/lexikon/lebensm/KLL006…
(kommt sie nun aus Ostasien oder Israel?)

Vielleicht ist Dir damit erst einmal geholfen?

Übrigens: Denk daran: diese Früchte werden kaum in ausgereiftem Zustand bei uns auf den markt gebracht. Was wir schmecken, ist meistens nur ein blasses Etwas von dem, wie die Frucht wirklich schmecken kann. Wirklich reife Früchte bekommt man nur dort, wo sie angebaut werden. Das trifft auch auf Feigen, Datteln usw. zu, auch Mangos…

Viele Grüsse, Deborah

PS: Neulich sah mein Mann im Gemüseladen Erdbeeren, auf dem Schildchen stand als Herkunftsland „Afrika“; sagt mein Mann, das sei nicht korrekt; fragt die Verkäuferin: Wiesoooo???

Kaki kommen meines wissens aus italien, bzw. dort haben sie etwa den „status“ den bei uns äpfel haben. hab sie inzwischen auch in deutschland vermehrt gesehen.

meine bekannten essen sie teilweise mit, teilweise ohne schale. dazu schneiden sie die frucht auseinander und essen sie mit dem löffel, da das ganze ziemlich flüssig wird, wenn die früchte richtig reif sind.

so viel information für den augenblick, mehr davon heute nacht in „heute nacht“

wiesooo
ja,wieso eigentlich?
bei kartoffeln erwartest du ja auch nicht als herkunftsland südamerika.
es geht um die herkunft der ware, nicht der botanische ursprung.
cu
strubbel

es geht um die herkunft der ware, nicht der botanische
ursprung.

Richtig. Und da schreibt das Gesetz vor, dass das Land zu nennen
ist und nicht der Erdteil. Wärst Du zufrieden, wenn Du Äpfel
kaufst und es steht dran „Europa“?
Gruß
R.B.

Hallo Fritz,

beides sind Bäume. Kakifrüchte (die Israelis, die sie auch
kultivieren, nennen sie Sharonfrüchte) kommen aus China, werden
heute aberviel im indischen Raum, Japan, Florida und Kalifornien
angebaut. Man sieht aber auch in Italien viele Bäume stehen. Wie
schon gesagt wurde, kommen die Früchte bei uns nicht reif auf den
Markt, sondern hart. Man sollte sie liegen lassen, bis sie sehr
weich sind, fast wie eine faulige Tomate. Dann kann man sie auch
mit der Haut essen (vorher haben sie so einen etwas würgenden
Geschmack). Einfach an den Kelchblättern fassen und herzhaft
hineinbeißen (aber Vorsicht auf die Klamotten, gibt Flecken! Am
besten über der Spüle essen). Ernten muss man die Dinger immer
vor der Reife. Sonst passiert Ähnliches mit ihnen wie mit Feigen:
Sie platzen am Baum und vergammeln dort, platschen dann herunter
und sind hin (oder tropfen stückweise ab).
Ein bisschen ähnlich ist es mit Cherimoyas. Sie kommen aus
Südamerika (Anden). Ich habe sie in Natura auf Madeira wachsen
sehen, wo ein paar Bäume bei uns im Garten standen und wir auch
ernten durften. Das Ernten (und das selber Herabfallen!)
geschieht in hartem Zustand. Dann muss man auch diese Frucht
lagern, bis sie weich wird und dann ganz schnell auslöffeln.
Cherimoyas sind nicht ganz billig, weil ihr Transport schwierig
ist (sehr druckempfindlich und bei Reife schnell hinüber). Aber
sie schmecken höchst delikat!
Guten Appetit wünscht
R.B.

Vielen Dank für diese ausführlichen Informationen.
Und Danke, vor allem die Cherimoya werde ich öfter genießen; und nun mit Wissen und bewußt.
Beste Grüße Fritz

Hallo Strubbel,
Dein Artikel zeigt genau das, was ich sagen wollte:

bei kartoffeln erwartest du ja auch nicht als herkunftsland
südamerika.

Südamerika ist kein Herkunftsland, sondern ein Kontinent. Mag sein, dass z:b. Kartoffeln in allen Ländern Südamerikas angebaut wurden und heimisch sind; aber es handelt sich nun nicht um ein Land, sondern um einen Kontinent.

Mein Beispiel mit den Erdbeeren das gleiche: abgesehen davon, dass ich keine Erdbeeren kaufen würde, die nicht in Deutschland oder unseren Nachbarländern angebaut worden sind und auf dem Markt sind, wenn ihre eigentliche Saison ist, ist Afrika ein Kontinent mit vielen Staaten und nicht ein Land. Vermutlich ist mit „Afrika“ in diesem Fall Südafrika gemeint gewesen; aber theoretisch hätten die Erdbeeren auch aus Marokko, Mauretanien, Ruanda usw. kommen können; und in einigen dieser Länder werden Erdbeeren bestimmt nicht angebaut.

Viele Grüsse,
Deborah

Nein, Rudolf,
ich glaube, ich habe verstanden, was Deborah an der ganzen Geschichte stört.
Die von der „natürlichen“ Jahreszeit und vom „natürlichen“ Herkunftsort unabhängige jederzeitige Verfügbarkeit von Früchten und Speisen beraubt uns ein wenig der jahreszeitlichen und örtlichen Verschiedenheiten, nimmt uns den Reiz des Besonderen, macht das Exclusive banal, rührt die ganze Welt in einen Einheitsbrei zusammen.

Eine Pizza auf Zeitungspapier am süditalienischen Strand schmeckt einfach anders (und „richtiger“) als die vom Bringdienst in Düsseldorf. Eine Papaya oder Mango, auf dem Markt in Afrika gekauft und verzehrt ist ein ganz besonderer Genuß. Und Erdbeeren zu Weihnachten? - Am Besten noch einen Glühwein hinterher (schudder).

Aber all dies gehört wahrscheinlich nicht unter Rezepte, sondern unter Esskultur - oder gar unter Philosophie :smile:
Schönen Gruß
Eckard