Kaktus umgetopft und gestutzt - ratlos

Hallo,

heute habe ich meinen Kaktus ( keine Ahnung wie er heisst, betrachtet man ihn von oben, sieht er aus wie ein X )und er besitzt richtig ekelhafte Stacheln! umgetopft und zwei Seitentriebe zur Bewurzelung entfernt.
Ganz nach Vorschrift, hatte mich vorher „schlau“ gemacht.

Was anschließend passierte, davon stand in der Anleitung allerdings nichts.

War auch alles kein Problem, dicke Lederhandschuhe, SEHR scharfes Messer etc.
Als ich den Seitentrieb abgeschnitten habe spritzte eine weiße Flüssigkeit heraus und es hörte zunächste gar nicht auf zu tropfen.
Die Schnittstelle an der Mutterpflanze habe ich auch - ganz vorschriftsmässig - mit Holzkohlenstaub eingerieben, um Fäulnis vorzubeugen.

Als ich anschließend den Dreck beseitigen wollte, mußte ich feststellen, dass diese milchige Flüssigkeit nicht nur bereits getrocknet war, sondern einen durchscheinenden Film gebildet hatte, man könnte fast meinen, es handele sich um flüssiges Plastik und ich bekomme die Flecken nicht weg.
Mit den Flecken auf den Fußboden könnte ich notfalls leben, aber mein asbachuralt Profi-Messer ist hin, die Schnittfläche ist völlig verklebt.
Frage: weiß jemand mit welchen Mittel diese Substanz löslich ist?
Und , woraus BESTEHT diese Flüssigkeit überhaupt ?
Die Arbeit, die Schnittfläche mit Holzkohle abzudichten, hätte ich mir schenken können, denn die Wunde hätte sich an der Mutterpflanze innerhalb kürzester Zeit ebenso verklebt wie den Fußboden und mein Messer und sich wahrscheinlich besser abgedichtet als das mit Kohle überhaupt möglich ist.

Wäre nett, wenn mit jemand einen Tip geben könnte,da ähnliche Erfahrung gemacht.
Verdünnung etc. habe ich noch nicht ausprobiert.

Ich könnte mir glatt vorstellen, dass der Saft sich bestimmt für irgend etwas industriell nutzen lassen würde oder sogar bereits genutzt wird?

Danke,liebe Grüße und Frohe Pfingsten noch

Posy

Und , woraus BESTEHT diese Flüssigkeit überhaupt ?

das ist latex und das kann giftig sein.
bin aber kein experte sorry.
ein bild des kaktus oder sein name würde helfen (google).

gruß
datafox

eine euphorbie vielleicht?
http://www.vogliadibonsai.it/sito/immagini/galleria/…

gruß,
igorella

Hi Posy.
Also es klingt so, als wäre Dein Pflänzchen kein Kaktus, sondern eine sukkulente Euphorbie, ein sog. Wolfsmilchgewächs.
Vielleicht findest Du hier mehr Infos zu der Pflanze und dem Saft:
www.euphorbia.de
Ansonsten ziehst Du Ableger wie bei Kakteen, also Schnittfläche trocknen lassen und in (trockenes) Substrat/Sand stecken.
Zu Deinem Messer:
Ich weiss zwar nicht konkret, womit Du es sauber kriegst, aber ich würde Dir folgende Reihenfolge zu Lösungsversuchen vorschlagen:
1.warmes Wasser mit Spüli
2.Alkohol (Ethanol)
3.Aceton
4.Schleifpapier ? :wink:
Aber gib acht, dass Du Dir das Zeug nicht auf die Haut bringst bzw. irgendwo hinschmierst, denn es ist giftig, besonders, wenn man es in die Augen bekommt, wird’s unangenehm (Handschuhe bei Reinigungsversuchen?!).
Grüße,
Grünblatt

http://www.vogliadibonsai.it/sito/immagini/galleria/…

Bingo, genau das ist er (oder sie), Höhe ca.120

Hi Posy.
Also es klingt so, als wäre Dein Pflänzchen kein Kaktus,
sondern eine sukkulente Euphorbie, ein sog. Wolfsmilchgewächs.

Stimmt, Igorella hat mir einen Link geschickt und auf der Abbildung genau das ist das „Pflänzchen“, ca. 120 cm

Vielleicht findest Du hier mehr Infos zu der Pflanze und dem
Saft:
www.euphorbia.de

Danke für den Tip, wo ist denn der Unterschied zwischen einemKaktus und einer Euphorbia? für mich war bisher alles, was Stacheln hat, ein Kaktus.
NEIN, natürlich weiß ich, dass die Stachelbeere KEIN Kaktus ist *g* oder Weißdorn oder Disteln.

Ansonsten ziehst Du Ableger wie bei Kakteen, also
Schnittfläche trocknen lassen und in (trockenes) Substrat/Sand
stecken.
Zu Deinem Messer:
Ich weiss zwar nicht konkret, womit Du es sauber kriegst, aber
ich würde Dir folgende Reihenfolge zu Lösungsversuchen
vorschlagen:
1.warmes Wasser mit Spüli

hat nichts genutzt

2.Alkohol (Ethanol)
3.Aceton

Punkt 2 und 3 muß ich noch probieren

4.Schleifpapier ? :wink:

nein,mit Schleifpapier werde ich es keinesfalls veruschen,dann ist das Messer entgültig hin und ich hab keine Beziehungen zu einem gelernten Messerschleifer mehr und ie firma existiert schon lange nicht mehr zwecks Einschicken, der Firmanename steht noch in Sütherlin auf der Klinge.

Aber gib acht, dass Du Dir das Zeug nicht auf die Haut bringst
bzw. irgendwo hinschmierst, denn es ist giftig,

och,kein Problem,da hab ich gleich meinen Finger reingesteckt, mußte ich doch begrabschen,dazu bin ich viel zu neugierig,konnte an mir keinerlei Reaktion feststellen.

besonders,wenn man es in die Augen bekommt, wird’s unangenehm
(Handschuhe bei Reinigungsversuchen?!).
Grüße,
Grünblatt

Danke schön für die nützlichen Hinweise, man lernt eben nie aus.

Grüße Posy

Hallo,
dass es sich um eine Euphorbia handelt, habe ich erst jetzt erfahren,für mich war das eben ein Kaktus.
Das ist wirklich natürliches Latex? wow,wird das u.a. aus dieser Pflanze gewonnen und dann irgendwie modifiziert?
War nur eine Vermutung meinerseits, aber in gewisser Weise ein Treffer.

Danke schön noch für die „Aufklärung.“

GrüßePosy

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

die Milch ist bei fast allen Euphorbien giftig, vor allem wenn sie durch Stich/Schnitt in Wunden kommt. Manche nimmt man in den Heimatländern, um Fische zu fangen, men schmeisst einfach ein Bündel angequetschte Zweige ins Gewässer und die viecher kommen hoch.

Latex hat die dumme Eigenschaft, dass er beim Trocknen auspolymerisiert, dh. trockener Latex lässt sich wie Gummi mit nichts mehr so richtig auflösen. Wenn man ihn ca. eine Stunde im (möglichst warmen) Wasser liegen lässt, quillt der Latex aber durch Wasseraufnahme auf und lässt sich dann mit einen Topfkratzer o.ä. entfernen.

A.

Das ist wirklich natürliches Latex?

danke mal ja.

wow,wird das u.a. aus
dieser Pflanze gewonnen und dann irgendwie modifiziert?

dürfte für die industrielle gewinnung zu wenig sein. kautschuk kommt normalerweise aus bäumen (?). die geschichte kenne ich, weil viele annehmen „wenn man einen kaktus aufschneidet kommt wasser raus und man kann trinken“ … und das stimmt eben nicht immer und kann böse enden :smile:

gruß
datafox

Hi Posy.

Danke für den Tip, wo ist denn der Unterschied zwischen
einemKaktus und einer Euphorbia? für mich war bisher alles,
was Stacheln hat, ein Kaktus.
NEIN, natürlich weiß ich, dass die Stachelbeere KEIN Kaktus
ist *g* oder Weißdorn oder Disteln.

Also Kakteen sind eine Pflanzen-Familie (Cactaceae) und Euphorbien gehören zu einer anderen Pflanzenfamilie nämlich den Wolfsmilchgewächsen (Euphorbiaceae).
Ein Kaktus hat übrigens keine Stacheln, sondern Dornen! Eine Rose hat z.B. Stacheln. Klingt komisch - ist aber so :wink:
Die Dornen des Kaktus sind seine Blätter, die sich evolutionsmässig so entwickelt haben (kleine Fläche - wenig Verdunstung).

ich würde Dir folgende Reihenfolge zu Lösungsversuchen
vorschlagen:
1.warmes Wasser mit Spüli

hat nichts genutzt

2.Alkohol (Ethanol)
3.Aceton

Punkt 2 und 3 muß ich noch probieren

4.Schleifpapier ? :wink:

nein,mit Schleifpapier werde ich es keinesfalls veruschen,dann
ist das Messer entgültig hin

Das war auch nicht 100% ernst gemeint, deshalb :wink:

Aber gib acht, dass Du Dir das Zeug nicht auf die Haut bringst
bzw. irgendwo hinschmierst, denn es ist giftig,

och,kein Problem,da hab ich gleich meinen Finger reingesteckt,
mußte ich doch begrabschen,dazu bin ich viel zu
neugierig,konnte an mir keinerlei Reaktion feststellen.

Also wirklich OHNE Dir Angst machen zu wollen. Diese Wolfsmilch enthält soweit ich weiss cokarzinogne Stoffe, also Stoffe, die ein Tumorwachstum theoretisch unterstützen. Das soll nicht heissen, dass Dir jetzt ein fettes Krebsgeschwür an der Hand wachsen wird, aber beim Tanken hält man die Nase ja eigentlich auch nicht in den Benzoldampf.
Also vielleicht nicht zuviel rumpantschen und auch keine Latex-Höschen draus machen…
Grüße,
Grünblatt

P.S.: Sag mal bescheid, ob die weiteren Lösungsversuche erfolgreicher waren.