Kalkputz-Fragen

Hallo, liebe Experten,

ich bitte euch freundlichst um euren Rat:

wir haben im letzten Winter einen Altbau saniert. Dabei kamen alle Tapeten runter, viel neuer Grundputz drauf. Auf den Grundputz kam Sumpfkalkputz, der dann noch mehrmals mit Klakfarbe geweisst wurde.

Natürlich gab es auch neue Fenster, sodass wir recht froh sind, den Sumpfkalkputz zu haben, schließlich kann da ja kein Schimmel entstehen, heisst es.

Nun ist es aber so, dass eine Außenwand im EG (bis ungefähr 1/3 höhe Beton, der Rest Mauer) bis zur Betonhöhe nicht wirklich trocknen will. Als Folge haben wir nun vermutlich Schimmel an der - unverstellten - Wand.

Erste Gegenmaßnahmen sind eingeleitet. Wir müssen natürlich kucken dass wir die Wand trocken bekommen, aber warum entsteht hier Schimmel auf Sumpfkalkputz. Ist es so, dass auch der Sumpfkalkputz nicht jeder feuchte herr werden kann? Vor allem wenn er nicht ganz austrocknet?

Defacto handelt es sich um eine Sonderwand: Beton der zuvor lange Zeit Feuchte ausgesetzt war.

Ich frage auch, weil ich etwas sorgen habe, dass sonst evtl. noch schimmel hinter Möbeln oder Bodenleisten sein könnte - trotz Sumpfkalkputz. Dabei handelt es sich aber immer um normale Wände die allerdings teilweise nur 6 Wochen zum trocknen hatten bevor etwas davor gestellt wurde bzw. die Bodenleisten drangeklebt wurden.

Noch eine Frage: Neben der Austrockung der Wand wollen wir den Schimmel nun desinfizieren. Wir wollen dafür nun wieder mit Kalkfarbe drüberkalken, überall dort wo wegen erhöhter Feuchte Schimmel nahrung finden kann. Ist das der richtige Weg, oder doch mit Desinfektionsalkohol?

Hallo

Also ich habe das so verstanden das genau der Bereich der aus Beton besteht und vom Boden/Erdreich hochgezogen ist nicht trocknet; im ersten Drittel ist der Betonteil also nass.

Wie sieht es denn unter dieser Wand aus, der Abschluss von Beton zum Boden? Wurde hier richtig gegen Feuchtigkeit vorgesorgt?
Nicht das es Feuchtigkeit ist die von unten nach oben zieht.
Meist zieht sich das Wasser durch die s.g. Kapilarwirkung nicht ganz so weit nach oben.

Leider werden heute Häuser immer schneller bezogen, egal ob Umbau oder Neubau und dann haben die Gebäude leider viel zu wenig Zeit zum Trocknen.

Da der genaue Grund aus der Ferne nicht sehr gut zu beurteilen ist, würde ich empfehlen mal einen Gebäudediagnostiker hinzu zu ziehen, die können meist die Urasache gut eingrenzen und Lösungen vorschlagen.

Gruß
Nelsont

Hallo,

würde mich anschließen und einen Fachmann vor Ort befragen was ihr da in Eurem Haus für Pilze habt und dann noch mal gemeinsam nachdenken ggf auch mit dem Vorbesitzer / Bauer des Hauses oder alten Nachbarn die den Bau oder die historische Nutzung mitbekommen haben, was da sein kann, dass die Wand feucht ist. Wir haben so eine eigenartige Stelle im Garten - nach Jahren sind wir drauf gekommen, dass es da wohl eine Verdichtung im Boden gab, da dort der Misthaufen gelagert wurde…an einer anderen Stelle gibt es noch ein altes Abwasserrohr von einem Haus, welches zuvor auf dem Grundstück stand wo auhc niemand weiß welche Verbindung es zu anderen Objekten hat und zum nahe gelegenen Bach - all das können Gründe sein, warum Wasser dort abfließt, nicht abfließt, Wasseradern auf einmal anders verlaufen etc.

Daneben braucht so eine voll gesogene Wand eine halbe Ewigkeit (uns wurden bei einer Bruchsteinwand 3-5 Jahre vorher gesagt, bei einer feuchten Betondecke die aber nicht komplett durch war über ein Jahr), bis sie wirklich trocken ist. Vielleicht ist sie wirklich einfach zu feucht und dank Heizung und Co wird das Wasser ja dann auch noch raus gezogen - vielleicht auch ein wenig viel für Deine „Farbe“.

Gruß,
Alexandra

Hallo, danke für die interessanten Anregungen an euch beide!
Wir werden nächste Woche einen Diagnostiker da haben und dann werden wir sicher auch was zu den Ursachen finden.

Aber nochmal zu meiner eigentlichen Frage: Kann mir jemand etwas zu dem Aspekt sagen, dass Sumpfkalk (unter extremen Bedingungen) doch schimmelt? Ich dachte, der wäre alkalisch und hätte den erhöhten ph-wert der das unterbindet!

Hallo, danke für die interessanten Anregungen an euch beide!
Wir werden nächste Woche einen Diagnostiker da haben und dann werden wir sicher auch was zu den Ursachen finden.

Aber nochmal zu meiner eigentlichen Frage: Kann mir jemand etwas zu dem Aspekt sagen, dass Sumpfkalk (unter extremen Bedingungen) doch schimmelt? Ich dachte, der wäre alkalisch und hätte den erhöhten ph-wert der das unterbindet!

Vielleicht stellst Du diese spezielle Frage noch mal bei den Biologen im Brett? Die müssten ne Idee haben wer unter den Bedingungen noch leben kann oder wie das Überleben möglich ist. Gibt Dir vielleicht auch einen Hinweis auf den möglichen Pilz.

Frag noch mal bei ner Freundin nach die auch mit historischen Farben/Materialien arbeiten, ob bei ihr so was schon passiert ist. Die haben genau wegen der von dir vermuteten Eigenschaften die Tage eine Schüttung aus Holzspänen und Kalk in die Zwischendecken des Hauses eingebracht. Wäre fatal, wenn das dann immer noch schimmelanfällig wäre.

Gruß,
Alexandra

Hallo,

Sumpfkalkputz ist extrem alkalisch (pH-Wert bis 12), da wird ein Schimmelpilz auch bei idealen sonstigen Voraussetzungen keine rechte Daseinsfreude entwickeln können.

Bis eine wirklich durchnässte Betonwand austrocknet, können Jahre vergehen, vor allem, wenn sie auch noch verputzt ist.

So lange ihr für ausreichende Lüftung sorgt (vor allem jetzt im Winter ist das bauphysikalisch effektiv - zum Preis einer etwas höheren Heizkostenrechnung), sehe ich keine Probleme auf euch zukommen.

Meine Ferndiagnose (soweit die eben möglich ist).

Gruß
smalbop

Hallo smalbop,

das hört sich gut an!

Mein Verputzer meint nun, wenn er über die problematischen Flächen drüber kalkt, ginge der Schimmel (gehen wir der einfachheit halber mal davon aus dass es einer ist) wieder weg - hört sich logisch an und wäre einer Behandlung mit Iso-Alkohol vorzuziehen - oder?

Noch eine Frage weil ich das kürzlich aufgeschnappt habe: Stimmt es dass der Sumpfkalk seine Alkalischen Fähigkeiten mit der Zeit verliert?
Und wenn ja, kann man sagen in welchem ZEitraum?

Danke für deine Hilfe

Hallo Alexandra,

wäre echt klasse, wenn du nochmal nachfragst.

hallo guten abend mich würde interessiren was für eine farbe der schimmel hat??
Ist er Weiß? wenn ja tippe ich eher auf salz ausblühungen !!.
Mich wundert es schon das diese frage noch nicht gestellt , bzw das darauf noch nicht hingewiesen wurde

würde mich über eine antwort freuen
noch was der ph wert von sumpfkalk liegt bei 14 trocken bei 12 auch nach mehrmaligen durchfeuchtungen ändert sich das nicht sehr stark.
ich hab vor kurzem mal den ph wert von 30 jahre altem innenputz gemessen der lag immer noch bei phwert 12.
Wenn sich schimmel auf kalk setzen will braucht er schon ne tapete oder jede menge staub
Grüße u. dahlbüdding

ist schon schwarz und es ist nicht so ne sumpfkalkputz-verfärbung, wie wir sie an anderen stellen haben.

Ich bin fleißig am recherchieren auch mit alten Bauplänen bin nur leider gerade wo anders, weshalb ich meine neuesten erkenntniss erst nächste Woche prüfen kann.

Könnte mir vorstellen, dass die große Stelle nur kalkfarbe abgekriegt hat und darunter eine plastik-abdeckung für elektro ist.

An anderen Stellen gibt es hauptsächlich kleine schwarze punkte (evtl. der Versuch von schimmel sich anzusetzen?)

Eine weitere Stelle muss ich mir nochmal genauer anschauen.

Oder könnte das auch was anderes sein was sich da bildet?
Etwa eine Fäule oder sowas?

Euer Intersse ehrt mich - ich halte euch auf dem laufenden.

Wie steht es mit der „drüberkalk-strategie“ um den Schimmel abzutöten (dass die Mischung der Kalkfarbe stimmt, davon ist auszugehen weils der Fachmann macht.) Würde das den Schimmel töten oder brauchts doch eher Iso-Alkohol?

Nächste Woche werden die Betroffenen Stellen (und potentielle risikostellen vorsorglich) behandelt. Außerdem eine Wandfeuchtemessung und dann wahrscheinlich Infrarot-Trockner (für 24er Beton-Wand) in Kombi mit Bautrockner.

hallo könnten sie mal einige fotos machen ev können sie die ja auch mal zumailen so auf die empfernung sind es nur blindschüsse
grüße u. dahlbüdding

Hallo

Mein Verputzer meint nun, wenn er über die problematischen
Flächen drüber kalkt, ginge der Schimmel (gehen wir der
einfachheit halber mal davon aus dass es einer ist) wieder weg

  • hört sich logisch an und wäre einer Behandlung mit
    Iso-Alkohol vorzuziehen - oder?

Unbedingt, wobei ich nicht unbedingt von Schimmel ausgehe. Zitat aus Wiki-Artikel Sumpfkalk über Kalkfarbe: „Auch sonst deckt die Farbe nur schlecht – es sind mehrere Farbschichten nötig, bis die Wand wirklich weiß wirkt, wenn sie nicht schon vorher gekalkt war. Außerdem ist Kalk extrem empfindlich gegenüber Verfärbungen durch Eisen (Stockflecken) und Sulfate, also im bodennahen Bereich. Insbesondere auf gipshaltigen Untergründen kommt es zu Ausblühungen und – weil Gips hygroskopisch ist, Kalciumcarbonat aber hydrophob – zu Schwefelfraß (Umwandlung von Kalk in Gips).“

Noch eine Frage weil ich das kürzlich aufgeschnappt habe:
Stimmt es dass der Sumpfkalk seine Alkalischen Fähigkeiten mit
der Zeit verliert?
Und wenn ja, kann man sagen in welchem ZEitraum?

Auch Sumpfkalk unterliegt dem Phänomen der Karbonatisierung. „Nach dem Auftragen von Kalkmilch bindet das Calciumhydroxid ab. Es nimmt Kohlenstoffdioxid aus der Luft auf und gibt Wasser ab, dabei reagiert es zu Calciumcarbonat, also Kalkstein.“ Calciumkarbonat ist nicht mehr stark basisch. Insofern ist die Frage prinzipiell berechtigt. In welchem Zeitraum und bis zu welcher Tiefe sich das bei Sumpfkalk abspielt, weiß ich allerdings nicht. Bei Stahlbeton zum Beispiel dauert es aber Jahrzehnte, bis sich die Karbonatisierungsfront die 2-3 cm bis zu den Bewehrungseisen vorgearbeitet hat und der Stahl überhaupt zu rosten anfangen kann.

Danke für deine Hilfe

Bitte

Gruß
smalbop