Kalorienarm und 'saugfähig'

Hallo,

die folgenden Ausführungen sind im doppelten Sinne des Wortes
Geschmacksache.

ich esse gerne viel möchte dabei aber keine „Birnenform annehmen“

Frage:
was gibt es alles für Nahrungsmittel die

1.) möglichst kalorienarm

2.) saugfähig sind um den Geschmack von „Marinaden“ in sich
aufzunehmen?

vielen Dank schon im Voraus

Hi

Du das Problem sind nicht die Lebensmittel, sondern die Marinaden - DIE sind die Kalorienbomben. Es sei denn du marinierst Kuchen.

lg
Kate

Hei!

Das kalorienärmste Lebensmittel überhaupt (also, natürliches Lebensmittel) sind meines Wissens nach rohe Kohlrabi.

Dein Körper muss mehr Energie aufbringen, um die spärlichen Nährstoffe da raus zu holen, als er dann „erbeutet“, unterm Strich hat’s also sogar einen negativen Nährwert.

Und kleingeschnitten sollte sie durchaus auch Aromen/Geschmacksstoffe aus einer Lösung aufnehmen - das sollte dann natürlich keine Zuckerpampe sein, logisch. Erdbeergeschmack dürfte allerdings mit dem doch eher herben Eigenaroma kollidieren . . .

lg, mabuse

Dein Körper muss mehr Energie aufbringen, um die spärlichen
Nährstoffe da raus zu holen, als er dann „erbeutet“, unterm
Strich hat’s also sogar einen negativen Nährwert.

Hast du für diese These Belege? Kohlrabi enthält ca. 25 kcal./100 g, hauptsächlich leicht erschließbaren Fruchtzucker. Damit wird er zum menschl. Energiehaushalt sicher nicht entscheidendes beitragen können, und wer versucht, sich dauerhaft von täglich 8 - 10 Kilo Kohlrabi zu ernähren, wird wohl kaum fett werden.

Dennoch dürften die 25 kcal den für ihre Verdauung benötigten Energiegehalt mehrfach überbieten. Denn was soll da noch groß verdaut werden, wenn 98% des Gemüses aus leicht verdaulichem Wasser, Zucker und Eiweiß bestehen? Der energetische Nutzen von Kohlrabi dürfte gering sein, aber kaum negativ.

Gruß

Hallo,

Dennoch dürften die 25 kcal den für ihre Verdauung benötigten
Energiegehalt mehrfach überbieten. Denn was soll da noch groß
verdaut werden, wenn 98% des Gemüses aus leicht verdaulichem
Wasser, Zucker und Eiweiß bestehen? Der energetische Nutzen
von Kohlrabi dürfte gering sein, aber kaum negativ.

die Nährwerte, die für Lebensmittel bestimmt und aufgeführt werden, sind (meines Wissens nach) in der Regel Netto-Werte, d. h. der für die Verdauung nötige Aufwand ist schon abgezogen. Damit bleibt vom Mythos der „negativen Kalorien“ leider nichts übrig. Schade eigentlich. :wink:

Grüße
niere

die Nährwerte, die für Lebensmittel bestimmt und aufgeführt
werden, sind (meines Wissens nach) in der Regel Netto-Werte,
d. h. der für die Verdauung nötige Aufwand ist schon
abgezogen.

Nein, die Angaben beziehen sich auf den physiologischen Brennwert; also die Energie, die für den Körper nutzbar gemacht werden kann. Nicht berücksichtigt wird dabei der Aufwand, den der Körper für die Nutzbarmachung treiben muss. Eine negative Energiebilanz bei der Verwertung eines Lebensmittels ist grundsätzlich also durchaus denkbar.

Gruß

sicher Fruchtzucker?
Hi herrmann,

Kohlrabi enthält ca. 25 kcal./100 g, hauptsächlich leicht erschließbaren Fruchtzucker

Hast du wiederrum für den zweiten Teil deiner These Belege? Entschuldige die billige Retourkutsche, aber ich habe nichts darüber gefunden, dass die Kohlenhydrate im Kohlrabi hauptsächlich Fruchtzucker wären.
Zwar entdecke ich einen minimal süßlichen Geschmack beim Verzehr, aber gegenüber den langkettigen Kohlenhydraten und Ballaststoffen dürfte der Gehalt an Fruchtzucker weit zurückliegen, schätze ich. Immerhin ist der Kohlrabi keine Frucht, sondern eine verdickte Sprossachse und gehört damit zur Stützstruktur der Pflanze (mit entsprechendem Anteil an Cellulose und anderen Polysacchariden).
Da die Aufspaltung solcher langkettigen Kohlenhydrate für den Körper aber tatsächlich sehr umständlich und (energetisch) aufwändig ist, bin ich mir nicht sicher, ob nicht vielleicht doch die Mär von den „negativen Kalorien“ einen Funken Wahrheit enthält…

Grüße,
digger

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Kohlrabi enthält ca. 25 kcal./100 g, hauptsächlich leicht erschließbaren Fruchtzucker

Hast du wiederrum für den zweiten Teil deiner These Belege?
Entschuldige die billige Retourkutsche, aber ich habe nichts
darüber gefunden, dass die Kohlenhydrate im Kohlrabi
hauptsächlich Fruchtzucker wären.

Für verschiedene Kohlgemüse mag der Anteil differieren, ich gehe aber davon aus, dass die Unterschiede nicht gravierend sind. Laut http://en.wikipedia.org/wiki/Cabbage beträgt der Zuckeranteil je 100 g Kohl 3,2g. Das entspricht gewichtsmäßig tatsächlich nur etwa 60% der Kohlenhydratmasse.

bin ich mir nicht sicher, ob nicht vielleicht doch die Mär
von den „negativen Kalorien“ einen Funken Wahrheit enthält…

Mit 25 kcal/100g (24 lt. deutscher Wikipedia für Kohlrabi) kannst du ein viertel Liter Wasser von Gefriertemperatur zum Kochen bringen. Das sollte weit mehr als genug sein, zwei, drei Gramm langkettige Moleküle aufzuspalten bzw. unverdaubare Fasern durch den Darm zu spülen.

Gruß

chemische Bestimmung und Literaturwerte
Hallo!

schön, das ihr euch alle so sehr dafür interessiert :smiley:

Also:
Nährwerte werden chemisch ermittelt.
Es wird Fett, Eiweis, Wasser und Asche (= Mineralstoffe) chemisch bestimmt. Kohlenhydrate sind dann alles, was bis 100% fehlen (weil es da keine chemische Bestimmung für gibt).

Der Brennwert wird daraus berechnet, die Brennwerte der einzelnen Bestandteile sind vom Gesetzgeber im §2 der Nährwert-Kennzeichnungs-Verordnung festgelegt.

siehe: http://bundesrecht.juris.de/nkv/__2.html

Und der biologische „Verlust“ bei der Verdauung ist darin selbstverständlich nicht enthalten.

Literaturwerte zu allen möglichen (und ein paar unmöglichen) Lebensmitteln findet der interessierte Leser im Bundeslebensmittelschlüssel:
http://www.daskochrezept.de/bundeslebensmittelschlue…
Suche nach Kohlrabi führt zu einer etwa 20 Einträge langen Liste von Kohlrabi in allen Zubereitungsformen. „Kohlrabi frisch“ hat tatsächlich einen Brennwert 25 kcal/100g. Kompliment an herrmann, sauber hergeleitet. Un der stammt auch tatsächlich aus Zucker, allerdings nicht nur aus Fruchtzucker, in der Kohlrabi sind Frucht-, Trauben- und Rohrzucker (für die Chemiker: Fructose, Glucose und Saccharose) in etwa gleichen Anteilen enthalten.

Was den Energieverbrauch bei der Verdauung angeht, kann ich euch leider nur eine allgemeine Quellen nennen (http://www.cosmiq.de/qa/show/753078/Welchen-energiev…), nach der etwas 8-12% unserer verbrauchten Energie für die Verdauung verbraucht wird.

Die Information, das das bei Kohlrabi extrem ist, stammt noch aus meinem Studium, Vorlesung Ernährungswissenschaften. Schriftliche Quelle kann ich leider nicht nennen, die Mitschriften sind alle schon längst im Recycling gelandet.

Der Grund dafür ist eigentlich relativ simpel, es sind die relativ kräftigen Struktur-Kohlenhydrate (= Ballaststoffe), die unser Körper nur sehr schwer und langsam abbauen kann, um an die innenliegenden Nährstoffe zu kommen. Das sollte grundsätzlich für alle „knackig/harten“ Gemüse gelten - solange diese halt dann nicht wirklich größere Mengen an Nährstoffen enthalten (darum scheiden Möhren aus, zuviel Zucker).
Und es dürfte auch davon abhängen, wie sorgfältig man durchkaut.

lg, mabuse

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nochmal hi,

Für verschiedene Kohlgemüse mag der Anteil differieren, ich gehe aber davon aus, dass die Unterschiede nicht gravierend sind. Laut http://en.wikipedia.org/wiki/Cabbage beträgt der Zuckeranteil je 100 g Kohl 3,2g. Das entspricht gewichtsmäßig tatsächlich nur etwa 60% der Kohlenhydratmasse.

mmh, das ist schon eine sehr wakelige Argumentation, schließlich ist Kohlrabi in Aufbau und Struktur nicht unbedingt vergleichbar mit dem gemeinen Kohl und der englische Begriff „sugars“ ist weitergefasst als „Fruchtzucker“ im Deutschen. Da aber auch nach längerer Suche noch immer keine harten Fakten zum Kohlrabi aufgetaucht sind, kann ich dem erstmal nichts entgegensetzen.

Mit 25 kcal/100g (24 lt. deutscher Wikipedia für Kohlrabi) kannst du ein viertel Liter Wasser von Gefriertemperatur zum Kochen bringen. Das sollte weit mehr als genug sein, zwei, drei Gramm langkettige Moleküle aufzuspalten bzw. unverdaubare Fasern durch den Darm zu spülen.

Das grenzt nun aber wirklich an eine Chewbacca-Verteidigung: „Was hat das mit diesem Fall zu tun? Gar nichts. Meine Damen und Herren, es hat nichts mit diesem Fall zu tun. Es ergibt keinen Sinn! […] Nichts von alledem ergibt einen Sinn. […] Wenn Chewbacca auf Endor lebt, müssen Sie ihn freisprechen! Das Plädoyer ist abgeschlossen.“
Du vergleichst da energetisch Äpfel mit Birnen und hoffst/vermutest mal, dass das schon reichen wird. Aber jetzt mal ehrlich: wir beide, du und ich, haben schlicht zu wenig Ahnung von den Vorgängen im menschlichen Körper, um uns über den Energiebedarf mancher Prozeduren ein Urteil erlauben zu können.

Nicht endgültig überzeugte Grüße,
digger

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Danke für deine Erläuterungen. Mein Weltbild ist manchmal etwas zu mechanistisch, aber die Biologie des Menschen lässt sich mit Milchmädchenmathematik wohl doch nicht hinreichend beschreiben.

Was den Energieverbrauch bei der Verdauung angeht, kann ich
euch leider nur eine allgemeine Quellen nennen
(http://www.cosmiq.de/qa/show/753078/Welchen-energiev…),
nach der etwas 8-12% unserer verbrauchten Energie für die
Verdauung verbraucht wird.

Nach dieser Information hatte ich lange vergebens gesucht, daraus sollte sich Pi mal Daumen die Energiebilanz beim Verzehr verschiedener Lebensmittel abschätzen lassen… ach Gott, ich verfall schon wieder in die Milchmädchenrechnerei, ich mach besser Schluss.

Gruß

daraus sollte sich Pi mal Daumen die Energiebilanz beim Verzehr verschiedener Lebensmittel abschätzen lassen

Nicht wirklich.
Der bei weitem größte Teil der aufgewendeten Energie geht für den „Aufschluß“, also das Verfügbarmachen der Nährstoffe drauf. Beispielsweise für die Produktion der Salzsäure im Magen bzw. Gallensäfte in Darm.

Da kommt’s halt auf die Art des Lebenmittels an.

Ich würd mal sagen, das beispielsweise bei Milch der nötige Aufwand ganz dicht bei Null liegt - Energiegewinn daher dicht bei 100%.

Je „stärker“ die Nährstoffe verpackt sind (was in erster Näherung größtenteils auf Art und Menge der Ballaststoffe hinauslaufen dürfte), desto mehr Aufwand muss für die Freilegung der Nährstoffe betrieben werden - und kann im Extremfalle wie der Kohlrabi zu einer negativen Netto-Bilanz führen.

Ob man das irgendwie in eine Formel pressen kann? Ich hab da so meine Zweifel dran . . . zumindest an der Genauigkeit der Ergebnisse.

Schönes Wochenende!
mabuse

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